Wie erfindet man Menschen?

Ich habe ja bereits ein paar Einblicke in meinen Schreibprozess und Überarbeitungsprozess gegeben, aber heute möchte ich mich mit einer der wichtigste Aspekte eines Buchs beschäftigen: den Figuren. Für mich lebt und stirbt eine Geschichte mit ihren Figuren. Ich will über Figuren lesen, in die ich mich verliebe, die ich bewundere, die mich zum Lachen bringen, mit denen ich mich identifizieren kann, die mich faszinieren und vielleicht sogar ein paar, die ich hassen kann. Und natürlich möchte ich auch über ebensolche Figuren schreiben. Doch das ist gar nicht so einfach.

Bild von Jaqie Limanu , abgebildet ist meine Figur Rebecca

Ich muss zugeben, dass alle Figuren in meinem Roman mehr oder weniger stark auf Leuten beruhen, die ich tatsächlich kenne oder mal gekannt habe. Dadurch habe ich selbst ein ziemlich klares Bild von der entsprechenden Person im Kopf, doch es ist eine ganz andere Sache, diese dann mit nichts als Wörtern zum Leben zu bringen. Hinzu kommt, dass ich ihnen natürlich jede Menge Dinge andichte, die sie von ihren echten Vorlagen unterscheiden. Denn mein Buch soll spannender werden als die Realität, weshalb es Figuren braucht, die interessanter, schillernder, vielleicht auch extremer sind als reale Menschen. Ansonsten könnten wir uns ja einfach in ein Café setzen und den Gästen beim Leben zuschauen.

Manchmal muss ich allerdings erleben, dass Figuren ganz anders bei meinen Lesern (bisher nur meine Kritikpartnerin, die Mitglieder meiner Schreibgruppe und zwei, drei vertrauenswürdige Freunde) ankommen, als ich sie mir ausgedacht habe. So mögen zum Beispiel einige meiner Freunde meine Antagonistin, obwohl diese doch geschaffen wurde, um gehasst zu werden. Andersherum finden manche (inklusive mir selbst, um ehrlich zu sein) meine Protagonistin weniger sympathisch, als mir das lieb wäre. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Ich glaube, meine Figuren sind mir einfach so nah, dass ich sie nicht mehr für das sehen kann, was sie wirklich sind. Manchmal bemerkt eben jeder außer einem selbst, dass der beste Freund ein Arschloch ist, denn wir selbst können das nicht sehen, immerhin ist er unser bester Freund. Aber das ist okay. Beste Freunde können (in Maßen) auch mal Arschlöcher sein. Protagonisten können gehasst und Antagonisten geliebt werden. Hauptsache die Figuren rufen irgendwelche Emotionen bei den Lesern hervor.

Natürlich habe ich auch schon Geschichten geschrieben, deren Figuren vollkommen frei erfunden waren. Doch wenn ich diese später durchlese, stelle ich oft fest, dass sie doch irgendwie einem Menschen ähneln, der eine Rolle in meinem Leben spielt oder gespielt hat. Nicht selten sind sie auch verschiedene Versionen meiner Selbst. Ich glaube, so wie in Träumen angeblich alle Personen für einen Selbst stehen, ist es bis zu einem gewissen Grad auch bei den Figuren, die wir erfinden. Klar, ich bin kein Ex-Junkie/Ex-Häftling, der versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen, aber irgendwo in dieser Erfahrung finde ich mich selbst wieder, auch wenn ich es vielleicht nicht realisiere, während ich es schreibe.

Kann man überhaupt Menschen erfinden? Oder reproduzieren wir einfach nur ein und denselben Menschen immer und immer wieder mit diversen Modifikationen und Updates? Oder sind wir Menschen am Ende vielleicht doch irgendwie alle gleich, weshalb wir uns in Figuren wiederfinden, die ein vollkommen anderes Leben führen als wir selbst? Ich glaube zumindest, dass wir Menschen gewisse Grundbedürfnisse teilen (Sicherheit, Liebe, Anerkennung, etc.) und wenn wir diese bei einer Buchfigur wiedererkennen, können wir Sympathie und Empathie mit dieser haben und uns vielleicht sogar mit ihr identifizieren.

Wie ist eure Erfahrung mit Figuren beim Lesen oder Schreiben? Basiert ihr eure Figuren auf echten Leuten oder erfindet ihr sie komplett?

 

 

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Vom Traum, Schriftsteller zu werden

Ich habe einen Traum und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die diesen Traum hat: Schriftstellerin werden.

Schriftsteller zu werden ist nicht einfach und es macht es auch nicht einfacher, dass so viele Menschen davon träumen. Obwohl heute im Prinzip jeder als Selfpublisher ein Buch veröffentlichen kann, möchte ich den traditionellen Weg über Agenturen und Verlage gehen. Doch selbst wenn man von all den Hürden einer Veröffentlichung absieht, ist es bereits verdammt schwer, überhaupt ein Buch zu schreiben. Ein komplettes Buch zu schreiben ist an sich schon ungeheuer anstrengend, aber wenn es dann auch noch gut sein soll, werden die Erfolgschancen noch geringer.

Auch wenn ich erst vor ein paar Jahren wirklich begonnen habe, literarisch zu schreiben, träume ich bereits mein ganzes Leben lang davon, Schriftstellerin zu werden. Freunde, die mich schon mein halbes Leben lang kennen, bestätigen mir, dass das Schreiben das ist, was mich auszeichnet. Doch irgendwie habe ich das lange aus den Augen verloren. Jetzt, da ich meinen Uniabschluss in der Tasche habe und ernsthaft darüber nachdenken muss, was ich mit meinem Leben anstellen will, komme ich immer wieder an diesen einen Punkt: Ich will Bücher schreiben. Das ist das Einzige, was ich wirklich machen will.

Aber dann kommen wieder die Zweifel und Sorgen: Verschwende ich mein Leben, wenn ich diesem Traum hinterherrenne? Einem Traum, den Millionen von Menschen haben und den nur wenige je erreichen. Wieso sollte ich es schaffen? Vermutlich kennt jeder, der davon träumt, mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen, solche Sorgen. Wir wissen, dass wir es nicht alle schaffen werden. Wir wissen, wie schlecht unsere Chancen stehen. Und trotzdem hoffen wir, dass wir es sind, die es schaffen.

Es gehört viel dazu, erfolgreich als Schriftsteller zu werden. Das kann man an den Erfolgsstories von Autoren erkennen. In ihren Biografien spielt ein gutes Timing, die Fähigkeit, den Nerv der Zeit zu treffen, die Bekanntschaft mit den richtigen Leuten und eine große Portion Glück meistens eine nicht unerhebliche Rolle. Das sind alles Dinge, die wir nur bedingt kontrollieren können. Was mir aber noch mehr Sorgen bereitet, ist, dass ich auch bei dem einen Punkt versagen könnte, den ich tatsächlich kontrollieren kann: ein gutes Buch zu schreiben. Denn letztlich nutzt alles Glück der Welt nichts, wenn man nicht sein Handwerk beherrscht.

Irgendwann kommen wir Hobbyautoren an einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen: Wollen wir es bei unserer fröhlichen Freizeit-Schreiberei belassen oder wollen wir alles daransetzen, dass unser Werk auch gelesen wird? In den letzten Wochen ist mir klipp und klar geworden, dass ich Letzteres möchte. Auch wenn ich weiß, dass diese Entscheidung viele unangenehme Erfahrungen nach sich ziehen wird: erbitterte Kämpfe, schlaflose Nächte, Absagen, Niederlagen. Aber wenn ich wirklich meinen Traum verfolgen will, dann muss ich das alles in den Kauf nehmen. Und ich bin bereit dafür. In den letzten Wochen habe ich mich von ganzem Herzen dafür entschieden, Schriftstellerin zu werden. Seitdem schreibe ich in jeder freien Minute. Ich nähere mich dem Ende der Grobüberarbeitungen meines Romans und ich weiß, dass ich mein Manuskript, an dem ich jahrelang gearbeitet habe, in nicht allzu ferner Zukunft raus in die Welt schicken muss, auch wenn ich mich davor fürchte.

Wie ergeht es euch beim Schreiben? Träumt ihr davon, veröffentlicht zu werden? Teilt ihr meine Sorgen und Ängste? Und wieso macht ihr trotzdem weiter? Das würde mich wirklich interessieren!

 

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Fünf hilfreiche Blogposts übers Schreiben

Ich liebe es, mich in der Kunst des Schreibens fortzubilden. Deshalb lese ich regelmäßig Artikel darüber. Manche mögen anmerken, dass das die Kreativität behindert – und vielleicht stimmt das sogar. Ich schreibe schon sehr lange nicht mehr einfach drauf los. Schreiben ist für mich mittlerweile eher, wie ein Regal zu bauen und dabei der Anleitung zu folgen. Ich hoffe, dass mein Roman trotzdem origineller sein wird als ein Ikea Regal.

Wieso lese ich all diese Texte übers Schreiben? Einerseits, weil ich mich die meiste Zeit, während der ich schreibe, total verloren fühle, als hätte ich keine Ahnung, was ich da tue. Mich über die Kunst des Schreibens zu bilden, die Tipps und Tricks umzusetzen, hilft mir, etwas sicherer in meiner Arbeit zu werden. Andererseits finde ich kaum etwas motivierender, als über das Schreiben zu lesen. Finde ich einen guten Post übers Schreiben, möchte ich sofort alles ausprobieren, was der Artikel vorschlägt, mein Buch überarbeiten und die Schwachstellen finden. Das macht mir Spaß, auch wenn sich das jetzt vielleicht komisch anhört.

Falls es euch ähnlich ergeht wie mir und ihr euch ein bisschen Hilfe beim Schreiben wünscht, findet ihr im Folgenden fünf hilfreiche Texte übers Schreiben, die ich in aus den Tiefen des Internets ausgegraben habe.

1. How to create conflict in your story: 12 questions to consider von The Writing Kylie

Diesen Artikel habe ich, wie so viele inspirierende Dinge, auf Pinterest gefunden. (Hier geht es zu meinem Pinterest Profil.) Die 12 Fragen habe ich vorletztes Wochenende auf meinen Roman bezogen beantwortet und es hat mir sehr weitergeholfen. Jeder Schreibanfänger weiß, dass Konflikt das ist, was eine Geschichte vorantreibt, aber trotzdem ist es leicht, den Konflikt vor lauter Verliebtheit in unsere tollen Figuren und cleveren Handlungsstränge aus den Augen zu verlieren. Dieser Artikel hilft dabei, den Hauptkonflikt und seine Konsequenzen zu identifizieren und zu überlegen, wie man ihn noch dramatischer machen könnte. Denn was ist schon eine Story ohne Drama?

2. The 4 deadly mistakes fiction writers make von Ted Dekker

Ich muss zugeben, dass ich jeden einzelnen dieser Fehler zu einem gewissen Grad selbst gemacht habe. Der Artikel hat mir geholfen, mir dessen bewusst zu werden und nach Lösungen zu suchen. Die Fehler und die damit zusammenhängenden Tipps sind recht simpel. Es sind all diese Dinge, die wir schon mal gehört haben, aber trotzdem gerne ignorieren. Doch auch wenn der Titel klingt, als wäre dies ein Artikel über all das, was wir unerfahrene Schreiberlinge falsch machen, endet er extrem hoffnungsvoll. Der Abschnitt über den letzten Fehler und die optimistische Botschaft, die der Autor daraus zieht, war genau das, was ich brauchte.

3. How to self-edit: Tips to improve your manuscript, save time, and be a better writer von Sarah Barbour

Wie ihr wisst, bin ich gerade dabei, meinen Roman zu überarbeiten. Das ist ein langwieriger und anstrengender Prozess und ich bin dankbar für jede Hilfe, die ich dabei bekomme. Dieser Artikel geht die verschiedenen Stadien des Überarbeitens durch (ich bin noch bei den „Developmental Edits“, die sich auf den Inhalt beziehen) und gibt eine Anleitung, wie man dabei am besten vorgeht.

4. Battle of the book business: Publishing Cold War is ending von Kristen Lamb

Der Blog von Kristen Lamb ist der Einzige auf dieser Liste, den ich regelmäßig lese. Sie gibt immer gute Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen und ich mag ihren lockeren Schreibstil und die witzigen Memes, die sie in ihre Posts einfügt. Dieser Artikel ist allerdings keine Anleitung, sondern eine Analyse der Entwicklung auf dem Buchmarkt in den letzten Jahren. Es geht um die Konkurrenz zwischen herkömmlichen Buchhandlungen (vor allem die großen Ketten) und Amazon und wieso es für Schriftsteller wichtig ist, diese zu verfolgen. Der Text ist informativ und absolut faszinierend! Ich kann ihn nur jedem empfehlen, der sich für den Buchmarkt interessiert.

5. 3 ways to create a villain (who audiences want & heroes need) von David Villalva

Das ist kein Artikel, sondern eine super übersichtliche und spannende Infografik, auf die ich (Überraschung!) auf Pinterest gestoßen bin. Anhand der Beispiele Harry Potter und Lord Voldemort sowie Batman und der Joker erklärt die Grafik, wie Bösewichte die Helden perfekt ergänzen. Da ich selbst oft mit dem Bösewicht (oder Antagonist) meiner Geschichte hadere, fand ich diese Infografik hilfreich. Außerdem war sie für mich als Harry Potter Fan auch sehr unterhaltend.

Falls ihr selbst gute Artikel oder Blogs über das Schreiben kennt, lasst mir gerne eine Link in den Kommentaren.
Ich bin immer auf der Suche nach Texten übers Schreiben.

 

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Wie ich meinen Roman überarbeite

Wie ich bereits berichtet habe, habe ich Anfang des Jahres die erste Version meines ersten Romans fertig geschrieben. Hurra! Leider bedeutete das, dass ich nun in der Phase des Überarbeitens angekommen bin. Beim Überarbeiten meines Romans kombiniere ich Methoden, von denen ich gelesen oder gehört habe, mit dem, was für mich persönlich am besten funktioniert. Dabei bin ich weit davon entfernt, die perfekte Überarbeitungs-Strategie gefunden zu haben. Ich stolpere viel eher irgendwie vorwärts und hoffe, dass dieser langwierige Prozess mein Buch eines Tages so weit bringen wird, dass es veröffentlicht und gelesen wird.

Überarbeiten während dem Schreiben

Für mich beginnt das Überarbeiten während dem Schreiben. Ich kann nicht – wie das manche Autoren tuen – das komplette erste Manuskript fertig schreiben, ohne bereits immer wieder über das Geschriebene zu lesen und es zu überarbeiten. Das liegt einerseits daran, dass der Gedanke, dass da ein paar nicht korrigierte Kapitel auf meinem PC liegen, mich um den Schlaf bringt, andererseits daran, dass ich Pausen vom Schreiben brauche. Ich finde Schreiben furchtbar anstrengend. Die Freude liegt darin, das Geschriebene zu lesen und daran herumzubasteln.

Mein Schreibprozess sah deshalb folgendermaßen aus: Ein Kapitel plotten, das Kapitel schreien, das Kapitel korrigieren, das Kapitel an meine Kritikpartnerin schicken, ihre Korrekturen und Anmerkungen übernehmen, noch einmal Korrekturlesen, schwierige Szenen in meiner Schreibgruppe vorlesen, die Kritik der Mitglieder der Schreibgruppe umsetzen, noch einmal Korrekturlesen. Und so ging das Kapitel um Kapitel. Das bedeutet, dass ich den Roman, noch bevor ich ihn fertig geschrieben hatte, im Prinzip schon mehrere Mal überarbeitet hatte.

Überarbeiten nach dem Schreiben

Das habe ich nun glücklicherweise hinter mir. Trotzdem haben ich und mein Roman noch immer einen langen Weg vor uns. Denn nun geht es ans Eingemachte. Angeregt von den Kommentaren der Kritikpartnerin und den Mitgliedern der Schreibgruppe sowie von meinen eigenen Überlegungen habe ich während dem Schreibprozess eine Liste von nötigen Änderungen angelegt. Diese umfasst Kleinigkeiten, wie die Verwendung von Markennamen oder Ticks der Figuren zu begrenzen oder erweitern, aber auch größere Aktionen, wie Backstorys zu erfinden, logische Lücken zu schließen, Figuren sympathischer zu machen, etc. Die Liste ist überwältigend und muss nun abgearbeitet werden.

Dafür habe ich den Roman in Abschnitte eingeteilt, die ich einen nach dem anderen überarbeite. Diese Abschnitte gehören thematisch zusammen und können eins bis drei Kapitel umfassen. Gerade habe ich die Überarbeitung am zweiten Abschnitt (Kapitel 2-4) beendet, was ungefähr einen Monat gedauert hat. Als erstes lese ich den Abschnitt und erstelle eine Liste der Szenen. Hinter jede Szene schreibe ich Änderungsideen. Als Nächstes geht es daran, die geplanten Änderungen umzusetzen. Das ist eine langwierige und mühselige Arbeit. Währenddessen notiere ich mir außerdem einige Dinge: Inhalt (Hauptplot und Nebenplot), gute Formulierungen, Beschreibungen der Figuren und mehr. Das hilft mir, Ungereimtheiten oder Wiederholungen zu finden. Außerdem wird es mir später beim Verfassen des Exposés hoffentlich nützlich sein. Wenn ich dann (endlich) alles umgesetzt habe, lese ich den Abschnitt noch einmal, um sicher zu gehen, dass ich nicht irgendetwas total verdreht habe.

Damit werde ich wohl noch eine ganze Weile beschäftigt sein. Nach dieser Überarbeitungsphase habe ich vor, den kompletten Roman noch einmal Korrektur zu lesen und noch einmal einfach so zu lesen, um zu sehen, ob er überhaupt noch Spaß macht. Außerdem möchte ich den ersten drei Kapiteln noch mehr Aufmerksamkeit widmen, da diese die Leseprobe werden sollen. Zusätzlich hoffe ich, dass entweder das ganze Buch oder aber zumindest die ersten drei Kapitel noch einmal sowohl von einer Person gelesen werden, die Ahnung von Literatur hat (also eventuell eine professionelle Lektorin), als auch von ein paar Menschen aus meiner Zielgruppe (Jugendliche). Dies wird natürlich weitere Korrekturen und Änderungen nach sich ziehen.

Wenn ich auf meinen Überarbeitungs-Prozess schaue, dann kommt es mir oft vor, als würde er nie ein Ende finden. Doch ich dachte dasselbe über meinen Schreibprozess, als ich begonnen habe. Ich schreibe sporadisch und mit Pausen seit meiner Kindheit, doch ich habe noch nie einen Roman veröffentlicht. Es ist mein größter Traum. Ich bin froh über meine Liebe zum Schreiben, auch wenn sie mich manchmal verzweifeln lässt. Trotzdem glaube ich nicht wirklich an Talent und Genialität. Ich glaube an harte Arbeit und Disziplin.

Wie überarbeitet ihr eure Buchprojekte, Kurzgeschichten, Lyrik etc.? Ich freue mich über Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

 

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Inspiration für Schreiberlinge: Die Erfolgsstory von Andy Weir

Schreiben ist schwer. Da sind sich angehende und bereits veröffentlichte Autoren einig. Aber wisst ihr, was noch schwerer ist? Das eigene Buch an den Mann zu bringen. Auch wenn heutzutage jeder ein selbstverlegter Autor werden kann, liegt die wahre Herausforderung darin, dass euer Buch gekauft und gelesen wird. Deshalb träumen viele Schriftsteller (ich eingeschlossen) davon, den herkömmlichen Weg zu gehen: Eine Agentur und einen Verlag zu finden, die sich um alles kümmern. Doch leider bleibt dieser Weg für viele ein Traum. Das kann enorm frustrieren und entmutigen. Deshalb bin ich ein Fan von Erfolgsgeschichten von Autoren, die es ebenso schwer hatten wie wir, bevor sie (mega-)erfolgreich wurden.

Eine meiner liebsten Erfolgsstorys ist die von Andy Weir. Da der Autor gerade sein neues Buch Artemis herausgebracht hat, nutze ich die Gelegenheit, seine unglaubliche und inspirierende Story zu teilen und dem einen oder anderem Schreiberling damit hoffentlich die Motivation zu schenken, trotz aller Zweifel und Ängste weiterzumachen

Zuerst muss ich festhalten, dass Andy Weir zwar als Kind davon geträumt hat, Autor zu werden, aber diesen brotlosen Beruf nie wirklich in Erwägung gezogen hat. Stattdessen wurde er Programmierer. Sein Lebensunterhalt hing also nicht vom Schreiben ab. Nebenbei schrieb er allerdings seit Jahren Geschichten, die er auf seiner Homepage teilte. Es gab eine Zeit in seinem Leben, in der er versuchte, seinen Traum zu verwirklichen. Er gab seinen Job auf und konzentrierte sich drei Jahre lang darauf, verlegt zu werden. Nachdem dieser Versuch kläglich scheiterte, nahm er seinen alten Beruf wieder auf und begann zu akzeptieren, dass das Schreiben für ihn nichts weiter als ein Hobby sein würde.

Eine seiner Geschichten war Der Marsianer. Drei Jahre lang schrieb Andy Weir an dem Roman und veröffentlichte in regelmäßigen Abständen Kapitel um Kapitel kostenlos auf seiner Homepage. Er hatte schon viele Geschichten geschrieben und online gestellt, doch bei Der Marsianer war plötzlich alles anders. Diese Geschichte fand schnell sehr viele Leser. Nach einer Weile waren die es leid, über die Homepage zu lesen und forderten, dass Der Marsianer als E-Book erhältlich sein sollte. Da man bei Amazon für ein E-Book mindestens 99 Cent verlangen musste (was exakt der Preis von Der Marsianer war), verdiente Andy Weir bald Geld mit seinem Hobby. Leute kauften das Buch massenhaft und es landete auf der Amazon Bestsellerliste.

Danach geschah alles ganz schnell: Als erstes kam der Hörbuchverlag, dann ein Agent und dann zeitgleich ein Vertrag mit Fox Studios über die Filmrechte für Der Marsianer und mit Random House über eine Printversion. Andy Weir, derselbe Autor, der jahrelang vergeblich versucht hatte, einen Agenten zu finden, war nun so gefragt, dass die Agenten, Verlage und selbst Filmstudios ihm hinterherliefen. Lange war Der Marsianer kostenlos auf der Homepage oder aber für 99 Cent auf Amazon verfügbar gewesen – jetzt wurde es nicht nur verlegt, sondern auch gleich in einen Hollywood Blockbuster verwandelt mit Ridley Scott als Regisseur und Matt Damon in der Hauptrolle. Wenn das mal keine Erfolgsstory ist!

Mich inspiriert diese Geschichte ungemein. Sie beweist, dass es letztlich immer noch die Leser sind, die wir als Schriftsteller überzeugen müssen und nicht die Agenturen und Verlage. Wie wir das schaffen? Wir schreiben das beste Buch, dass uns möglich ist. Der Marsianer wurde sehr schnell sehr erfolgreich, weil es etwas geliefert hat, was sich die Leser wünschten, auch wenn die Buchbranche es nicht erkennen konnte: technisch detailliertes Science Fiction. Auch wenn ihr in einem anderen Genre schreibt, solltet ihr euch darauf konzentrieren, etwas zu kreieren, das die Leser begeistert. Habt ihr das geschafft, dann könnt ihr euch immer noch Gedanken darüber machen, wie ihr das Buch nun veröffentlichen wollt – egal ob ihr eure Glück bei Agenturen und Verlagen versucht oder es selbst verlegt. Gebt nicht auf! Immerhin könntet ihr der nächste Andy Weir werden.

 

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Was ich gelernt habe, während ich meinen ersten Roman geschrieben habe

Ich bin nicht nur begeistert vom Lesen, sondern auch vom Schreiben. Ich schreibe seit ich 11 Jahre alt bin. Dabei habe ich mich schon das ein oder andere Mal daran gewagt, ein Buch zu schreiben, doch habe immer früher oder später aufgegeben. Erst jetzt habe ich endlich die erste Version meines ersten Romans beendet. Ich habe ganze zwei Jahre daran gearbeitet und er ist noch Lichtjahre davon entfernt, perfekt zu sein. Im Moment bin ich in der mindestens genauso anstrengenden Phase der Überarbeitung, bevor ich mein Glück bei Agenturen und Verlagen versuchen kann.

Trotzdem fühlt es sich gut an, die erste Version fertiggeschrieben zu haben. Mein Manuskript ist wirklich wie mein Baby, auch wenn es teilweise eine schwere Geburt war. Ich hätte es nie soweit geschafft, wenn ich stur auf meine früheren romantischen Ideen vom Schreiben beharrt hätte. Dann wäre dieses Manuskript wie so viele zuvor in den Tiefen meiner Festplatte verschwunden. Stattdessen habe ich mich auf den Schreibprozess in all seinen unromantischen Facetten eingelassen und dabei einige überraschende Dinge über mich und das Schreiben gelernt.

1. Kritikpartner sind das A und O

Ich kann gar nicht genug betonen, wie essentiell Kritikpartner bei der Entstehung meines Romans waren. Ich hätte gar nicht erst mit ihm begonnen, wenn ich nicht an einem Seminar mit dem Titel „Work in Progress“ teilgenommen hätte. Dort hat jeder von uns an seinem eigenen Schreibprojekt gearbeitet, über das wir uns regelmäßig ausgetauscht haben. Die Kritik in diesem Seminar hat mir geholfen, meinen Schreibstil für dieses Buch zu finden. Nach dem Ende des Seminars habe ich meine eigene Schreibgruppe gegründet. Dort haben wir uns gegenseitig unsere Arbeit vorgelesen, kritisiert, Tipps gegeben und uns mit zahlreichen Plot-Problemen geholfen. Mein Buch würde ohne diese Gruppe wahrscheinlich immer noch in Kapitel Fünf feststecken.

Außerdem hat eine Freundin gewissenhaft und treu Kapitel um Kapitel meines Manuskripts gelesen und mir Feedback, Korrekturen und Anmerkungen gegeben. Ich habe dasselbe für ihre Bücher gemacht. Sie hat Fehler und Ungereimtheiten gefunden. Vor allem aber hat sie mich mit jede Menge Inspiration und Motivation versorgt. Sie hat immer an meine Geschichte geglaubt und mich dazu ermutigt weiterzuschreiben.

Es ist schwer, Motivation zu finden, wenn man alleine in seinem Zimmer sitzt und vor sich hin tippt. Noch viel schwerer ist es, auf diese Art besser zu werden. Denn wer etwas schreibt, das eines Tages von (möglichst vielen) Menschen gelesen werden soll, der darf keine Angst davor haben, seine Arbeit zu teilen, denn nur so lernt man. Kritik ist unverzichtbar. Ich glaube, der Grund, wieso ich diese Manuskript im Gegensatz zu den früheren durchgezogen habe, ist, dass ich Kritikpartner hatte, die mir geholfen haben und die mich auch in einer gewissen Hinsicht dazu verpflichtet haben weiterzuschreiben.

2. Erst beim Schreiben eines Romans zeigt sich, ob du ein Plotter oder ein Pantser bist

Als Plotter bezeichnen wir Schreiberlinge jemanden, der seine Geschichte zuerst durchplant, bevor er sie aufschreibt, während wir unter einem Pantser jemanden verstehen, der einfach drauflosschreibt. Mein früheres romantisches Schreiber-Ich fand nichts aufregender, als bei einer Kurzgeschichte einfach draufloszuschrieben und meiner (wie ich dachte: genialen) Kreativität freien Lauf zu lassen. Da ist auch nichts Schlimmes dran. Man kann es im Nachhinein ja immer noch überarbeiten.

Umso überraschter war ich, als sich beim Schreiben meines Romans herausgestellt hat, dass ich eigentlich ein Plotter bin. Ohne dass ich ein Kapitel und jede einzelne Szene darin zuerst bis ins Detail geplant hatte, konnte ich nicht schreiben. Wenn ich vorher anständig geplottet hatte, dann musste ich nun ja nur noch Worte finden, um den Plot zu Papier zu finden. Das war natürlich immer noch extrem schwer, doch für mich war es bereits eine Erleichterung, mir beim Schreiben nicht auch noch Gedanken darüber machen zu müssen, was in der Geschichte als Nächstes geschehen soll.

3. Dein Schreibstil wird sich ändern

Überraschung! Die Art und Weise, wie ich mit 20 geschrieben habe, war nicht so genial, wie ich dachte. Sie war vielmehr eine zufällige Mischung aus Stilen anderer Autoren, die ich bewunderte. Wir alle schauen uns was von den Autoren ab, die wir lesen. Das ist ganz normal und ohne das Lesen würden wir auch nie lernen zu schreiben. Trotzdem müssen wir uns früher oder später über dieses Imitieren erheben und unseren eigenen Stil finden. Und Mann, bei mir hat das wirklich gedauert.

Als ich kürzlich die allererste Szene, die ich je für meinen Roman geschrieben hatte, gelesen habe, habe ich weder meine Stimme noch meine Figuren wiedererkannt. Es war, als hätte das jemand anderes geschrieben, dabei war es nur eine frühere Version meiner selbst. Mittlerweile habe ich zum Glück meinen Stil für diesen Roman gefunden, auch wenn dieser ganz anders ist, als ich ihn mir ursprünglich vorgestellt hatte.

4. Deine Figuren und dein Plot haben eine Eigendynamik

Von dieser Eigendynamik sprechen Autoren ja schon lange, doch bevor ich selbst an einem Roman gearbeitet habe, wusste ich nie, was sie damit meinen. Wie können Figuren etwas tun, was der Autor (also ihr Schöpfer) nicht beabsichtigt? Ich glaube, dass das auch weniger mit Eigendynamik gemeint ist. Stattdessen geht es darum, dass die Geschichte, die man erzählt, am Ende ganz anders aussehen wird, als zu Anfang gedacht. Denn unsere ersten Ideen sind immer fehlerhaft.

Meine ursprüngliche Idee der Geschichte hat wenig mit dem Roman zu tun, den ich jetzt geschrieben habe. Sie befand sich sogar noch in einem anderen Genre. Das liegt nicht daran, dass meine Figuren plötzlich lebendig wurden und machten, was sie wollten, sondern daran, dass ich erkannt habe, dass die Geschichte, so wie ich sie geplant hatte, einfach nicht funktioniert. Beim Schreiben und beim Austausch mit Kritikpartnern lernt man einiges und das wirkt sich auch auf den Plot aus.

Was die Figuren betrifft, liegt die Eigendynamik darin, dass man als Autor nicht kontrollieren kann, wie diese letztlich bei den Lesern rüberkommen. Eine Figur, die für mich eine eher negative war und die ich auch entsprechend zeichnen wollte, ist nun die Lieblingsfigur meiner Kritikpartnerin. Sie hat sich vom Bösewicht zum inspirierenden Beinahe-Helden entwickelt, was ich wiederum irgendwie bezaubernd finde.

Schreibt ihr auch und habt vielleicht sogar schon einen Roman geschrieben?
Was habt ihr dabei gelernt?

 

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Willkommen bei der Bücherreisenden!

Schön, dass ihr über meinen neuen Schreib- und Buchblog Die Bücherreisende gestolpert seid. Ich bin eine Literaturbegeisterte Bald-Nicht-Mehr-Studentin in ihren Zwanzigern, die diesen kleinen Ort im Internet gegründet hat, um meine Liebe für das Lesen und Schreiben zu teilen, meine Kreativität auszuleben und natürlich viele gleichgesinnte Bücherverrückte kennenzulernen.

Wieso Die Bücherreisende?

Ihr könnt euch wahrscheinlich schon denken, dass ich selbst die Bücherreisende bin. Aber wieso nenne ich mich so? Was mache ich denn nun: lesen oder reisen? Die Antwort ist: beides. Denn Lesen bedeutet für mich auch immer die Möglichkeit, in andere Leben, in die Geschichten anderer (meist fiktionaler) Menschen und sogar in fremde Welten zu reisen. Ist das nicht das wirklich Wundervolle am Lesen? Durch das Lesen gelangen wir an Orte und in Situationen, die wir sonst nie erleben würden. Egal ob es das Weltall ist, eine fantastische Stadt, ein fremder Kontinent oder das Haus einer fiktionalen Familie– selbst wenn uns nicht die Grenzen der Realität davon abhalten würden, diese Dinge zu erkunden, würden wir doch niemals lang genug leben, um alles zu sehen und zu erfahren, was uns interessiert. Zum Glück gibt es Bücher, mit denen wir reisen können, ohne das heimische Sofa zu verlassen.

Was findet ihr auf diesem Blog?

Mein Blog teilt sich in zwei Kategorien, die ihr im Menü links aufrufen könnt: Unter Vom Bücherfreund findet ihr Rezensionen, Analysen, Listen, Challenges und sonstige Beiträge und Überlegungen zu all den Büchern, die ich leidenschaftlich verschlinge. Unter Vom Schreiberling wiederum gibt es Erfahrungsberichte von meiner eigenen Arbeit als angehende Romanautorin, Tipps und Tricks rund ums Schreiben, Erfolgsgeschichten, und mehr.

Welche Genres werde ich abdecken?

Ich lese Bücher aus ziemlich vielen Genres, am häufigsten allerdings Jugendliteratur, zeitgenössische Entwicklungs- und Gesellschaftsromane, Klassiker, Erotikliteratur, Non Fiction, Fantasy und Science Fiction. Auch für den ein oder anderen Liebesroman oder Thriller kann ich mich begeistern. Ich lese keine Krimis und auch zu brutale und/oder gruselige Bücher sind nicht so meins. Generell bin ich für Buchtipps aller Art offen, denn ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern, die ich noch nicht kenne – egal ob alt oder neu.

Außerdem bin ich nicht nur eine Buchbloggerin, sondern auch eine begeisterte Buchblog-Leserin. Wenn ihr also selbst einen Schreib- oder Buchblog habt, packt euren Link in die Kommentare und ich schaue gerne vorbei. Ich freue mich darauf, die Buchblog-Community besser kennenzulernen und meine literarische Begeisterung mit euch zu teilen!

Eure Bücherreisende

 

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