Science Fiction Challenge 2019 Update

Jetzt sind wir schon eineinhalb Monate im neuen Jahr und damit auch so lange bei der Science Fiction Challenge 2019. Ich beglückwünsche mich für die Idee dieser Challenge, denn mein Lesekonsum ist dadurch deutlich gestiegen und natürlich motiviert es noch mehr, dass andere Leute mich bei diesem Abenteuer begleiten. Deshalb möchte ich euch bei diesem Update auch als allererstes die anderen Blogger vorstellen, die bisher bei der Challenge mitmachen. Wenn ich jemanden vergessen habe, tut mir das sehr leid! Gebt mir einfach Bescheid und ich ergänze euch.

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Neuzugänge im Januar

In diesem Monat durften meine Nachbarn ständig Päckchen für mich entgegennehmen, weil ich öfters Buchpost erhalten habe. Teilweise habe ich diese bestellt oder bereits erwartet, teilweise kam sie aber auch für mich überraschend, was mich dann natürlich umso mehr gefreut hat. Deshalb ist es an der Zeit, euch meine Neuzugänge vorzustellen.

Das Buch der Zukunft von Andreas Eschbach

Wahrscheinlich habt ihr mittlerweile mitbekommen, dass 2019 für mich das Jahr der Science Fiction wird. Da mich das Thema nicht nur als Leserin, sondern auch als Autorin interessiert, möchte ich mich tiefergehend mit der Frage beschäftigen, wie unsere Zukunft aussehen könnte. Das Buch der Zukunft ist bereits zehn Jahre alt, also muss es definitiv ergänzt werden, doch ich finde es trotzdem spannend zu sehen, was Eschbach damals von der Zukunft erwartet hat, ob diese Prophezeiungen eingetroffen sind oder vielleicht noch auf sich warten lassen. Bisher habe ich nur die Einleitung gelesen, es stehen mir also noch einige Kapitel zu interessanten Themen bevor. Die Bandbreite der Themen, die sich Eschbach hier anschaut, hat mich dazu gebracht, das Buch zu bestellen. Außerdem finde ich den Titel einfach super! Ich habe noch nie ein fiktionales Buch von dem Autor gelesen, doch vielleicht werde ich das mal bald tun. Kennt jemand seine Bücher und kann mir was empfehlen?

Der geklonte Mensch von Alexander Kissler

Ich denke, ich kann verraten, dass mich, insbesondere bezogen auf ein von mir geplantes Schreibprojekt, vor allem das Thema Klonen interessiert. Leider habe ich kaum aktuelle populärwissenschaftliche Sachbücher zu diesem Thema gefunden, deshalb musste ich auch hier auf ein älteres Werk zurückgreifen. Ich bin trotzdem gespannt, was ich von Der geklonte Mensch lernen kann. Falls ihr Bücher aus den letzten Jahren kennt, die sich mit dem Klonen von Menschen und seinen wissenschaftlichen/rechtlichen/ethischen Problemen auseinandersetzen, wäre ich extrem dankbar für Empfehlungen! Dasselbe gilt für Romane zu dem Thema. In der Schule habe ich damals Never let me go (auf Deutsch: Alles, was wir geben mussten) gelesen und letztes Jahr habe ich außerdem Crashland gelesen, ein Buch, in dem es jede Menge Klone gab, auch wenn es da nicht ganz so biologisch plausibel vorging.

Der dritte Zwilling von Ken Follett

Um beim Thema Klonen zu bleiben, habe ich mir bei Medimops als drittes Buch noch Der dritte Zwilling bestellt. Dies scheint wohl eher in die Richtung Krimi zu gehen, was eigentlich nicht so meins ist, aber angeblich kommen darin gleich mehrere „Zwillinge“ vor, die eigentlich Klone sind – das reizt mich dann doch wieder. Ich bin gespannt, wie der Autor das Thema verarbeitet hat. Von Ken Follett habe ich bisher noch nie etwas gelesen, aber falls es mir gefällt, könnte ich mir ja mal seine anderen Bücher anschauen (in unserer Stadtbücherei gibt es jede Menge von ihm auf Lager, wie ich bereits gesehen habe). Auch hier wieder die Frage: Habt ihr Bücher von ihm gelesen und könnt ihr was empfehlen?

Mini-Konkursbuch Claudia Gehrke und der Verlag

Der konkursbuch Verlag ist ein kleiner Verlag in Tübingen, bei dem ich mein Volontariat absolviert habe. Ich bin immer noch regelmäßig mit der Verlegerin Claudia Gehrke in Kontakt und mache hin und wieder bei ihren Buchprojekten mit. Letztes Jahr hat der konkursbuch Verlag seinen 40. Geburtstag gefeiert. Als Geschenk für die Verlegerin haben alle möglichen Bekannten (mich eingeschlossen) Texte für und über sie geschrieben. Vor ein paar Wochen hat mich dann überraschenderweise dieses Buch erreicht, was all unsere Texte, Fotos und mehr enthält. Ich habe mich total gefreut, vor allem, weil ich gar nicht damit gerechnet habe, dass das ein echtes, gedrucktes Buch wird! Dieses Buch zu lesen wird sicher eine schöne Erfahrung, weil ich mich mit den Texten an all die wundervollen Menschen erinnern kann, die ich während des Volontariats kennengelernt habe. Das Buch gibt es nun wohl auch zu kaufen, also falls es euch interessiert, könnt ihr einfach auf der Verlagshomepage vorbeischauen.

Chinese Women von Thomas Karsten

Dieses Buch zu erhalten, hat mich wohl am allermeisten gefreut diesen Monat, denn erstens ist es einfach wunderschön gestaltet und der Fotograf Thomas Karsten ist wirklich ein Meister seines Fachs. Zweitens ist der Text in dem Buch von mir. Letztes Jahr hat mich Thomas Karsten angerufen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, etwas für sein neues Fotobuch zu schreiben. Da war ich natürlich gerne dabei, denn ich bin schon lange ein Fan seiner Arbeit. Das Buch sammelt jede Menge Fotos ein und derselben chinesischen Frau. Mein Text wiederum, der sich in vielen kurzen Abschnitten durch das ganze Buch zieht, erzählt von vier verschiedenen Begegnungen mit dieser Frau. So begegnet sie einem Mann, einer Frau, einem Fotografen und letztlich sich selbst. Es hat Spaß gemacht, diesen Text zu verfassen und zu übersetzen (denn das Buch ist bi-lingual) und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis vor allem in Kombination mit der hohen Qualität von den Bildern und dem Layout. Zu kaufen gibt es das Buch übrigens hier.

Da ich mich demnächst endlich mal in meine Science Fiction Challenge 2019 stürzen werde, werden sicher bald mehr Neuzugänge folgen. Dabei werde ich mich aber voraussichtlich darauf konzentrieren, die Bücher als eBooks zu kaufen oder in der Stadtbücherei auszuleihen.

Was ist ein Buch, das bei euch in letzter Zeit eingezogen ist und worüber ihr euch besonders freut? Kennt ihr manche meiner Neuzugänge und wie findet ihr die Bücher?

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SuB das Jahr 2019 Challenge – Leseliste

Auch dieses Jahr möchte ich wieder einen Versuch starten, um meinen SuB abzubauen. Dafür habe ich beschlossen, bei der SuB das Jahr 2019 Challenge von der Buchdrache mitzumachen. (Als hätte ich nicht schon genug zu lesen für meine Science Fiction Challenge 2019 :)). Ich bin also mal wieder mein Bücherregal durchgegangen, das im Moment ungefähr 45 ungelesene Bücher umfasst, und habe mir Bücher ausgesucht, die zu den Aufgaben der Challenge passen.

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1.       Eine starke weibliche Hauptfigur

Es ist mir tatsächlich auf den ersten Blick etwas schwergefallen, ein Buch für diese Aufgabe zu finden, was vor allem daran liegt, dass ich ja noch nicht weiß, wie die Hauptfiguren in den ungelesenen Büchern so sind. Ich habe mich jetzt aber für The Scarlet Letter (Der scharlachrote Buchstabe) von Nathaniel Hawthorne entschieden. Ich muss zugeben, dass ich dieses Buch einzig und allein aus dem Film Leicht zu haben mit Emma Stone kenne (den ich liebe), aber das genügt mir, um davon auszugehen, dass die Protagonistin auf irgendeine Weise eine starke Frau sein muss.

2.       Ein Buch in der Originalsprache

Das fällt mir einfach, da ich englische (und natürlich auch deutsche) Bücher fast immer in der Originalsprache lese. Es gab Extrapunkte für eine Sprache, die nicht Deutsch oder Englisch ist, aber meine restlichen Sprachkenntnisse sind einfach zu dürftig. Deshalb möchte ich hier das Buch If this world were mine von E. Lynn Harris lesen, das ich mal im Bücherbaum um die Ecke gefunden habe. Ich habe keine Ahnung, worum es geht, aber das Buch spricht mich an und es war sowieso bereits auf meiner SuB Leseliste von Dezember.

3.       Eine SuB Leiche

Auch für diese Aufgabe werde ich The Scarlet Letter zählen, denn das Buch habe ich schon seit ungefähr fünf Jahren und es zählt damit zu den ältesten ungelesenen Büchern in meinem Regal.

4.       Reihenteile

Tatsächlich habe ich nur sehr wenige Reihenteile auf meinem SuB, nämlich gerade mal zwei Bücher, wobei ich eines davon nur wegen den Illustrationen besitze. Das andere Buch ist Gemina, der zweite Teil der Illuminae-Akten, den ich im November gekauft habe. Ich freue mich schon riesig darauf, dieses Buch zu lesen, denn der erste Band hat mir ausgesprochen gut gefallen!

5.       Einzelbände

Für diese Aufgabe lese ich Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing. Dieses Buch habe ich (bzw. meine Mutter) bei der Frankfurter Buchmesse gekauft und ich bin im Moment dabei, es zu lesen. Ich muss sagen, bisher bin ich ziemlich beeindruckt, auch wenn Schätzings Stil an sich nicht so meins ist. Der Plot ist einfach genial!

6.       Lieblingsgenre

Mein Lieblingsgenre ist seit neuestem ja Science Fiction – zumindest glaube ich das. Denn so viel echte Science Fiction habe ich noch gar nicht gelesen. Viele der Sci Fi Bücher, die ich letztes Jahr genossen habe, wurden als Thriller verkauft und ich denke auch, dass mir gerade diese Übergangsbücher (man könnte sie Technikthriller nennen) gefallen. Deshalb möchte ich für diese Aufgabe Das Erwachen von Andreas Brandhorst lesen.

7.       Nicht-Lieblingsgenre

Hierfür habe ich beschlossen, mich an Wie du dir so ich mir von Woody Allen zu wagen, denn Anthologien lese ich normalerweise sehr selten (eigentlich nur, wenn ein Text von mir darin ist). Aber da es sich hier um Woody Allen handelt, hoffe ich auf ein lustiges und cleveres Büchlein.

8.       Ein Autor, der nicht aus der EU oder USA kommt

Diese Aufgabe war wirklich schwer. Ich habe nur ein einziges Buch gefunden, bei dem der Autor nicht aus der EU oder USA kommt, nämlich Augen eines blauen Hundes von Gabriel García Márquez. Der Autor kommt aus Kolumbien und mehr weiß ich über das Buch auch nicht. Es war mal ein Geburtstagsgeschenk.

9.       Ein LGBTQA+ Buch

Auch bei dieser Aufgabe muss ich zugeben, dass mir auf Anhieb nur ein Buch eingefallen ist, das dazu passt. Out-Takes von Axel Schock und Karin Schupp war ebenfalls ein Geschenk und sammelt unnützes Wissen über die LGBT-Szene. Ich bin gespannt, was ich davon lernen kann.

10.   Ein Buch eines Indie-Verlags

Hierfür lese ich im Moment bereits Über Bücher, eine Anthologie des konkursbuch Verlags, in der ich auch einen kleinen Text habe. Wie der Titel schon sagt, handelt das Buch von Büchern. Wie das bei Anthologien so ist, finde ich manche Texte besser als andere, doch generell werden viele spannende Themen rund ums Büchermachen und Lesen behandelt.

11.   Ein Buch, dass soooo gut

Es ist natürlich schwer zu beurteilen, welches Buch soooo gut sein wird, ohne die Bücher gelesen zu haben. Aber da mir die Illuminae-Akten_01 sehr gut gefallen haben, gehe ich davon aus, dass auch der zweite Teil Gemina super sein wird, deshalb zähle ich das Buch ebenfalls zu dieser Aufgabe.

12.   Ein Buch, das rausfliegt

Bei dieser Aufgabe dürfen wir ein Buch aus unserem SuB schmeißen. Hier habe ich zwei Bücher im Kopf, bei denen ich mich noch entscheiden muss, welches gehen soll. Eine Freundin hat mir seit Ewigkeiten Ich hab die Unschuld kotzen sehen von Dirk Bernemann ausgeliehen, aber ich bin einfach schon lange nicht mehr in der Stimmung für diese Art von Buch, deshalb finde ich, wäre es nur fair, aufzugeben und ihr das Buch zurückzugeben. Außerdem steht in meinem Regal noch Sense and Sensibility von Jane Austen, das mich eigentlich überhaupt nicht interessiert, weil es einfach nicht mein Genre ist. Ich sollte mal für die Uni Pride and Prejudice lesen und habe aus Versehen Sense and Sensibility gekauft und letztlich keines der beiden Bücher gelesen, sondern bloß den Film geschaut. Also falls euch Sense and Sensibility interessiert, gebt mir Bescheid und ich schicke es euch nur für das Porto zu.

Kennt ihr manche der Bücher, die ich mir für 2019 vorgenommen habe? Wie sieht es auf eurem SuB so aus im Moment? Macht ihr auch bei einer SuB Challenge mit? Ich freue mich über Kommentare!

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Leserückblick: Gelesene Bücher Oktober bis Dezember

Ich kann kaum glauben, dass mein erstes Jahr auf diesem Blog schon fast wieder vorbei ist und es deshalb bereits Zeit für den vierten Quartalsrückblick ist. Von Oktober bis Dezember habe ich sieben Bücher gelesen (darunter ein richtig Fettes) und es war sogar mein Jahreshighlight 2018 dabei!

An absolutely remarkable thing von Hank Green (Science Fiction)

Das Quartal hat nämlich gleich mit dem Highlight begonnen: Ich habe schon so lange auf Hank Greens Debutroman gewartet, dass ich es natürlich sofort verschlingen musste, sobald es bei mir ankam. Und ich habe es geliebt! An absolutely remarkable thing erzählt davon, wie die Menschheit auf neue Entwicklungen und fremde Besucher reagiert. Dabei beschreibt Hank Green sehr nah und intensiv, wie sich Ängste und Hass entwickeln, aber auch, dass es stets Menschen gibt, die an das Gute glauben. Es ist ein Buch mit der wundervollen Botschaft, dass wir stärker sind, wenn wir als Menschheit zusammenarbeiten. Es ist clever und witzig und herzerwärmend und spannend und mein absoluter Jahresfavorit! Hier geht es zur Rezension.

Bewertung:

+++++ – Fünf von fünf Punkten

Under Ground von S. L. Grey (Thriller)

Weiter ging es mit einem Thriller, den ich bei einem Gewinnspiel bei Weltenwanderer gewonnen habe. Die Idee war extrem interessant: Ein Haufen Superreicher hat sich für den Fall einer weltweiten Seuche oder einer ähnlichen Apokalypse Wohnungen in einem Bunker gekauft. Als die Grippe ausbricht, fliehen sie dahin, nicht ahnend, dass sie unter der Erde in eine noch gefährlichere Situation geraten, in der sich bald die Leichen häufen. Das Buch war auf jeden Fall schön creepy und man konnte mitfiebern und auch rätseln, was hinter den Ereignissen steckt. Trotzdem konnte ich mit dem Buch nicht richtig warmwerden, was vor allem an den Figuren lag. Keine einzige der Figuren war auch nur annähernd sympathisch, sondern sie befanden sich alle auf einer Skala von mitleidserregend bis psychopathisch. Ich habe nichts gegen zwiespältige Figuren, aber ich brauche als Ausgleich auch ein paar Sympathieträger, über deren Überleben ich mich zumindest ein bisschen freuen würde.

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

Ewiges Leben von Andreas Brandhorst (Science Fiction/Thriller)

Dieser Sci Fi Thriller hat ganze 702 Seiten und ist der Grund, weshalb ich im letzten Quartal nicht so viel gelesen habe. Doch das ist ein annehmbarer Grund, denn alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Wie der Titel schon sagt, geht es um die Suche (und vielleicht das Finden?) des ewigen Lebens. Andreas Brandhorst beleuchtet dieses Thema aus allen erdenklichen Blickwinkeln und wirft Fragen und Antworten auf, die mir vor der Lektüre nicht mal in den Sinn gekommen sind. Ein paar kleinere logische Fehler sowie eine Entwicklung am Ende des Buches hat mich dann leider ziemlich gestört, aber die Behandlung des Themas an sich fand ich trotzdem absolut faszinierend. Hier geht es zur Rezension und hier zu meiner Erläuterung zu dem Problem mit dem Ende (Achtung! Letzterer Link enthält Spoiler.)

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

Crashland von Sean Williams (Science Fiction/Fantasy/Young Adult)

Dieses Buch habe ich spontan auf der Buchmesse mitgenommen. Es ist der zweite Teil einer Trilogie, aber ich konnte trotzdem gut reinfinden, vor allem da (so wie ich es verstanden habe) nur zwei Figuren aus dem ersten Teil im zweiten Teil vorkommen. Crashland spielt in einer Zukunft, in der es möglich ist, sich von einem Ort zum anderen zu beamen und auch sich zu klonen. Das sind die beiden großen Themen, um die es in diesem Buch geht. Die Welt, die wir hier kennenlernen, ist auf jeden Fall extrem interessant, doch leider kam mir ein großer Teil des Buchs eher wie zwecklose Action vor, denn das Buch konnte kaum in die Tiefe gehen, weil die Handlung so rasant war. Das Ende fand ich dann aber wieder sehr spannend und auch wirklich gut gelungen. Für Sci Fi Fans könnte die Reihe auf jeden Fall interessant sein.

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

Yes Please von Amy Pohler (Autobiografie)

Yes Please will ich schon seit Jahren lesen, deshalb habe ich gleich zugegriffen, als ich gesehen habe, dass es das Buch jetzt in einem kleineren und preiswerteren Taschenbuchformat gibt. Amy Pohler ist bekannt durch Saturday Night Live und Parcs and Recreation. Ich finde sie einfach superlustig und habe deshalb mit Freuden ihre Autobiografie verschlungen, in der sie erzählt, wie sie ihren Weg in das Comedy Geschäft gefunden hat, wie sie ihre Kinder bekam und vieles mehr. Wie erwartet, hält das Buch den ein oder anderen Lacher bereit und ist allgemein recht locker und leicht zu lesen. Was mich überrascht hat, ist, dass es auch ein paar wirklich ernste Kapitel gibt, in denen Amy Pohler vollkommen ehrlich von persönlichen Fehlern und Missständen in der Industrie erzählt. Diese Kapitel haben mich sehr beeindruckt. Das Buch kommt allerdings etwas zerstückelt daher, da es nicht chronologisch erzählt wird, sondern lose und teils nicht nachvollziehbar nach Lebensmottos und Ähnlichem sortiert wird.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

Faust von Johann Wolfgang von Goethe (Klassiker)

Ich habe mir schon lange vorgenommen, Faust noch einmal zu lesen, immerhin ist das letzte Mal nun schon bestimmt 11 Jahre her. Und ich bin froh, dass es auch dieses Mal eine schöne Leseerfahrung war. Natürlich fehlten mir die Diskussionen im Deutschunterricht dazu, aber andererseits konnte ich manche Dinge nun mehr wertschätzen, da ich älter bin und (hoffentlich) etwas mehr verstehe. Es ist faszinierend, was Goethe alles in dieses Drama steckt (in vielen Zeilen finden sich ironische Anspielungen auf das Weltgeschehen), während er gleichzeitig eine simple Geschichte der Verführung durch den Teufel erzählt. Es ist definitiv gerechtfertigt, dass dieses Buch immer noch gelesen wird.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

Faust II von Johann Wolfgang von Goethe (Klassiker)

Faust II war eigentlich der Auslöser für mein Goethe-Lesevorhaben, denn ich habe das Buch in einer Zu-Verschenken-Box gefunden und es mitgenommen, da ich es noch nie gelesen habe. Nachdem ich also den ersten Teil durchhabe, bin ich jetzt gerade dabei, Faust II zu lesen (jetzt, da ich das schreibe, ist es erst der 23.12., also gehe ich mal davon aus, dass ich das kleine Büchlein bis Ende des Monats beenden werde). Ich muss sagen, dass ich mir bisher mit diesem Drama etwas schwerer tue als mit seinem Vorgänger, weil es erstens politischer ist und weil ich es zweitens noch nicht kenne. Aber ich bin gespannt, was mir hier noch alles bevorsteht.
UPDATE: Ich habe das Buch mittlerweile beendet und muss leider sagen, dass ersmir nicht besonders gefallen hat. Für meinen Geschmack ging es zu stark um die griechische Mythologie. Vor ein paar Jahren hat mich das Thema auch interessiert, aber mittlerweile kann ich Goethes (und Schillers) Obsession mit dem Thema nicht mehr nachvollziehen. Generell habe ich viele von Goethes Weisheiten und Philosophien in dem Buch wiedergefunden und hatte den Eindruck, dass die Story darunter gelitten hat. Manche Passagen, in denen es nur um irgendwelche altgriechischen Sagen ging und Faust und Mephistopheles gar nicht vorkamen, habe ich sogar übersprungen. Trotzdem habe ich das Buch beendet, da ich wissen wollte, wie es ausgeht.

Bewertung:

++ – Zwei von fünf Punkten

 

Das war’s! Mein Lesejahr 2018 ist vorbei und ich habe es sehr genossen! Was habt ihr so in den letzten Monaten gelesen? Gerne könnt ihr Tipps mit mir teilen!

Außerdem: Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt, ich veranstalte eine Science Fiction Challenge 2019, also wenn ihr Fans des Genres seid, freue ich mich riesig, wenn ihr hier vorbeischaut und mitmacht!

Wir lesen uns im nächsten Jahr!

 

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Lieblingsbücher Special – Drei weitere Bücher aus meinem Lieblingeregal

Als ich letztens bei meinen Eltern zu Besuch war, habe ich mein Lieblingeregal dort durchstöbert und neben unzähligen Harry Potter und Gossip Girl Bänden, die ich ja hier schon besprochen habe, drei weitere Bücher entdeckt, die ich euch unbedingt vorstellen möchte.

Slated von Terri Terry (auf Deutsch: Gelöscht)

Ich habe bereits erzählt, dass mich die Hunger Games Trilogie wieder zum Lesen gebracht und mir außerdem Lust auf YA Dytopien gemacht hat. Die beste Buchreihe, die ich bis heute in diesem Genre gelesen habe, war definitiv die Slated Trilogie! Diese Bücher erzählen von einer Welt, in der die Erinnerungen von jugendlichen Straftätern gelöscht werden, sodass diese in einer neuen Familie noch einmal von vorne beginnen können. Der Protagonistin ist genau das wiederfahren, doch natürlich kommt ihre düstere Vergangenheit nach und nach doch wieder ans Licht – und zwar aus einem guten Grund, den ich euch hier nicht verraten möchte, denn das würde wirklich einiges vorwegnehmen.

Die Slated Bücher bringen einfach so viele originelle Ideen und Figuren mit sich. Die Vergangenheit der Hauptfigur ist absolut faszinierend und die moralischen Konflikte, die besprochen werden, sind nachvollziehbar und erscheinen unlösbar. Außerdem zeigt Slated für YA ungewöhnliche Figuren und Beziehungen, die ich so nicht erwartet hätte. Eine meiner liebsten Buchfiguren aller Zeiten kommt im zweiten Teil Fractured (auf Deutsch: Zersplittert) vor: Katran. Den zweiten Teil mag ich sowieso am liebsten, weil die Story einfach super ist. Aber mir gefällt die komplette Trilogie wirklich sehr.

The Catcher in the Rye von J. D. Salinger (auf Deutsch: Der Fänger im Roggen)

Dieses Buch habe ich an zwei Abenden durchgelesen, denn es ist nicht nur extrem kurz, sondern hat auch einen sehr flüssigen, umgangssprachlichen Schreibstil, der einen gewissen Sog ausübt. Es geht um einen Jugendlichen, Holden Caulfield, der mal wieder vom Internat geflogen ist und nun ein paar Tage in New York verbringt. Eigentlich beschwert er sich die ganze Zeit lang bloß über die Gesellschaft.  Im Prinzip ist Holden Caulfield ein ziemlich unausstehlicher Typ, der über alles und jeden herzieht, aber sein Humor und Sarkasmus haben auch mich in seinen Bann gezogen, sodass ich ihm gerne zugehört habe. Außerdem hat der Schreibstil mein eigenes Schreiben beeinflusst, den Schreiberlinge können auf jeden Fall etwas von Salinger lernen.

The Giver von Lois Lowry (auf Deutsch: Hüter der Erinnerung)

The Giver ist eines dieser Bücher, die meiner Meinung nach jeder mindestens einmal in seinem Leben lesen muss! Deshalb habe ich das Buch auch sämtlichen Freunden ausgeliehen (oder eher aufgezwungen). Es ist wie die meisten amerikanischen Klassiker recht kurz, erzählt aber trotzdem eine umfangreiche Geschichte. In The Giver geht es um eine Gesellschaft, in der jedem ein Beruf zugewiesen wird, in der es keine Zwillinge geben darf und in der die Menschen die Welt in Schwarzweiß sehen, weil sie (erzwungenermaßen) verlernt haben, Farben wahrzunehmen. Ein ziemlich trauriger Zustand also.

Doch dann wird der Protagonist, Jonas, zum Receiver (der Nachfolger des Hüters der Erinnerung) ernannt, demjenigen der das Wissen des Hüters empfängt – und damit das Wissen über so ziemlich alles auf der Welt. Natürlich ist dies eine ziemlich überfordernde Aufgabe, doch die Beschreibungen wie Jonas mit all diesen Infos und Bildern überflutet wird und schließlich sogar beginnt, Farben zu sehen, sind wirklich wunderschön und berührend. The Giver ist eine herzerwärmende Liebeserklärung an eine bunte Welt, die zwar chaotisch, dafür aber aufregender ist. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, und dazu führt, dass die Leser für Dinge dankbar sind, die sie zuvor als selbstverständlich hingenommen haben, wie zum Beispiel die Fähigkeit, Farben sehen zu können.

Habt ihr die Slated Trilogie, Catcher in the Rye oder The Giver auch gelesen? Wie fandet ihr sie?
Ich freue mich über Kommentare!

 

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Rezension: Die Illuminae Akten_01 von Amie Kaufmann und Jay Kristoff

Genre: Science Fiction | Erscheinungsjahr: 2017 | Hardcover: 608 Seiten | Verlag: dtv |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3423761833

Kurzinhalt

Der Planet Kerenza wird angegriffen. Die Überlebenden fliehen auf einer Flotte bestehend aus drei Raumschiffen. Doch Sicherheit ist noch immer weit entfernt, denn die Schiffe haben viel Schaden genommen, ihre Verfolger sind ihnen auf den Fersen und auch innerhalb der Flotte gibt es Geheimnisse und Gefahren. Letzteren versuchen die jugendliche Hackerin Kady und ihr Ex-Freund Ezra auf die Spur zu kommen.

Eigene Meinung

Was ein Buch! Der Plot lässt die Leser kaum zu Atem kommen, weshalb ich dieses Buch regelrecht verschlungen habe. Nicht nur sieht die Ausgangssituation schon ziemlich mies aus (eine Flotte auf der Flucht durch die endlosen Weiten des Weltalls), sondern dann geschehen auch noch eine Katastrophe nach der anderen. Ich will nicht im Detail verraten, was so alles passiert, doch ihr könnt euch darauf verlassen, dass es euch beim Lesen von Illuminae nie langweilig wird. Das allein würde reichen, um mich von dem Buch zu begeistern, denn für mich ist der Plot immer noch das Entscheidende an einer Geschichte.

Noch spannender wird dieser aber präsentiert durch das ausgefallene Format des Buchs, denn es handelt sich, wie der Name schon sagt, um eine Ansammlung von Akten. Es gibt also keine herkömmliche Erzählung, sondern chronologisch aneinander geheftete Mails, Chatverläufe, Berichte der Kameraüberwachung u.v.m. Ich liebe ja außergewöhnliche Layouts, deshalb war es für mich bereits Freude pur durch das Buch zu blättern, denn es ist extrem cool gestaltet. Außerdem führt dieses Format dazu, dass das Buch schnell und einfach zu lesen ist.

Die Protagonistin Kady war mir sofort sympathisch, weil sie nicht die typische jugendliche Hauptfigur ist, die irgendwie in den Plot stolpert, sondern sie mischt sich bewusst und aus Eigeninitiative ein. Sie ist eine begabte Hackerin und hat außerdem eine ausgeprägte Abneigung gegen Geheimniskrämerei. Außerdem gibt es noch Kadys Ex-Freund Ezra, der auf einem anderen Schiff der Flotte ist und dort zum Piloten ausgebildet wird. Ezra ist ein relativ gewöhnlicher Junge (Typ: der Sportstar der Schule), der in einer ungewöhnlichen Situation versucht zu überleben. Auch die Liebesgeschichte der beiden fand ich zur Abwechslung mal überhaupt nicht abgeschmackt, sondern süß und realistisch, was daran liegt, dass sich die Protagonisten schon lange kennen und deshalb eine Vertrautheit zwischen ihnen herrscht, als auch daran, dass die Lovestory dezent gehalten ist und hinter dem Sci Fi Plot zurücktritt. So soll es sein meiner Meinung nach.

Außerdem muss ich noch die KI AIDAN, die die Flotte steuert, erwähnen. Ein Großteil der Akten stammt aus Aidans Kern, sodass wir gerade zum Ende des Buches hin das Meiste aus seiner Sicht erleben. Das Dilemma, indem sich AIDAN und die vielen Menschen, die von ihm abhängig sind, befinden, fand ich extrem spannend. Die Teile aus AIDANs Sicht hätten meinetwegen etwas kürzer ausfallen können, aber ich will mich nicht an Kleinigkeiten aufhängen.

Illuminae zu lesen war wirklich ein Erlebnis! Als Leser wird man von einem Plottwist zum nächsten geschmissen. Dabei hat sich kaum etwas so entwickelt, wie ich erwartet hatte und trotzdem wurde mir am Ende alles gegeben, was ich wollte, wenn auch auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Deshalb habe ich Illuminae geliebt und mich oft den ganzen Tag lang darauf gefreut, es am Abend weiterlesen zu können: Es ist wirklich originell.

Kleine Anmerkung zu der Punktevergabe: Ich tue mir immer schwer damit, fünf Punkte zu vergeben. Das einzige Buch, dem ich bisher fünf Punkte gegeben habe, ist Der Marsianer von Andy Weir. Nun messe ich alles an Der Marsianer und da kann einfach nichts mithalten. Auch Illuminae ist nicht so gut wie Der Marsianer – einfach aus dem Grund, dass es winzige Probleme hat (zum Beispiel ähnelt sich der Humor der meisten Figuren einen Tick zu sehr), während Der Marsianer für mich perfekt war. Trotzdem war Illuminae viel besser als alle Vier-Punkte-Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, weshalb ich mich entschlossen habe, ihm auch fünf Punkte zu geben. Allen Sci Fi Fans kann ich dieses Buch von Herzen empfehlen!

Bewertung

+++ – Fünf von fünf Punkten

Wie hat euch Illuminae gefallen? Habt ihr schon Teil 2 und 3 gelesen? Die stehen mir noch bevor, aber ich freue mich riesig darauf! Könnt ihr mir andere Bücher empfehlen, die entweder aus dem Genre Science Fiction sind oder ein interessantes Format haben? Ich freue mich über Anregungen in den Kommentaren!

 

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Leserückblick: Gelesene Bücher Juli bis September

Das dritte Quartal von 2018 ist nun auch schon vorbei und ich kann stolz sagen, dass ich in diesen drei Monaten ganze neun Bücher gelesen habe. Für mich ist das eine beachtliche Leistung, an der  mit Sicherheit das Bloggen und Bookstagram Schuld sind. Dabei waren einige Highlights, aber leider auch ein paar Bücher, die mich so gar nicht überzeugen konnten.

Quantentheorie von Wilfried Stascheit, J.P. McEVOY, Oscar Zarate & Co. (Sachcomic)

Dieses Sachcomic war das letzte Buch, das ich noch für die #DasSuBAbc Challenge gelesen habe, und zwar zu der Aufgabe: G – Lies ein Buch dessen Genre kaum bis gar nicht von Dir gelesen wird. Quantenphysik ist auf jeden Fall ein extrem spannendes Thema, auch wenn es mir immer noch schwerfällt, es zu begreifen. Das Buch braucht allerdings sehr lange, um überhaupt einmal auf die Quantenphysik zu sprechen zu kommen. Mehr als die Hälfte des Buchs widmet sich früheren physikalischen Entdeckungen und ihren Entdeckern. Ich verstehe, dass das als Grundwissen wichtig ist, aber es hat sich oft ziemlich zäh angefühlt, vor allem weil den Biografien der Wissenschaftler viel Platz gegeben wird. Als es dann endlich mal zur Quantenphysik kam, muss ich zugeben, dass ich trotz Comicformat nicht wirklich durchblicken konnte. Das Thema ist und bleibt anspruchsvoll, egal ob es mit Bildern erklärt wird oder mit Wörtern.

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

Last Call at the Nightshade Lounge von Paul Krueger (Fantasy)

Mit Last Call at the Nightshade Lounge habe ich mich nach Langen mal wieder an ein Fantasy Buch gewagt und es war alles, was ich mir hätte wünschen können: Es war originell (es geht um Monster bekämpfende Barkeeper), zeitgemäß und nachvollziehbar. Das Buch könnt ihr in meiner Rezension besser kennenlernen.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

How To Be Bad von Lauren Myracle, E. Lockhart und Sarah Mlynowski (Jugendbuch)

Mit How To Be Bad begann mein kleiner (zwei Bücher umfassender) Jugendbuch Marathon. How To Be Bad ist eine unterhaltende Roadtrip-Geschichte, die auch vor tiefergehenden Themen wie Religion, Vorurteilen, Freundschaft und Krankheit nicht zurückschreckt. Auch wenn es mich nicht vom Hocker gerissen hat, war es doch eine angenehme Sommerlektüre. Die Rezension findet ihr in einem gemeinsamen Post mit der Besprechung von Mädchenmeute.

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs (Jugendbuch)

Da bleiben wir doch gleich beim Thema, dachte ich mir, und habe mit einem deutschsprachigen Jugendbuch weitergemacht. Mädchenmeute hat sogar den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten, weshalb ich sehr gespannt auf die Lektüre war. Doch dann konnte ich mit dem Buch überhaupt nichts anfangen. Es erzählt von einer Gruppe Mädchen, die aus dem Sommer-Survival-Camp abhauen und alleine im Wald leben. Klingt erst einmal reizvoll, doch leider fand ich sowohl alle Figuren als auch die Erzählstimme vollkommen unsympathisch und unnachvollziehbar. Mehr zu diesem Buch erfahrt ihr auch in meiner doppelten Jugendbuchrezension.

Bewertung:

++ – Zwei von fünf Punkten

Angefall von Susan Ee (Fantasy)

Da ich so gute Erfahrungen mit Last Call at the Nightshade Lounge gemacht habe, habe ich mich an ein weiteres Fantasy Buch gewagt. Leider hat mir Angefall mal wieder all das vorgeführt, was ich nicht an Fantasy mag, was mich zu meinem Post über meine Hassliebe zum Genre Fantasy inspiriert hat. Das Buch spielt in der Apokalypse, während der die Engel die Menschheit angegriffen haben und die wenigen Überlebenden nun in Angst und Terror leben. Klingt erst einmal ganz spannend. Doch dann dreht sich der komplette Plot um die jugendliche Penryn, deren Schwester von den Engeln entführt wurde, und den gefallenen Engel, Raffe. Die beiden reisen zusammen durch die apokalyptische Welt und – Überraschung! – stellen fest, dass sie sich nicht so sehr hassen, wie sie es sollten. Die „Liebesgeschichte“ empfand ich als total abgeschmackt, die Art wie Raffee mit Penryn umgeht als anmaßend. Ich habe mich gefreut, dass wir mit Penryn eine Protagonistin haben, die körperlich stark ist und sich selbst verteidigen kann, doch dann wird im Verlauf der Handlung doch wieder Raffe zum Held und Retter in der Not stilisiert. Die Engel werden klischeehaft gezeichnet, ganz besonders der „gefallene Engel“ Raffe, dessen große Enthüllung für Leute, die sich ein bisschen mit Engeln und der biblischen Apokalypse auskennen (oder Supernatural geschaut haben), keine Überraschung ist. Insgesamt fand ich einfach, dass man so viel mehr aus der Idee hätte machen können. Ich gehe davon aus, das der zweite Teil spannender ist, da er sich hoffentlich um die Widerstandsbewegung der Menschen (der einzige interessante Part von Band 1) drehen wird, doch trotzdem werde ich diese Buchreihe nicht weiterlesen, denn mehr Penryn und Raffe Szenen kann ich mir einfach nicht antun. Angefall mag den Geschmack vieler Fantasy Fans treffen, doch für mich war das Buch nichts.

Bewertung:

++ – Zwei von fünf Punkten

Now von Stephan Meier (Thriller)

Now hat mich während meinem Urlaub begleitet. Es ist nicht gerade eine seichte Urlaubslektüre, sondern teilweise recht langatmig und komplex, doch trotzdem konnte mich das Buch begeistern und vor allem zum Nachdenken anregen. Now ist ein Algorithmus, der das Leben aller Menschen bis ins kleinste Detail bestimmt. Für die auserwählten Menschen, die in den wenigen, utopischen Zonen leben, schafft er eine perfekte Welt. Alle anderen werden alleingelassen und versinken in Chaos und Gewalt. Es ist ein brutales Buch, doch dadurch, dass die Brutalität extrem detailreich und ausführlich hergeleitet und erklärt wird, wird sie irgendwie nachvollziehbar. Die Rezension zu Now findet ihr in einem gemeinsamen Post mit der Rezension zu Qualityland.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

Qualityland von Marc-Uve Kling (Roman)

Auch Qualityland erzählt von einer von Algorithmen kontrollierten Gesellschaft (deshalb auch der gemeinsame Post), doch es geht dabei in eine komplett andere Richtung. Now und Qualityland direkt hintereinander zu lesen, war ein Erlebnis, denn es hat mir die verschiedenen Facetten und Auswirkungen von Entwicklungen, die es heute bereits gibt, aufgezeigt. In Qualityland dreht sich alles um den Konsum. Die Algorithmen wissen besser als die Menschen, was diese wollen, selbst was die Partnersuche betrifft. Qualityland ist aber trotz des wichtigen Themas ein lustig-lockeres Buch, was an dem Schreibstil von Marc-Uve Kling und an den satirisch verdrehten Figuren liegt. Deshalb habe ich die Lektüre sehr genossen.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

Die Illuminae-Akten_01 von Amie Kaufman und Jay Kristoff (Science Fiction)

Dieses Buch will ich schon seit Ewigkeiten lesen, denn ich habe nichts als das Beste davon erwartet – und ich wurde nicht enttäuscht. Bereits das ausgefallene Layout hat mich absolut gefesselt, denn das Buch ist, wie der Titel schon sagt, eine Ansammlung aus Akten (Mails, Berichten, Chats, etc.) und dadurch originell und spannend. Doch auch die Geschichte an sich ist kaum zu übertreffen: Nachdem ein Planet angegriffen wurde, flieht eine Flotte mit den Überlebenden durch den Weltraum. Doch natürlich brechen alle möglichen Katastrophen aus – und zwar auf den Raumschiffen, auf denen es kein Entkommen gibt. Die Illuminae-Akten_01 konnte ich kaum zur Seite legen, weshalb es definitiv mein Quartalsfavorit war. Eine Rezension zu diesem Buch folgt.

Bewertung:

+++++ – Fünf von fünf Punkten

Digital Fortress von Dan Brown (Thriller)

Da ich noch nicht Teil 2 und 3 von den Illuminae-Akten habe und außerdem auf Buchpost warte, habe ich für die Zwischenzeit ein Buch aus meinem SuB gewählt: Digital Fortress. Bei dem Top Ten Thursday zu unseren 10 liebsten, männlichen Autoren ist mir wieder eingefallen, dass ich mehr von Dan Brown lesen will. Digital Fortress habe ich vor Jahren aus einer Kiste von Büchern, die eine Bekannte wegschmeißen wollte, gerettet. Es handelt von einem unbrechbaren Code namens Digital Fortress, dessen Veröffentlichung die NSA aus naheliegenden Gründen versucht zu verhindern. Bei den technischen Details merkt man schon, dass das Buch aus dem letzten Jahrhundert stammt, doch es ist trotzdem sehr spannend.

Kennt ihr eines oder mehrere meiner gelesenen Bücher? Seid ihr auch so ein Fan von den Illuminae-Akten? Ich freue mich wie immer über Meinungen und Anregungen in den Kommentaren!

 

 

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Top Ten Thursday 282: 10 empfehlenswerte Sachbücher

Ich freue mich immer, wenn Blogs sich auch mit Sachbüchern auseinandersetzen, denn ich lese gerne und viele Sachbücher und bin immer auf der Suche nach Büchern zu Themen, die mich faszinieren. Deshalb bin ich auch diese Woche wieder beim Top Ten Thursday dabei, denn das Thema der Woche ist: 10 empfehlenswerte Sachbücher. Die Bücher, die ich euch im Folgenden vorstelle, sind diejenigen, die mir spontan in den Sinn gekommen sind.

Habt ihr eines oder mehrere meiner TTT Bücher der Woche gelesen? Wie fandet ihr sie? Lasst mir einen Kommentar da – gerne auch mit dem Link zu eurer eigenen TTT-Liste, denn ich bin gespannt, welche Bücher ihr zusammengestellt habt!

1. Reality Hunger von David Shields

Reality Hunger war das erste Buch, das ich in meinem ersten Seminar im Master Deutsche Literatur gelesen habe. In dem Seminar ging es um Dokumentarliteratur (nach wie vor eines meiner liebsten Genres). Reality Hunger spricht unsere Sucht nach Medien, die sich als real ausgeben, an – egal ob es Reality Shows oder Autobiografien sind. Kennt ihr das, das ihr ein Buch oder einen Film gleich doppelt so ernst nehmt, wenn es am Anfang heißt: „Basiert auf realen Geschehnissen“? Genau das ist unser Reality Hunger. Die Idee ist, dass ein Werk irgendwie mehr recht hat zu existieren, weil es von realen Ereignissen handelt. Das kann man natürlich anzweifeln – ganz zu schweigen von der Frage, wie viel Realität in sogenannten „Reality Shows“ wirklich steckt.

Das Buch Reality Hunger ist an sich schon sehr ungewöhnlich und führt damit unsere Idee von Realität ad absurdum. Es gibt hunderte von Kapiteln, die nur einen Satz oder vielleicht mal ein paar kurze Abschnitte lang sind. Der Autor springt von Thema zu Thema und durchforstet dabei unsere komplette Gesellschaft. Das hat in meinem Seminar zu hitzigen Diskussionen geführt – denn das Buch provoziert sowohl inhaltlich als auch mit seinem Layout. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, auch weil ich den locken Stil David Shields genossen habe.

2. On Writing Well von William Zinsser

Wie ihr vielleicht wisst, schreibe ich gerne und bin ein Fan von Artikeln mit Tipps zum Schreiben. On Writing Well ist allerdings der einzige buchlange Schreibratgeber, den ich gelesen habe. Er handelt vom Schreiben von Non-Fiction Werken – seien es nun Reportagen oder eine Autobiografie. Besonders das Kapitel über die Autobiografie fand ich sehr spannend. Hängengeblieben ist bei mir unter anderem, dass eine Geschichte immer eine Struktur und eine Plotlogik haben muss – auch wenn sie auf dem wahren Leben basiert, das oft total chaotisch erscheint. Unser Leben hat vielleicht keinen Wendepunkt und Höhepunkt – aber das Buch darüber sollte dies trotzdem besitzen.

On Writing Well hat mir ebenfalls gut gefallen wegen William Zinssers Schreibstil und seiner Leidenschaft fürs Schreiben und Recherchieren. Er kann mich selbst mit einem Kapitel über Baseball begeistern, obwohl ich mich nicht weniger für Baseball interessieren könnte. Wer am Schreiben von Non-Fiction Texten interessiert ist, kann also einiges von William Zinsser lernen.

3. Das wilde Leben von Uschi Obermaier

Wo wir gerade von Autobiografien sprechen, darf natürlich auch eine Autobiografie in dieser Liste nicht fehlen. Ich hoffe zumindest, dass man Autobiografien zu den Sachbüchern zählt (laut Wikipedia gehören zumindest Biografien dazu). Lange war mein Lieblingsfilm Das wilde Leben über das Leben der 68er Ikone Uschi Obermaier. Später habe ich dann die gleichnamige Autobiografie gelesen und war absolut begeistert. Von ihrem Ausbruch aus der bayrischen Öde, über ihre Zeit in der Kommune 1 und ihre Affären mit Musikern wie Jimy Hendrix (den sie in dem Film unverständlicherweise weggelassen haben) und Keith Richards, bis hin zu ihrer Weltreise – Uschis Abenteuer haben mich fasziniert und zum Träumen angeregt.

4. Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels

Vor meinem Master der Deutschen Literatur habe ich im Bachelor Staatswissenschaften studiert mit den Schwerpunkten Soziologie und politische Theorie. Ich hatte zuerst als großen Schwerpunkt Politik, doch dann habe ich zur Soziologie gewechselt, weil ich erkannt habe, dass das einzige Feld der Politikwissenschaften, das mich wirklich interessiert, die politische Theorie ist. Zu Beginn meines Studiums hatte ich kein geringeres Ziel, als die perfekte Gesellschaftsform zu finden. Das habe ich natürlich nicht geschafft, aber trotzdem habe ich einiges gelernt und viele spannende Abende mit den Werken der großen politischen Theoretiker verbracht.

Marx und Engels waren wohl eher Wirtschaftstheoretiker, doch die Wirtschaft ist nun mal ein wichtiger Aspekt einer Gesellschaft. Das kommunistische Manifest (oder wie es eigentlich heißt: Manifest der kommunistischen Partei) habe ich mittlerweile sicher drei oder vier Mal gelesen. Ich habe es als Word Dokument auf meinem Computer und bei jedem Lesedurchgang unterstreiche und kommentiere ich, sodass das Dokument mittlerweile kunterbunt und ziemlich unübersichtlich ist. Ich habe auch Teile von Marx‘ Kapital gelesen, doch was ich am kommunistischen Manifest mag, ist dass es für die Allgemeinheit geschrieben ist. Im Gegensatz zum Kapital kann jeder das kommunistische Manifest verstehen. Es ist auch nicht besonders lang, deshalb würde ich jedem – unabhängig von ihrer oder seiner politischen Richtung – empfehlen, es einmal zu lesen. Denn noch heute baut so viel darauf auf.

5. Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau

Mein anderes Lieblingswerk aus meinem Studium der politischen Theorie ist Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Hierbei handelt es sich um ein komplettes Buch, doch auch dieses ist relativ gut verständlich. Rousseau beschäftigt sich mit der Entstehung von Eigentum und deren Konsequenzen und mit der Art und Weise, wie eine Gesellschaft organisiert werden kann. Auch wenn seine Ideen heute ziemlich utopisch wirken, können sie jede Menge Denkanstöße geben.

6. Das gelobte Land von Alexandra Pontzen und Axel Stähler (Hg.)

Ich weiß gar nicht, mit was das begonnen hat, aber letztes Jahr habe ich plötzlich ein riesiges Interesse für Israel entwickelt. Eine Weile war das nur so in meinem Hinterkopf, bis ich auf einem Bücherflohmarkt das Buch Das gelobte Land entdeckt habe (sowie eine Karte von Jerusalem). Im selben Semester hatte ich ein Seminar mit dem Titel „Niemandsländer“ (Länder, die niemandem oder mehreren gehören) und obwohl es darin nicht um Israel ging, dachte ich bei dem Thema sofort an den Gazastreifen und das Westjordanland. Deshalb habe ich eine Hausarbeit über Israel geschrieben (in der ich letztlich eher auf Ostjerusalem eingegangen bin).

Als Recherche habe ich als allererstes Das gelobte Land gelesen. Das Buch sammelt Texte über die israelische Geschichte von den alttestamentlichen Zeiten bis heute. Es ist extrem spannend (wenn auch nervenaufreibend und teils extrem frustrierend) und es hat mir einen guten Überblick über die Geschichte Israels gegeben. Die Hausarbeit über Israel ist bis heute meine liebste wissenschaftliche Arbeit, die ich je verfasst habe. Eines Tages hoffe ich, mal Jerusalem zu besuchen.

7. Wer schuf den Schöpfer von Ravi Zacharias und Norman Geisler

Wer schuf den Schöpfer habe ich in einer Zu-Verschenken-Box auf der Straße gefunden (wie so einige meiner Bücher) und es dieses Jahr gelesen. Es beantwortet kritische Fragen zum christlichen Glauben und geht dabei auf eine ganze Breite von Themen ein: Wissenschaft, Jesus, die Bibel, andere Religionen. Die Antworten sind meist recht wissenschaftlich gefasst, was mir gut gefallen hat. Sie stammen aber allesamt aus einer christlich-jüdischen Perspektive – das nur als kleine Warnung für atheistische Leser.

8. Wissenschaftliche Theorien in 30 Sekunden von Paul Parsons

Mein Mann (damals noch mein Freund) hat mir dieses Buch geschenkt. Er ist Naturwissenschaftler, während ich von solchen Themen recht wenig Ahnung habe. Tatsächlich stammt so ziemlich alles, was ich über Naturwissenschaft weiß, von meinem Mann. Doch dieses Buch hat mir einen guten Einstieg gegeben. Es geht dabei um wissenschaftlicher Theorien aller Art. Jede Theorie erhält eine Doppelseite. Dabei kann natürlich nicht auf die Einzelheiten eingegangen werden, aber zumindest weiß ich jetzt, worum es bei diesen Theorien überhaupt geht und habe einen Ansatzpunkt, falls ich mich tiefergehend mit ihnen beschäftigen möchte.

9. Die Kunst des Lügens von Simone Dietz

Letztes Jahr hatte ich ein extrem interessantes Blockseminar über Lügen in der Literatur. Dabei ging es um lügende Figuren und Erzähler bis hin zu der Frage, ob Fiktion nicht sowieso eine Lüge ist. Die Kunst des Lügens ist ein philosophisches Sachbuch über ebendie Frage, was Lügen eigentlich ist und was es nicht ist. Außerdem geht es sehr schön auf die Frage ein, ob Lügen immer eine verwerfliche Tat ist, oder ob es an sich ein neutraler moralischer Akt ist und erst die Intention bestimmt, ob das Lügen gut oder böse ist. Sehr spannend!

10. Die gestohlene Demokratie von Gabor Steingart

Es ist schon einige Jahre her, seit ich Die gestohlene Demokratie gelesen habe und ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal mehr wirklich, worum es geht. Doch ich erinnere mich noch gut daran, dass mich das Buch damals (das muss ungefähr 2010 gewesen sein) extrem beeindruckt hat. Ich denke, dass sich das Buch mit der Idee von mehr Basisdemokratie auseinandersetzt – eine Idee, mit denen sich auch heutige Leser wieder beschäftigen sollten. Das Buch steht noch bei meinen Eltern im Regal und ich denke, es ist an der Zeit, es mal wieder zur Hand zu nehmen.

 

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Rezension zweier Bücher über Algorithmen: Now von Stephan Meier und Qualityland von Marc-Uwe Kling

Now. Du bestimmst, wer überlebt von Stephan Meier

Thriller | Erscheinungsjahr: 2017 | Taschenbuch: 432 Seiten | Verlag: Penguin |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3328100492

Kurzinhalt

Die Welt ist voller Klimakatastrophen, Krisen, Armut und Hoffnungslosigkeit. Aus diesem Grund erschaffen Bill und Mitch den Algorithmus Now, der ausrechnen soll, wie die Menschheit ihrem Untergang entgehen und die Welt gerettet werden kann. Nows Lösung ist radikal. In einer rasenden Geschwindigkeit übernimmt Now alle Lebensbereiche und kreiert perfekte Zonen, die den Auserwählten das bestmögliche Leben bieten, während der Rest der Welt ausgeschlossen wird.

Eigene Meinung

Die Erzählung setzt irgendwann in der Zukunft ein, als Now bereits die Herrschaft ergriffen hat. Die Handlung auf der anderen Seite setzt (viel später im Buch) im Jahre 2026 ein. Die Leser stolpern durch Szenen in einer Zukunft, in der unsere jetzige Welt kaum noch zu erkennen ist, über Szenen, die vor der Übernahme von Now stattfinden und in denen die dargestellte Welt unserer noch erschreckend ähnelt, bis zu Szenen im Now.

Diesen Aufbau fand ich anfangs ein bisschen anstrengend, doch nachdem ich mich darauf eingelassen habe, habe ich erkannt, dass er durchaus sinnvoll ist. Denn gleich zu Beginn werden die Leser mit der abgefahrenen Zukunft gelockt, bevor sie sich erst einmal durch hunderte Seiten von Backstory kämpfen müssen – und das zurecht. Denn die Backstory ist essentiell, um zu verstehen und in einem gewissen Maße nachvollziehen zu können, wie es zu Now kommen konnte.

Das Bild, das Now von der Zukunft unserer Welt zeichnet, ist wirklich sehr düster. Im Prinzip ist die Idee, dass die Erde nicht überleben wird, wenn wir weiterleben wie jetzt. Da ist mit Sicherheit etwas Wahres dran. Die Konsequenz, die Now daraus zieht, ist natürlich sehr extrem, aber für eine Maschine irgendwie verständlich.

All das wird in Now wirklich hervorragend erklärt. Gerade durch die vielen Kapitel, die die Backstory und die technischen Grundlagen betreffen, blicken auch Leser, die wenig Ahnung von Technik haben (so wie ich), gut durch. Diese Genauigkeit, die das Buch teilweise sogar eher wie ein Lehrbuch erscheinen lässt (ganz besonders in ein paar Kapiteln, die eine Talkshow umfassen), war meiner Meinung nach die größte Stärke von Now. Man merkt, dass der Autor sich wirklich mit seinem Themengebiet auskennt.

Die Figuren haben sich für mich etwas distanziert angefühlt. Ich habe nicht wirklich mit ihnen mitgefiebert, sondern habe eher Now und seinen Folgen entgegengefiebert. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung. Denn obwohl es in Now auch um Liebe und Familie geht, um Vertrauen und Verrat, tritt all das in den Hintergrund im Vergleich zum Überleben der Menschheit.

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Genre. Now wird als Thriller verkauft, was in dem Sinne stimmt, da die ganze Welt bedroht ist. Doch wer sich nun Spannung pur vorstellt, wird enttäuscht werden. Tatsächlich liest sich Now mehr wie eine Gesellschaftsanalyse als ein Thriller. Höchsten zum Ende hin wird es ein bisschen spannend.

Ich fand sowohl die Beschreibungen von Eden (der perfekten Lebenszone) als auch die von all den Gebieten, die ausgeschlossen wurden und in denen nun apokalyptische Zustände herrschen, extrem faszinierend. Now schafft eine außergewöhnliche Vision, bei der die Leser selbst die Arbeit leisten müssen, sie zu hinterfragen. Denn Now ist nicht die böse KI, die die Weltherrschaft übernehmen will – ganz im Gegenteil.

Das Ende (und damit meine ich wirklich die letzten paar Sätze) habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden. Also falls ihr das Buch schon gelesen habt, können wir uns gerne darüber austauschen! Alles in allem war Now aber ein sehr originelles und gut durchdachtes Buch!

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

Qualityland von Marc-Uwe Kling

Roman | Erscheinungsjahr: 2017 | Hardcover: 384 Seiten | Verlag: Ullstein |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3550050152

Kurzinhalt

Deutschland gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Das Chaos, dass diese Nation ersetzt hat, wurde beendet von einer neuen Nation: Qualityland. In Qualityland tragen alle Leute als Nachnahmen den Beruf ihrer Mutter oder ihres Vaters. Sie haben digitale Assistenten und sind immer mit ihrem Qualitypad online. Die Algorithmen wissen, welche Produkte die Menschen sich wann wünschen und diese werden ihnen automatisch zugeschickt. Als der Protagonist, Peter Arbeitsloser, eines Tages einen Delfinvibrator zugeschickt bekommt, beginnt er, das System zu hinterfragen.

Eigene Meinung

Ich rezensiere Now und Qualityland in einem gemeinsamen Post, weil sich beide Bücher mit Algorithmen auseinandersetzen, dabei aber in komplett unterschiedliche Richtungen gehen. Während Now den Konsumkapitalismus quasi über Nacht abschafft, dreht sich in Qualityland das ganze Leben nur noch um den Konsum.

Meine Mutter, die mir das Buch ausgeliehen hat, tat das mit der Anmerkung, dass sie das Buch deprimiert habe, weil es sie zu sehr an unsere echte Welt erinnert habe. Denn auch für uns entscheiden ja schon die Algorithmen, welche Meldungen wir in den Sozialen Medien und welche Werbungen wir im Internet zu sehen bekommen. Es ist nur der logische nächste Schritt, dass uns die entsprechenden Produkte gleich zugeschickt werden.

Doch Qualityland geht noch weiter. Roboter haben viele Berufsbranchen komplett übernommen. Fake News und Rassismus haben einen Höhepunkt erreicht. Menschen sehen nur die Nachrichten, die zu ihrem Weltbild passen. Die Leute werden automatisch in Levels eingeteilt und diesen entsprechend behandelt. Und es geht weiter und weiter. Qualityland zeichnet ein überaus detailreiches und abstruses Gesellschaftsbild.

Trotzdem fand ich das Buch überhaupt nicht deprimierend. Ein Grund dafür ist natürlich, dass es witzig ist. Es lässt sich sehr schnell und einfach lesen. Und manche der Figuren haben auf jeden Fall ein Komikpotential. Ich sag nur: eine Android-Autorin mit Schreibblockade oder ein Sexroboter, der Liebeskummer hat. Einfach köstlich! Mir hat gefallen, dass die Maschinen hier nicht als Bösewichte dargestellt werden, sondern als Wesen, für die man Sympathie und Mitleid empfinden kann. Das Highlight in diesem Aspekt war für mich definitiv der marxistische Präsidentschaftskandidat/Roboter John of Us.

Auch der Protagonist ist nachvollziehbar. Peter Arbeitsloser wird in die Rolle eines hoffnungslosen Mannes am unteren Rand der Gesellschaft gezwängt und beginnt als trauriges Kerlchen. Doch dann ergreift er zumindest teilweise Eigeninitiative und will nicht mehr der sein, für den die Algorithmen ihn halten.

Auch Qualityland befasst sich also mit den Algorithmen und der Digitalisierung der Welt. Doch es liest sich weniger wissenschaftlich, sondern unterhaltsamer als Now. Qualityland hat mir deshalb mehr Spaß gemacht zu lesen, während Now mich mehr zum Nachdenken gebracht hat. Letztlich sind beides gute Bücher, die ich jedem empfehlen kann, der in einer digitalisierten Welt lebt (also so ziemlich jeder).

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

Kennt ihr eines oder beide der Bücher? Wie ist eure Meinung darüber?
Das würde mich total interessieren!

 

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Neuzugänge

In letzter Zeit durfte mal wieder das ein oder andere neue Buch bei mir einziehen, da ich mir nach monatelangem SuB Abbau ein paar Bücher geleistet habe und auch Bücher geschenkt bekommen habe.

Quality Land von Marc Uwe Kling

Dieses Buch hat mir meine Mutter geliehen, nachdem ich ihr empfohlen habe, es zu kaufen, weil ich wusste, dass es unserer gemeinsamen Vorliebe für technische Dystopien gerecht wird. Ich bin schon sehr gespannt darauf, doch bisher war ich noch nicht in der Stimmung dafür, da ich lieber etwas weniger Düsteres lesen wollte. Auf Buchblogs habe ich einige nicht ganz so begeisterte Rezensionen gelesen, doch ich freue mich darauf, das Buch selbst zu erleben.

Der Gott der kleinen Dinge von Arundhati Roy

Von diesem Buch schwärmen mir schon lange diverse Leute vor, deshalb habe ich es mitgenommen, als ich es in einem kleinen Buchregal auf der Straße, in dem Leute Bücher tauschen, entdeckt habe. Die Autorin ist Inderin und da ich halb-indisch bin, erwartet immer jeder von mir, dass ich es gelesen habe. Dabei habe ich glaube ich noch nie ein Buch eines indischen Autors gelesen. Es ist an der Zeit, das zu ändern.

Last Call at the Nightshade Lounge von Paul Kruger

Dieses Fantasy Buch über Monster bekämpfende Barkeeper habe ich als ersten von meinen Neuzugängen gelesen und es hat mich absolut begeistert. Meine Rezension dazu findet ihr hier.

How To Be Bad von E. Lockhart, Sarah Mlynowski und Lauren Myracle

How To Be Bad ist eine Roadtrip Geschichte für Jugendliche. Dieses Buch habe ich auch schon gelesen und ich habe gemischte Gefühle darüber, auch wenn es mir grundsätzlich gefallen hat. Wenn ich meine Gedanken dazu etwas sortiert habe, folgt eine Rezension. Sehr schön fand ich die drei verschiedenen Perspektiven, die, wie ich annehme, von je einer der drei Autorinnen geschrieben wurde. Erwähnenswert für potentielle Leser ist wohl auch, dass Religion (sowohl der Glauben als auch der Nicht-Glauben) eine große Rolle spielt.

Angelfall von Susan Ee

Von der Angefall Trilogie habe ich schon so viel Gutes gehört und jetzt, nachdem ich mich mit Last Call at the Nightshade Lounge wieder etwas an das Fantasy Genre gewöhnt habe, habe ich total Lust auf eine Fantasy Reihe. Ich hoffe, dass mir das erste Buch so gefallen wird, dass ich gleich weiterlesen möchte.

If this world were mine von E. Lynn Harris

Ich habe absolut keine Ahnung, worum es in diesem Buch geht, doch irgendwie hat es mich angesprochen. Bei meinem zweiten Trip zu dem Straßen-Bücherregal, um alte Bücher hineinzustellen, habe ich mir dieses Buch ausgesucht und mitgenommen. Es geht wohl um Freundschaft, was ich immer ein schönes Thema finde.

Erst Krieg dann Sex von Doris Lerche

Dieses Buch hat mir eine Bekannte zugeschickt und ich habe mich sehr über die überraschende Buchpost gefreut. Es handelt sich um einen Lyrik Band. Da ich so gut wie nie Lyrik lese und stets so meine Probleme mit Lyrik hatte, bin ich gespannt, ob mir das Buch gefallen wird. Ich würde mich nämlich sehr freuen, wenn ich endlich mal Gedichte finden würde, mit denen ich etwas anfangen kann. Interessant ist bereits, dass das Buch ein Wendebuch ist. Es hat zwei Cover: Von der einen Seite beginnt es mit dem Titel Erst Krieg dann Sex und von der anderen Seite mit dem Titel Erst Sex dann Krieg.

Now von Stephan R. Meier

Dieses Buch habe ich als Mängelexemplar bei Real gefunden und da ich, wie bereits erwähnt, ein Fan von Sci Fi Thrillern, in denen die Digitalisierung der Welt eine Rolle spielt, bin, habe ich es spontan gekauft. Es gibt so viele Bücher mit dieser Thematik im Moment, doch bisher bin ich es noch nicht leid, sie zu lesen.

Kennt ihr eines der Bücher und möchtet mir vielleicht etwas empfehlen?
Ich möchte auf jeden Fall in nächster Zeit Quality Land, Angelfall und den Gedichtband lesen.

 

 

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