Welche Geschichte will ich erzählen?

Ich habe die letzten drei Jahre lang an ein und derselben Geschichte gearbeitet. Jetzt ist das Manuskript fertig und liegt Agenturen vor und ich habe Lust, ein neues Schreibprojekt zu beginnen. Doch das ist nicht so einfach, wie ich dachte.

Gleich nachdem ich mein fertiges Manuskript abgeschickt hatte, habe ich mich in das Erlernen des Drehbuchschreibens gestürzt, weil meine nächste Geschichte in Form eines Drehbuchs (und schließlich Films) zum Leben kommen sollte. Das Drehbuchschreiben ist absolut faszinierend! (Darüber gibt es vielleicht ein andermal noch einen Post.) Doch es ist meine Geschichte, an der ich zweifle. Der ganze Auslöser dieser Drehbuchprojekts war, dass ich eine Idee für eine Geschichte hatte, die ich gut fand und die sich nur als Drehbuch erzählen lassen kann. Ich denke nach wie vor, dass die Idee gut ist. Doch ich habe festgestellt, dass sie noch sehr viel Arbeit braucht. Und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich dafür die nötige Motivation habe.

Wenn ich einmal von einer Geschichte überzeugt bin (wie die für meinen Jugendroman), dann arbeite ich gerne permanent und recht diszipliniert daran, sie so gut wie möglich niederzuschreiben. Doch der Punkt ist: Ich muss für diese Story brennen. Im Fall der Drehbuchstory ist das einfach nicht der Fall. Deshalb muss ich mir die Frage stellen: Will ich wirklich zwei Jahre meines Lebens in eine Geschichte stecken, die mich nicht absolut vom Hocker reißt?

In meinem Kopf schwirren noch einige andere Ideen herum. Ein paar davon sind ziemlich alt. Teilweise habe ich bereits Kurzgeschichten dazu geschrieben, habe aber immer davon geträumt, mal ein komplettes Buch daraus zu machen, weil ich überzeugt bin, dass diese Geschichten so viel mehr hergeben könnten. Das Problem ist nur, dass diese Ideen von einer früheren Version meiner Selbst stammen. Sie drehen sich oft um Freundschaft, Sucht und psychische Probleme. Während ich nach wie vor ein großer Fan von Ersterem bin, beschäftige ich mich nicht mehr so gerne mit den beiden letzteren Themen. Ich befürchte, dass es mir nicht guttun würde, darüber zu schreiben. Ich lese nicht einmal mehr Bücher zu diesen Themen. Diese Ideen sind also im Moment auch keine Option.

Es bleibt eine Idee zurück, die ich schon seit Jahren habe und die mir jetzt permanent im Kopf herumgeistert. Das Problem hierbei ist, dass es bisher nur eine Idee ist, aber noch kein Plot. Trotzdem sagt mir meine Intuition, dass hier mein nächstes Schreibprojekt liegen könnte. Das macht mich nervös, weil es sich dabei um ein Genre handelt, indem ich noch ziemlich unerfahren bin und das extrem viel Recherchearbeit erfordert. Aber das ist okay. Denn das Wichtigste ist gegeben: Ich brenne für die Idee. Ich habe Lust, diese Story aufzuschreiben. Und, vielleicht am Wichtigsten: Ich würde dieses Buch gerne lesen. Das ist am Ende das Entscheidende für mich: Ich wünsche mir so sehr, dass ich ein Buch über diese Geschichte lesen könnte, aber es gibt es einfach noch nicht. Deshalb muss ich es wohl schreiben.

Wie entscheidet ihr, welche Geschichte ihr erzählen wollt? Ist das für euch auch so nervenaufreibend wie für mich? Ich würde mich riesig über Erfahrungsberichte freuen!

 

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Mein Manuskript ist fertig! Und was jetzt?

Hurra! Ich habe es geschafft! Ich habe ein komplettes Manuskript geschrieben, korrigiert, überarbeitet, nochmal überarbeitet, nochmal überarbeitet, noch mal korrigiert, etc. Schreiben ist schwer, doch leider ist die Arbeit noch lange nicht vorbei, wenn das Manuskript fertig ist. Denn jetzt beginnt erst der eigentliche Kampf: Das Manuskript zu veröffentlichen.

Mein Manuskript <3

Agenturen, Verlage oder Selfpublishing

Die erste Frage, die sich frischgebackene Romanautoren stellen müssen, ist, wie sie ihr Buch zu den Lesern bringen sollen. Heutzutage gibt es dafür viele Möglichkeiten. Für mich persönlich kommt Selfpublishing erst einmal nicht in Frage, denn das benötigt Geld, Zeit und jede Menge Energie, damit das Buch nicht in der Selfpublisher-Masse untergeht.

Lieber versuche ich, den klassischen Weg zu gehen und mein Buch in einem Verlag unterzubringen. Nun kann man sich direkt an die Verlage wenden, doch wie ich höre, nehmen große Verlage bevorzugt Autoren über Agenturen an. Außerdem ist so ein Agent, der sich um die Verlagssuche und alle Verhandlungsdinge kümmert, einfach praktisch.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, doch ich habe mich für den Weg über die Literaturagentur entschieden. Meinen letzten Sonntag habe ich deshalb damit verbracht, Agenturen zu recherchieren. Dabei beschränke ich mich selbstverständlich auf Agenturen, die mein Genre vertreten, schaue mir aber auch an, mit welchen Verlagen sie zusammenarbeiten, welche Autoren sie vertreten und wie sie sich online präsentieren. Außerdem ist es essentiell zu wissen, was zu einer Agenturbewerbung gehört – denn das kann sich von Agentur zu Agentur unterscheiden (vor allem was die Länge und Formatierung von Leseproben angeht).

Das Exposé

Das Exposé ist das Erste, das ein Agent oder Lektor liest. Es eine Zusammenfassung des kompletten Plots und es muss gut genug sein, damit der Agent/Lektor das Bedürfnis verspürt, in die Leseprobe zu schauen. Ich kämpfe gerade noch mit meinem Exposé. Denn obwohl das Exposé vor allem informieren soll, hätte ich auch gerne, dass das Exposé unterhält. Das Resultat dieser Herangehensweise ist leider zu lang geworden. Es ist kein Problem, mein Exposé zu kürzen, doch wenn alles, was nicht unbedingt genannt werden muss, wegfällt, dann verliert der Text an eben diesem Unterhaltungswert. Da meine drei Lieblingsagenturen unterschiedlich lange Exposés wollen, bin ich gerade dabei, verschiedene Versionen zu erstellen.

Die Leseprobe

Die Leseprobe ist glücklicherweise mit viel weniger Arbeit verbunden. Sie besteht aus den ersten 20-50 Seiten (je nach Agentur) des Manuskripts, also muss ich nur die entsprechenden Seiten in ein neues Dokument kopieren und eventuell die Formatierung anpassen. Ich habe die Leseprobe natürlich noch einmal Korrektur gelesen, doch da die ersten Kapitel diejenigen sind, die ich wirklich schon bis zum Umfallen gelesen und überarbeitet habe, waren erfreulich wenig Änderungen notwendig.

Neben der Leseprobe und dem Exposé verlangen die meisten Agenturen auch eine Kurzvita des Autors sowie eine Liste der bisherigen Veröffentlichungen. Letztere beschränkt sich bei mir leider auf ein paar Kurzgeschichten und Essays, doch jeder Autor muss immerhin irgendwo beginnen und ich beginne nun einmal mit diesem Debütroman.

Und was dann?

Wenn das Manuskript erst einmal auf dem Weg ist – was hoffentlich noch diesen Monat der Fall sein wird -, dann bleibt eigentlich nur warten und hoffen. Es kann mehrere Monate dauern, bis eine Agentur sich zurückmeldet. Absagen gibt es in den meisten Fällen keine. Wenn man nichts hört, dann wird das Buch nicht vertreten. Vor diesem Nervenkitzel graut es mir ein bisschen. Trotzdem werde ich sicher nicht die nächsten drei Monate damit verbringen, vor dem Briefkasten (oder dem E-Mail Account) zu sitzen und sehnsüchtig auf Antworten zu warten. Mein nächstes Schreibprojekt ist schon in Planung und ich freue mich darauf, damit zu beginnen. Denn der beste Weg, um über den Abschied eines Manuskripts hinwegzukommen, ist gleich mit dem nächsten zu beginnen.

Habt ihr bereits ein Manuskript bei Verlagen oder Agenturen eingereicht oder plant ihr es? Gerne könnt ihr mir von euren Erfahrungen erzählen!

 

 

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Top Ten Thursday 282: 10 empfehlenswerte Sachbücher

Ich freue mich immer, wenn Blogs sich auch mit Sachbüchern auseinandersetzen, denn ich lese gerne und viele Sachbücher und bin immer auf der Suche nach Büchern zu Themen, die mich faszinieren. Deshalb bin ich auch diese Woche wieder beim Top Ten Thursday dabei, denn das Thema der Woche ist: 10 empfehlenswerte Sachbücher. Die Bücher, die ich euch im Folgenden vorstelle, sind diejenigen, die mir spontan in den Sinn gekommen sind.

Habt ihr eines oder mehrere meiner TTT Bücher der Woche gelesen? Wie fandet ihr sie? Lasst mir einen Kommentar da – gerne auch mit dem Link zu eurer eigenen TTT-Liste, denn ich bin gespannt, welche Bücher ihr zusammengestellt habt!

1. Reality Hunger von David Shields

Reality Hunger war das erste Buch, das ich in meinem ersten Seminar im Master Deutsche Literatur gelesen habe. In dem Seminar ging es um Dokumentarliteratur (nach wie vor eines meiner liebsten Genres). Reality Hunger spricht unsere Sucht nach Medien, die sich als real ausgeben, an – egal ob es Reality Shows oder Autobiografien sind. Kennt ihr das, das ihr ein Buch oder einen Film gleich doppelt so ernst nehmt, wenn es am Anfang heißt: „Basiert auf realen Geschehnissen“? Genau das ist unser Reality Hunger. Die Idee ist, dass ein Werk irgendwie mehr recht hat zu existieren, weil es von realen Ereignissen handelt. Das kann man natürlich anzweifeln – ganz zu schweigen von der Frage, wie viel Realität in sogenannten „Reality Shows“ wirklich steckt.

Das Buch Reality Hunger ist an sich schon sehr ungewöhnlich und führt damit unsere Idee von Realität ad absurdum. Es gibt hunderte von Kapiteln, die nur einen Satz oder vielleicht mal ein paar kurze Abschnitte lang sind. Der Autor springt von Thema zu Thema und durchforstet dabei unsere komplette Gesellschaft. Das hat in meinem Seminar zu hitzigen Diskussionen geführt – denn das Buch provoziert sowohl inhaltlich als auch mit seinem Layout. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, auch weil ich den locken Stil David Shields genossen habe.

2. On Writing Well von William Zinsser

Wie ihr vielleicht wisst, schreibe ich gerne und bin ein Fan von Artikeln mit Tipps zum Schreiben. On Writing Well ist allerdings der einzige buchlange Schreibratgeber, den ich gelesen habe. Er handelt vom Schreiben von Non-Fiction Werken – seien es nun Reportagen oder eine Autobiografie. Besonders das Kapitel über die Autobiografie fand ich sehr spannend. Hängengeblieben ist bei mir unter anderem, dass eine Geschichte immer eine Struktur und eine Plotlogik haben muss – auch wenn sie auf dem wahren Leben basiert, das oft total chaotisch erscheint. Unser Leben hat vielleicht keinen Wendepunkt und Höhepunkt – aber das Buch darüber sollte dies trotzdem besitzen.

On Writing Well hat mir ebenfalls gut gefallen wegen William Zinssers Schreibstil und seiner Leidenschaft fürs Schreiben und Recherchieren. Er kann mich selbst mit einem Kapitel über Baseball begeistern, obwohl ich mich nicht weniger für Baseball interessieren könnte. Wer am Schreiben von Non-Fiction Texten interessiert ist, kann also einiges von William Zinsser lernen.

3. Das wilde Leben von Uschi Obermaier

Wo wir gerade von Autobiografien sprechen, darf natürlich auch eine Autobiografie in dieser Liste nicht fehlen. Ich hoffe zumindest, dass man Autobiografien zu den Sachbüchern zählt (laut Wikipedia gehören zumindest Biografien dazu). Lange war mein Lieblingsfilm Das wilde Leben über das Leben der 68er Ikone Uschi Obermaier. Später habe ich dann die gleichnamige Autobiografie gelesen und war absolut begeistert. Von ihrem Ausbruch aus der bayrischen Öde, über ihre Zeit in der Kommune 1 und ihre Affären mit Musikern wie Jimy Hendrix (den sie in dem Film unverständlicherweise weggelassen haben) und Keith Richards, bis hin zu ihrer Weltreise – Uschis Abenteuer haben mich fasziniert und zum Träumen angeregt.

4. Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels

Vor meinem Master der Deutschen Literatur habe ich im Bachelor Staatswissenschaften studiert mit den Schwerpunkten Soziologie und politische Theorie. Ich hatte zuerst als großen Schwerpunkt Politik, doch dann habe ich zur Soziologie gewechselt, weil ich erkannt habe, dass das einzige Feld der Politikwissenschaften, das mich wirklich interessiert, die politische Theorie ist. Zu Beginn meines Studiums hatte ich kein geringeres Ziel, als die perfekte Gesellschaftsform zu finden. Das habe ich natürlich nicht geschafft, aber trotzdem habe ich einiges gelernt und viele spannende Abende mit den Werken der großen politischen Theoretiker verbracht.

Marx und Engels waren wohl eher Wirtschaftstheoretiker, doch die Wirtschaft ist nun mal ein wichtiger Aspekt einer Gesellschaft. Das kommunistische Manifest (oder wie es eigentlich heißt: Manifest der kommunistischen Partei) habe ich mittlerweile sicher drei oder vier Mal gelesen. Ich habe es als Word Dokument auf meinem Computer und bei jedem Lesedurchgang unterstreiche und kommentiere ich, sodass das Dokument mittlerweile kunterbunt und ziemlich unübersichtlich ist. Ich habe auch Teile von Marx‘ Kapital gelesen, doch was ich am kommunistischen Manifest mag, ist dass es für die Allgemeinheit geschrieben ist. Im Gegensatz zum Kapital kann jeder das kommunistische Manifest verstehen. Es ist auch nicht besonders lang, deshalb würde ich jedem – unabhängig von ihrer oder seiner politischen Richtung – empfehlen, es einmal zu lesen. Denn noch heute baut so viel darauf auf.

5. Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau

Mein anderes Lieblingswerk aus meinem Studium der politischen Theorie ist Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Hierbei handelt es sich um ein komplettes Buch, doch auch dieses ist relativ gut verständlich. Rousseau beschäftigt sich mit der Entstehung von Eigentum und deren Konsequenzen und mit der Art und Weise, wie eine Gesellschaft organisiert werden kann. Auch wenn seine Ideen heute ziemlich utopisch wirken, können sie jede Menge Denkanstöße geben.

6. Das gelobte Land von Alexandra Pontzen und Axel Stähler (Hg.)

Ich weiß gar nicht, mit was das begonnen hat, aber letztes Jahr habe ich plötzlich ein riesiges Interesse für Israel entwickelt. Eine Weile war das nur so in meinem Hinterkopf, bis ich auf einem Bücherflohmarkt das Buch Das gelobte Land entdeckt habe (sowie eine Karte von Jerusalem). Im selben Semester hatte ich ein Seminar mit dem Titel „Niemandsländer“ (Länder, die niemandem oder mehreren gehören) und obwohl es darin nicht um Israel ging, dachte ich bei dem Thema sofort an den Gazastreifen und das Westjordanland. Deshalb habe ich eine Hausarbeit über Israel geschrieben (in der ich letztlich eher auf Ostjerusalem eingegangen bin).

Als Recherche habe ich als allererstes Das gelobte Land gelesen. Das Buch sammelt Texte über die israelische Geschichte von den alttestamentlichen Zeiten bis heute. Es ist extrem spannend (wenn auch nervenaufreibend und teils extrem frustrierend) und es hat mir einen guten Überblick über die Geschichte Israels gegeben. Die Hausarbeit über Israel ist bis heute meine liebste wissenschaftliche Arbeit, die ich je verfasst habe. Eines Tages hoffe ich, mal Jerusalem zu besuchen.

7. Wer schuf den Schöpfer von Ravi Zacharias und Norman Geisler

Wer schuf den Schöpfer habe ich in einer Zu-Verschenken-Box auf der Straße gefunden (wie so einige meiner Bücher) und es dieses Jahr gelesen. Es beantwortet kritische Fragen zum christlichen Glauben und geht dabei auf eine ganze Breite von Themen ein: Wissenschaft, Jesus, die Bibel, andere Religionen. Die Antworten sind meist recht wissenschaftlich gefasst, was mir gut gefallen hat. Sie stammen aber allesamt aus einer christlich-jüdischen Perspektive – das nur als kleine Warnung für atheistische Leser.

8. Wissenschaftliche Theorien in 30 Sekunden von Paul Parsons

Mein Mann (damals noch mein Freund) hat mir dieses Buch geschenkt. Er ist Naturwissenschaftler, während ich von solchen Themen recht wenig Ahnung habe. Tatsächlich stammt so ziemlich alles, was ich über Naturwissenschaft weiß, von meinem Mann. Doch dieses Buch hat mir einen guten Einstieg gegeben. Es geht dabei um wissenschaftlicher Theorien aller Art. Jede Theorie erhält eine Doppelseite. Dabei kann natürlich nicht auf die Einzelheiten eingegangen werden, aber zumindest weiß ich jetzt, worum es bei diesen Theorien überhaupt geht und habe einen Ansatzpunkt, falls ich mich tiefergehend mit ihnen beschäftigen möchte.

9. Die Kunst des Lügens von Simone Dietz

Letztes Jahr hatte ich ein extrem interessantes Blockseminar über Lügen in der Literatur. Dabei ging es um lügende Figuren und Erzähler bis hin zu der Frage, ob Fiktion nicht sowieso eine Lüge ist. Die Kunst des Lügens ist ein philosophisches Sachbuch über ebendie Frage, was Lügen eigentlich ist und was es nicht ist. Außerdem geht es sehr schön auf die Frage ein, ob Lügen immer eine verwerfliche Tat ist, oder ob es an sich ein neutraler moralischer Akt ist und erst die Intention bestimmt, ob das Lügen gut oder böse ist. Sehr spannend!

10. Die gestohlene Demokratie von Gabor Steingart

Es ist schon einige Jahre her, seit ich Die gestohlene Demokratie gelesen habe und ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal mehr wirklich, worum es geht. Doch ich erinnere mich noch gut daran, dass mich das Buch damals (das muss ungefähr 2010 gewesen sein) extrem beeindruckt hat. Ich denke, dass sich das Buch mit der Idee von mehr Basisdemokratie auseinandersetzt – eine Idee, mit denen sich auch heutige Leser wieder beschäftigen sollten. Das Buch steht noch bei meinen Eltern im Regal und ich denke, es ist an der Zeit, es mal wieder zur Hand zu nehmen.

 

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Für wen schreibt ihr?

Kaum etwas macht mich glücklicher, als jemanden zu treffen, der meine Leidenschaft fürs Schreiben teilt und mit dem ich mich über das Schreiben unterhalten kann. Denn Freundinnen und Bekannte, die ebenfalls schreiben, kennen die Herausforderungen und Ärgernisse dieses Hobbys/Wunschberufs und verstehen trotzdem, weshalb wir weiterschreiben müssen.

Dabei sind mir in der Vergangenheit zwei Typen von Hobbyautoren begegnet: Diejenigen, die schreiben, um zu schreiben und diejenigen, die schreiben, um veröffentlicht zu werden. Ich gehöre definitiv zu der letzteren Kategorie, denn mein Ziel ist es, ein Buch (oder drei oder zwanzig oder fünfzig) zu veröffentlichen. Ich liebe das Schreiben, aber ich schreibe, um gelesen zu werden. Denn Schreiben ist hart und wenn ich ehrlich bin, finde ich den Akt des Schreibens an sich furchtbar anstrengend (das Einzige, was ich genieße, ist, etwas durchzulesen, was ich gerade geschrieben habe). Ich weiß nicht, ob ich das nur für mich alleine tun würde.

Doch dieser Fokus auf das Veröffentlichtwerden ist gefährlich. Ich lese Schreibratgeber nach Schreibratgeber, bitte andere Schreiberlinge um Hilfe, bastele immer und immer wieder an meinem Buch, in der Hoffnung, dass es irgendwann publikationswürdig sein wird. Dabei ist es leicht, die Freude am Schreiben zu verlieren. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal geschrieben habe, einfach um zu schreiben.

Wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die allen voran für sich selbst schreiben, ist mir das erst einmal etwas fremd. Doch dann beginne ich, sie dafür zu beneiden, dass sie aus Spaß schreiben und sich nicht permanent darüber Gedanken machen, ob das jemals jemand lesen wird. Ich glaube, ich muss wieder lernen, zum Spaß zu schreiben.

Manche Menschen schreiben für sich selbst. Da stelle ich mir die Frage: Für wen schreibe ich eigentlich? Denn wenn man das Ziel verfolgt, veröffentlicht zu werden, macht man schnell den Fehler, für Verlage und Agenturen zu schreiben. Ich erwische mich oft dabei, dass ich mir anschaue, welche Autoren es geschafft haben, veröffentlicht zu werden, und daraus schlussfolgere, was die Verlage suchen.

Aber das ist Schwachsinn. Ja, ich hätte gerne einen Verlag, der mein Buch veröffentlicht. Doch ich schreibe nicht für Agenten, Lektoren und Verleger. Ich schreibe auch nicht für mich selbst. Ich schreibe für die Leser. In meinem Fall schreibe ich für Jugendliche. Wie oft zuvor haben die Verlage ein tolles Buch abgelehnt, dass dann auf einem anderen Weg zum Bestseller wurde (so zum Beispiel der großartige Sci Fi Roman Der Marsianer)? Klar, Verlagsmitarbeiter haben einen Überblick über die Nachfrage auf dem Buchmarkt, doch letztlich können sie nie wirklich wissen, was die Menschen zu diesem Zeitpunkt lesen möchten. Das wissen nur die Leser. Deshalb schreibe ich für sie.

 

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Wie erfindet man Menschen?

Ich habe ja bereits ein paar Einblicke in meinen Schreibprozess und Überarbeitungsprozess gegeben, aber heute möchte ich mich mit einer der wichtigste Aspekte eines Buchs beschäftigen: den Figuren. Für mich lebt und stirbt eine Geschichte mit ihren Figuren. Ich will über Figuren lesen, in die ich mich verliebe, die ich bewundere, die mich zum Lachen bringen, mit denen ich mich identifizieren kann, die mich faszinieren und vielleicht sogar ein paar, die ich hassen kann. Und natürlich möchte ich auch über ebensolche Figuren schreiben. Doch das ist gar nicht so einfach.

Bild von Jaqie Limanu , abgebildet ist meine Figur Rebecca

Ich muss zugeben, dass alle Figuren in meinem Roman mehr oder weniger stark auf Leuten beruhen, die ich tatsächlich kenne oder mal gekannt habe. Dadurch habe ich selbst ein ziemlich klares Bild von der entsprechenden Person im Kopf, doch es ist eine ganz andere Sache, diese dann mit nichts als Wörtern zum Leben zu bringen. Hinzu kommt, dass ich ihnen natürlich jede Menge Dinge andichte, die sie von ihren echten Vorlagen unterscheiden. Denn mein Buch soll spannender werden als die Realität, weshalb es Figuren braucht, die interessanter, schillernder, vielleicht auch extremer sind als reale Menschen. Ansonsten könnten wir uns ja einfach in ein Café setzen und den Gästen beim Leben zuschauen.

Manchmal muss ich allerdings erleben, dass Figuren ganz anders bei meinen Lesern (bisher nur meine Kritikpartnerin, die Mitglieder meiner Schreibgruppe und zwei, drei vertrauenswürdige Freunde) ankommen, als ich sie mir ausgedacht habe. So mögen zum Beispiel einige meiner Freunde meine Antagonistin, obwohl diese doch geschaffen wurde, um gehasst zu werden. Andersherum finden manche (inklusive mir selbst, um ehrlich zu sein) meine Protagonistin weniger sympathisch, als mir das lieb wäre. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Ich glaube, meine Figuren sind mir einfach so nah, dass ich sie nicht mehr für das sehen kann, was sie wirklich sind. Manchmal bemerkt eben jeder außer einem selbst, dass der beste Freund ein Arschloch ist, denn wir selbst können das nicht sehen, immerhin ist er unser bester Freund. Aber das ist okay. Beste Freunde können (in Maßen) auch mal Arschlöcher sein. Protagonisten können gehasst und Antagonisten geliebt werden. Hauptsache die Figuren rufen irgendwelche Emotionen bei den Lesern hervor.

Natürlich habe ich auch schon Geschichten geschrieben, deren Figuren vollkommen frei erfunden waren. Doch wenn ich diese später durchlese, stelle ich oft fest, dass sie doch irgendwie einem Menschen ähneln, der eine Rolle in meinem Leben spielt oder gespielt hat. Nicht selten sind sie auch verschiedene Versionen meiner Selbst. Ich glaube, so wie in Träumen angeblich alle Personen für einen Selbst stehen, ist es bis zu einem gewissen Grad auch bei den Figuren, die wir erfinden. Klar, ich bin kein Ex-Junkie/Ex-Häftling, der versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen, aber irgendwo in dieser Erfahrung finde ich mich selbst wieder, auch wenn ich es vielleicht nicht realisiere, während ich es schreibe.

Kann man überhaupt Menschen erfinden? Oder reproduzieren wir einfach nur ein und denselben Menschen immer und immer wieder mit diversen Modifikationen und Updates? Oder sind wir Menschen am Ende vielleicht doch irgendwie alle gleich, weshalb wir uns in Figuren wiederfinden, die ein vollkommen anderes Leben führen als wir selbst? Ich glaube zumindest, dass wir Menschen gewisse Grundbedürfnisse teilen (Sicherheit, Liebe, Anerkennung, etc.) und wenn wir diese bei einer Buchfigur wiedererkennen, können wir Sympathie und Empathie mit dieser haben und uns vielleicht sogar mit ihr identifizieren.

Wie ist eure Erfahrung mit Figuren beim Lesen oder Schreiben? Basiert ihr eure Figuren auf echten Leuten oder erfindet ihr sie komplett?

 

 

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Vom Traum, Schriftsteller zu werden

Ich habe einen Traum und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die diesen Traum hat: Schriftstellerin werden.

Schriftsteller zu werden ist nicht einfach und es macht es auch nicht einfacher, dass so viele Menschen davon träumen. Obwohl heute im Prinzip jeder als Selfpublisher ein Buch veröffentlichen kann, möchte ich den traditionellen Weg über Agenturen und Verlage gehen. Doch selbst wenn man von all den Hürden einer Veröffentlichung absieht, ist es bereits verdammt schwer, überhaupt ein Buch zu schreiben. Ein komplettes Buch zu schreiben ist an sich schon ungeheuer anstrengend, aber wenn es dann auch noch gut sein soll, werden die Erfolgschancen noch geringer.

Auch wenn ich erst vor ein paar Jahren wirklich begonnen habe, literarisch zu schreiben, träume ich bereits mein ganzes Leben lang davon, Schriftstellerin zu werden. Freunde, die mich schon mein halbes Leben lang kennen, bestätigen mir, dass das Schreiben das ist, was mich auszeichnet. Doch irgendwie habe ich das lange aus den Augen verloren. Jetzt, da ich meinen Uniabschluss in der Tasche habe und ernsthaft darüber nachdenken muss, was ich mit meinem Leben anstellen will, komme ich immer wieder an diesen einen Punkt: Ich will Bücher schreiben. Das ist das Einzige, was ich wirklich machen will.

Aber dann kommen wieder die Zweifel und Sorgen: Verschwende ich mein Leben, wenn ich diesem Traum hinterherrenne? Einem Traum, den Millionen von Menschen haben und den nur wenige je erreichen. Wieso sollte ich es schaffen? Vermutlich kennt jeder, der davon träumt, mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen, solche Sorgen. Wir wissen, dass wir es nicht alle schaffen werden. Wir wissen, wie schlecht unsere Chancen stehen. Und trotzdem hoffen wir, dass wir es sind, die es schaffen.

Es gehört viel dazu, erfolgreich als Schriftsteller zu werden. Das kann man an den Erfolgsstories von Autoren erkennen. In ihren Biografien spielt ein gutes Timing, die Fähigkeit, den Nerv der Zeit zu treffen, die Bekanntschaft mit den richtigen Leuten und eine große Portion Glück meistens eine nicht unerhebliche Rolle. Das sind alles Dinge, die wir nur bedingt kontrollieren können. Was mir aber noch mehr Sorgen bereitet, ist, dass ich auch bei dem einen Punkt versagen könnte, den ich tatsächlich kontrollieren kann: ein gutes Buch zu schreiben. Denn letztlich nutzt alles Glück der Welt nichts, wenn man nicht sein Handwerk beherrscht.

Irgendwann kommen wir Hobbyautoren an einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen: Wollen wir es bei unserer fröhlichen Freizeit-Schreiberei belassen oder wollen wir alles daransetzen, dass unser Werk auch gelesen wird? In den letzten Wochen ist mir klipp und klar geworden, dass ich Letzteres möchte. Auch wenn ich weiß, dass diese Entscheidung viele unangenehme Erfahrungen nach sich ziehen wird: erbitterte Kämpfe, schlaflose Nächte, Absagen, Niederlagen. Aber wenn ich wirklich meinen Traum verfolgen will, dann muss ich das alles in den Kauf nehmen. Und ich bin bereit dafür. In den letzten Wochen habe ich mich von ganzem Herzen dafür entschieden, Schriftstellerin zu werden. Seitdem schreibe ich in jeder freien Minute. Ich nähere mich dem Ende der Grobüberarbeitungen meines Romans und ich weiß, dass ich mein Manuskript, an dem ich jahrelang gearbeitet habe, in nicht allzu ferner Zukunft raus in die Welt schicken muss, auch wenn ich mich davor fürchte.

Wie ergeht es euch beim Schreiben? Träumt ihr davon, veröffentlicht zu werden? Teilt ihr meine Sorgen und Ängste? Und wieso macht ihr trotzdem weiter? Das würde mich wirklich interessieren!

 

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Fünf hilfreiche Blogposts übers Schreiben

Ich liebe es, mich in der Kunst des Schreibens fortzubilden. Deshalb lese ich regelmäßig Artikel darüber. Manche mögen anmerken, dass das die Kreativität behindert – und vielleicht stimmt das sogar. Ich schreibe schon sehr lange nicht mehr einfach drauf los. Schreiben ist für mich mittlerweile eher, wie ein Regal zu bauen und dabei der Anleitung zu folgen. Ich hoffe, dass mein Roman trotzdem origineller sein wird als ein Ikea Regal.

Wieso lese ich all diese Texte übers Schreiben? Einerseits, weil ich mich die meiste Zeit, während der ich schreibe, total verloren fühle, als hätte ich keine Ahnung, was ich da tue. Mich über die Kunst des Schreibens zu bilden, die Tipps und Tricks umzusetzen, hilft mir, etwas sicherer in meiner Arbeit zu werden. Andererseits finde ich kaum etwas motivierender, als über das Schreiben zu lesen. Finde ich einen guten Post übers Schreiben, möchte ich sofort alles ausprobieren, was der Artikel vorschlägt, mein Buch überarbeiten und die Schwachstellen finden. Das macht mir Spaß, auch wenn sich das jetzt vielleicht komisch anhört.

Falls es euch ähnlich ergeht wie mir und ihr euch ein bisschen Hilfe beim Schreiben wünscht, findet ihr im Folgenden fünf hilfreiche Texte übers Schreiben, die ich in aus den Tiefen des Internets ausgegraben habe.

1. How to create conflict in your story: 12 questions to consider von The Writing Kylie

Diesen Artikel habe ich, wie so viele inspirierende Dinge, auf Pinterest gefunden. (Hier geht es zu meinem Pinterest Profil.) Die 12 Fragen habe ich vorletztes Wochenende auf meinen Roman bezogen beantwortet und es hat mir sehr weitergeholfen. Jeder Schreibanfänger weiß, dass Konflikt das ist, was eine Geschichte vorantreibt, aber trotzdem ist es leicht, den Konflikt vor lauter Verliebtheit in unsere tollen Figuren und cleveren Handlungsstränge aus den Augen zu verlieren. Dieser Artikel hilft dabei, den Hauptkonflikt und seine Konsequenzen zu identifizieren und zu überlegen, wie man ihn noch dramatischer machen könnte. Denn was ist schon eine Story ohne Drama?

2. The 4 deadly mistakes fiction writers make von Ted Dekker

Ich muss zugeben, dass ich jeden einzelnen dieser Fehler zu einem gewissen Grad selbst gemacht habe. Der Artikel hat mir geholfen, mir dessen bewusst zu werden und nach Lösungen zu suchen. Die Fehler und die damit zusammenhängenden Tipps sind recht simpel. Es sind all diese Dinge, die wir schon mal gehört haben, aber trotzdem gerne ignorieren. Doch auch wenn der Titel klingt, als wäre dies ein Artikel über all das, was wir unerfahrene Schreiberlinge falsch machen, endet er extrem hoffnungsvoll. Der Abschnitt über den letzten Fehler und die optimistische Botschaft, die der Autor daraus zieht, war genau das, was ich brauchte.

3. How to self-edit: Tips to improve your manuscript, save time, and be a better writer von Sarah Barbour

Wie ihr wisst, bin ich gerade dabei, meinen Roman zu überarbeiten. Das ist ein langwieriger und anstrengender Prozess und ich bin dankbar für jede Hilfe, die ich dabei bekomme. Dieser Artikel geht die verschiedenen Stadien des Überarbeitens durch (ich bin noch bei den „Developmental Edits“, die sich auf den Inhalt beziehen) und gibt eine Anleitung, wie man dabei am besten vorgeht.

4. Battle of the book business: Publishing Cold War is ending von Kristen Lamb

Der Blog von Kristen Lamb ist der Einzige auf dieser Liste, den ich regelmäßig lese. Sie gibt immer gute Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen und ich mag ihren lockeren Schreibstil und die witzigen Memes, die sie in ihre Posts einfügt. Dieser Artikel ist allerdings keine Anleitung, sondern eine Analyse der Entwicklung auf dem Buchmarkt in den letzten Jahren. Es geht um die Konkurrenz zwischen herkömmlichen Buchhandlungen (vor allem die großen Ketten) und Amazon und wieso es für Schriftsteller wichtig ist, diese zu verfolgen. Der Text ist informativ und absolut faszinierend! Ich kann ihn nur jedem empfehlen, der sich für den Buchmarkt interessiert.

5. 3 ways to create a villain (who audiences want & heroes need) von David Villalva

Das ist kein Artikel, sondern eine super übersichtliche und spannende Infografik, auf die ich (Überraschung!) auf Pinterest gestoßen bin. Anhand der Beispiele Harry Potter und Lord Voldemort sowie Batman und der Joker erklärt die Grafik, wie Bösewichte die Helden perfekt ergänzen. Da ich selbst oft mit dem Bösewicht (oder Antagonist) meiner Geschichte hadere, fand ich diese Infografik hilfreich. Außerdem war sie für mich als Harry Potter Fan auch sehr unterhaltend.

Falls ihr selbst gute Artikel oder Blogs über das Schreiben kennt, lasst mir gerne eine Link in den Kommentaren.
Ich bin immer auf der Suche nach Texten übers Schreiben.

 

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Wie ich meinen Roman überarbeite

Wie ich bereits berichtet habe, habe ich Anfang des Jahres die erste Version meines ersten Romans fertig geschrieben. Hurra! Leider bedeutete das, dass ich nun in der Phase des Überarbeitens angekommen bin. Beim Überarbeiten meines Romans kombiniere ich Methoden, von denen ich gelesen oder gehört habe, mit dem, was für mich persönlich am besten funktioniert. Dabei bin ich weit davon entfernt, die perfekte Überarbeitungs-Strategie gefunden zu haben. Ich stolpere viel eher irgendwie vorwärts und hoffe, dass dieser langwierige Prozess mein Buch eines Tages so weit bringen wird, dass es veröffentlicht und gelesen wird.

Überarbeiten während dem Schreiben

Für mich beginnt das Überarbeiten während dem Schreiben. Ich kann nicht – wie das manche Autoren tuen – das komplette erste Manuskript fertig schreiben, ohne bereits immer wieder über das Geschriebene zu lesen und es zu überarbeiten. Das liegt einerseits daran, dass der Gedanke, dass da ein paar nicht korrigierte Kapitel auf meinem PC liegen, mich um den Schlaf bringt, andererseits daran, dass ich Pausen vom Schreiben brauche. Ich finde Schreiben furchtbar anstrengend. Die Freude liegt darin, das Geschriebene zu lesen und daran herumzubasteln.

Mein Schreibprozess sah deshalb folgendermaßen aus: Ein Kapitel plotten, das Kapitel schreien, das Kapitel korrigieren, das Kapitel an meine Kritikpartnerin schicken, ihre Korrekturen und Anmerkungen übernehmen, noch einmal Korrekturlesen, schwierige Szenen in meiner Schreibgruppe vorlesen, die Kritik der Mitglieder der Schreibgruppe umsetzen, noch einmal Korrekturlesen. Und so ging das Kapitel um Kapitel. Das bedeutet, dass ich den Roman, noch bevor ich ihn fertig geschrieben hatte, im Prinzip schon mehrere Mal überarbeitet hatte.

Überarbeiten nach dem Schreiben

Das habe ich nun glücklicherweise hinter mir. Trotzdem haben ich und mein Roman noch immer einen langen Weg vor uns. Denn nun geht es ans Eingemachte. Angeregt von den Kommentaren der Kritikpartnerin und den Mitgliedern der Schreibgruppe sowie von meinen eigenen Überlegungen habe ich während dem Schreibprozess eine Liste von nötigen Änderungen angelegt. Diese umfasst Kleinigkeiten, wie die Verwendung von Markennamen oder Ticks der Figuren zu begrenzen oder erweitern, aber auch größere Aktionen, wie Backstorys zu erfinden, logische Lücken zu schließen, Figuren sympathischer zu machen, etc. Die Liste ist überwältigend und muss nun abgearbeitet werden.

Dafür habe ich den Roman in Abschnitte eingeteilt, die ich einen nach dem anderen überarbeite. Diese Abschnitte gehören thematisch zusammen und können eins bis drei Kapitel umfassen. Gerade habe ich die Überarbeitung am zweiten Abschnitt (Kapitel 2-4) beendet, was ungefähr einen Monat gedauert hat. Als erstes lese ich den Abschnitt und erstelle eine Liste der Szenen. Hinter jede Szene schreibe ich Änderungsideen. Als Nächstes geht es daran, die geplanten Änderungen umzusetzen. Das ist eine langwierige und mühselige Arbeit. Währenddessen notiere ich mir außerdem einige Dinge: Inhalt (Hauptplot und Nebenplot), gute Formulierungen, Beschreibungen der Figuren und mehr. Das hilft mir, Ungereimtheiten oder Wiederholungen zu finden. Außerdem wird es mir später beim Verfassen des Exposés hoffentlich nützlich sein. Wenn ich dann (endlich) alles umgesetzt habe, lese ich den Abschnitt noch einmal, um sicher zu gehen, dass ich nicht irgendetwas total verdreht habe.

Damit werde ich wohl noch eine ganze Weile beschäftigt sein. Nach dieser Überarbeitungsphase habe ich vor, den kompletten Roman noch einmal Korrektur zu lesen und noch einmal einfach so zu lesen, um zu sehen, ob er überhaupt noch Spaß macht. Außerdem möchte ich den ersten drei Kapiteln noch mehr Aufmerksamkeit widmen, da diese die Leseprobe werden sollen. Zusätzlich hoffe ich, dass entweder das ganze Buch oder aber zumindest die ersten drei Kapitel noch einmal sowohl von einer Person gelesen werden, die Ahnung von Literatur hat (also eventuell eine professionelle Lektorin), als auch von ein paar Menschen aus meiner Zielgruppe (Jugendliche). Dies wird natürlich weitere Korrekturen und Änderungen nach sich ziehen.

Wenn ich auf meinen Überarbeitungs-Prozess schaue, dann kommt es mir oft vor, als würde er nie ein Ende finden. Doch ich dachte dasselbe über meinen Schreibprozess, als ich begonnen habe. Ich schreibe sporadisch und mit Pausen seit meiner Kindheit, doch ich habe noch nie einen Roman veröffentlicht. Es ist mein größter Traum. Ich bin froh über meine Liebe zum Schreiben, auch wenn sie mich manchmal verzweifeln lässt. Trotzdem glaube ich nicht wirklich an Talent und Genialität. Ich glaube an harte Arbeit und Disziplin.

Wie überarbeitet ihr eure Buchprojekte, Kurzgeschichten, Lyrik etc.? Ich freue mich über Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

 

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Inspiration für Schreiberlinge: Die Erfolgsstory von Andy Weir

Schreiben ist schwer. Da sind sich angehende und bereits veröffentlichte Autoren einig. Aber wisst ihr, was noch schwerer ist? Das eigene Buch an den Mann zu bringen. Auch wenn heutzutage jeder ein selbstverlegter Autor werden kann, liegt die wahre Herausforderung darin, dass euer Buch gekauft und gelesen wird. Deshalb träumen viele Schriftsteller (ich eingeschlossen) davon, den herkömmlichen Weg zu gehen: Eine Agentur und einen Verlag zu finden, die sich um alles kümmern. Doch leider bleibt dieser Weg für viele ein Traum. Das kann enorm frustrieren und entmutigen. Deshalb bin ich ein Fan von Erfolgsgeschichten von Autoren, die es ebenso schwer hatten wie wir, bevor sie (mega-)erfolgreich wurden.

Eine meiner liebsten Erfolgsstorys ist die von Andy Weir. Da der Autor gerade sein neues Buch Artemis herausgebracht hat, nutze ich die Gelegenheit, seine unglaubliche und inspirierende Story zu teilen und dem einen oder anderem Schreiberling damit hoffentlich die Motivation zu schenken, trotz aller Zweifel und Ängste weiterzumachen

Zuerst muss ich festhalten, dass Andy Weir zwar als Kind davon geträumt hat, Autor zu werden, aber diesen brotlosen Beruf nie wirklich in Erwägung gezogen hat. Stattdessen wurde er Programmierer. Sein Lebensunterhalt hing also nicht vom Schreiben ab. Nebenbei schrieb er allerdings seit Jahren Geschichten, die er auf seiner Homepage teilte. Es gab eine Zeit in seinem Leben, in der er versuchte, seinen Traum zu verwirklichen. Er gab seinen Job auf und konzentrierte sich drei Jahre lang darauf, verlegt zu werden. Nachdem dieser Versuch kläglich scheiterte, nahm er seinen alten Beruf wieder auf und begann zu akzeptieren, dass das Schreiben für ihn nichts weiter als ein Hobby sein würde.

Eine seiner Geschichten war Der Marsianer. Drei Jahre lang schrieb Andy Weir an dem Roman und veröffentlichte in regelmäßigen Abständen Kapitel um Kapitel kostenlos auf seiner Homepage. Er hatte schon viele Geschichten geschrieben und online gestellt, doch bei Der Marsianer war plötzlich alles anders. Diese Geschichte fand schnell sehr viele Leser. Nach einer Weile waren die es leid, über die Homepage zu lesen und forderten, dass Der Marsianer als E-Book erhältlich sein sollte. Da man bei Amazon für ein E-Book mindestens 99 Cent verlangen musste (was exakt der Preis von Der Marsianer war), verdiente Andy Weir bald Geld mit seinem Hobby. Leute kauften das Buch massenhaft und es landete auf der Amazon Bestsellerliste.

Danach geschah alles ganz schnell: Als erstes kam der Hörbuchverlag, dann ein Agent und dann zeitgleich ein Vertrag mit Fox Studios über die Filmrechte für Der Marsianer und mit Random House über eine Printversion. Andy Weir, derselbe Autor, der jahrelang vergeblich versucht hatte, einen Agenten zu finden, war nun so gefragt, dass die Agenten, Verlage und selbst Filmstudios ihm hinterherliefen. Lange war Der Marsianer kostenlos auf der Homepage oder aber für 99 Cent auf Amazon verfügbar gewesen – jetzt wurde es nicht nur verlegt, sondern auch gleich in einen Hollywood Blockbuster verwandelt mit Ridley Scott als Regisseur und Matt Damon in der Hauptrolle. Wenn das mal keine Erfolgsstory ist!

Mich inspiriert diese Geschichte ungemein. Sie beweist, dass es letztlich immer noch die Leser sind, die wir als Schriftsteller überzeugen müssen und nicht die Agenturen und Verlage. Wie wir das schaffen? Wir schreiben das beste Buch, dass uns möglich ist. Der Marsianer wurde sehr schnell sehr erfolgreich, weil es etwas geliefert hat, was sich die Leser wünschten, auch wenn die Buchbranche es nicht erkennen konnte: technisch detailliertes Science Fiction. Auch wenn ihr in einem anderen Genre schreibt, solltet ihr euch darauf konzentrieren, etwas zu kreieren, das die Leser begeistert. Habt ihr das geschafft, dann könnt ihr euch immer noch Gedanken darüber machen, wie ihr das Buch nun veröffentlichen wollt – egal ob ihr eure Glück bei Agenturen und Verlagen versucht oder es selbst verlegt. Gebt nicht auf! Immerhin könntet ihr der nächste Andy Weir werden.

 

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Was ich gelernt habe, während ich meinen ersten Roman geschrieben habe

Ich bin nicht nur begeistert vom Lesen, sondern auch vom Schreiben. Ich schreibe seit ich 11 Jahre alt bin. Dabei habe ich mich schon das ein oder andere Mal daran gewagt, ein Buch zu schreiben, doch habe immer früher oder später aufgegeben. Erst jetzt habe ich endlich die erste Version meines ersten Romans beendet. Ich habe ganze zwei Jahre daran gearbeitet und er ist noch Lichtjahre davon entfernt, perfekt zu sein. Im Moment bin ich in der mindestens genauso anstrengenden Phase der Überarbeitung, bevor ich mein Glück bei Agenturen und Verlagen versuchen kann.

Trotzdem fühlt es sich gut an, die erste Version fertiggeschrieben zu haben. Mein Manuskript ist wirklich wie mein Baby, auch wenn es teilweise eine schwere Geburt war. Ich hätte es nie soweit geschafft, wenn ich stur auf meine früheren romantischen Ideen vom Schreiben beharrt hätte. Dann wäre dieses Manuskript wie so viele zuvor in den Tiefen meiner Festplatte verschwunden. Stattdessen habe ich mich auf den Schreibprozess in all seinen unromantischen Facetten eingelassen und dabei einige überraschende Dinge über mich und das Schreiben gelernt.

1. Kritikpartner sind das A und O

Ich kann gar nicht genug betonen, wie essentiell Kritikpartner bei der Entstehung meines Romans waren. Ich hätte gar nicht erst mit ihm begonnen, wenn ich nicht an einem Seminar mit dem Titel „Work in Progress“ teilgenommen hätte. Dort hat jeder von uns an seinem eigenen Schreibprojekt gearbeitet, über das wir uns regelmäßig ausgetauscht haben. Die Kritik in diesem Seminar hat mir geholfen, meinen Schreibstil für dieses Buch zu finden. Nach dem Ende des Seminars habe ich meine eigene Schreibgruppe gegründet. Dort haben wir uns gegenseitig unsere Arbeit vorgelesen, kritisiert, Tipps gegeben und uns mit zahlreichen Plot-Problemen geholfen. Mein Buch würde ohne diese Gruppe wahrscheinlich immer noch in Kapitel Fünf feststecken.

Außerdem hat eine Freundin gewissenhaft und treu Kapitel um Kapitel meines Manuskripts gelesen und mir Feedback, Korrekturen und Anmerkungen gegeben. Ich habe dasselbe für ihre Bücher gemacht. Sie hat Fehler und Ungereimtheiten gefunden. Vor allem aber hat sie mich mit jede Menge Inspiration und Motivation versorgt. Sie hat immer an meine Geschichte geglaubt und mich dazu ermutigt weiterzuschreiben.

Es ist schwer, Motivation zu finden, wenn man alleine in seinem Zimmer sitzt und vor sich hin tippt. Noch viel schwerer ist es, auf diese Art besser zu werden. Denn wer etwas schreibt, das eines Tages von (möglichst vielen) Menschen gelesen werden soll, der darf keine Angst davor haben, seine Arbeit zu teilen, denn nur so lernt man. Kritik ist unverzichtbar. Ich glaube, der Grund, wieso ich diese Manuskript im Gegensatz zu den früheren durchgezogen habe, ist, dass ich Kritikpartner hatte, die mir geholfen haben und die mich auch in einer gewissen Hinsicht dazu verpflichtet haben weiterzuschreiben.

2. Erst beim Schreiben eines Romans zeigt sich, ob du ein Plotter oder ein Pantser bist

Als Plotter bezeichnen wir Schreiberlinge jemanden, der seine Geschichte zuerst durchplant, bevor er sie aufschreibt, während wir unter einem Pantser jemanden verstehen, der einfach drauflosschreibt. Mein früheres romantisches Schreiber-Ich fand nichts aufregender, als bei einer Kurzgeschichte einfach draufloszuschrieben und meiner (wie ich dachte: genialen) Kreativität freien Lauf zu lassen. Da ist auch nichts Schlimmes dran. Man kann es im Nachhinein ja immer noch überarbeiten.

Umso überraschter war ich, als sich beim Schreiben meines Romans herausgestellt hat, dass ich eigentlich ein Plotter bin. Ohne dass ich ein Kapitel und jede einzelne Szene darin zuerst bis ins Detail geplant hatte, konnte ich nicht schreiben. Wenn ich vorher anständig geplottet hatte, dann musste ich nun ja nur noch Worte finden, um den Plot zu Papier zu finden. Das war natürlich immer noch extrem schwer, doch für mich war es bereits eine Erleichterung, mir beim Schreiben nicht auch noch Gedanken darüber machen zu müssen, was in der Geschichte als Nächstes geschehen soll.

3. Dein Schreibstil wird sich ändern

Überraschung! Die Art und Weise, wie ich mit 20 geschrieben habe, war nicht so genial, wie ich dachte. Sie war vielmehr eine zufällige Mischung aus Stilen anderer Autoren, die ich bewunderte. Wir alle schauen uns was von den Autoren ab, die wir lesen. Das ist ganz normal und ohne das Lesen würden wir auch nie lernen zu schreiben. Trotzdem müssen wir uns früher oder später über dieses Imitieren erheben und unseren eigenen Stil finden. Und Mann, bei mir hat das wirklich gedauert.

Als ich kürzlich die allererste Szene, die ich je für meinen Roman geschrieben hatte, gelesen habe, habe ich weder meine Stimme noch meine Figuren wiedererkannt. Es war, als hätte das jemand anderes geschrieben, dabei war es nur eine frühere Version meiner selbst. Mittlerweile habe ich zum Glück meinen Stil für diesen Roman gefunden, auch wenn dieser ganz anders ist, als ich ihn mir ursprünglich vorgestellt hatte.

4. Deine Figuren und dein Plot haben eine Eigendynamik

Von dieser Eigendynamik sprechen Autoren ja schon lange, doch bevor ich selbst an einem Roman gearbeitet habe, wusste ich nie, was sie damit meinen. Wie können Figuren etwas tun, was der Autor (also ihr Schöpfer) nicht beabsichtigt? Ich glaube, dass das auch weniger mit Eigendynamik gemeint ist. Stattdessen geht es darum, dass die Geschichte, die man erzählt, am Ende ganz anders aussehen wird, als zu Anfang gedacht. Denn unsere ersten Ideen sind immer fehlerhaft.

Meine ursprüngliche Idee der Geschichte hat wenig mit dem Roman zu tun, den ich jetzt geschrieben habe. Sie befand sich sogar noch in einem anderen Genre. Das liegt nicht daran, dass meine Figuren plötzlich lebendig wurden und machten, was sie wollten, sondern daran, dass ich erkannt habe, dass die Geschichte, so wie ich sie geplant hatte, einfach nicht funktioniert. Beim Schreiben und beim Austausch mit Kritikpartnern lernt man einiges und das wirkt sich auch auf den Plot aus.

Was die Figuren betrifft, liegt die Eigendynamik darin, dass man als Autor nicht kontrollieren kann, wie diese letztlich bei den Lesern rüberkommen. Eine Figur, die für mich eine eher negative war und die ich auch entsprechend zeichnen wollte, ist nun die Lieblingsfigur meiner Kritikpartnerin. Sie hat sich vom Bösewicht zum inspirierenden Beinahe-Helden entwickelt, was ich wiederum irgendwie bezaubernd finde.

Schreibt ihr auch und habt vielleicht sogar schon einen Roman geschrieben?
Was habt ihr dabei gelernt?

 

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