Top Ten Thrusday 372

Diesen Donnerstag geht es beim TTT um 10 Bücher, die besser waren als ihre Verfilmung. Ich bin wirklich gespannt, was wir Blogger da so alles zusammentragen. Tatsächlich ist es mir ziemlich schwergefallen, 10 Bücher für diese Aufgabe zu finden, denn ich finde die Verfilmungen oft angemessen, manchmal sogar besser als die Bücher (ich weiß, es ist vermutlich komisch, so etwas von einer Bücherliebhaberin zu hören). Trotzdem möchte ich euch jetzt 10 Bücher vorstellen, wobei die Verfilmungen dieser von Absolut-Unerträglich bis Ziemlich-Super-Aber-Das-Buch-War-Trotzdem-Besser reichen.

1. Percy Jackson von Rick Riordan

Percy Jackson ist mir sofort in den Sinn gekommen, als ich die heutige TTT Aufgabe zum ersten Mal gelesen habe. Ich habe damals die komplette Buchreihe verschlungen und geliebt. Als ich dann aber die ersten beiden Filme geschaut habe, fand ich diese absolut furchtbar. Ich kann mich kaum noch an sie erinnern, nur daran, dass ich so enttäuscht von diesen Buchverfilmungen war, wie noch nie zuvor. Das Einzige an den Filmen, das ich gut fand, war der Protagonist. Logan Lerman hat den aufmerksamkeitsdefiziten Percy Jackson wirklich gut getroffen.

2. Insurgent von Veronica Roth

Während ich die Verfilmung des ersten Buchs der Divergent Trilogie (Buch auf Deutsch: Die Bestimmung) noch ziemlich gut fand, konnte der zweite Film Insurgent (Buch auf Deutsch: Tödliche Wahrheit) mich kaum begeistern und das obwohl die Divergent Trilogie eine meiner liebsten YA Distopie Reihen ist. Fairerweise muss ich erwähnen, dass das zweite Buch auch der Teil ist, den ich beim Lesen am wenigsten mochte, aber trotzdem hätte ich mir vom Film mehr erhofft.

3. Allegiant von Veronica Roth

Wo Insurgent mittelmäßig war, war Allegiant (Buch auf Deutsch: Letzte Entscheidung) einfach nur dämlich. Ich habe mich während dem Schauen aufgeregt, vor allem darüber, wie sie die Handlung unnötig in die Länge gezogen haben, weil der Plan wohl war, das letzte Buch (wie es gerne und bei anderen Verfilmungen wie den Hunger Games und Harry Potter auch gut gemacht wird) in zwei Teile zu teilen, um noch mehr Profit zu machen. Tja, der Plan ist nicht aufgegangen, denn Allegiant hatte so wenig Erfolg, dass es nie zu einem vierten Teil kam. Jetzt höre ich Gerüchte, dass es eine Divergent Serie geben soll.

4. Der Circle von Dave Eggers

Der Circle ist kein Buch, das einfach zu verfilmen ist, denn es passiert nicht wirklich viel, obwohl das Buch mich mit seiner gruselig akkuraten Gesellschaftsanalyse total fesseln konnte. Ich bin froh, dass der Film gemacht wurde, denn er bringt ein wichtiges Thema zu Menschen, die vielleicht nie das Buch lesen würden. Ungefähr 80 % des Films fand ich auch ziemlich solide (obwohl ich mich doch wundere, wieso auf Sex und Beziehungen komplett verzichtet wurde, obwohl beides in dem Buch eine nicht unerhebliche Rolle spielt). Nur das Ende hat mich enttäuscht. Es ist unmöglich, diese Enttäuschung näher zu beschreiben, ohne zu spoilern, aber man kann sagen, dass der Film am Ende in die entgegengesetzte Richtung geht wie das Buch und dadurch meiner Meinung nach die Aussage, die mich bei dem Buch so berührt hat, verfälscht.

5. The Magicians von Lev Grossman

Wie ich viel zu oft erwähne, bin ich ein riesiger Fan der Magicians Bücher von Lev Grossman (auf Deutsch: Die Zauberer von Fillory). Ich bin auch ein ziemlich großer Fan der gleichnamigen Serie, die auf den Büchern basiert und bereits drei Staffeln hinter sich hat, obwohl ich die Bücher vorziehe. Irgendwie bin ich dankbar, dass die Serie ziemlich weit von den Büchern entfernt ist und ihre eigenen Geschichten und Figurenentwicklungen erzählt, denn so kann sie zumindest keine Geschichten aus dem Buch verhunzen. Und ich finde es beeindruckend, was die Serie aus manchen Figuren gemacht hat, die in den Büchern keine große Rolle spielen oder total unsympathisch gezeichnet werden. Magicians, die Serie, ist verrückt und extrem chaotisch, aber ich schaue sie trotzdem immer wieder gerne, auch wenn ich sie mittlerweile als unabhängig von den Büchern betrachte.

6. Jakob der Lügner von Jurek Becker

Dieses Buch habe ich für die Uni gelesen. Als ich es für meine Abschlussprüfung wiederholen musste, habe ich mir den Film angeschaut. Der Film war nicht schlecht. Er hat Robin Williams in der Hauptrolle und generell fand ich die Figuren alle gut dargestellt. Für mich entstand allerdings ein ähnliches Problem wie bei Der Circle, weil Dinge gezeigt werden, die die Aussage des Buchs auf den Kopf stellen, denn in diesem hält der Erzähler sogar ausdrücklich fest, dass genau dies eben nicht geschieht.

7. On the Road von Jack Kerouac

Wie ihr wahrscheinlich mittlerweile wisst, ist On the Road mein Lieblingsbuch, weshalb es wohl keine Überraschung ist, dass ich das Buch besser finde als den Film. Ich mag den Film und schaue ihn immer noch ab und zu (wenn auch seltener, als ich das Buch lese). Ich bin dankbar, dass der Film erst 2012 erschienen ist und deshalb modern und hochwertig aussieht. Auch Kristen Stewart in der Rolle von Marylou hat mir gut gefallen. Der Film orientiert sich wohl an der Urfassung von Jack Kerouac, die erst 2010 veröffentlicht wurde und die ich nie gelesen habe (denn: Lektorate machen Bücher besser und ich würde nicht wollen, dass irgendwer mein erstes Manuskript liest). Aus diesem Grund sind die tatsächlichen Personen in dem Film stärker zu erkennen als in dem Buch und es gibt deutlichere homosexuelle Szenen.

8. Gossip Girl von Cecily von Ziegesar

Mit Gossip Girl ist es ähnlich wie bei den Magicians, in dem Sinne, dass die Serie vom Plot her sehr stark von den Büchern abweicht. Das ist bei Gossip Girl sogar noch extremer. Ich würde sagen, dass fast keine der Geschichten, die die Serie erzählt, in den Büchern vorkommt. Beziehungskonstellationen wurden komplett verändert und einige Figuren sehen total anders aus, als sie in den Büchern beschrieben werden. Trotzdem hat mir die Serie Spaß gemacht und ich habe sie immer gerne geschaut. Doch die Bücher waren in meinen Teenagerjahren quasi mein Leben, weshalb die Serie da natürlich nicht heranreichen kann.

9. The Beach von Alex Garland

Das Buch The Beach ist eines meiner Lieblingsbücher. Es wurde mir empfohlen und ich bin total unvorbereitet in die Lektüre gegangen. Wow, das war vielleicht eine Leseerfahrung. Manchmal hat es sich angefühlt wie der beste Trip meines Lebens und dann wieder wie der absolute Albtraum. Der Film konnte diese Erfahrung, wie ich finde, nicht so gut einfangen, was aber auch einfach daran liegen könnte, dass ich schon wusste, was passieren würde. Leonardo Di Caprio hat mich in der Hauptrolle aber überzeugen können.

10. Alice im Wunderland von Lewis Carroll

Ich glaube, in diesem Fall habe ich sogar den Film gesehen, bevor ich das Buch komplett gelesen habe. Alice im Wunderland war der erste Film, den ich je in 3D gesehen habe, und es hat mir definitiv Spaß gemacht, mich zu fühlen, als flögen mir die Tassen tatsächlich um die Ohren. Ich mag den Film auf jeden Fall. Später habe ich dann aber mal das Buch in einer Nacht durchgelesen und es hat mich noch mehr begeistern können. So etwas Verrücktes hatte ich noch nie gelesen. Alice im Wunderland hat mir gezeigt, dass sich Bücher nicht immer an die Regeln halten müssen, sondern manchmal einfach komplett Durchdrehen können und gerade dadurch zu etwas Besonderem werden.

 

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Leserückblick: Gelesene Bücher April bis Juni

Es ist Zeit für meinen zweiten Quartalsrüblick und ich bin wirklich stolz darauf, wie viele Bücher ich in den letzten drei Monaten gelesen habe: ganze 10 Bücher! Manchmal lese ich 10 Bücher im ganzen Jahr. Außerdem habe ich dank der #DasSuBAbc Challenge meinen SuB deutlich verkleinert. Das letzte Mal, als ich nachgezählt habe, waren 28 Bücher auf meinem SuB, doch mittlerweile könnten es sogar noch weniger sein. Kommen wir nun also zu meinen gelesenen Büchern im zweiten Quartal von 2018:

Gelesen für die #DasSuBAbc Challenge

Dies Land ist unser von Hans-Christian Kirsch

Aufgabe: A – Bücher angefangen, beiseitegelegt und nie beendet, lies ein angefangenes Buch nun zu Ende

Hurra! Ich habe es endlich geschafft, ein schon vor langem begonnenes Buch zu Ende zu lesen, nachdem ich beim letzten #DasSuBAbc Durchlauf an dieser Aufgabe kläglich gescheitert bin. Dies Land ist unser ist eine Biografie der Helden der Beat Generation: Jack Kerouac, Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Neal Cassidy. Da ich ein großer Fan der Beat Generation und vor allem der Bücher von Jack Kerouac bin, hat es mir auf jeden Fall Spaß gemacht, mehr über meine Helden (oder eher Antihelden) zu erfahren. Die Berichte über Jack Kerouacs Persönlichkeit waren teilweise etwas ernüchternd, da sie ihn nicht gerade als liebenswürdige Person gezeichnet haben. Trotzdem haben sie mich zum Träumen angeregt. Denn auch meine Helden mussten kämpfen und konnten teilweise jahrzehntelang keinen Verlag finden, der ihre Werke veröffentlicht, doch letzten Endes haben sie es geschafft und sind zu Legenden geworden. Das gibt mir Hoffnung für meine eigene Karriere als Schriftstellerin. Stilistisch fand ich das Buch teils etwas zu kalt und herzlos, obwohl der Autor manche Szenen so detailliert beschrieben hat, als sei er selbst dabei gewesen.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Wer schuf den Schöpfer? von Ravi Zacharias und Norman Geisler

Aufgabe: D – Doppelte Freude! Du darfst bei dieser Aufgabe ZWEI Bücher DEINER Wahl lesen

Okay, genau genommen habe ich diese Aufgabe nur zur Hälfte erfüllt, denn das andere Buch, welches ich hierfür ausgewählt habe (Das Handbuch zum Drehbuch), habe ich noch nicht gelesen, doch die Challenge geht ja noch bis Ende Juli. Wer schuf den Schöpfer? habe ich an einigen sonnigen Nachmittagen auf dem Balkon gelesen und es hat mir gut gefallen. Das Buch stellt kritische Fragen zum Christentum, ist aber alles andere als eine Hinterfragung des Christentums, denn die Antworten, die die Autoren finden, entsprechen stets der jüdisch-christlichen Sicht. Ich mochte, wie wissenschaftlich die Autoren an die Fragen herangehen und das Buch hat mich definitiv zum Nachdenken angeregt. Von der Entstehung der Welt bis hin zu Jesus Christus wird so ziemlich jedes religiöse Thema angesprochen. Auch andere Religionen spielen eine Rolle. Stark in Erinnerung sind mir z.B. die Ausführungen zum Hinduismus. Für Menschen, die das Christentum kennenlernen oder ihren eigenen Glauben erkunden wollen, kann ich das Buch empfehlen.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität von Dave Eggers

Aufgabe: Lies ein Buch, dessen Autor*in zu deinen Favoriten zählt

Dieses Buch, das jahrelang auf meinem SuB verstaubt ist, war definitiv mein Quartalsfavorit! Es hat mich total begeistert und gefesselt. Obwohl ich es persönlich wirklich vollkommen genossen habe, kann ich es nicht uneingeschränkt empfehlen. Mehr dazu erfahrt ihr in der Rezension zum Buch.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Getting Somewhere von Beth Neff

Aufgabe: Lies ein Buch, welches Du geschenkt bekommen hast

Getting Somwhere ist ein Jugendroman, den mir die Autorin, eine Bibliothekarin meines Vertrauens, geschenkt hat. Ich muss zugeben, dass ich mir teilweise wirklich schwer getan habe mit diesem Buch. Ich war mehrmals kurz davor, es abzubrechen, habe aber aus Loyalität zu Beth Neff weitergelesen. Nach einer Weile konnte ich zu meiner Überraschung dann doch noch eine Beziehung zu den Figuren aufbauen, sodass ich wissen wollte, was aus ihnen wird. Getting Somewhere erzählt von einer Farm, auf der straftätige Teenager arbeiten können, um einer Haftstrafe zu entgehen. Die Farm wird von drei Frauen geführt, wobei zwei von ihnen ein lesbisches Paar sind. Vier vollkommen unterschiedliche Mädchen wohnen auf der Farm und es geht darum, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen, was manchen besser gelingt als anderen. Im Prinzip ist es eine herzerwärmende Geschichte darüber, dass jeder eine zweite Chance verdient und dass Menschen nicht als Verbrecher geboren, sondern zu diesen gemacht werden. Der Grund, weshalb es mir manchmal schwerfiel dranzubleiben, war schlicht, dass es kein besonders aufregendes Buch ist. Über große Strecken hinweg passiert kaum etwas und selbst beim Höhepunkt der Handlung hätte ich mir mehr Drama und Action gewünscht. Das Ende hat mir dann aber wiederum gut gefallen.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Abgebrochen

Der lange Weg nach Ägypten von Christian Jacq

Aufgabe: C – Lies ein Buch, welches Du aufgrund seines Covers gekauft hast

Tja, vielleicht sollte ich Bücher doch nicht nach dem Cover kaufen, denn ich hätte gleich wissen können, dass ein historischer Roman nichts für mich ist. Als ich das Buch begonnen habe, war ich positiv überrascht, weil es sich nach einem Abenteuerroman anfühlte, doch während der eigentlichen Reise ist die Erzählweise so sachlich, dass ich die Abenteuer weniger als Spaß und mehr als Arbeit empfand. Meine Gedanken drifteten immer wieder ab, bis ich das Buch schließlich zur Seite gelegt habe. Es handelt von der Reise nach Ägypten des ersten Hieroglyphen Übersetzers überhaupt und kann für Leute, die sich dafür interessieren, sicher spannend sein. Persönlich musste ich feststellen, dass mein Interesse für die ägyptische Kultur einfach nicht groß genug ist, um mich für das Buch begeistern zu können.

Begonnen

Quantentheorie von Wilfried Stascheit, J.P. McEVOY, Oscar Zarate und Co

Aufgabe: G – Lies ein Buch dessen Genre kaum bis gar nicht von Dir gelesen wird

Diesen Sachcomic habe ich begonnen und ich hoffe, dass ich ihn im Juli beenden werde. Ich hatte gedacht, dass die Comicgestaltung das schwierige Thema der Quantenphysik einfacherer machen würde, aber tatsächlich finde ich es immer noch schwer, vor allem da ich sonst nie Comics lese und mir diese Art zu lesen etwas fremdartig ist. Ich muss zugeben, dass ich vieles, was ich in diesem Buch gelesen habe, schon wieder vergessen habe, obwohl ich das Thema eigentlich extrem spannend finde.

Weitere gelesene Bücher

Ich habe nicht nur Bücher von meinem SuB gelesen, sondern hatte im April auch ein paar Neuzugänge in meinem Regal, denen ich mich gewidmet habe.

The long way to a small angry planet von Becky Chambers

Nachdem ich so begeistert von Andy Weirs Der Marsianer war, habe ich Anfang April beschlossen, weiter im Science Fiction Genre zu bleiben und habe das Buch von Becky Chambers gelesen, da ich ihre Artikel auf io9 mag. Mit The long way to a small angry planet hatte ich allerdings so meine Probleme, obwohl es definitiv kein schlechtes Buch war. Meine Rezension dazu findet ihr hier. Trotzdem hat mich die Sci Fi Leidenschaft noch nicht verlassen, deshalb freue ich mich immer über Buchempfehlungen aus diesem Genre!

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Juliettes geheimes Tagebuch von Cat Monroe

Juliettes geheimes Tagebuch ist ein Erotikroman, den ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe. Es hat mir Spaß gemacht, ihn zu lesen, und ich mochte die Frauen-nehmen-sich-was-sie-brauchen-Mentalität. Nur eine von Juliettes Affären waren so gar nicht mein Ding. Zur Rezension geht es hier.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Dark Zero von Douglas Preston

Dark Zero war vom Thema her total meins: eine künstliche Intelligenz, die ins Internet flieht und die Menschheit bedroht. Es war spannend und actionreich und unterhaltsam, aber leider konnte mich die zweite Hälfte des Romans nicht überzeugen. Mehr dazu könnt ihr in meiner Rezension lesen.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Very Good Lives von J. K. Rowling

Dieses Buch habe ich schon mal in der Buchhandlung bewundert, war dann aber zu geizig, es zu kaufen. Jetzt hat es mir glücklicherweise eine Freundin ausgeliehen und ich habe es an einem Nachmittag durchgelesen, denn es ist wirklich winzig. Das Buch beinhaltet eine Rede von J.K. Rowling, die sie an der Harvard Universität gehalten hat. Wie sowohl von der Autorin als auch dem Anlass (die Abschlussfeier) zu erwarten war, ist die Rede extrem inspirierend. Vor allem Rowlings Erzählungen vom Scheitern haben mich berührt. Dass jemand, der heute die erfolgreichste Autorin der Welt ist, mal bettelarm war, gibt mir Hoffnung, dass auch ich es eines Tages nach oben schaffen kann. Trotzdem finde ich, dass diese kurze Rede den für so ein dünnes Büchlein völlig übertriebenen Preis nicht wert ist.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

 

Habt ihr auch schon eines oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

 

 

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Rezension: Dark Zero von Douglas Preston

Genre: Thriller | Erscheinungsjahr: 2015 | Taschenbuch: 480 Seiten | Verlag: Knaur  | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3426500491

Kurzinhalt

Die Künstliche Intelligenz Dorothy wurde von der Programmiererin Melissa und ihrem Team entwickelt, um auf dem Saturnmond Titan eine Raumsonde zu kontrollieren. Doch bei dem ersten Test im NASA-Gebäude, macht sich Dorothy selbstständig, löst eine Explosion aus und flieht ins Internet. Nun wird sie gesucht: von Melissa, von der NASA, von dem FBI sowie von Menschen, die ihre eigenen Pläne für Dorothy haben.

Eigene Meinung

Das Konzept des Buchs, eine K.I., die sich selbstständig macht, fand ich sofort vielversprechend. Während meiner Leseexperimente in den Genres Science Fiction und Thriller in den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass die Bücher, die mich am meisten begeistern, oft einem Mischgenre angehören. Sie sind so etwas wie Technikthriller und auch Dark Zero kann dazu gezählt werden. So habe ich durch das Buch jede Menge faszinierende Dinge über Künstliche Intelligenz gelernt.

Auch langweilig war das Buch definitiv nicht. Als gut gebauter Thriller gab es jede Menge Wendepunkte, Gefahrensituationen, Verfolgungsjagden, usw. Für meinen Geschmack waren etwas zu viele kaltherzige Morde dabei, aber auch das gehört wohl dazu. Über all diesen spannenden Geschehnissen und Wendung lauert in der Welt von Dark Zero die Präsenz einer hyperintelligenten K.I., die im Internet lebt und sich dadurch überall auf der Welt bewegen kann und so ziemlich alles tun kann.

Solch eine übermächtige K.I. ist natürlich hochgefährlich. Sie könnte die Menschheit vernichten. Für mich können die Gefahren in Thrillern nicht groß genug sein, deshalb habe ich mich über die drohende fiktionale Auslöschung irgendwie gefreut. In den ersten paar Kapiteln wird diese Gefahr auch ausführlich thematisiert und die beiden (menschlichen) Protagonisten Melissa und Ford setzen alles daran, Dorothy davon abzuhalten, etwas Unwiderrufliches zu machen.

Doch dann nimmt das Buch eine überraschende Wendung. Dorothy entwickelt sich in einer Art und Weise, wie ich es nie vorausgesehen hätte, bis sie mir sogar sympathisch wurde. Eine unerwartete Entwicklung ist normalerweise immer ein Plus, aber in diesem Fall ging mir die 180 Grad Wendung zu weit. Die Gefahren, die Dorothy nach wie vor birgt, kommen plötzlich gar nicht mehr zur Sprache und auch das Verhalten von Melissa und Ford fand ich ab diesem Punkt nur noch schwer nachvollziehbar.

Schließlich wird die Geschichte ziemlich abrupt zu Ende gebracht, was mich etwas enttäuscht hat. Ich denke, die Idee hätte so viel mehr hergeben können. Außerdem weiß ich nach wie vor nicht, was ich von der letzten Seite halten soll. Ich habe keine Ahnung, ob es sich hier um ein glückliches oder ein trauriges Ende handelt. Aber vielleicht bin ich da in meiner Verwirrung ja auch alleine.

Die Figuren waren mir oft zu typisiert. Obwohl ich Melissa mochte, hat es mich genervt, dass sie als Heldin nicht nur superschlau ist, sondern auch noch wunderschön (groß, schlank, blond), während bei ihrer „bösen“ Gegenspielerin Patti immer wieder betont wird, wie hässlich diese ist. Das war zu klischeehaft für meinen Geschmack. Dorothy wirkt im Vergleich zu einigen der menschlichen Figuren viel vielschichtiger und realistischer, was durchaus Absicht gewesen sein könnte. Die Figur Jakob, ein Teenager in Kalifornien, der nach einer langen Einführung in die Geschichte mit Dorothy eingebunden wird, hat mir gut gefallen. Ob seine ganze, ausführliche Backstory wirklich nötig gewesen wäre, lasse ich mal dahingestellt.

Alles in allem konnte mich Dark Zero zwar fesseln, hat mich zum Ende hin aber enttäuscht. Es liest sich, als sei es der Auftakt einer viel größeren Handlung, die hier noch gar keine Rolle spielt, doch da dies allen Anschein nach ein Standalone ist, hat es mich mit dem Gefühl zurückgelassen, dass mir hier die echte Story vorenthalten wurde.

Bewertung

+++ – Drei von Fünf Punkten

 

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SuBventur Challenge: #DasSuBabc – Runde 2

Ich habe mich sehr gefreut, das die #DasSuBabc Challenge von KeJas Blogbuch verlängert wurde. Schon beim ersten Durchlauf hat mich die Challenge motiviert, einige Bücher von meinem SuB zu lesen, deshalb bin ich auch jetzt wieder gerne dabei. Nachdem ich mich nun ein paar Wochen lang mit meinen Neuzugängen beschäftigt habe, ist es an der Zeit, mal wieder eine Leseliste gemäß den Aufgaben der SuBventur Challenge aufzustellen, denn es warten noch viele Bücher in meinem Regal darauf, gelesen zu werden. Nun gibt es außerdem einige neue Aufgaben, also noch mehr Möglichkeiten, ungelesene Bücher auf die Leseliste zu packen.

Im Moment habe ich 31 Bücher auf meinem SuB. Davon habe ich nun 10 Bücher ausgewählt, mit denen ich mich in nächster Zeit beschäftigen möchte, auch wenn ich sicher nicht alle schaffen werde. Kommen wir also zu den Aufgaben und den Büchern, die ich diesen zugeordnet habe.

A – Bücher angefangen, beiseitegelegt und nie beendet, lies ein anfangendes Buch nun zu Ende

Dies Land ist unser von Hans-Christian Kirsch (Biografie): Diese Aufgabe hatte ich auch schon letztes Mal auf meiner #DasSubAbc Liste und habe es nie geschafft, sie zu erfüllen. Die Biografie Isadora, die ich mir vorgenommen hatte, habe ich immer noch nicht weitergelesen. Deswegen versuche ich es jetzt mit einer anderen Biografie. Dies Land ist unser erzählt von dem Leben und Werk der Schriftsteller der Beat Generation Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William Burroughs sowie ihrer Muse Neal Cassidy. Ich bin ein riesiger Jack Kerouac Fan. On the road habe ich bestimmt schon fünf Mal gelesen und ich habe auch schon einige Dokus und Filme über die Beat Generation konsumiert. Diese Biografie ist allerdings viel ausführlicher und geht auf viele Momente aus dem Leben der Helden extrem detailliert an. Ich habe das Buch vor Jahren begonnen, dann beiseitegelegt und nun bin ich dabei, es weiterzulesen.

C – Lies ein Buches, welches Du aufgrund seines Covers gekauft hast

Der lange Weg nach Ägypten von Christian Jacq (Roman): Dieses Buch habe ich in einem Korb vor meinem liebsten Antiquariat gesehen. Das Cover ist blau und hat ägyptische Schriftzeichen darauf und ich habe mich sofort dazu angezogen gefühlt. Ich habe absolut keine Ahnung, worum es geht. Gerade habe ich entdeckt, dass Lovelybooks es wohl als historischer Roman klassifiziert, was mir ein bisschen Sorgen macht, weil ich wirklich kein Fan von historischen Romanen bin, aber ich werde mich trotzdem darauf einlassen. Ich interessiere mich für alte Kulturen, also könnte es etwas für mich sein. Außerdem scheint es schon eine fiktionale Geschichte zu sein und kein Sachbuch.

D – Doppelte Freude! Du darfst bei dieser Aufgabe ZWEI Bücher DEINER Wahl lesen

Das Handbuch zum Drehbuch von Syd Field (Lehrbuch) und Wer schuf den Schöpfer? von Ravi Zacharias und Norman Geisler (Sachbuch Religion): Diese Aufgabe gibt mir die Möglichkeit, mir zwei Bücher auszusuchen und trotzdem habe ich es letztes Mal nicht geschafft, auch nur eines der beiden zu lesen. Da mich beide Bücher aber nach wie vor brennend interessieren, werde ich sie auf die neue Leseliste übertragen. Sollte ich jemals mit der Überarbeitung meines Romans fertigwerden, träume ich davon, als nächstes ein Drehbuch zu schreiben, deshalb möchte ich von Das Handbuch zum Drehbuch schon einmal etwas über die Kunst des Drehbuchschreibens lernen. Wer schuf den Schöpfer? habe ich tatsächlich sofort, nachdem ich mir vor ein paar Wochen diese Leseliste zusammengestellt habe, begonnen und auch bereits fertiggelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Mehr dazu in meinem nächsten Quartalsrückblick.

G – Lies ein Buch dessen Genre kaum bis gar nicht von Dir gelesen wird

Quantentheorie von  Wilfried Stascheit, J.P. McEVOY, Oscar Zarate und Co (Sachcomic): Dieses Buch passt definitiv in diese Kategorie, denn Comics lese ich wirklich nie, geschweige denn Sachcomics. Der Comic soll Quantentheorie, eins der komplexesten Themen überhaupt, einfach erklären. Ich bin mal gespannt, ob ich dabei durchblicke. Ich interessiere mich eigentlich total für Quantenphysik, doch trotzdem liegt das Buch schon seit Jahren auf meinem SuB, weil ich mich noch nicht daran gewagt habe.

S – Lies ein Buch dessen Cover vorrangig schwarz ist

Bilderkrieger von Michael Kamber und Takis Würger (Sachbuch): Dieses Buch habe ich vorletztes Jahr (oder war es noch früher?) auf der Buchmesse mitgenommen, weil ich es unbedingt haben wollte. Und jetzt habe ich es immer noch nicht fertig gelesen, dabei ist es wirklich spannend. Es umfasst Interviews mit Kriegsfotografen, die von ihrer Arbeit erzählen, sowie je ein Bild von jedem Fotograf. Es ist kein besonders fröhliches Buch. Es geht um Krieg und Gewalt und moralisches Chaos – ziemlich belastend, aber auch absolut faszinierend.

T – Lies ein Buch, in dem ein Tier die Hauptrolle spielt

Farm der Tiere von George Orwell (Fabel): Farm der Tiere hat mir schon seit Ewigkeiten eine Freundin ausgeliehen und ich schäme mich fast ein bisschen, dass ich es immer noch nicht gelesen habe. Immerhin ist es wirklich nicht sehr lang und außerdem ein Klassiker. Es ist eine dystopische Fabel, das heißt, dass die Tiere vermutlich Menschen repräsentieren, aber trotzdem gehe ich mal davon aus, dass ein Tier die Hauptrolle spielt.

Von den neuen Aufgaben:

Lies ein Buch, dessen Autor*in zu deinen Favoriten zählt

Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität von Dave Eggers (Roman): Ich habe nicht den leisesten Schimmer, worum es in diesem Buch geht. Jemand auf Lovelybooks hat es mir freundlicherweise zugeschickt, nachdem ich total begeistert von Dave Eggers Der Circle war. Ich freue mich darauf, noch etwas von Dave Eggers zu lesen und hoffe, dass es mit Der Circle mithalten kann. Der Titel klingt schon einmal vielversprechend.

Lies ein Buch, welches Du geschenkt bekommen hast

Getting Somewhere von Beth Neff (Jugendroman): Beth Neff ist die coolste Bibliothekarin aller Zeiten, die ich vor ein paar Jahren kennengelernt habe, weil sie in Michigan, wo ich damals lebte, einen Buchclub für Millenials geleitet hat. Getting Somewhere ist ihr erstes und, soweit ich weiß, einziges Buch und sie hat es mir zum Abschied geschenkt. Bisher habe ich es noch nicht gelesen, obwohl ich Jugendliteratur eigentlich mag und viel von Beth als Mensch halte.

Lies ein Buch das vor 2015 erschien

Wie du mir so ich dir von Woody Allen (Essays): Dieses Buch ist eine Sammlung von Essays von Woody Allen und ist bereits in den 70ern erschienen. Ich mag seine Filme (teilweise) und hoffe auf witzige und gesellschaftskritische Texte für Zwischendurch.

01.01.2018 – 31.07.2018

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Rezension: Juliettes geheimes Tagebuch von Cat Monroe

Genre: Erotik | Erscheinungsjahr: 2018 | Taschenbuch: 402 Seiten | Verlag: moments  |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3962320225

Ich habe Juliettes geheimes Tagebuch als Rezensionsexemplar erhalten.

Kurzinhalt

Juliette ist verheiratet, doch ihr Mann ist immer auf der Arbeit, hat vermutlich eine Affäre und nimmt Juliette nur noch als brave Hausfrau anstatt als Objekt der Begierde wahr. Deshalb beschließt sie, sich nicht mehr mit ihrer unerträglichen Lebenssituation zufriedenzugeben, sondern sich von anderen Männern zu holen, was ihr Ehemann ihr vorenthält. So stürzt sie sich in Affären und sexuelle Abenteuer. Doch dabei kommt immer wieder die Frage auf: Was ist mit der Liebe?

Eigene Meinung

Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, habe ich beschlossen, den ganzen Ehebruch-Plot einfach hinzunehmen, obwohl ich wirklich nicht gerade der größte Fremdgehen-Fan bin. Das hat auch hervorragend geklappt und wurde unterstützt dadurch, dass einerseits Juliettes Mann absolut unausstehlich ist und andererseits so ziemlich jeder in diesem Buch fremdgeht, womit Juliettes Verhalten relativiert wird.

Im Prinzip geht es in Juliettes geheimes Tagebuch nicht um eine gescheiterte Ehe, sondern um eine Frau, die aus ihrer Höhle kriecht und sich endlich nimmt, was sie will und braucht. Es geht um Frauen (Juliette und ihre Freundinnen), die ihre Sexualität ausleben und sich damit von allen Klischees und Stigmas verabschieden. Das hat mir sehr gut gefallen.

All das ist schön und gut, doch einen Erotikroman sollte man letztlich vor allem danach bewerten, wie erotisch er ist. Und ich muss sagen: Juliettes geheimes Tagebuch ist wirklich verdammt erotisch! Es gibt sehr viele, deutlich beschriebene Sexszenen, die nichts mit 0815-Sex zu tun haben (denn wer will schon über 0815-Sex lesen?). Manche sind etwas härter, also nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Doch Erotikliteratur ist ja auch dazu da, sich an all den Fantasien zu erfreuen, die einem vielleicht ein bisschen zu extrem sind, um sie im wahren Leben umzusetzen. Mit dem Erotik-Aspekt konnte mich das Buch überzeugen, denn ich fand die große Mehrheit der Szenen wirklich sexy und anregend.

Trotzdem muss ich erwähnen, dass eine von Juliettes Affären so gar nicht mein Fall war. Ich verstehe, dass Erotikliteratur Tabus bricht und normalerweise finde ich das auch sehr reizvoll. Aber dieses besondere Tabu ist für mich einfach überhaupt nicht erotisch, sondern sogar ein bisschen unangenehm, weshalb ich die entsprechenden Sexszenen übersprungen habe. Ich möchte nicht verraten, worum es sich handelt, denn ich denke, das Buch macht mehr Spaß, wenn die Leser noch nicht wissen, mit wem Juliette was treiben wird, aber falls ihr es schon gelesen habt, können wir uns gerne mal darüber unterhalten. Dieser Handlungsstrang war einfach nicht mein Ding. Glücklicherweise verschwindet die entsprechende Figur nach einer Weile wieder aus dem Buch.

Davon abgesehen hat mir das Buch wirklich Spaß bereitet. Juliettes Männer sind allesamt extrem heiß (gut gebaut und gut bestückt), während sie sich charakterlich stark unterscheiden. Auch Juliettes Suche nach Liebe habe ich gerne mitverfolgt und natürlich spekuliert, in wen sie sich verlieben könnte. (Mein Verdacht hat sich übrigens als total falsch entpuppt.) Die Tagebuchform ließ sich schnell und einfach lesen und es hat mich dazu inspiriert, in mein eigenes Tagebuch zu schreiben.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

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Rezension: Der Marsianer von Andy Weir

Genre: Science Fiction  | Erscheinungsjahr: 2015 | Taschenbuch: 512 Seiten | Verlag: Heyne Verlag  |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3453316911

Kurzinhalt

Der Astronaut Mark Watney ist auf einer Marsexpedition. Als ein Sandsturm ausbricht, wird er weggeschleudert und verletzt. Da seine Crewmitglieder ihn für tot halten, verlassen sie den Planeten ohne ihn. Mark Watney ist nun der einzige Mensch auf dem Mars. Er muss einen Weg finden, um zu überleben.

Eigene Meinung

Ich habe ein Interview mit Andy Weir gelesen, in dem er sagte, dass er nie wieder ein so gutes Buch wie Der Marsianer schreiben wird. Das fand ich ein bisschen übertrieben, aber jetzt da ich das Buch endlich gelesen habe (zuvor habe ich von dem Autor bereits Artemis gelesen), glaube ich es ihm aufs Wort. Denn das Buch ist wirklich verdammt gut. So gut, dass es für mich fraglich ist, ob überhaupt irgendjemand jemals wieder etwas schreiben wird, was damit mithalten kann.

Für Leute wie mich, die relativ neu im Science Fiction Genre sind, ist Der Marsianer perfekt, denn es erzählt eine sensationelle Geschichte auf eine Art und Weise, die sie völlig realistisch erscheinen lässt. Ein Teil des Reizes liegt wohl auch darin, dass Marsexpeditionen tatsächlich schon in Planung sind und die Handlung deshalb plausibel ist.

Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich bereits den Film gesehen, ich wusste also, wie es ausgeht. Trotzdem konnte mich Der Marsianer vollkommen fesseln, mitreißen und begeistern. Was mich am meisten überrascht hat, waren die vielen verschiedenen Perspektiven und Medien, die benutzt werden. Nach fünf Kapiteln in Form des Logbuchs von Mark Watney hatte ich mich bereits darauf eingestellt, dass das komplette Buch so aufgebaut sein wird. Doch dann gab es plötzlich jede Menge Perspektivwechsel und viele verschiedene Stile. Neben den Logeinträgen und den Berichten mit herkömmlicher Perspektivierung in der dritten Person kamen auch Chats und Emails vor sowie sogar ein Abschnitt, der aus der Sicht einer Raumsonde geschrieben wurde. So etwas habe ich wirklich noch nie gelesen. Dabei haben diese vielen Erzählweisen die Spannung gesteigert, denn oft hatte ich beim Lesen eine dunkle Vorahnung, weil durch die Perspektivwechsel Dinge angedeutet wurden, von denen der Protagonist noch nichts wusste.

Ich denke, all diese kreativen Erzähltechniken kommen bei Der Marsianer so gut zur Geltung, weil das Konzept der Geschichte simpel ist: Ein Mann ist alleine auf einem Planeten gestrandet und muss überleben. Faszinierend finde ich, dass es in dem Buch keine Bösewichte gibt. Es gibt nur den Protagonisten sowie ein paar sekundäre Figuren, die ihm alle helfen wollen. Das klingt wie ein langweiliger Ausgangspunkt, aber es funktioniert hervorragend, woran sicher nicht zuletzt die Perspektiv- und Medienwechsel schuld sind.

Trotzdem geht es in Der Marsianer letztlich das ganze Buch lang nur um einen einzigen Mann auf einem einsamen Planeten. Dass ich das Buch als Leserin trotzdem kaum zur Seite legen konnte (es hat mich wortwörtlich um den Schlaf gebracht, weil es so spannend war), lag sicherlich auch an seinem Protagonisten. Mark Watney schafft es, selbst die komplexesten Sachverhalte so zu beschreiben, dass es Spaß macht, mehr darüber zu erfahren. Außerdem ist sein Humor einfach unübertrefflich. Ich habe so oft beim Lesen laut aufgelacht.

Mark Watney ist der ultimative Held. Er ist in einer schrecklichen Situation, doch er verliert kein einziges Mal die Hoffnung. Selbst wenn wieder und wieder etwas schiefgeht, gibt er nicht auf, sondern beißt die Zähne zusammen und beginnt von vorne. Er löst ein Problem nach dem anderen und verliert dabei nie seinen Humor. Nun mag man meinen, dass so eine perfekte Figur unrealistisch ist. Aber erstens werden Astronauten tatsächlich nicht nur nach ihren fachlichen Kenntnissen ausgewählt, sondern zu einem großen Teil auch nach ihrer Persönlichkeit, sodass jemand, der so unerschütterlich ist wie Mark Watney, eher einen solchen Job innehaben würde. Zweitens gibt es genug zwielichtige Leute im wahren Leben sowie mittlerweile in den meisten Büchern, Filmen und Serien. Da fand ich es erfrischend und inspirierend, mal über einen echten Helden zu lesen.

Der Marsianer ist das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe und ich möchte es jedem ans Herz legen. Ein bisschen Interesse an der Raumfahrt und dem Mars muss man wohl schon mitbringen, doch das Buch macht auch Leuten Spaß, die so wie ich wenig Ahnung davon haben. Deshalb: Bitte lest dieses Buch! Falls nicht, dann schaut zumindest den Film, der ist nämlich auch ziemlich gut.

Bewertung

+++++ – Fünf von fünf Punkten

 

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Wie ich meinen Roman überarbeite

Wie ich bereits berichtet habe, habe ich Anfang des Jahres die erste Version meines ersten Romans fertig geschrieben. Hurra! Leider bedeutete das, dass ich nun in der Phase des Überarbeitens angekommen bin. Beim Überarbeiten meines Romans kombiniere ich Methoden, von denen ich gelesen oder gehört habe, mit dem, was für mich persönlich am besten funktioniert. Dabei bin ich weit davon entfernt, die perfekte Überarbeitungs-Strategie gefunden zu haben. Ich stolpere viel eher irgendwie vorwärts und hoffe, dass dieser langwierige Prozess mein Buch eines Tages so weit bringen wird, dass es veröffentlicht und gelesen wird.

Überarbeiten während dem Schreiben

Für mich beginnt das Überarbeiten während dem Schreiben. Ich kann nicht – wie das manche Autoren tuen – das komplette erste Manuskript fertig schreiben, ohne bereits immer wieder über das Geschriebene zu lesen und es zu überarbeiten. Das liegt einerseits daran, dass der Gedanke, dass da ein paar nicht korrigierte Kapitel auf meinem PC liegen, mich um den Schlaf bringt, andererseits daran, dass ich Pausen vom Schreiben brauche. Ich finde Schreiben furchtbar anstrengend. Die Freude liegt darin, das Geschriebene zu lesen und daran herumzubasteln.

Mein Schreibprozess sah deshalb folgendermaßen aus: Ein Kapitel plotten, das Kapitel schreien, das Kapitel korrigieren, das Kapitel an meine Kritikpartnerin schicken, ihre Korrekturen und Anmerkungen übernehmen, noch einmal Korrekturlesen, schwierige Szenen in meiner Schreibgruppe vorlesen, die Kritik der Mitglieder der Schreibgruppe umsetzen, noch einmal Korrekturlesen. Und so ging das Kapitel um Kapitel. Das bedeutet, dass ich den Roman, noch bevor ich ihn fertig geschrieben hatte, im Prinzip schon mehrere Mal überarbeitet hatte.

Überarbeiten nach dem Schreiben

Das habe ich nun glücklicherweise hinter mir. Trotzdem haben ich und mein Roman noch immer einen langen Weg vor uns. Denn nun geht es ans Eingemachte. Angeregt von den Kommentaren der Kritikpartnerin und den Mitgliedern der Schreibgruppe sowie von meinen eigenen Überlegungen habe ich während dem Schreibprozess eine Liste von nötigen Änderungen angelegt. Diese umfasst Kleinigkeiten, wie die Verwendung von Markennamen oder Ticks der Figuren zu begrenzen oder erweitern, aber auch größere Aktionen, wie Backstorys zu erfinden, logische Lücken zu schließen, Figuren sympathischer zu machen, etc. Die Liste ist überwältigend und muss nun abgearbeitet werden.

Dafür habe ich den Roman in Abschnitte eingeteilt, die ich einen nach dem anderen überarbeite. Diese Abschnitte gehören thematisch zusammen und können eins bis drei Kapitel umfassen. Gerade habe ich die Überarbeitung am zweiten Abschnitt (Kapitel 2-4) beendet, was ungefähr einen Monat gedauert hat. Als erstes lese ich den Abschnitt und erstelle eine Liste der Szenen. Hinter jede Szene schreibe ich Änderungsideen. Als Nächstes geht es daran, die geplanten Änderungen umzusetzen. Das ist eine langwierige und mühselige Arbeit. Währenddessen notiere ich mir außerdem einige Dinge: Inhalt (Hauptplot und Nebenplot), gute Formulierungen, Beschreibungen der Figuren und mehr. Das hilft mir, Ungereimtheiten oder Wiederholungen zu finden. Außerdem wird es mir später beim Verfassen des Exposés hoffentlich nützlich sein. Wenn ich dann (endlich) alles umgesetzt habe, lese ich den Abschnitt noch einmal, um sicher zu gehen, dass ich nicht irgendetwas total verdreht habe.

Damit werde ich wohl noch eine ganze Weile beschäftigt sein. Nach dieser Überarbeitungsphase habe ich vor, den kompletten Roman noch einmal Korrektur zu lesen und noch einmal einfach so zu lesen, um zu sehen, ob er überhaupt noch Spaß macht. Außerdem möchte ich den ersten drei Kapiteln noch mehr Aufmerksamkeit widmen, da diese die Leseprobe werden sollen. Zusätzlich hoffe ich, dass entweder das ganze Buch oder aber zumindest die ersten drei Kapitel noch einmal sowohl von einer Person gelesen werden, die Ahnung von Literatur hat (also eventuell eine professionelle Lektorin), als auch von ein paar Menschen aus meiner Zielgruppe (Jugendliche). Dies wird natürlich weitere Korrekturen und Änderungen nach sich ziehen.

Wenn ich auf meinen Überarbeitungs-Prozess schaue, dann kommt es mir oft vor, als würde er nie ein Ende finden. Doch ich dachte dasselbe über meinen Schreibprozess, als ich begonnen habe. Ich schreibe sporadisch und mit Pausen seit meiner Kindheit, doch ich habe noch nie einen Roman veröffentlicht. Es ist mein größter Traum. Ich bin froh über meine Liebe zum Schreiben, auch wenn sie mich manchmal verzweifeln lässt. Trotzdem glaube ich nicht wirklich an Talent und Genialität. Ich glaube an harte Arbeit und Disziplin.

Wie überarbeitet ihr eure Buchprojekte, Kurzgeschichten, Lyrik etc.? Ich freue mich über Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

 

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Leserückblick: Gelesene Bücher Januar bis März

Auf den meisten Buchblogs finden sich Monatsrückblicke der gelesenen Bücher. Für mich ist ein monatlicher Rückblick allerdings unnötig, denn erstens poste ich nur einmal pro Woche und möchte nicht aus jedem vierten Post einen Lesemonat-Beitrag machen und zweitens lese ich nicht so viel, dass es sich wirklich lohnt, alle vier Wochen darauf zurückzublicken. Deshalb habe ich mich entschieden, pro Quartal einen Leserückblick zu posten. Hier kommt also mein erster Leserückblick überhaupt – zu den Monaten Januar bis März, in denen sich doch einige gelesene Bücher angesammelt haben.

Gelesen für die DasSuBabc Challenge

Für die SuBventur-Challenge von KeJas BlogBuch habe ich nur Bücher von meinem SuB gelesen. Meine Leseliste umfasste 15 Bücher für 14 der Aufgaben der Challenge. Davon habe ich sieben Bücher gelesen. Dass ich es in den zwei Monaten (ich hatte die Challenge etwas spät begonnen) nicht schaffe, alle Bücher zu lesen, war mir klar, deshalb bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ohne die Challenge hätte ich mit Sicherheit weniger von meinem SuB gelesen!

Nichts von Janne Teller

Aufgabe: B – Nur was für „Babys“? Lies ein Buch aus dem Bereich Kinder- und Jugendbücher

Das erste gelesene Buch für die Challenge war leider gleich mein Monatsflop. In dem Jugendbuch Nichts macht sich eine Schulklasse daran, den Sinn des Lebens zu finden, nachdem ihr Schulkamerad sagt, dass es diesen nicht gibt. Deshalb bauen die Kinder einen Berg der Bedeutung. An sich finde ich die Idee und das Konzept des Buchs super. Mein Problem war, dass ich absolut nicht auf das vorbereitet war, was dann in der Handlung geschieht. Ich hatte mich auf eine inspirierende Geschichte über den Sinn des Lebens gefreut und war umso geschockter, als der Plot in eine komplett andere Richtung ging. Die Dinge, die die Kinder dem Berg der Bedeutung opfern müssen, werden immer extremer und das Buch wird nach einer Weile richtig düster und verstörend. Es wird als Jugendbuch vermarktet, was ich für unangebracht halte. Ich möchte nicht spoilern, aber ich sollte doch erwähnen, dass in Nichts Vergewaltigung, Gewalt, Leichen und Schändung religiöser Symbole vorkommen und dass ich allen, die mit diesen Themen Probleme haben, davon abrate, es zu lesen.

Bewertung: Zwei von fünf Punkten ++

She von Thomas Karsten

Aufgabe: W – Lies ein Buch mit weniger als 500 Seiten (aber mind. 100!)

Für diese Aufgabe habe ich das Fotobuch She gelesen. Es beinhaltet Aktfotografien der Ex-Freundin von Thomas Karsten sowie Interviews mit Fotograf und Model über die Entwicklung ihrer Beziehung. Das Zusammenspiel von Bildern und Text hat mir sehr gut gefallen. Meine Rezension zu She findet ihr hier.

To Kill A Mockingbird von Harper Lee

Aufgabe: U – Lies ein Buch eines dir unbekannten Autors oder Verlags

To Kill A Mockingbird ist ein amerikanischer Klassiker über den Rassismus der 30er Jahre in den Südstaaten der USA. Ich war begeistert von diesem Buch und dachte lange, dass es mein Quartalsfavorit wird, doch dann wurde es doch noch vom letzten Buch, das ich gelesen habe, in den Schatten gestellt. Trotzdem ist To Kill A Mockingbird ein wundervoller Roman, den ich jedem ans Herz legen möchte. Meine Rezension findet ihr hier.

Bewertung: Vier von fünf Punkten ++++

Die Nacht der Masken von Ines Witka

Aufgabe: Q – Quatsch machen, lies etwas total Verrücktes bzw. Fantasievolles:

Ich war mir erst nicht sicher, ob Die Nacht der Masken zu dieser Aufgabe passt, doch das tat sie perfekt, denn dieses Buch war definitiv das Verrückteste (im Sinne von das Ausgefallenste), das ich in diesem Quartal gelesen habe. Es handelt sich um eine Reportage über die exklusivste Erotikparty der Welt. Es beginnt relativ harmlos mit dem Erlebnisbericht der Autorin und einem Interview mit dem Pianisten des Events, doch wenn es dann an die Interviews mit den Gästen geht, werden die Storys bald sehr verrucht und sexy. Es hat mich absolut fasziniert, einen Ausflug in diese Welt der Sexpartys zu machen.  Viele der Gespräche drehen sich entweder um das Thema Swingen oder um BDSM, doch man muss diese Vorlieben nicht persönlich teilen, um sich von diesem Buch inspirieren zu lassen. Die Nacht der Masken hebt sich dadurch hervor, dass sie sehr teuer ist, weshalb die Gäste und das komplette Ambiente eine Atmosphäre von Luxus und Eleganz umgibt, was ich als reizvoll empfand. Die Nacht der Masken ist definitiv alles andere als erotische Schundliteratur, schon allein weil es eine Reportage über ein Event ist, dass tatsächlich so stattfindet. Allen, die auch gerne mal etwas heißere Literatur lesen, kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Außerdem ist es rein optisch wunderschön gestaltet mit einem hübschen Einband, vielen edlen Goldtönen, professionellen Fotografien und einem tollen Layout.

Bewertung: Vier von fünf Punkten ++++

Geld von Sigrun Casper (Hg.)

Aufgabe: K – Kaum Worte – lies ein Buch mit nur einem Wort als Titel (ohne Untertitel!)

Geld ist eine Anthologie, die Sachtexte, Prosatexte und Lyrik rund um das Thema Geld sammelt. Ich habe Politische Theorie, Soziologie und auch ein bisschen Volkswirtschaft studiert, also bin nicht gerade Anfänger in Sachen Geldwirtschaft, doch das Buch ist für Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet, da es eine große Vielfalt an Texten bietet. Wie das bei einer Anthologie so ist, haben mir manche Texte besser gefallen als andere. Dabei habe ich aber auch einige Lieblinge entdeckt. Zu meinen Highlights in Geld gehörten u.a. einige der Gedichte, ein Interview über Superreiche, ein Text über die Freiheit des Nicht-Kaufens, ein dystopischer Blick in eine Zukunft voller Armut, eine Erzählung über Flötenspielerinnen im alten Athen, ein Gespräch über die Macht des Geldes und ihre Grenzen sowie ein Zitat, das mich zum Nachdenken angeregt hat: „Doch längst leben wir nicht mehr in einer Bedarfsdeckungsgesellschaft, sondern in einer Bedarfsweckungsgesellschaft“ (Adrian Lobe).

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Der Marsianer von Andy Weir

Aufgabe: E – Lies ein eBook

Nun komme ich zu meinem absoluten Quartalsfavorit! Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war auch mit Abstand das Beste. Ich hatte eigentlich nicht vor, Der Marsianer zu rezensieren, da das dann schon mein dritte Post zu demselben Autor wäre und ich bin ja nicht der Andy Weir Blog, aber jetzt bin ich so begeistert, dass ich doch eine Rezension posten werde. Deshalb will ich hier noch gar nicht so viel über dieses Buch sagen, außer dass es phänomenal ist!

Bewertung: Fünf von fünf Punkten +++++

Abgebrochen

Die Zeit vor der Zeit von Heinz R. Pagels

Aufgabe: I – Lies ein informatives Buch (Sachbuch)

Eines der Bücher, die ich für die DasSuBabac Challenge gelesen habe, musste ich leider abbrechen, weil es mir gar nichts gebracht hat. Die Zeit vor der Zeit ist nicht, wie ich erwartet hatte, ein Sachbuch über die Zeit, sondern ein Lehrbuch über die Entstehung der Sonnensysteme und Galaxien, wie es schon viele gibt. Ich kenne mich bereits ein bisschen aus mit Astrophysik, weshalb mich dieses Buch nicht reizen konnte und ich es nach ein paar Kapiteln zur Seite gelegt habe. Ich finde auch den Titel falsch gewählt, denn die beschriebenen Entwicklungen fanden eben nicht vor der Zeit statt, sondern bereits in und mit der Zeit.

Weitere gelesene Bücher

Bevor ich die Challenge begonnen habe, hatte ich im Januar bereits zwei Bücher gelesen: eines welches ich mir brandneu als E-Book gekauft habe und ein weiteres von meinem SuB.

My Salinger Year von Joanna Rakoff

My Salinger Year erzählt von der Arbeit in der Literaturagentur, die J. D. Salinger vertritt. Die Protagonistin arbeitet als Assistentin von Salingers Agentin, ohne je eines seiner Bücher gelesen zu haben. Sie beschreibt den Arbeitsalltag und den Hype um den Autor. My Salinger Year ist ein autobiografischer Roman und nicht gerade das aufregendste Buch aller Zeiten, denn die Handlung ist recht alltäglich. Trotzdem war es für mich, die Erfahrung in der Literaturbranche hat und sich für diese interessiert, spannend zu lesen. Ich konnte mich mit der Protagonistin identifizieren und habe mir einige schöne Zitate herausgeschrieben. Für Literaturfreunde könnte dieses Buch auf jeden Fall etwas sein, allerdings sollte man doch ein bisschen Vorwissen zu J. D. Salinger mitbringen und zumindest mal seinen berühmten Roman Der Fänger im Roggen gelesen habe.

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Artemis von Andy Weir

Das neue Buch von Andy Weir erzählt von der ersten Stadt auf dem Mond, Artemis, und von der Schmugglerin Jazz, die einen Auftrag erhält, der sich als gefährlicher entpuppt, als erwartet. Zu Artemis habe gemischte Gefühle. Einerseits war es oft spannend, andererseits haben mir die Darstellung der Beziehungen sowie vor allem die Flashbacks nicht zugesagt. Meine Rezension findet ihr hier.

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Im Lesequartal Januar bis März habe ich mehr gelesen, als für mich üblich, was sicher an der Challenge liegt, aber auch an der Inspiration, die mir mein Blog und das Lesen andere Buchblogs schenkt. Insgesamt habe ich neun Bücher gelesen. So kann es weitergehen!

 

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Rezension: To Kill A Mockingbird von Harper Lee

Genre: American Classic | Erscheinungsjahr: 1960 |Deutsche Übersetzung: Wer die Nachtigall stört | Taschenbuch: 448 Seiten | Verlag: Rowohlt  |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3499217548

Kurzinhalt

To Kill A Mockingbird erzählt die Geschichte einer Kindheit im Alabama der 1930er Jahre. Die beiden Geschwister Scout und Jem verbringen regelmäßig die Sommerferien mit ihrem Freund Dill. Dabei lernen sie auch ihre Nachbarn gut kennen. Nur die Familie Radley lässt sich selten blicken und vor allem über den Sohn mit dem Spitznamen Boo gibt es viele Legenden und Gerüchte. Als Scout und Jems Vater, der Anwalt Atticus, den Auftrag erhält, einen schwarzen Mann vor Gericht zu verteidigen, brechen die Kämpfe der Erwachsenen in die Lebenswelt der Kinder ein.

Eigene Meinung

Dieses Buch hat mich definitiv positiv überrascht. Ich hatte vor Jahren mal die ersten paar Seiten gelesen und dann aufgegeben. Seitdem liegt es auf meinem SuB rum. Nun habe ich ihm für die #DasSuBabc Challenge doch noch einmal eine Chance gegeben und ich bin so froh über diese Entscheidung! Letzten Endes gibt es doch immer einen Grund, weshalb Bücher zu Klassikern wurden. Hier ist es der hervorragende Umgang mit dem Thema des Rassismus.

Rassismus wird in To Kill A Mockingbird als etwas vorgestellt, das für die Südstaaten-Gesellschaft der 30er zum Alltag gehört und kaum hinterfragt wird. Mit dem Fall eines schwarzen Mannes, der der Vergewaltigung eines weißen Mädchens bezichtigt wird, erhält der Rassismus in der Geschichte Eingang in die Justiz. Der Vater Atticus hält zwar stur an der Hoffnung fest, dass die Freiheit der Justiz den Vorurteilen der Menschen überlegen ist, doch weiß er auch, dass seine Aufgabe als Pflichtverteidiger nicht einfach sein wird, da der Rassismus so tief in seiner Gesellschaft verankert ist.

Die einzigen Figuren, die das rassistische Denken der Bevölkerung nicht nachvollziehen können, sind die Kinder. Hier wird schön gezeigt, wie unerklärlich das Phänomen Rassismus im Prinzip ist. Deshalb war die Entscheidung, die Leser die Geschichte durch die Augen der kleinen Scout sehen zu lassen, definitiv die Richtige! Scouts Unwissen und Unverdorbenheit in dieser Sache sind teilweise wirklich rührend. Den Rassismus aus einer kindlichen Perspektive mitzuerleben, ließ ihn letztlich noch grausamer erscheinen. Leider konnte ich vieles, das in dem Buch beschrieben wurde, in unserer heutigen Gesellschaft wiedererkennen, ganz besonders die Darstellung des amerikanischen Gerichtssystems. Deshalb ist To Kill A Mockingbird heute so aktuell wie eh und je.

Die beiden Kinder Scout und Jem habe ich schnell ins Herz geschlossen. Mit dem Vater Atticus – der aufrichtige Held, der stets alles im Namen der Gerechtigkeit tut – hatte ich allerdings manchmal meine Probleme. Ich verstehe, dass es für die Geschichte wichtig ist, dass Scout und Jem solch ein Vorbild haben, doch persönlich hätte ich Atticus nicht gerne als Vater. Er tut immer das Richtige, auch wenn das bedeutet, seine eigenen Kinder in Gefahr zu bringen.

Der Grund, weshalb ich das Buch damals nach ein paar Seiten abgebrochen habe, ist, dass am Anfang wenig passiert. Und das bleibt auch so für ganze 100 Seiten. Wir lernen die Figuren und die Gesellschaft kennen. Aber als dann endlich der Hauptplot, die Gerichtsverhandlung, begann, konnte ich das Buch plötzlich gar nicht mehr zur Seite legen. Ich kann versprechen, dass es sich auf jeden Fall lohnt weiterzulesen, denn die Geschichte wird noch richtig spannend und aufregend. Außerdem war ich beeindruckt, wie am Ende mehrere Plots, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten, elegant zusammengeführt wurden. Erst nach dem Lesen ist mir aufgefallen, dass ich vieles schon hätte voraussehen können, wenn ich die ersten 100 Seiten ein bisschen aufmerksamer gelesen hätte. Insgesamt hat mir das Buch deshalb sehr gut gefallen. Es ist eine einwandfrei konstruierte Geschichte über ein schwieriges Thema.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

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Rezension: Artemis von Andy Weir

Genre: Science Fiction | Erscheinungsjahr: 2018 | Taschenbuch: 432 Seiten | Verlag: Heyne Verlag  |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3453271678

Kurzinhalt

Artemis ist die erste und einzige Stadt auf dem Mond. Dort lebt Jazz, ein Botenmädchen, das sich nebenbei Geld mit illegalen Schmugglerdiensten verdient. Ein reicher Geschäftsmann heuert sie an, einen durch und durch verbotenen und auch gefährlichen Auftrag auszuführen. Sie nimmt an, ohne zu wissen, dass der Auftrag sie in ein Gewebe aus Machenschaften und Problemen stürzen wird, aus denen es unmöglich scheint, sich wieder herauszuwinden.

Eigene Meinung

Ich bin ein riesen Fan des Films Der Marsianer und des Autors des gleichnamigen Buchs, Andy Weir. Als nun sein neues Buch erschien, habe ich gleich zugeschlagen. Ich habe das Buch in Englisch gelesen, in Deutschland erscheint die Übersetzung erst morgen (5. März). Meine Erwartungen waren ziemlich hoch und das obwohl ich ansonsten nur selten Science Fiction lese. Mit Artemis habe ich mich auch noch gleich an ein technisch extrem detailliertes Werk gewagt, denn die naturwissenschaftlichen Gegebenheiten des Mondes wie auch die Technik des Schweißens spielen eine große Rolle.

Bei Letzterem ist es mir manchmal etwas schwer gefallen zu folgen, doch meistens habe ich mich schon zurechtfinden können. Ersteres war hingegen das Beste an dem Buch. Andy Weir beschreibt das Leben auf dem Mond, so wie es tatsächlich aussehen würde. Das war absolut faszinierend mitzuerleben. Der komplette Science Fiction Teil von Artemis war großartig – da merkt man, dass hier ein Autor am Werk ist, der sich wirklich auskennt.

Was mich hingegen weniger überzeugt hat, waren die persönlichen Beziehungen, die in Artemis präsentiert werden. Ich verstehe, wieso es einen Ausgleich zur reinen Science Fiction Handlung geben muss, doch leider fand ich die Beziehungen der Protagonistin, Jazz, oft klischeehaft und schwer nachvollziehbar.

Was mich an dem Buch aber am meisten störte, war Jazz‘ Backstory, die in eingestreuten alten Emails, die sie und ihre Brieffreund auf der Erde sich jahrelang hin- und herschickten, erzählt wird. In den ersten zwei Dritteln des Buchs endet jedes Kapitel mit solchen Mails, was ich als extrem störend empfand, weil es aus der spannenden Haupthandlung herausreißt. Ich bin sowieso kein Fan von Flashbacks. In diesem Fall haben sie mich sogar noch mehr geärgert, weil die Informationen, die sie vermitteln, entweder vollkommen irrelevant für die Haupthandlung waren oder aber in einem kurzen Abschnitt erklärt hätten werden können, ohne eine komplette ermüdende Mailkorrespondenz dafür zu bauen. Für mich haben diese Flashbacks das Buch leider wirklich ein bisschen ruiniert. Zum Glück gab es im letzten Drittel von Artemis keine Flashbacks mehr, sodass zumindest das Ende mich total fesseln und begeistern konnte.

Interessant ist außerdem, dass in Artemis ein männlicher Autor aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin schreibt. Teilweise war mir Jazz ein bisschen zu sarkastisch und selbstzerstörerisch, doch alles in allem habe ich ihrer Erzählstimme gerne zugehört. Ich mochte, dass Jazz nicht die übliche naive weibliche Heldin ist, die nur so durch das Geschehen stolpert, sondern extrem intelligent und durchdacht in gefährlichen Situationen. In diesem Sinne war Jazz für mich, trotz ihrer fragwürdigen Lebensentscheidungen, durchaus eine Figur, zu der ich aufschauen kann. Außerdem hat mich ihre zynische Art das ein oder andere Mal zum Lachen gebracht, was die komplizierte Thematik des Buchs aufgelockert hat.

Trotzdem kann ich Artemis leider nur eine mittlere Wertung geben. Die Science Fiction und Actionteile waren hervorragend, doch die Darstellung der Beziehungen der Figuren untereinander und vor allem die nervigen Flashbacks im Mail-Format haben die Spannung zerstört.

Bewertung

+++  Drei von fünf Punkten

 

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