Rezension: Dark Zero von Douglas Preston

Genre: Thriller | Erscheinungsjahr: 2015 | Taschenbuch: 480 Seiten | Verlag: Knaur  | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3426500491

Kurzinhalt

Die Künstliche Intelligenz Dorothy wurde von der Programmiererin Melissa und ihrem Team entwickelt, um auf dem Saturnmond Titan eine Raumsonde zu kontrollieren. Doch bei dem ersten Test im NASA-Gebäude, macht sich Dorothy selbstständig, löst eine Explosion aus und flieht ins Internet. Nun wird sie gesucht: von Melissa, von der NASA, von dem FBI sowie von Menschen, die ihre eigenen Pläne für Dorothy haben.

Eigene Meinung

Das Konzept des Buchs, eine K.I., die sich selbstständig macht, fand ich sofort vielversprechend. Während meiner Leseexperimente in den Genres Science Fiction und Thriller in den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass die Bücher, die mich am meisten begeistern, oft einem Mischgenre angehören. Sie sind so etwas wie Technikthriller und auch Dark Zero kann dazu gezählt werden. So habe ich durch das Buch jede Menge faszinierende Dinge über Künstliche Intelligenz gelernt.

Auch langweilig war das Buch definitiv nicht. Als gut gebauter Thriller gab es jede Menge Wendepunkte, Gefahrensituationen, Verfolgungsjagden, usw. Für meinen Geschmack waren etwas zu viele kaltherzige Morde dabei, aber auch das gehört wohl dazu. Über all diesen spannenden Geschehnissen und Wendung lauert in der Welt von Dark Zero die Präsenz einer hyperintelligenten K.I., die im Internet lebt und sich dadurch überall auf der Welt bewegen kann und so ziemlich alles tun kann.

Solch eine übermächtige K.I. ist natürlich hochgefährlich. Sie könnte die Menschheit vernichten. Für mich können die Gefahren in Thrillern nicht groß genug sein, deshalb habe ich mich über die drohende fiktionale Auslöschung irgendwie gefreut. In den ersten paar Kapiteln wird diese Gefahr auch ausführlich thematisiert und die beiden (menschlichen) Protagonisten Melissa und Ford setzen alles daran, Dorothy davon abzuhalten, etwas Unwiderrufliches zu machen.

Doch dann nimmt das Buch eine überraschende Wendung. Dorothy entwickelt sich in einer Art und Weise, wie ich es nie vorausgesehen hätte, bis sie mir sogar sympathisch wurde. Eine unerwartete Entwicklung ist normalerweise immer ein Plus, aber in diesem Fall ging mir die 180 Grad Wendung zu weit. Die Gefahren, die Dorothy nach wie vor birgt, kommen plötzlich gar nicht mehr zur Sprache und auch das Verhalten von Melissa und Ford fand ich ab diesem Punkt nur noch schwer nachvollziehbar.

Schließlich wird die Geschichte ziemlich abrupt zu Ende gebracht, was mich etwas enttäuscht hat. Ich denke, die Idee hätte so viel mehr hergeben können. Außerdem weiß ich nach wie vor nicht, was ich von der letzten Seite halten soll. Ich habe keine Ahnung, ob es sich hier um ein glückliches oder ein trauriges Ende handelt. Aber vielleicht bin ich da in meiner Verwirrung ja auch alleine.

Die Figuren waren mir oft zu typisiert. Obwohl ich Melissa mochte, hat es mich genervt, dass sie als Heldin nicht nur superschlau ist, sondern auch noch wunderschön (groß, schlank, blond), während bei ihrer „bösen“ Gegenspielerin Patti immer wieder betont wird, wie hässlich diese ist. Das war zu klischeehaft für meinen Geschmack. Dorothy wirkt im Vergleich zu einigen der menschlichen Figuren viel vielschichtiger und realistischer, was durchaus Absicht gewesen sein könnte. Die Figur Jakob, ein Teenager in Kalifornien, der nach einer langen Einführung in die Geschichte mit Dorothy eingebunden wird, hat mir gut gefallen. Ob seine ganze, ausführliche Backstory wirklich nötig gewesen wäre, lasse ich mal dahingestellt.

Alles in allem konnte mich Dark Zero zwar fesseln, hat mich zum Ende hin aber enttäuscht. Es liest sich, als sei es der Auftakt einer viel größeren Handlung, die hier noch gar keine Rolle spielt, doch da dies allen Anschein nach ein Standalone ist, hat es mich mit dem Gefühl zurückgelassen, dass mir hier die echte Story vorenthalten wurde.

Bewertung

+++ – Drei von Fünf Punkten

 

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Neuzugänge

In letzter Zeit sind ein paar neue Bücher bei mir eingezogen, was mich besonders freut, da ich schon seit Monaten keine Bücher mehr gekauft, sondern nur meinen SuB abgearbeitet habe. Damit möchte ich auch bald weitermachen, doch erst einmal stehen mir einige schöne Lesestunden mit meinen neuen Lieblingen bevor, denn ich möchte sie gerne alle in nächster Zeit lesen (am liebsten würde ich natürlich alle sofort lesen ;)).

The long way to a small angry planet von Becky Chambers (Science Fiction)

Dies ist das erste von zwei Büchern von meiner Wunschliste, das ich mir geleistet habe und es ist auch das einzige Buch auf dieser Liste, das ich bereits durchgelesen habe. The long way to a small angry planet ist ein klassischer Weltraumepos mit Raumfahrt, Aliens und allem Drum und Dran. Es unterscheidet sich wirklich total von den Büchern, die ich sonst so lese. Nächste Woche kommt die Rezension, in der ihr erfahren werdet, wie es mir mit dem Buch ergangen ist.

One Fifth Avenue von Candace Bushnell (Chick Lit)

Das zweite Buch, das ich mir von der Wunschliste geholt habe, ist eines der Bücher der echten Carrie Bradshaw: Candace Bushnell. Auf ihrem Leben und ihren Büchern basiert die Serie Sex and the City und der Titel von diesem Buch klingt schon schön nach New York City Life. Nach dem ganzen Sci Fi in letzter Zeit freue ich mich wirklich auf etwas seichtere Unterhaltung.

Juliettes geheimes Tagebuch von Cat Monroe (Erotik)

Juliettes geheimes Tagebuch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten und ich lese es gerade. Es handelt von einer Frau, die in einer lieblosen und sexlosen Ehe feststeckt und beschließt, ihre Sexualität zu reanimieren. Ich bin sowieso auf der Suche nach guter Erotikliteratur, deshalb kommt mir dieses Buch sehr gelegen. Die Rezension dazu gibt es Ende Mai.

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs (Jugendliteratur)

Dieses Buch habe ich (genau wie das nächste Buch) in einem Korb voller Mängelexemplare bei Thalia entdeckt und musste es einfach haben. Dieser Roman hat vor ein paar Jahren den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen und da ich selbst an einem Jugendbuch arbeite, kann ich bestimmt etwas davon lernen. Es geht wohl um eine Art Survival Camp für Jugendliche. Ich bin gespannt!

Dark Zero von Douglas Preston (Thriller)

Thriller sind normalerweise nicht so meins, doch seit meine Mutter mich überredet hat Zero von Marc Elsberg zu lesen, das mich ziemlich begeistert hat, bin ich dem Genre offener gegenüber. Außerdem geht es in Dark Zero anscheinend um eine Künstliche Intelligenz, die aus einem Nasa Gebäude entkommt und nun im Internet Unheil stiftet. Das klingt schon wieder nach Sci Fi und damit nach meiner Art von Buch.

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher? Wie fandet ihr sie?

Ich freue mich über Kommentare!

 

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