Lieblingsbücher Special: Harry Potter von J. K. Rowling

Weiter geht es mit der Blogserie zu den Büchern aus meinem Lieblingsbücherregal. (Den ersten Beitrag zu meinem absoluten Lieblingsbuch findet ihr hier.) Dieses Jahr feiern die Harry Potter Bücher ihr 20-jähriges Jubiläum, weshalb zu meiner großen Freude viele Blogger in Posts ihre Liebe zu dieser Buchreihe bekunden. Solche Beiträge lese ich immer total gerne, denn ich teile die Harry Potter Nostalgie zu 100 Prozent!

Ich bin, wie die meisten meiner Generation (Y nennt man sie, glaube ich), mit Harry Potter aufgewachsen. Die ersten drei Bücher haben mir noch meine Mutter und Oma vorgelesen (im Fall meiner Oma, die absolut kein Englisch kann, mit den lustigsten Aussprachen der Namen und Häuser). Ab Der Feuerkelch habe ich die Bücher dann selbst gelesen, doch es blieb lange eine Tradition meiner Mutter und mir, uns im Urlaub gegenseitig Harry Potter vorzulesen. Ich habe schöne Erinnerungen an Lesestunde mit meiner Mutter an diversen Stränden oder in Hotelzimmern. Ab dem fünften Teil habe ich die Bücher auch auf Englisch gelesen, weil ich einfach nicht warten wollte, bis sie auf Deutsch erscheinen. Den siebten Teil habe ich tatsächlich bis heute noch nie auf Deutsch gelesen, auch wenn ich später gemerkt habe, dass mein Englisch wohl doch nicht gut genug war, um Missverständnisse zu vermeiden (z.B. dachte ich jahrelang, dass es sich bei dem Gegenstand von R.A.B., auf Englisch „locket“, um eine Locke handele xD).

Ich war stets ein paar Jahre jünger als Harry, doch trotzdem habe ich das Gefühl, als seien wir zusammen großgeworden. Harrys erste Freunde, erste Abenteuer, erste Niederlagen, seine erste Liebe – ich konnte mich stets in Harrys Erfahrungen wiederfinden, auch wenn ich natürlich nicht gegen einen dunklen Magier kämpfen musste. Vor allem im fünften Band habe ich mich stark mit Harry identifiziert, später vermutlich noch mehr als beim ersten Lesen. Ich habe mich mit Harry darüber aufgeregt, dass ihn die Erwachsenen wie ein Kind behandeln, obwohl er allen schon zum wiederholten Male das Leben gerettet hat. Habe mich geärgert, dass ihm die wichtigen Infos vorenthalten werden (Stichwort „Dumbledore“), obwohl er ein Recht darauf hatte, sie zu erfahren. Denn genau wie Harry habe ich mich oft missverstanden und nicht ernst genommen gefühlt. Harry Potter hat mir gezeigt, dass man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann, selbst wenn es so scheint, als sei alles schon vorbestimmt. Er hat mir gezeigt, dass man ein Held sein kann, auch wenn man noch ein Kind oder Teenager ist. Ich finde nach wie vor, dass Harry Potter selbst eine der unterschätztesten Figuren in den Harry Potter Büchern ist, die immerhin sogar nach ihm benannt wurden.

Doch meine Lieblingsfigur war immer Sirius Black. Seit er das erste Mal auftauchte und vor allem nachdem wir nach und nach mehr über seine Backstory erfahren haben, war ich absolut fasziniert von ihm. Er ist der ultimative tragische Held. Er verkörpert Mut, Risikoliebe, Leichtsinnigkeit, aber auch Loyalität, Freundschaft und Liebe. Ich war regelrecht verzaubert von der Gruppe der Marauders (auf Deutsch: Rumtreiber) und habe mir unzählige Male vorgestellt, was sie alles zusammen erlebt haben. Sirius Black ist immer noch meine liebste Buchfigur überhaupt.

Für Leute, die nicht mit Harry Potter aufgewachsen sind, ist es schwer zu verstehen, was diese Bücher mir und meinen Freunden bedeutet haben. So ziemlich jeder, den ich kannte, hat Harry Potter gelesen und ich konnte mit jedem darüber reden: im Unterricht, auf Ausflügen, in der Freizeit. Ich weiß noch, wie wir mit Leidenschaft gemeinsam spekuliert haben, was in den nächsten Büchern passieren wird. Wir haben unsere Meinungen zu Harry Potter Figuren verteidigt, als seien diese unsere besten Freunde, was nicht selten zu Streits geführt hat (Stichwort „Snape“). Doch trotz aller Unstimmigkeiten, hatten wir eins gemeinsam: unsere Liebe für Harry Potter. Harry Potter hat uns verbunden und ich muss zugeben: Das vermisse ich.

Hat Harry Potter eure Kindheit und Jugend geprägt wie meine? Könnt ihr meine Nostalgie nachvollziehen? Welche war/ist eure Lieblingsfigur? In welches Haus gehört ihr? (Ich bin wohl ein Gryffindor/Slytherin Hybrid. ;)) Welches ist euer Lieblingsteil? (Meiner definitiv Der Orden des Phönix.)
Ich freue mich, wenn ihr eure Harry Potter Liebe in den Kommentaren teilt!

 

 

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Die besten Fantasy Bücher für Erwachsene

Hin und wieder kann es ein wahrer Genuss sein, sich in einem guten Fantasy Buch zu verlieren und den Alltag für eine Zeit lang zu vergessen. Das ist genau der Grund, weshalb ich Fantasy Literatur mag.

Dabei ist mir wichtig, dass die Geschichte außergewöhnlich genug ist, um es mir zu erlauben, der Realität zu entfliehen, aber gleichzeitig nah genug am echten Leben, dass mich der Plot berührt und dass mir die Figuren nachvollziehbar erscheinen. Im besten Fall finde ich mich selbst wieder in Figuren mit vertrauten Emotionen und Problemen inmitten einer Geschichte, die nicht hätte weiter entfernt von meinem eigenen Leben sein können. Ich habe nichts gegen ein gutes Fantasy Buch für Jugendliche oder junge Erwachsene, doch in den letzten Jahren habe ich vor allem Fantasy Bücher für Erwachsene zu schätzen gelernt.

Hier sind meine liebsten Fantasy Bücher für Erwachsene:

1. Die Magicians Trilogie von Lev Grossman (in der deutschen Übersetzung: die Fillory Trilogie)

Erscheinungsjahr „Fillory – Die Zauberer“: 2010 | Gebundene Ausgabe: 624 Seiten | Verlag: Fischer FJB |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3841421005

Die Magicians Bücher von Lev Grossman folgen einer Gruppe von Magiern während ihrer Ausbildung an einer Universität für Magie sowie ihren Abenteuern nach dem Hochschulabschluss. Die Ausbildung nimmt lediglich das erste Drittel des ersten Buchs ein, während der Rest des ersten Teils sowie die Teile 2 und 3 der Reihe den Erlebnissen der Freunde nach dem Abschluss gewidmet sind. Amazon empfiehlt die Bücher Vierzehn- bis Siebzehnjährigen, doch da die Figuren im größten Teil der Handlung Mittzwanziger sind und die Bücher sexuelle, gewalttätige und schockierende Parts sowie viele Schimpfwörter beinhalten, finde ich sie eher geeignet für Erwachsene.

Mehr möchte ich zu dem Inhalt der Trilogie auch gar nicht sagen, denn umso weniger ihr über diese Bücher wisst, desto unglaublicher wird die Leseerfahrung sein. Die Magicians Trilogie wird oft als „Harry Potter für Erwachsene“ beschrieben und das stimmt in dem Sinne, dass es sich um Magier dreht. Allerdings sind die Magicians Bücher im Vergleich zu den Harry Potter Büchern wirklich viel härter, brutaler, sexueller und ernüchternder. Ich würde sie vielleicht als Harry Potter trifft auf Game of Thrones trifft auf Narnia trifft auf How I Met Your Mother beschreiben.

Diese Bücher erfüllen meine Ansprüche an Fantasy Literatur voll und ganz. Einerseits geht die Fantastik in dieser Geschichte weiter, als ich es je für vorstellbar gehalten habe. Die unbegrenzten Möglichkeiten von Fantasy werden hier extrem weit getrieben. Andererseits sind die Figuren und die Beziehungen in den Büchern nachvollziehbar. Keine der Figuren ist ein Held, sondern sie haben alle Fehler und Probleme. Sie scheitern und bauen Mist. Dennoch machen sie eine wundervolle Entwicklung durch, die dem Leser Hoffnung gibt.

Davon abgesehen sind die Magicians Bücher gut geschrieben. Lev Grossmans Stil ist unvergleichbar. Beim Lesen kommt es mir vor, als erzähle mein bester Freund mir eine Geschichte und würde keinen Frustrations- oder Wutausbruch, kein unschönes Detail auslassen. Ich habe mir so viele Zitate aus diesen Büchern herausgeschrieben, wie selten.

2. Der Seelenfänger von Andreas Brandhorst

Erscheinungsjahr: 2012 | Taschenbuch: 640 Seiten | Verlag: Heyne Verlag |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3453529700

Der Seelenfänger dreht sich um Zacharias, der in das Unterbewusstsein anderer Menschen eindringen kann. Er versucht eine Verbrechensserie aufzudecken, indem er in das Unterbewusstsein von Komapatienten reist. Dort gerät er in Geschehnisse, die viel umfassender sind, als er je geglaubt hat.

Ich habe dieses Buch vor Jahren gelesen, doch es ist mir immer noch in Erinnerung als das beste deutschsprachige Fantasy Buch, das ich je gelesen habe. Andreas Brandhorst ist ja ein berühmter Science Fiction Autor und auch dieses Buch weist Elemente von Science Fiction auf.

Das Thema des Buchs, die Reise in das Unterbewusstsein anderer Menschen, ist an sich schon faszinierend und regt zum Nachdenken darüber an, was das Bewusstsein überhaupt ist und was wohl alles in unserem Unterbewusstsein schlummert, ohne dass wir den leisesten Schimmer davon haben. Aber dann nimmt das Buch so unerwartete Wendungen und beginnt, eine ganz andere, viel größere Geschichte zu erzählen, dass es den Leser vollkommen fesselt.

3. Die Übergang Trilogie von Justin Cronin (im Original: die The Passage Trilogie)

Erscheinungsjahr „The Passage“: 2011 | Taschenbuch: 1040 Seiten | Verlag: Goldmann |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3442469376

Der Übergang und die Folgebücher erzählen die Geschichte einer Apokalypse. Aufgrund eines missglückten wissenschaftlichen Experiments wird die Welt von Wesen besiedelt, die nach und nach die Mehrheit der Menschheit ausrotten. Die Übergang Trilogie folgt verschiedenen Leuten während der Apokalypse, unter anderem dem Mädchen Amy, das sich auf eine bestimmte Art und Weise von anderen Menschen unterscheidet.

Die Übergang Trilogie ist wirklich einzigartig. Im Prinzip haben wir solche Geschichten ja schon zuhauf gehört, z.B. bei den Comics und der Serie The Walking Dead. Was die Übergang Trilogie hervorhebt, ist, wie viel Zeit sich diese Bücher nehmen, um im großen Rahmen zu erkunden, wie eine Apokalypse aussehen würde und was sie mit den Menschen, vor allem den Überlebenden, macht. Justin Cronin hat sich angeblich an dem Western-Genre orientiert und tatsächlich haben die Übergang Bücher einen Hauch von Western, vor allem, da die Figuren durchweg auf dem Landweg durch die USA reisen und große Teile der Handlung in den westlichen Bundesstaaten spielen. Außerdem gibt es in der Apokalypse natürlich keine herkömmlichen Gesellschaftsorganisationen, wie wir sie kennen, mehr.

Die Übergang Trilogie erzählt die Entwicklung der Welt über hunderte von Jahren hinweg. Dadurch können die Leser die Apokalypse fast schon aus einer analytischen Perspektive heraus studieren. Es war dieser große Rahmen der Erzählung, der mich wirklich fasziniert hat, viel mehr als die fantastischen Elemente der Bücher. Die Übergang Bücher sind anspruchsvoll. Sie sind lang und langatmig und teilweise sehr komplex. Doch wenn man sich darauf einlässt, nehmen sie den Leser auf eine unvergessliche Reise mit.

 

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