Lieblingsbücher Special: Die besten Bücher, die ich für die Uni gelesen habe

Weiter geht es mit meinen Lieblingsbücher-Specials! Bisher habe ich euch nur Lieblingsbücher vorgestellt, die ich in meiner Freizeit gelesen habe, doch natürlich waren auch einige tolle Bücher bei meiner Unilektüre dabei. Ich habe im Master Deutsche Literatur studiert. Einer der Gründe für diese Wahl war, dass ich zuvor fast ausschließlich Bücher englischsprachiger Autoren gelesen habe. Ich kannte einfach kaum deutsche Autoren, zumindest keine zeitgenössischen. Deshalb habe ich auch als Schwerpunkt die Gegenwartsliteratur gewählt. Und mein Plan ist aufgegangen! Durch mein Studium habe ich einige tolle Bücher kennengelernt, die mir sonst entgangen wären.

1. Die Leinwand von Benjamin Stein

Eines der spannendsten Seminare, die ich belegt habe, war über die Buchhaftigkeit des deutschsprachigen Gegenwartsromans. Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht so genau, was Buchhaftigkeit eigentlich ist. Ich habe nur „Gegenwartsroman“ gesehen und das Seminar gewählt. Buchhaftigkeit beschreibt die Art und Weise, wie Bücher damit spielen, dass sie Bücher sind. Vielleicht ist euch schonmal aufgefallen, dass viele Bücher heute aufwendiger gestaltet sind mit ungewöhnlichen Layouts oder auch haptischen Elementen. In dem Seminar haben wir also Bücher betrachtet, deren Buch-Sein Teil der Erzählung ist. Da gab es zum Beispiel Spielereien im Layout (was ich immer liebe), Paratexte oder auch Setzungen der Schrift, die eine Bedeutung für die Geschichte haben (in diesem Zusammenhang war das Buch Der Fuchs von Nis-Momme Stockmann extrem faszinierend!).

Gerade für mich als eBook-Leser ist die Buchhaftigkeit tatsächlich der einzige Grund, noch ein materielles Buch zu kaufen – weil diese als eBook einfach nicht funktioniert (zumindest nicht auf meinem alten eReader). Tatsächlich gab es aber von all den Büchern, die wir in dem Seminar besprochen haben, nur ein einziges, dass nicht als eBook existierte, weil das schlicht unmöglich war: Die Leinwand von Benjamin Stein. Die Leinwand ist nämlich ein Dreh- und Wendebuch. Die Erzählung beginnt von beiden Enden des Buchs und die Leser entscheiden selbst, auf welcher Seite sie beginnen oder ob sie vielleicht hin- und herspringen. Die spontane Entscheidung, wo man beginnt, beeinflusst, wie man die Geschichte erlebt.

Inhaltlich geht es in Die Leinwand um zwei jüdische Männer, die in Israel und in Deutschland aufwachsen und deren Wege sich schließlich treffen – und zwar in der Mitte des Buchs. Jede Buchhälfte ist aus der Perspektive einer der Männer erzählt und diese unterscheiden sich stilistisch stark. Ich fand die Geschichte auch abgesehen von dem Layout absolut faszinierend. Einerseits interessiere ich mich sowieso für die jüdische Religion und Lebensweise, die hier sehr detailreich erzählt wird, und andererseits hat das Buch fantastische Elemente. Es geschehen unmögliche Dinge und die Leser können rätseln, was wirklich vorgefallen ist. Die Leinwand war wirklich das außergewöhnlichste Buch, das ich für das Studium lesen musste, und ich kann es nur jedem ans Herz legen.

2. Die neuen Leiden des jungen W von Ulrich Plenzdorf

Eines der Themen meiner mündlichen Abschlussprüfung war die DDR-Literatur. Da ich mich zuvor noch gar nicht damit auseinandergesetzt hatte, habe ich also DDR-Bücher der verschiedenen Jahrzehnte gelesen. Das Buch, das mir den meisten Spaß bereitet hat, war sicher Die neuen Leiden des jungen W. Da das Buch aus den 70ern ist, als die strikten Zensurgebote schon etwas gelockert wurden, ist es viel kritischer als die anderen Bücher, die ich gelesen habe. Die Kritik richtet sich dabei nicht gegen den Kommunismus, sondern gegen die Lebensweise in der DDR.

Der Protagonist ist der Aussteiger Edgar, der seine Ausbildung abbricht und in einer leerstehenden Laube wohnt und Bücher liest. Dann lernt er Charlie kennen, die aber schon verlobt ist. Wie ihr vielleicht merkt, erinnert das Buch an Die Leiden des jungen Werther von Goethe. Edgar liest in dem Buch auch den Werther. Gefallen hat mir das Buch vor allem, weil es lustig ist. Der Stil ist locker und leicht und die Art, wie Edgar über Werther denkt, ist einfach nur witzig. Ich kann verstehen, wieso das Buch den Jugendlichen in der DDR gefallen hat.

3. Jerusalem war immer eine schwere Adresse von Angelika Schrobsdorff

Für eine Hausarbeit über Israel habe ich dieses Buch gelesen und analysiert. In der Arbeit ging es um Niemandsländer und ich habe anhand des Buchs herausgearbeitet, dass man Ost-Jerusalem als Niemandsland bezeichnen kann und dass die Palästinenser, die in diesen Gebieten leben, wie Niemandsländer, die zu keiner Nation gehören, behandelt werden.

Jerusalem war immer eine schwere Adresse ist kein besonders fröhliches Buch. In ihm erzählt die Autorin von der Zeit, in der sie selbst in Jerusalem gelebt hat, was während der zweiten Intifada war – dem Aufstand der Palästinenser. Da sie selbst palästinensische Freunde hat, ist sie persönlich in das Landesgeschehen verwickelt. Gleichzeitig beobachtet sie es in den Nachrichten und ist geschockt von den Taten ihrer eigenen Landsleute. Dieses Buch hat mir Tränen in die Augen getrieben, denn es ist die Geschichte einer Frau, deren Land ihr das Herz bricht. Es ist grausam und rührend und wunderschön.

4. Love, Lies, Lizzie von Rosie Rushton

Love, Lies, Lizzie ist das einzige nicht-deutsche Buch auf dieser Liste, denn ich habe es für ein studiengangübergreifendes Seminar über Lügen in der Literatur gelesen. Es handelt sich dabei um eine Neuerzählung von Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Ich muss zugeben, dass ich das Original nie gelesen habe. Wir sollten es eigentlich auch lesen, doch ich habe aus Versehen Sinn und Sinnlichkeit statt Stolz und Vorurteil gekauft, das ich aber bisher auch noch nicht gelesen habe. Ich glaube auch nicht, dass ich noch mal ein Jane Austen Fan werde.

Love, Lies Lizzie war aber Spaß zu lesen. Es erzählt wie das Original von Liebe und Familie und Freundschaft und Intrigen und Verrat. Doch dabei ist es modern und lustig erzählt. Es fühlt sich an wie eine Staffel von Keeping up with the Kardashians. Love, Lies, Lizzie war auf jeden Fall ein schnelles Lesevergnügen.

5. Interviews aus dem Palais d’Amour von Hubert Fichte

Das Seminar, das mich wahrscheinlich im Master am meisten begeistert hat, war ein Kurs über Dokumentarliteratur. Dabei haben wir jede Menge tolle Bücher gelesen, die sich zwischen Fiktion und Non-Fiction bewegen. Die Interviews aus dem Palais d’Amour tendieren wohl eher zu Letzterem, doch wir haben darüber diskutiert, ob nicht schon die Auswahl und Anordnung der Interviews eine Art Fiktionalisierung ist. Am Ende habe ich sogar eine Hausarbeit über die Darstellung von Sex in Hubert Fichtes Werk geschrieben.

Fichte hat Prostituierte und Zuhälter aus St. Pauli interviewt und gibt so einen Einblick in das Rotlichtviertel Hamburgs. Es gibt noch weitere Interviewbände von Fichte, die auch toll sind (denn ich mag das Interview-Format immer sehr gerne), außerdem sind auch seine Autobiografien sehr lesenswert. Die Interviews aus dem Palais d’Amour sind hier also nur beispielhaft genannt.

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher? Wie haben sie euch gefallen? Kennt ihr vielleicht weitere Bücher mit ausgefallenen Layouts sowie Die Leinwand? Dann freue ich mich riesig über Anmerkungen und Tipps in den Kommentaren!

 

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Top Ten Thursday 282: 10 empfehlenswerte Sachbücher

Ich freue mich immer, wenn Blogs sich auch mit Sachbüchern auseinandersetzen, denn ich lese gerne und viele Sachbücher und bin immer auf der Suche nach Büchern zu Themen, die mich faszinieren. Deshalb bin ich auch diese Woche wieder beim Top Ten Thursday dabei, denn das Thema der Woche ist: 10 empfehlenswerte Sachbücher. Die Bücher, die ich euch im Folgenden vorstelle, sind diejenigen, die mir spontan in den Sinn gekommen sind.

Habt ihr eines oder mehrere meiner TTT Bücher der Woche gelesen? Wie fandet ihr sie? Lasst mir einen Kommentar da – gerne auch mit dem Link zu eurer eigenen TTT-Liste, denn ich bin gespannt, welche Bücher ihr zusammengestellt habt!

1. Reality Hunger von David Shields

Reality Hunger war das erste Buch, das ich in meinem ersten Seminar im Master Deutsche Literatur gelesen habe. In dem Seminar ging es um Dokumentarliteratur (nach wie vor eines meiner liebsten Genres). Reality Hunger spricht unsere Sucht nach Medien, die sich als real ausgeben, an – egal ob es Reality Shows oder Autobiografien sind. Kennt ihr das, das ihr ein Buch oder einen Film gleich doppelt so ernst nehmt, wenn es am Anfang heißt: „Basiert auf realen Geschehnissen“? Genau das ist unser Reality Hunger. Die Idee ist, dass ein Werk irgendwie mehr recht hat zu existieren, weil es von realen Ereignissen handelt. Das kann man natürlich anzweifeln – ganz zu schweigen von der Frage, wie viel Realität in sogenannten „Reality Shows“ wirklich steckt.

Das Buch Reality Hunger ist an sich schon sehr ungewöhnlich und führt damit unsere Idee von Realität ad absurdum. Es gibt hunderte von Kapiteln, die nur einen Satz oder vielleicht mal ein paar kurze Abschnitte lang sind. Der Autor springt von Thema zu Thema und durchforstet dabei unsere komplette Gesellschaft. Das hat in meinem Seminar zu hitzigen Diskussionen geführt – denn das Buch provoziert sowohl inhaltlich als auch mit seinem Layout. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, auch weil ich den locken Stil David Shields genossen habe.

2. On Writing Well von William Zinsser

Wie ihr vielleicht wisst, schreibe ich gerne und bin ein Fan von Artikeln mit Tipps zum Schreiben. On Writing Well ist allerdings der einzige buchlange Schreibratgeber, den ich gelesen habe. Er handelt vom Schreiben von Non-Fiction Werken – seien es nun Reportagen oder eine Autobiografie. Besonders das Kapitel über die Autobiografie fand ich sehr spannend. Hängengeblieben ist bei mir unter anderem, dass eine Geschichte immer eine Struktur und eine Plotlogik haben muss – auch wenn sie auf dem wahren Leben basiert, das oft total chaotisch erscheint. Unser Leben hat vielleicht keinen Wendepunkt und Höhepunkt – aber das Buch darüber sollte dies trotzdem besitzen.

On Writing Well hat mir ebenfalls gut gefallen wegen William Zinssers Schreibstil und seiner Leidenschaft fürs Schreiben und Recherchieren. Er kann mich selbst mit einem Kapitel über Baseball begeistern, obwohl ich mich nicht weniger für Baseball interessieren könnte. Wer am Schreiben von Non-Fiction Texten interessiert ist, kann also einiges von William Zinsser lernen.

3. Das wilde Leben von Uschi Obermaier

Wo wir gerade von Autobiografien sprechen, darf natürlich auch eine Autobiografie in dieser Liste nicht fehlen. Ich hoffe zumindest, dass man Autobiografien zu den Sachbüchern zählt (laut Wikipedia gehören zumindest Biografien dazu). Lange war mein Lieblingsfilm Das wilde Leben über das Leben der 68er Ikone Uschi Obermaier. Später habe ich dann die gleichnamige Autobiografie gelesen und war absolut begeistert. Von ihrem Ausbruch aus der bayrischen Öde, über ihre Zeit in der Kommune 1 und ihre Affären mit Musikern wie Jimy Hendrix (den sie in dem Film unverständlicherweise weggelassen haben) und Keith Richards, bis hin zu ihrer Weltreise – Uschis Abenteuer haben mich fasziniert und zum Träumen angeregt.

4. Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels

Vor meinem Master der Deutschen Literatur habe ich im Bachelor Staatswissenschaften studiert mit den Schwerpunkten Soziologie und politische Theorie. Ich hatte zuerst als großen Schwerpunkt Politik, doch dann habe ich zur Soziologie gewechselt, weil ich erkannt habe, dass das einzige Feld der Politikwissenschaften, das mich wirklich interessiert, die politische Theorie ist. Zu Beginn meines Studiums hatte ich kein geringeres Ziel, als die perfekte Gesellschaftsform zu finden. Das habe ich natürlich nicht geschafft, aber trotzdem habe ich einiges gelernt und viele spannende Abende mit den Werken der großen politischen Theoretiker verbracht.

Marx und Engels waren wohl eher Wirtschaftstheoretiker, doch die Wirtschaft ist nun mal ein wichtiger Aspekt einer Gesellschaft. Das kommunistische Manifest (oder wie es eigentlich heißt: Manifest der kommunistischen Partei) habe ich mittlerweile sicher drei oder vier Mal gelesen. Ich habe es als Word Dokument auf meinem Computer und bei jedem Lesedurchgang unterstreiche und kommentiere ich, sodass das Dokument mittlerweile kunterbunt und ziemlich unübersichtlich ist. Ich habe auch Teile von Marx‘ Kapital gelesen, doch was ich am kommunistischen Manifest mag, ist dass es für die Allgemeinheit geschrieben ist. Im Gegensatz zum Kapital kann jeder das kommunistische Manifest verstehen. Es ist auch nicht besonders lang, deshalb würde ich jedem – unabhängig von ihrer oder seiner politischen Richtung – empfehlen, es einmal zu lesen. Denn noch heute baut so viel darauf auf.

5. Der Gesellschaftsvertrag von Jean-Jaques Rousseau

Mein anderes Lieblingswerk aus meinem Studium der politischen Theorie ist Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Hierbei handelt es sich um ein komplettes Buch, doch auch dieses ist relativ gut verständlich. Rousseau beschäftigt sich mit der Entstehung von Eigentum und deren Konsequenzen und mit der Art und Weise, wie eine Gesellschaft organisiert werden kann. Auch wenn seine Ideen heute ziemlich utopisch wirken, können sie jede Menge Denkanstöße geben.

6. Das gelobte Land von Alexandra Pontzen und Axel Stähler (Hg.)

Ich weiß gar nicht, mit was das begonnen hat, aber letztes Jahr habe ich plötzlich ein riesiges Interesse für Israel entwickelt. Eine Weile war das nur so in meinem Hinterkopf, bis ich auf einem Bücherflohmarkt das Buch Das gelobte Land entdeckt habe (sowie eine Karte von Jerusalem). Im selben Semester hatte ich ein Seminar mit dem Titel „Niemandsländer“ (Länder, die niemandem oder mehreren gehören) und obwohl es darin nicht um Israel ging, dachte ich bei dem Thema sofort an den Gazastreifen und das Westjordanland. Deshalb habe ich eine Hausarbeit über Israel geschrieben (in der ich letztlich eher auf Ostjerusalem eingegangen bin).

Als Recherche habe ich als allererstes Das gelobte Land gelesen. Das Buch sammelt Texte über die israelische Geschichte von den alttestamentlichen Zeiten bis heute. Es ist extrem spannend (wenn auch nervenaufreibend und teils extrem frustrierend) und es hat mir einen guten Überblick über die Geschichte Israels gegeben. Die Hausarbeit über Israel ist bis heute meine liebste wissenschaftliche Arbeit, die ich je verfasst habe. Eines Tages hoffe ich, mal Jerusalem zu besuchen.

7. Wer schuf den Schöpfer von Ravi Zacharias und Norman Geisler

Wer schuf den Schöpfer habe ich in einer Zu-Verschenken-Box auf der Straße gefunden (wie so einige meiner Bücher) und es dieses Jahr gelesen. Es beantwortet kritische Fragen zum christlichen Glauben und geht dabei auf eine ganze Breite von Themen ein: Wissenschaft, Jesus, die Bibel, andere Religionen. Die Antworten sind meist recht wissenschaftlich gefasst, was mir gut gefallen hat. Sie stammen aber allesamt aus einer christlich-jüdischen Perspektive – das nur als kleine Warnung für atheistische Leser.

8. Wissenschaftliche Theorien in 30 Sekunden von Paul Parsons

Mein Mann (damals noch mein Freund) hat mir dieses Buch geschenkt. Er ist Naturwissenschaftler, während ich von solchen Themen recht wenig Ahnung habe. Tatsächlich stammt so ziemlich alles, was ich über Naturwissenschaft weiß, von meinem Mann. Doch dieses Buch hat mir einen guten Einstieg gegeben. Es geht dabei um wissenschaftlicher Theorien aller Art. Jede Theorie erhält eine Doppelseite. Dabei kann natürlich nicht auf die Einzelheiten eingegangen werden, aber zumindest weiß ich jetzt, worum es bei diesen Theorien überhaupt geht und habe einen Ansatzpunkt, falls ich mich tiefergehend mit ihnen beschäftigen möchte.

9. Die Kunst des Lügens von Simone Dietz

Letztes Jahr hatte ich ein extrem interessantes Blockseminar über Lügen in der Literatur. Dabei ging es um lügende Figuren und Erzähler bis hin zu der Frage, ob Fiktion nicht sowieso eine Lüge ist. Die Kunst des Lügens ist ein philosophisches Sachbuch über ebendie Frage, was Lügen eigentlich ist und was es nicht ist. Außerdem geht es sehr schön auf die Frage ein, ob Lügen immer eine verwerfliche Tat ist, oder ob es an sich ein neutraler moralischer Akt ist und erst die Intention bestimmt, ob das Lügen gut oder böse ist. Sehr spannend!

10. Die gestohlene Demokratie von Gabor Steingart

Es ist schon einige Jahre her, seit ich Die gestohlene Demokratie gelesen habe und ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal mehr wirklich, worum es geht. Doch ich erinnere mich noch gut daran, dass mich das Buch damals (das muss ungefähr 2010 gewesen sein) extrem beeindruckt hat. Ich denke, dass sich das Buch mit der Idee von mehr Basisdemokratie auseinandersetzt – eine Idee, mit denen sich auch heutige Leser wieder beschäftigen sollten. Das Buch steht noch bei meinen Eltern im Regal und ich denke, es ist an der Zeit, es mal wieder zur Hand zu nehmen.

 

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Rezension zweier Bücher über Algorithmen: Now von Stephan Meier und Qualityland von Marc-Uwe Kling

Now. Du bestimmst, wer überlebt von Stephan Meier

Thriller | Erscheinungsjahr: 2017 | Taschenbuch: 432 Seiten | Verlag: Penguin |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3328100492

Kurzinhalt

Die Welt ist voller Klimakatastrophen, Krisen, Armut und Hoffnungslosigkeit. Aus diesem Grund erschaffen Bill und Mitch den Algorithmus Now, der ausrechnen soll, wie die Menschheit ihrem Untergang entgehen und die Welt gerettet werden kann. Nows Lösung ist radikal. In einer rasenden Geschwindigkeit übernimmt Now alle Lebensbereiche und kreiert perfekte Zonen, die den Auserwählten das bestmögliche Leben bieten, während der Rest der Welt ausgeschlossen wird.

Eigene Meinung

Die Erzählung setzt irgendwann in der Zukunft ein, als Now bereits die Herrschaft ergriffen hat. Die Handlung auf der anderen Seite setzt (viel später im Buch) im Jahre 2026 ein. Die Leser stolpern durch Szenen in einer Zukunft, in der unsere jetzige Welt kaum noch zu erkennen ist, über Szenen, die vor der Übernahme von Now stattfinden und in denen die dargestellte Welt unserer noch erschreckend ähnelt, bis zu Szenen im Now.

Diesen Aufbau fand ich anfangs ein bisschen anstrengend, doch nachdem ich mich darauf eingelassen habe, habe ich erkannt, dass er durchaus sinnvoll ist. Denn gleich zu Beginn werden die Leser mit der abgefahrenen Zukunft gelockt, bevor sie sich erst einmal durch hunderte Seiten von Backstory kämpfen müssen – und das zurecht. Denn die Backstory ist essentiell, um zu verstehen und in einem gewissen Maße nachvollziehen zu können, wie es zu Now kommen konnte.

Das Bild, das Now von der Zukunft unserer Welt zeichnet, ist wirklich sehr düster. Im Prinzip ist die Idee, dass die Erde nicht überleben wird, wenn wir weiterleben wie jetzt. Da ist mit Sicherheit etwas Wahres dran. Die Konsequenz, die Now daraus zieht, ist natürlich sehr extrem, aber für eine Maschine irgendwie verständlich.

All das wird in Now wirklich hervorragend erklärt. Gerade durch die vielen Kapitel, die die Backstory und die technischen Grundlagen betreffen, blicken auch Leser, die wenig Ahnung von Technik haben (so wie ich), gut durch. Diese Genauigkeit, die das Buch teilweise sogar eher wie ein Lehrbuch erscheinen lässt (ganz besonders in ein paar Kapiteln, die eine Talkshow umfassen), war meiner Meinung nach die größte Stärke von Now. Man merkt, dass der Autor sich wirklich mit seinem Themengebiet auskennt.

Die Figuren haben sich für mich etwas distanziert angefühlt. Ich habe nicht wirklich mit ihnen mitgefiebert, sondern habe eher Now und seinen Folgen entgegengefiebert. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung. Denn obwohl es in Now auch um Liebe und Familie geht, um Vertrauen und Verrat, tritt all das in den Hintergrund im Vergleich zum Überleben der Menschheit.

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Genre. Now wird als Thriller verkauft, was in dem Sinne stimmt, da die ganze Welt bedroht ist. Doch wer sich nun Spannung pur vorstellt, wird enttäuscht werden. Tatsächlich liest sich Now mehr wie eine Gesellschaftsanalyse als ein Thriller. Höchsten zum Ende hin wird es ein bisschen spannend.

Ich fand sowohl die Beschreibungen von Eden (der perfekten Lebenszone) als auch die von all den Gebieten, die ausgeschlossen wurden und in denen nun apokalyptische Zustände herrschen, extrem faszinierend. Now schafft eine außergewöhnliche Vision, bei der die Leser selbst die Arbeit leisten müssen, sie zu hinterfragen. Denn Now ist nicht die böse KI, die die Weltherrschaft übernehmen will – ganz im Gegenteil.

Das Ende (und damit meine ich wirklich die letzten paar Sätze) habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden. Also falls ihr das Buch schon gelesen habt, können wir uns gerne darüber austauschen! Alles in allem war Now aber ein sehr originelles und gut durchdachtes Buch!

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

Qualityland von Marc-Uwe Kling

Roman | Erscheinungsjahr: 2017 | Hardcover: 384 Seiten | Verlag: Ullstein |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3550050152

Kurzinhalt

Deutschland gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Das Chaos, dass diese Nation ersetzt hat, wurde beendet von einer neuen Nation: Qualityland. In Qualityland tragen alle Leute als Nachnahmen den Beruf ihrer Mutter oder ihres Vaters. Sie haben digitale Assistenten und sind immer mit ihrem Qualitypad online. Die Algorithmen wissen, welche Produkte die Menschen sich wann wünschen und diese werden ihnen automatisch zugeschickt. Als der Protagonist, Peter Arbeitsloser, eines Tages einen Delfinvibrator zugeschickt bekommt, beginnt er, das System zu hinterfragen.

Eigene Meinung

Ich rezensiere Now und Qualityland in einem gemeinsamen Post, weil sich beide Bücher mit Algorithmen auseinandersetzen, dabei aber in komplett unterschiedliche Richtungen gehen. Während Now den Konsumkapitalismus quasi über Nacht abschafft, dreht sich in Qualityland das ganze Leben nur noch um den Konsum.

Meine Mutter, die mir das Buch ausgeliehen hat, tat das mit der Anmerkung, dass sie das Buch deprimiert habe, weil es sie zu sehr an unsere echte Welt erinnert habe. Denn auch für uns entscheiden ja schon die Algorithmen, welche Meldungen wir in den Sozialen Medien und welche Werbungen wir im Internet zu sehen bekommen. Es ist nur der logische nächste Schritt, dass uns die entsprechenden Produkte gleich zugeschickt werden.

Doch Qualityland geht noch weiter. Roboter haben viele Berufsbranchen komplett übernommen. Fake News und Rassismus haben einen Höhepunkt erreicht. Menschen sehen nur die Nachrichten, die zu ihrem Weltbild passen. Die Leute werden automatisch in Levels eingeteilt und diesen entsprechend behandelt. Und es geht weiter und weiter. Qualityland zeichnet ein überaus detailreiches und abstruses Gesellschaftsbild.

Trotzdem fand ich das Buch überhaupt nicht deprimierend. Ein Grund dafür ist natürlich, dass es witzig ist. Es lässt sich sehr schnell und einfach lesen. Und manche der Figuren haben auf jeden Fall ein Komikpotential. Ich sag nur: eine Android-Autorin mit Schreibblockade oder ein Sexroboter, der Liebeskummer hat. Einfach köstlich! Mir hat gefallen, dass die Maschinen hier nicht als Bösewichte dargestellt werden, sondern als Wesen, für die man Sympathie und Mitleid empfinden kann. Das Highlight in diesem Aspekt war für mich definitiv der marxistische Präsidentschaftskandidat/Roboter John of Us.

Auch der Protagonist ist nachvollziehbar. Peter Arbeitsloser wird in die Rolle eines hoffnungslosen Mannes am unteren Rand der Gesellschaft gezwängt und beginnt als trauriges Kerlchen. Doch dann ergreift er zumindest teilweise Eigeninitiative und will nicht mehr der sein, für den die Algorithmen ihn halten.

Auch Qualityland befasst sich also mit den Algorithmen und der Digitalisierung der Welt. Doch es liest sich weniger wissenschaftlich, sondern unterhaltsamer als Now. Qualityland hat mir deshalb mehr Spaß gemacht zu lesen, während Now mich mehr zum Nachdenken gebracht hat. Letztlich sind beides gute Bücher, die ich jedem empfehlen kann, der in einer digitalisierten Welt lebt (also so ziemlich jeder).

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

 

Kennt ihr eines oder beide der Bücher? Wie ist eure Meinung darüber?
Das würde mich total interessieren!

 

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Top Ten Thursday 381: 10 männliche Autoren, deren Bücher dich begeistert haben

Nach einer langen Pause bin ich mal wieder beim Top Ten Thursday dabei. Heute gibt es ein Thema, bei dem ich ausnahmsweise absolut keine Probleme habe, genug Bücher zu finden: 10 männliche Autoren, deren Bücher dich begeistert haben. Tatsächlich ist die große Mehrheit meiner Lieblingsautoren männlich. Ich freue mich, euch hier 10 Autoren vorzustellen, deren Bücher ich liebe – von dem besten bis zum zehntbesten. Darunter sind Autoren, deren Bücher ich zahlreich verschlinge und genieße, und auch solche, von denen mich ein Buch im Besonderen begeistert hat.

Kennt ihr die Bücher meiner Lieblingsautoren und mögt ihr sie vielleicht auch? Lasst mir gerne einen Kommentar da!

1. Jack Kerouac

Ich habe ja bereits eine Lobeshymne auf mein Lieblingsbuch On the Road von Jack Kerouac gepostet, doch auch generell ist Kerouac definitiv mein Lieblingsautor. Ich habe neben On the Road viele weitere Bücher von ihm gelesen, die natürlich nicht an seinen Megahit heranreichen können, aber doch alle auf ihre eigene Art reizvoll sind. Sie haben alle Kerouacs unvergleichlichen, poetischen Schreibstil gemeinsam, den ich so bewundere.

2. Dave Eggers

Während ich Jack Kerouac bereits seit mehr als zehn Jahren lese und liebe, sind Dave Eggers Bücher für mich eine relativ neue Entdeckung. Vor ein paar Jahren habe ich Der Circle gelesen und es hat tatsächlich mein Weltbild erschüttert. Das Buch hat mich dermaßen emotional mitgenommen, ohne dass darin besonders viel passiert. Mittlerweile verstehe ich, dass das wohl am Können des Autors liegen muss. Das Buch, mit dem mich Dave Eggers dann aber wirklich überzeugen und restlos begeistern konnte, war seine Autobiografie Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität. Obwohl der Titel zumindest teilweise ironisch gemeint ist, trifft er absolut zu. Ich habe gelacht und geweint und mich in den wunderbar selbstsüchtigen Erzähler verliebt. Seitdem halte ich immer und überall Ausschau nach Dave Eggers Büchern, denn wenn zwei so grundverschiedene Bücher wie Der Circle und Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität mich beide begeistern konnten, dann muss der Grund dafür nicht die Handlung, sondern der Autor sein.

3. Andy Weir

Ich habe erst dieses Jahr die Bücher von Andy Weir gelesen, auch wenn ich dank seinen Interviews und seiner American Dream Story schon vorher ein Fan von ihm war. Aber hier soll es ja um Bücher gehen. Der Marsianer ist bisher das einzige Buch, das ich gelesen habe, seit ich Anfang Februar meinen Blog gestartet habe, das ich mit fünf Sternen bewertet habe. Es ist einfach phänomenal. Obwohl mir Artemis weniger gefallen hat, wertschätze ich Andy Weir als Autor immer noch immens. Er ist einfach ein Meister der Science Fiction. Dass er bei den Nicht-Sci-Fi-Elementen wie den Beziehungsgeflechten in Artemis vielleicht noch etwas lernen muss, verzeihe ich ihm da gerne.

4. Lev Grossman

Ich muss zugeben, dass ich bisher nur Lev Grossmans Fantasy Bücher, nämlich die Magicians Trilogie (Die Zauberer von Fillory), kenne und nicht seine Nicht-Fantasy Werke, die er früher veröffentlicht hat. Doch die Magicians Bücher sind nach wie vor meine liebsten Fantasy Bücher und der Grund dafür ist vor allem das Handwerk von Lev Grossman. Ich liebe seinen ungezwungenen, witzigen Stil, ich liebe seine Figurenkonstruktion und -entwicklungen. Er kann mir Dinge verkaufen, die ich sonst viel zu abstrus finden würde, um sie ernst zu nehmen.

5. James Frey

Bei James Frey ist es ebenfalls der Fall, dass mich ein Buch von ihm deutlich mehr begeistert hat als alle anderen. Es ist schon einige Jahre her seit ich seine Memoiren (mit Schönheitskorrekturen, wie später herauskam) A million little pieces gelesen habe, aber ich erinnere mich noch gut daran, wie mir das Buch damals unter die Haut gegangen ist. Etwas wie das, hatte ich zuvor noch nie gelesen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich die Schmerzen des Protagonisten tatsächlich physisch beim Lesen spüre. Mittlerweile habe ich auch die Endgame Trilogie von James Frey gelesen, die überhaupt nichts mehr von dieser Schreibweise in sich hat – verständlicherweise, immerhin handelt es sich um eine Apokalypse-Geschichte für Jugendliche. Außerdem kenne ich noch Das letzte Testament der heiligen Schrift, das superseltsam war, aber in diesem Sinne typisch für James Frey.

6. Nick Hornby

Ich habe schon lange nichts mehr von Nick Hornby gelesen, aber früher habe ich seine Bücher verschlungen. Nick Horny ist der einzige Romanautor, den ich kenne, der es schafft lustig (teilweise sogar urkomisch) zu sein, während er über ernste Themen schreibt. Das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, war A long way down und es hat mich vollkommen begeistert. Es folgten High Fidelity, Slam und Funny Girl, die ich ebenfalls sehr unterhaltsam fand. Eigentlich habe ich Lust, mal wieder was von Nick Hornby zu lesen.

7. F. Scott Fitzgerald

The Great Gatsby ist für mich eines dieser Bücher, die jeder einmal gelesen haben sollte – ganz besonders Menschen, die selbst schreiben wollen. Es ist einfach ein Paradebeispiel von Storytelling. Wie Fitzgerald es geschafft hat, solche eine emotionale Geschichte auf so wenigen Seiten zu erzählen, ist mir immer noch rätselhaft. Ich kann viel von ihm als Autor lernen. Außerdem habe ich This Side of Paradise (seinen Debütroman) gelesen, der natürlich noch nicht so gut war wie The Great Gatsby, aber auch schon ziemlich gut.

8. Alex Garland

Wo wir gerade bei Autoren sind, die Storytelling beherrschen, muss ich unbedingt auch Alex Garland nennen. Sein Roman The Beach konnte mich fesseln, begeistern, mitfiebern lassen und sogar ein bisschen gruseln. Bisher ist The Beach das einzige Buch, das ich von ihm gelesen habe. Ich kenne ihn sonst nur als Drehbuchautoren. Ich denke, dass man es The Beach auch anmerkt, dass hier ein Schriftsteller am Werk war, der es als Drehbuchautor gewohnt ist, den Fokus auf die Handlung zu legen.

9. Andreas Brandhorst

Andreas Brandhorst ist einer der erfolgreichsten deutschen Sci Fi Autoren. Ich habe bisher nur sein Buch Seelenfänger gelesen, aber das konnte mich absolut fesseln und ich plane, es bald mal wieder zur Hand zu nehmen. Seine anderen Bücher waren mir bisher etwas zu Sci Fi lastig, doch sein neuester Thriller Das Erwachen klingt total nach meinem Geschmack und steht schon seit einem Jahr auf meiner Leseliste. Außerdem schätze ich Andreas Brandhorst auch als Übersetzer der Terry Pratchett Bücher.

10. Dan Brown

Auch Dan Brown ist ein Autor, von dem ich bisher nur ein Buch gelesen habe, aber ich finde, manchmal reicht ein Buch, um zu wissen, dass hier ein Autor am Werk ist, der sein Handwerk beherrscht. Für die Uni musste ich mal Der Da Vinci Code lesen, also habe ich es aus der Bibliothek ausgeliehen und mich unwillig an die Lektüre gemacht. Bis dahin war ich absolut kein Fan von Thrillern, außerdem kannte ich schon den Film, wusste also, was passiert. Doch dann konnte mich das Buch total mitreißen und ich konnte es kaum zur Seite legen. Seitdem bewundere ich Dan Brown und stehe auch Thrillern offener gegenüber. In meinem Buchregal wartet noch ein anderes altes Dan Brown Buch auf mich.

 

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Hassliebe Fantasy – Helft mir, Fantasy Bücher zu finden, die ich mag

Fantasy ist das Lieblingsgenre von vielen Bloggern, die ich gerne lese. Wenn mich allerdings jemand nach meinem Lieblingsgenre fragt, bin ich ratlos. Obwohl manche meiner Lieblingsbücher aus dem Genre Fantasy stammen (Die Magicians Trilogie von Lev Grossman!), kann ich mit der großen Mehrheit von Fantasy Büchern überhaupt nichts anfangen. Manche Fantasy Bücher begeistern mich, andere treiben mich in den Wahnsinn. Manche bewundere ich für ihre Kreativität, andere mag ich nur wegen den Beziehungsgeflechten, während ich die Fantasy-Elemente lächerlich finde.

In der letzten Zeit habe ich zwei Fantasy Bücher gelesen, die mir demonstriert haben, was ich an Fantasy liebe und hasse. Last Call at the Nightshade Lounge von Paul Kruger hat mir Spaß bereitet und ich fand sowohl die Fantasy Elemente (Barkeeper, die Monster bekämpfen, indem sie sich Cocktails mixen, die ihnen Superkräfte verleihen – gibt es was Cooleres?), als auch die Real Life Elemente (eine Protagonistin, die gerade das Studium beendet hat und ihren Weg in der Erwachsenenwelt sucht – total nachvollziehbar für mich) super. Zuvor hatte ich mich schon lange an kein Fantasy Buch mehr gewagt, doch da ich nun so begeistert von Last Call at the Nightshade Lounge war, bin ich gleich im Genre geblieben.

Nun habe ich Angefall von Susan Ee gelesen, von dem ich schon viel gehört habe und das klang, als könnte es meinen Geschmack treffen. Immerhin spielt es in einer apokalyptischen Welt (Apokalypsen reizen mich immer) und es geht um Engel, die mich ebenfalls interessieren. Doch dann fand ich die Story total abgeschmackt. Die kämpfenden Engel empfand ich fast als ein bisschen lächerlich, ganz zu schweigen von dem gefallenen Engel Raffe und der unangenehmen „Liebesgeschichte“.

Ich weiß nicht, wann mich Fantasy begeistern kann und wann es mich eher abschreckt. Ich weiß, dass High Fantasy so gar nicht mein Fall ist – das ist mir einfach zu fremd, vor allem wenn es ein ewig langes Worldbuilding gibt. Da ich mit Harry Potter aufgewachsen bin, bin ich nach wie vor ein Fan von Magiern, aber nur wenn sie modern wirken und nicht wie altertümlicher Zauberer herüberkommen.

Ich bin ein riesiger Fan der Magicians Trilogie (auf Deutsch: Die Zauberer von Fillory), in der die Protagonisten Magie lernen und das Böse bekämpfen und sogar eine Narnia-artige andere Welt entdecken, die sie retten müssen – obwohl ich solche Narnia-(Ich-stolpere-in-eine-andere-Welt)-Geschichten eigentlich nicht mag. A darker shade of magic auf der anderen Seite, das demgegenüber viel moderner wirkt und damit mehr auf meiner Wellenlänge ist, konnte mich nicht wirklich überzeugen, obwohl ich nichts Konkretes bemängeln kann.

Vermutlich geht es mir weniger darum, was in einem Buch passiert, sondern eher darum, wie es dargestellt wird. Die Magicians Bücher liebe ich, weil sie Magie beschreiben wie eine Wissenschaft (kein Wunder also, dass ich realistisches Sci Fi mag), weil sie wunderbar kaputte Figuren haben, die Fehler machen und fluchen, was das Zeug hält. Und vor allem weil der Stil mir das Gefühl gibt, ein guter Freund erzähle mir abends in der Kneipe eine Geschichte und lasse kein unschönes Detail aus. Da verzeihe ich dem Autor sogar die sprechenden Tiere, die mich einfach nur nerven.

Wie ihr seht, ist es für mich immer schwer, ein Fantasy Buch zu finden, das mir gefällt. Wenn ich ein Buch aus diesem Genre lese, stehen die Chancen 50 zu 50, dass ich es liebe oder hasse. Ich habe immer noch nicht die Formel (oder das perfekte Subgenre) gefunden, die mir Lesespaß garantiert.

Deshalb meine Frage an euch: Könnt ihr mir Fantasy Bücher empfehlen, die originell und kreativ sind, anders genug, dass sie mich faszinieren, aber nicht so abgedreht, dass ich nur die Augen verdrehen kann? Bücher, die Figuren mit echten Problemen in der echten Welt haben, in denen ich mich wiedererkennen kann? Fantasy Bücher, die an das Genre Science Fiction grenzen, oder auch gute, realistische Dystopien? Was sind eure liebsten Fantasy Bücher? Ich mag Reihen (vor allem Trilogien), aber auch ein gutes Standalone kann mich begeistern. Ich lese auch Young Adult, bevorzuge aber Bücher mit erwachsenen Protagonisten (am liebsten in ihren Zwanzigern oder Dreißigern – zu alt sollten sie auch nicht sein).

Ich weiß, meine Erwartungen sind gigantisch. Aber ich lese einfach zu viele Bücher, die ich mit drei oder weniger Sternen bewerten möchte. Ich sehne mich nach einem Vier-Sterne-Fantasy-Buch. Ich freue mich über Empfehlungen in den Kommentaren!

 

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Lieblingsbücher Special: Weitere Bücher aus meinem Lieblinge Regal

Vor einer Weile hat mir eine Freundin ein paar Bücher zurückgegeben, die sie schon seit Jahren ausgeliehen hatte, und diese durften nun auch in mein Lieblingsbücher Regal einziehen, denn sie gehören definitiv zu meinen Favoriten. Deshalb möchte ich sie euch im Folgenden vorstellen.

Die Hunger Games Trilogie von Suzanne Collins (auf Deutsch: Die Tribute von Panem)

Es gab eine Zeit zu Beginn meines Studiums, in der ich relativ wenig in meiner Freizeit gelesen habe. Irgendwie hatte ich die Freude am Lesen verloren. Die Hunger Games Bücher haben mich aus diesem Loch gerettet und mir wieder gezeigt, dass Lesen Spaß machen kann. Ich hatte den ersten Film im Kino gesehen und war total begeistert. Ich wollte mehr wissen, also habe ich mit der Hoffnung auf weitere Infos das erste Buch gelesen. Tatsächlich habe ich dabei aber wenig Neues gelernt, denn der Film ist sehr nah am Buch. Doch da war es um mich bereits geschehen. Nun musste ich auch die restlichen Teile der Trilogie lesen und sie waren sogar noch besser.

Die Hunger Games waren die ersten YA Dystopien, die ich gelesen habe (mal abgesehen von Never Let Me Go, das ich für die Schule lesen musste). Sie erzählen von einem postapokalyptischen Land, das in Distrikte geteilt ist, wobei der Distrikt, in dem man lebt, darüber bestimmt, was man arbeitet und wie wohlhabend oder arm man ist. Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden jedes Jahr aus jedem Distrikt zwei Jugendliche ausgewählt, die bei den Hunger Games (ein Fernseh-Spektakel, um an eine gescheiterte Revolution zu erinnern) solange gegen die anderen Auserwählten kämpfen müssen, bis nur noch einer am Leben ist.

Es ist eine grausame Welt, die viele Möglichkeiten zur Verbesserung bietet (denn es kann eigentlich nur bergauf gehen – zumindest glaubt man das zu Beginn.) Die Hunger Games an sich sind natürlich auf einem Leben oder Tod Niveau bereits sehr spannend, doch die größeren gesellschaftlichen Entwicklungen, die in Teil 2 und 3 thematisiert werden, fand ich noch interessanter.

Mittlerweile habe ich viele YA Dystopien gelesen und auch viele, die besser waren als die Hunger Games (zum Beispiel Divergent und Slated). Trotzdem werden die Hunger Games Bücher immer einen besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Bücherregal haben.

A tale for the time being von Ruth Ozeki (auf Deutsch: Geschichte für einen Augenblick)

Dieses Buch habe ich im Rahmen eines Lesezirkels für Millennials gelesen. Ich glaube, es war das einzige der Bücher für diesen Lesezirkel, das ich beendet habe, denn meistens reichte mir eine Woche nicht, um ein Buch durchzulesen. Doch A tale for the time being hat mich sofort in seinen Bann gezogen.

Das Buch erzählt zwei Handlungsstränge, die auf eine leicht magische Weise miteinander verknüpft sind. Einerseits geht es um Nao, die in Tokyo lebt, von ihren Mitschülern gemobbt wird, die Probleme ihrer Eltern miterlebt und Frieden bei ihrer anarchistisch-feministisch-buddhistischen Großmutter sucht. Sie führt ein Tagebuch, welches wir als Leser gemeinsam mit der zweiten Protagonistin, Ruth, lesen. Ruth lebt in Kanada mit ihrem Partner, einem Meeresbiologen, und arbeitet als Autorin, fühlt sich als ehemalige New Yorkerin aber unwohl in der Öde. Als sie Naos Tagebuch am Strand findet, versinkt sie in dessen Geschichte, welche bald auch ihr eigenes Leben beeinflussen wird.

Das Buch beinhaltet nur einen Hauch von Fantasy, doch trotzdem fühlt es sich durchweg einfach magisch an. Es hat mich völlig verzaubert mit seinem Stil und den beiden Protagonisten, denen man als Leser nur das Beste wünscht. Naos Geschichte fand ich sehr interessant, doch ich konnte mich vor allem in Ruth wiederfinden. A tale for the time being ist einfach ein verdammt gutes Buch, das ich jedem empfehlen kann.

Seelenfänger von Andreas Brandhorst

Es ist schon lange her, dass ich Seelenfänger gelesen habe, doch ich weiß noch, dass mich das Buch damals absolut gefesselt und begeistert hat. Es erzählt eine Sci Fi Geschichte über einen Mann, der in das Unterbewusstsein anderer Menschen reisen kann. Seelenfänger habe ich in einem Beitrag über die besten Fantasy Bücher für Erwachsene schon einmal vorgestellt.

Kennt ihr einen oder mehrere dieser drei Lieblinge? Wie fandet ihr die Bücher?

 

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Zwei Jugendbuch Rezensionen: Mädchenmeute von Kirsten Fuchs und How To Be Bad von von Lauren Myracle, E. Lockhart und Sarah Mlynowski

Heute stelle ich euch gleich zwei Jugendbücher vor, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs

Erscheinungsjahr: 2016 | Taschenbuch: 464 Seiten | Verlag: Rohwolt | Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3499217586

Kurzinhalt:

Eine Gruppe von Mädchen findet sich zusammen, um an einem Survival Camp teilzunehmen. Doch schon am ersten Abend gerät die Situation außer Kontrolle, sodass die Jugendlichen beschließen, das Camp zu verlassen und stattdessen ihr eigenes Abenteuer zu erleben. Sie grenzen sich von dem Rest der Welt ab und werden dadurch zu Berühmtheiten.

Eigene Meinung:

Mädchenmeute hat den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen und ich habe mich darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Die Idee der Mädchengruppe, die abseits der Gesellschaft lernt, miteinander und mit der Natur zu leben, fand ich sehr reizvoll. Doch letztlich haben mich so viele Aspekte an diesem Buch gestört, dass ich nicht viel Freude daran hatte.

Gleich zu Beginn und auch immer wieder im Laufe des Buchs erhalten die Leser kleine Teaser und Vorausdeutungen auf die aufregenden Dinge, die noch geschehen werden. Diese Teaser und die Hoffnung auf eine spannende Handlung waren oft der einzige Grund, weshalb ich überhaupt weitergelesen habe. Doch dann waren die tatsächlichen Ereignisse irgendwie weniger aufregend, als ich mir gewünscht hatte. Es passiert sehr viel in diesem Buch und die Hauptstory der Mädchen wird mit vielen Wendepunkten und Überraschungen erzählt, was an sich gut wird. Doch in den letzten Kapiteln (als es dann endlich spannend wird, weil wir uns der Auflösung nähern) werden so viele Geschichten ineinander verwebt, dass es fast etwas zu viel war.

Aber die Handlung war meiner Meinung nach noch immer das Beste an Mädchenmeute. Was mich nicht überzeugen konnte, waren die Figuren. Die meisten der sieben Mädchen waren absolut unsympathisch, wobei zwei sogar psychopathische Züge hatten. Unsympathische Figuren müssen nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, doch ich konnte das Handeln der Protagonistinnen einfach nicht nachvollziehen. Ich erkenne durchaus den Reiz von Freiheit und Abenteuer, doch danach fühlte es sich nicht einmal an, denn die Mädchen haben in diesem Buch selten Spaß, meistens streiten sie nur miteinander. Es gibt keine echten Freundschaften und es wird nie aufeinander eingegangen. Wieso sie sich das überhaupt antun, war für mich unverständlich.

Auch die Protagonistin hat mich gehörig genervt. Sie definiert sich selbst als jemand, der nie etwas sagt. Selbst wichtige Infos verschweigt sie, weil sie nicht sprechen möchte. Oder aber sie erzählt Ideen leise einer anderen, die dann den Lob dafür erhält, weil sie es an die Gruppe weitergibt. Die Protagonistin macht eine Entwicklung durch, im Laufe derer sie zwar lauter, aber meiner Meinung nach nicht sympathischer wird.

Was mich an Mädchenmeute aber am meisten gestört hat, war der Sprachstil. Metapher folgt auf Metapher und manche dieser Metaphern sind so weit hergeholt, dass ich sie mehrmals lesen musste, um zu verstehen. Es kamen auch ständig Ausdrucksweisen und Arten, etwas zu beschreiben, vor, die mir total fremd waren, sodass ich mich fast auf jeder Seite gefragt habe, was gemeint war. Die Erzählerin und die restlichen Mädchen sprechen allesamt wie meine Großeltern (sie haben auch Namen wie Freigunda und Rike), obwohl das Buch in der jetzigen Zeit spielt. Ich frage mich, ob das eine regionale Sache ist. Vielleicht sind diese ganzen Metaphern und Ausdrucksweisen ja vollkommen verständlich für Jugendliche aus den Dörfern in Nordostdeutschland, nur ich westdeutsches Vorstadtkind kenne sie einfach nicht. Der Stil war für mich der Hauptgrund, wieso ich mit den Figuren und der Story nie warmwerden konnte.

Ich gehe davon aus, dass es viele Fans von Mädchenmeute gibt, denn immerhin ist es ein (im wahrsten Sinne des Wortes) ausgezeichnetes Jugendbuch. Doch ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass sich dermaßen fremd angefühlt hat.

Bewertung:

++ – Zwei von fünf Punkten

 

How To Be Bad von von Lauren Myracle, E. Lockhart und Sarah Mlynowski

Erscheinungsjahr: 2008 – Neuauflage: 2015 | Taschenbuch: 352 Seiten | Verlag: Harper Teen | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-0062405685

Kurzinhalt:

Jesse, Vicky und Meg brechen zusammen auf einen Roadtrip nach Miami auf. Jede von ihnen nimmt ihre eigenen Sorgen mit auf den Weg, auch wenn die anderen Mädchen nichts davon wissen. Während der Reise erleben sie Abenteuer, stoßen auf Hindernisse und finden zueinander und zu sich selbst.

Eigene Meinung:

How To Be Bad ist ein wundervolles Sommerbuch, denn es handelt von einem Sommerroadtrip mit drei Teenagern. Es war definitiv Spaß, das Buch zu lesen, denn es geschehen so viele aufregende und verrückte Dinge, dass den Lesern nie langweilig wird und es immer spannend ist, herauszufinden, was im nächsten Kapitel passiert. Doch obwohl How To Be Bad ein sehr actionreiches Buch ist, erzählt es eigentlich eine Geschichte von Freundschaft, von Akzeptanz und Toleranz (bzw. das Fehlen dieser).

Sehr gut hat mir gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der drei Mädchen erzählt wird. Bei Büchern mit wechselnden Perspektiven beschwere ich mich oft, dass sich alle Erzähler irgendwie gleich anhören. Das ist hier nicht der Fall. Nicht nur haben Jesse, Vicky und Meg drei grundverschiedene Persönlichkeiten, als Leser merkt man das auch in ihre Ausdrucks- und Erzählweise. Ich gehe davon aus, dass jede der drei Autorinnen dieses Buchs eine Perspektive geschrieben hat, weshalb die Figuren tatsächlich wie drei unterschiedliche Menschen klingen.

Die Entwicklungsgeschichten der Mädchen haben mich allerdings nicht immer völlig überzeugen können. Am Ende wurde vor allem Jesses Geschichte so übereilt abgeschlossen, dass ich verzweifelt nach einem weiteren Kapitel gesucht habe (das es aber nicht gibt).

Außerdem ist da die Sache mit der Religion. Religion spielt nämlich eine zentrale Rolle in diesem Buch. Jesse ist überzeugte Christin, Meg Jüdin und Vicky Atheistin. Aus diesem Grund kommt es immer wieder zu Streits zwischen Jesse und Vicky. Jesse wird ziemlich klischeehaft als eine spießige Fanatikerin gezeichnet, die Partys nicht genießt, ihre Freundinnen davon abhalten will, Sex vor der Ehe zu haben, und versucht, anderen Leuten ihren Glauben aufzudrängen. Andererseits zeigt Vicky absolut kein Verständnis für Jesses Glauben, sondern provoziert sie absichtlich. Der religiöse Aspekt wird nicht unbedingt negativ dargestellt, doch es fehlt von allen Seiten an Toleranz und Verständnis. Die Behandlung dieses Themas an sich fand ich spannend, aber die Umsetzung war nicht optimal.

Trotzdem war How To Be Bad ein spaßiger, aufregender Sommerroman, den ich gerne gelesen habe.

Bewertung:

+++ – Drei von fünf Punkten

 

 

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Mein neues Bücherregal

Ich bin gerade in eine neue Wohnung gezogen und hier habe ich nun endlich ein großes, hohes Regal für meine Bücher. Bisher ist der Großteil meiner Bücher auf einem Stapel in der Ecke verstaubt, doch nun habe ich genug Platz, um sie alle einzuordnen, zu sortieren und hübsch zu präsentieren. Deshalb möchte ich euch in diesem Post mein Bücherregal vorstellen.

80 Prozent der Bücher, die ich besitze, sind noch ungelesen (weil ich gelesene Bücher meist gleich wieder verkaufe oder verschenke), deshalb freue ich mich sehr, falls ihr mir das ein oder andere Buch aus meinem Regal empfehlen könnt!

Oben auf dem Regal seht ihr links eine Box, in der ich meine Unmengen an Notizzetteln mit schönen Zitaten und Lebensweisheiten aufhebe. In der Mitte steht eine Box voller Zitat-Postkarten, die ich mal als Trostpreis bei einem Schreibwettbewerb bekommen habe, und ganz rechts ist eine Hülle mit ein paar losen CDs und DVDs.

Kommen wir aber zu den Büchern. Im obersten Regalfach bewahre ich links diverse Notizbücher auf (das kleine blaue ist übrigens mein Blog-Notizbuch). Der Rest des Fachs beinhaltet die Bücher meiner aktuellen Leseliste und Neuzugänge – diese Ecke wird sich also oft ändern.

Darunter (auf Augenhöhe) befindet sich mein Lieblingsbücherregal. Ich habe euch ja bereits einige dieser Bücher vorgestellt, doch hier warten noch weitere Lieblingsbücher darauf, auf meinem Blog gefeiert zu werden. In der Mitte sind ein paar Sachbücher, die ich bereits gelesen habe und die nicht unbedingt meine absoluten Lieblingsbücher sind, die ich aber trotzdem genug mag, um sie zu behalten.

Im nächsten Fach bewahre ich links Bücher auf, die ich begonnen, aber noch nicht beendet habe. Wie ihr seht, passiert mir das verständlicherweise oft bei sehr dicken Büchern, wie Krieg und Frieden oder der Biografie von Isadora Duncan, die ich beide sehr mag, die aber zu überwältigend sind, um sie an einem Stück zu lesen. Bei der Shakespeare Gesamtausgabe (die ich von meinen Eltern ausgeliehen habe und die wunderschön illustriert ist) und bei James Joyces Ulysses bin ich mir ehrlich gesagt ziemlich sicher, dass ich sie nie beenden werde.

In der Mitte seht ihr das wunderschöne erotische Fotobuch she von Thomas Karsten. Rechts seht ihr meine kleine DVD-Sammlung. Hier habe ich ein paar meiner Liebling-DVDs versammelt, nämlich: The Great Gatsby, Waterworld, Buffy Staffel 2, Das Wilde Leben, Super Süß und Super Sexy, Britney Spears Greatest Hits und Liebe Braucht Keine Ferien.

Im nächsten Regalfach finden sich links ein paar ungelesenen Sci Fi und Fantasy Bücher und rechts zwei weitere Bücher von meinem SuB, die in keine andere Kategorie passen. In der Mitte seht ihr zwei Foto- und Interviewbände: The Erotic Lives of Women (noch nicht gelesen) und Die Nacht der Masken (gelesen und genossen).

Das unterste Fach meines Regals ist das chaotischste, denn dort bewahre ich die beiden Genres auf, aus denen die meisten Bücher auf meinem SuB stammen: Klassiker (links) und Sachbücher (rechts). Diese Art von Büchern kaufe ich ständig in Antiquariaten oder auf Flohmärkten, weil sie mich interessieren, aber dann liegen sie nicht selten jahrelang ungelesen rum. Langsam aber sicher bin ich jetzt dabei, sie abzuarbeiten.

Das war mein neues Bücherregal. Ich bin so glücklich darüber, nun genug Platz für meine Bücher zu haben und ständig fröhlich umsortieren zu können.
Wie organisiert ihr euer Bücherregal?

 

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Neuzugänge

In letzter Zeit durfte mal wieder das ein oder andere neue Buch bei mir einziehen, da ich mir nach monatelangem SuB Abbau ein paar Bücher geleistet habe und auch Bücher geschenkt bekommen habe.

Quality Land von Marc Uwe Kling

Dieses Buch hat mir meine Mutter geliehen, nachdem ich ihr empfohlen habe, es zu kaufen, weil ich wusste, dass es unserer gemeinsamen Vorliebe für technische Dystopien gerecht wird. Ich bin schon sehr gespannt darauf, doch bisher war ich noch nicht in der Stimmung dafür, da ich lieber etwas weniger Düsteres lesen wollte. Auf Buchblogs habe ich einige nicht ganz so begeisterte Rezensionen gelesen, doch ich freue mich darauf, das Buch selbst zu erleben.

Der Gott der kleinen Dinge von Arundhati Roy

Von diesem Buch schwärmen mir schon lange diverse Leute vor, deshalb habe ich es mitgenommen, als ich es in einem kleinen Buchregal auf der Straße, in dem Leute Bücher tauschen, entdeckt habe. Die Autorin ist Inderin und da ich halb-indisch bin, erwartet immer jeder von mir, dass ich es gelesen habe. Dabei habe ich glaube ich noch nie ein Buch eines indischen Autors gelesen. Es ist an der Zeit, das zu ändern.

Last Call at the Nightshade Lounge von Paul Kruger

Dieses Fantasy Buch über Monster bekämpfende Barkeeper habe ich als ersten von meinen Neuzugängen gelesen und es hat mich absolut begeistert. Meine Rezension dazu findet ihr hier.

How To Be Bad von E. Lockhart, Sarah Mlynowski und Lauren Myracle

How To Be Bad ist eine Roadtrip Geschichte für Jugendliche. Dieses Buch habe ich auch schon gelesen und ich habe gemischte Gefühle darüber, auch wenn es mir grundsätzlich gefallen hat. Wenn ich meine Gedanken dazu etwas sortiert habe, folgt eine Rezension. Sehr schön fand ich die drei verschiedenen Perspektiven, die, wie ich annehme, von je einer der drei Autorinnen geschrieben wurde. Erwähnenswert für potentielle Leser ist wohl auch, dass Religion (sowohl der Glauben als auch der Nicht-Glauben) eine große Rolle spielt.

Angelfall von Susan Ee

Von der Angefall Trilogie habe ich schon so viel Gutes gehört und jetzt, nachdem ich mich mit Last Call at the Nightshade Lounge wieder etwas an das Fantasy Genre gewöhnt habe, habe ich total Lust auf eine Fantasy Reihe. Ich hoffe, dass mir das erste Buch so gefallen wird, dass ich gleich weiterlesen möchte.

If this world were mine von E. Lynn Harris

Ich habe absolut keine Ahnung, worum es in diesem Buch geht, doch irgendwie hat es mich angesprochen. Bei meinem zweiten Trip zu dem Straßen-Bücherregal, um alte Bücher hineinzustellen, habe ich mir dieses Buch ausgesucht und mitgenommen. Es geht wohl um Freundschaft, was ich immer ein schönes Thema finde.

Erst Krieg dann Sex von Doris Lerche

Dieses Buch hat mir eine Bekannte zugeschickt und ich habe mich sehr über die überraschende Buchpost gefreut. Es handelt sich um einen Lyrik Band. Da ich so gut wie nie Lyrik lese und stets so meine Probleme mit Lyrik hatte, bin ich gespannt, ob mir das Buch gefallen wird. Ich würde mich nämlich sehr freuen, wenn ich endlich mal Gedichte finden würde, mit denen ich etwas anfangen kann. Interessant ist bereits, dass das Buch ein Wendebuch ist. Es hat zwei Cover: Von der einen Seite beginnt es mit dem Titel Erst Krieg dann Sex und von der anderen Seite mit dem Titel Erst Sex dann Krieg.

Now von Stephan R. Meier

Dieses Buch habe ich als Mängelexemplar bei Real gefunden und da ich, wie bereits erwähnt, ein Fan von Sci Fi Thrillern, in denen die Digitalisierung der Welt eine Rolle spielt, bin, habe ich es spontan gekauft. Es gibt so viele Bücher mit dieser Thematik im Moment, doch bisher bin ich es noch nicht leid, sie zu lesen.

Kennt ihr eines der Bücher und möchtet mir vielleicht etwas empfehlen?
Ich möchte auf jeden Fall in nächster Zeit Quality Land, Angelfall und den Gedichtband lesen.

 

 

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Lieblingsbücher Special: Weitere Bücher in meinem Lieblinge-Regal

Ich bin ein Freund davon, Bücher bald nach dem Lesen zu verkaufen oder verschenken. Wenn ich doch mal ein bereits gelesenes Buch behalte, dann muss es mich schon extrem begeistert haben. In meiner Lieblingsbücher Blogserie stelle ich euch nach und nach die Bücher vor, die den Status Lieblingsbuch bei mir erreicht haben.

Hier seht ihr mein Lieblingsbücher-Regal:

Es fehlen noch einige Lieblingsbücher, die ich verliehen habe, die noch bei meinen Eltern stehen und die ich nur als eBooks habe. Diese werde ich euch in späteren Posts vorstellen. Von den Büchern, die ihr auf dem Bild seht, habe ich ein paar bereits hier auf meinem Blog empfohlen, nämlich Harry Potter von J.K. Rowling (auf dem Foto seht ihr meine Lieblingsbände: 5 und 7), To Kill a Mockingbird von Harper Lee, Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität von Dave Eggers und On the Road von Jack Kerouac. Bleiben noch drei Bücher, die ich euch im Folgenden präsentieren möchte.

Gossip Girl von Cecily von Ziegésar

Die Gossip Girl Reihe war meine absolute Lieblingsbuchreihe als Teenager. Ich hatte den ersten Band in der Bücherei ausgeliehen und mir daraufhin den zweiten Band von einer Freundin zum Geburtstag gewünscht. Nachdem sie das Buch in der Nacht vor meinem Geburtstag durchgelesen hat, war sie ebenfalls ein Fan der Reihe, sodass wir uns die Folgebände immer abwechselnd gekauft haben. Das war eine tolle Idee – so lange wir befreundet waren. Jetzt besitze ich nur die Hälfte der Serie. Vor allem den 7. Teil habe ich in meinem Regal vermisst, denn er ist mein Lieblingsteil, deshalb war ich begeistert, als ich das Buch für einen Euro im Antiquariat entdeckt habe.

Gossip Girl erzählt von dem Leben der Reichen und Schönen auf der Upper East Side in New York. Im Zentrum der Handlung stehen die Freundinnen Serena und Blair, die wir Leser durch ihre Abenteuer, Beziehungen, Freundschaften und Kämpfe begleiten. Eine Bloggerin namens Gossip Girl teilt online den aktuellsten Klatsch rund um Blair, Serena und ihre Freunde bzw. Feinde. Die Bücher wurden auch zu einer Serie gemacht, die allerdings inhaltlich sehr stark von den Büchern abweicht. Ein Reiz der Bücher liegt sicher in dem glamourösen Lifestyle der Protagonisten, der zum Träumen anregt, sowie an der Unterhaltung, die all die Dramen und Skandale bieten. Mich hat aber stets der lockere, witzige Schreibstil von Cecily von Ziegésar fasziniert und er hat auch mein eigenes Schreiben stark beeinflusst.

Die Gossip Girl Bücher sind bis heute absolute Feel Good Garanten für mich und ich träume davon, sie alle mal wieder zu lesen – am besten jeweils passend in den Jahreszeiten, in denen die Bücher spielen. Es gibt insgesamt 13 Bücher in der originalen Gossip Girl Reihe. Außerdem gibt es zwei Spin-offs Gossip Girl The Carlyles (4 Bücher) und It Girl (10 Bücher), von denen ich aber nicht alle kenne.

The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald

Ich bin ein Fan von amerikanischen Klassikern und ich finde The Great Gatsby ist die absolute Perle dieses Genres. In dem Buch erzählt Nick Carraway die Geschichte seines Nachbarn und Freundes Jay Gatsby, um den viele Legenden ranken und der berühmt-berüchtigte wilde Partys gibt. The Great Gatsby ist im Prinzip eine Liebesgeschichte, doch für mich ist es einfach Storytelling vom Feinsten. Wie F. Scott Fitzgerald es schafft, auf so wenigen Seiten (nur 180!) solch eine gut durchdachte, spannende Geschichte zu kreieren, fasziniert mich immer wieder. The Great Gatsby ist ganz großes Kino (sowohl im Buch als auch im eigentlichen Kino, nämlich bei der Verfilmung von Baz Luhrmann in 2013) voller Drama, Wendepunkte, Verrat und großen Gefühlen. Ich finde, für Menschen, die lernen wollen zu schreiben, ist dieses Buch ein Muss.

The Beach von Alex Garland

Dieses Buch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, weshalb ich mich riesig gefreut habe, als ich es auf einem Flohmarkt entdeckt habe. Und es hat mich nicht enttäuscht. The Beach ist einfach eine verdammt gute Geschichte voller Spannung. Das Leseerlebnis hat mich total umgehauen, denn ich war absolut nicht auf die Handlung vorbereitet. Es geht um eine Gruppe von Reisenden, die eine größtenteils unbewohnte Insel entdecken und sich dort einer am Strand lebenden Gesellschaft anschließen. Das Konzept eines absolut freien Lebens fernab von der Zivilisation klingt erst einmal sehr verlockend, aber natürlich lauern dort viele Gefahren und Probleme. Das Lesen des Buchs hat mir einfach riesigen Spaß bereitet. 80% der Zeit über war ich absolut begeistert von dieser Welt voller Abenteuer, während die letzten 20% sehr schnell zu einem Horrortrip wurden – was das Buch nur noch besser gemacht hat.

The Beach hat mir wirklich den Atem geraubt. Ich denke, von den drei Büchern (bzw. eine Buchreihe), die ich euch in diesem Post vorgestellt habe, ist The Beach vermutlich mein Liebling. Auch hier gibt es eine Verfilmung aus dem Jahr 2000 mit Leonardo diCaprio, die okay ist, wenn auch nicht so gut wie das Buch.

Kennt ihr eines meiner Lieblingsbücher und mochtet ihr es vielleicht auch so gerne? Lasst mir einen Kommentar da! :)

 

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