Leserückblick: Januar bis März 2022

Es war nicht gerade das einfachste Quartal (weder persönlich noch bzgl. des Weltgeschehens, was natürlich zusammenhängt), aber gerade in solchen Zeiten kann das Lesen Wunder bewirken, weil es uns in Geschichten entführt und uns eine dringend nötige Auszeit bietet. In diesem Sinne bin ich sehr froh, dass die acht Bücher, die ich in den letzten drei Monaten gelesen habe, das wunderbar geschafft haben und es alles in allem gute Lesemonate waren.

Fauster von Kim Ho-yeon (Science Fiction)

Das erste Buch, das ich dieses Jahr beendet habe, war direkt ganz besonders interessant. Fauster ist ein süd-koreanischer Sci Fi Thriller, in dem alte reiche Leute durch moderne Technologie die Leben von jungen, zu Beginn meist armen Leuten aus deren Sicht miterleben. Es ist total abgefahren, der Schreibstil ist anders als von Deutscher oder Amerikanischer Literatur gewohnt und es ist ziemlich kapitalismuskritisch. All das hat mich total fasziniert! Das Buch ist ein Thriller und fesselt, aber es hat mir vor allem auch Lust gemacht, mehr süd-koreanische Literatur oder sonstige Medien zu konsumieren (Tipps bitte gerne an mich!).

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Bananenangst von Patricia Modispacher (Roman)

Dann habe ich den wunderbaren Debütroman meiner Freundin Patricia fertig gelesen und bewundere ihre Geschichte über eine junge Frau, die sich aufgrund von Essstörungen in eine psychosomatische Klinik einweist. Das Buch habe ich mit Einblicken in die Themen, die mich besonders berührt haben, ausführlich hier vorgestellt.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Jesus von Alois Prinz (Sachbuch)

Dieses Buch habe ich auf einem Bücherflohmarkt entdeckt und über ein paar Monate hinweg gelesen. Es erzählt, wie der Titel schwer erahnen lässt, von Jesus – dem Jesus der Bibel, aber es setzt ihn in einen historischen Kontext und untersucht, ob und wie die Begebenheiten, die im Neuen Testament beschrieben werden, tatsächlich passiert sein könnten. Ich fand die Hintergründe sehr interessant und fand es anregend, die Geschichte von Jesus mal so historisch nach zu verfolgen.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Dune von Frank Herbert (Science Fiction)

Dune hat mich einige Wochen (ich würde sagen fast sechs Wochen) gekostet. Wie es mir bei der Lektüre erging, habe ich in einem tiefgehenden Blogpost hier beschrieben. Meine Gefühle zu dem Buch sind zwiespältig, aber die Details könnt ihr in der Buchvorstellung gerne selbst nachlesen.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

2050 (Anthologie, Science Fiction)

2050 ist eine Spenden-Anthologie, die ich mir eigentlich nur geholt habe, weil eine Bekannte einen Beitrag darin veröffentlicht hat, aber sie war dann auch insgesamt eine positive Überraschung. Autor*innen mit verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen und von unterschiedlichem Alter erzählen in Kurzprosa, wie sie sich das Jahr 2050 vorstellen. Ich war total begeistert von der Breite der Themen, die hier abgedeckt werden. Ich habe jeden Tag eine Geschichte gelesen und auch wenn natürlich nicht alle Geschichten gleich gut war, hatte ich eigentlich immer meinen Spaß damit. Kann ich nur empfehlen!

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Project Hail Mary von Andy Weir (Science Fiction)

Vor Jahren war Der Marsianer von Andy Weir das Buch, das meine Liebe zur Science Fiction entflammt hat. Sein zweites Buch Artemis fand ich dann nicht so gut, aber mit dem neuen Buch (in Deutschland heißt es einfach nur Der Astronaut) konnte er mich wieder absolut begeistern. Einerseits konzentriert sich Andy Weir auch hier auf das, was er schon bei Der Marsianer bewiesen hat, dass er es kann (Hard Sci Fi gemischt mit einer gehörigen Portion Humor), aber andererseits nimmt das Buch dann plötzlich eine Abzweigung in ein Science Fiction Subgenre, das ich nicht erwartet hatte, dass aber mein liebstes Sci Fi Genre ist. (Jetzt könnt ihr mal raten, was das ist ;)). Das Buch ist schon Hardcore Science Fiction und wissenschaftlich anspruchsvoll (vielleicht nicht unbedingt was für Leute, die neu im Genre sind), aber für alle, die Sci Fi so lieben wie ich, ist es genau das, was ich mir vom Genre wünsche: faszinierende Wissenschaft, Thrill und die Hoffnung, dass die Zukunft besser wird. Dieses Buch hat mir so geholfen in den Tagen und Wochen, nachdem der Ukraine-Krieg ausgebrochen ist, und dafür bin ich echt dankbar.

Bewertung: +++++ – Fünf von fünf Punkten

Die Stadt der Symbionten von James Sullivan (Science Fiction)

Der Autor war mal bei der Schreibnacht (Aktion von meiner Schreibcommunity) zu Gast und hat mich überzeugt, weshalb ich mir danach sein Buch geholt habe. Es erinnert mich ein bisschen an Neuromancer, ein Sci Fi Klassiker, den ich mal vor Jahren begonnen, aber nicht beendet habe, nur dass ich Die Stadt der Symbionten besser verstehe. Das könnte daran liegen, dass es auf Deutsch ist, oder auch daran, dass ich mittlerweile lange genug im Genre unterwegs bin, dass mich die ganze Technik nicht mehr verwirrt. Es behandelt Ideen des Transhumanismus (z.B. Mensch-Maschine-Hybride oder auch Weiterentwicklungen) und hat einen thriller-angehauchten Plot. Jetzt, da ich das schreibe, habe ich noch nicht so viel gelesen, aber ich hoffe, bis dieser Post rauskommt, werde ich es fertig haben, dann ergänze ich die Bewertung.

Global Age, Migration und Medien von Christina Schachtner (Fachbuch)

Auch dieses Buch habe ich im Moment noch nicht durchgelesen, aber ich hoffe, dass ich das bis Ende des Monat geschafft habe. Das Buch wurde mir netterweise vom transcript Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Migration, aber diese Arbeit hat einen neuen, sehr interessanten Ansatz, der mich bisher überzeugt. Es wird auf jeden Fall noch eine Buchvorstellung dazu geben, dann verrate ich mehr.

Das waren die Bücher, die mich durch die letzten drei Monate getragen haben und mir wirklich das Leben versüßt haben. Wie sah eure Leserei in letzter Zeit aus? Was waren eure Lesehighlights? Ich freue mich über eure Kommentare!

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