Leserückblick: Juli bis September 2021

Die letzten drei Monate waren für mich lesearm. Es war einfach wieder mehr los im Leben und in der Welt und da blieb das Lesen auf der Strecke. Ich habe im Juli bis September nur fünf Bücher gelesen. Zum Vergleich: In den drei Monaten zuvor habe ich ganze 14 Bücher gelesen. Alle Bücher der letzten Monate habe ich für den diesjährigen #femtember gelesen und auch hier auf meinem Blog in diesem Zusammenhang vorgestellt.

Meine Top-Liste der gelesenen Bücher:

  1. Die Teetrinkerin von Chrisitina Bruderhof: +++++ – 5 von 5 Punkten
  2. Sprache und Sein von Kübra Gümüşay: ++++ – 4 von 5 Punkten
  3. Wasteland von Judith C. Vogt und Christian Vogt: ++++ – 4 von 5 Punkten
  4. Soulless von Gail Carriger: +++ – 3 von 5 Punkten
  5. Ich bin Gideon von Tamsyn Muir: +++ – 3 von 5 Punkten

Kurzrezensionen:

Da ich dieses Mal auch keine Kurzrezensionen zu den Büchern auf Instagram gepostet habe, möchte ich hier noch einen kleinen Einblick in meine Meinung zu den Büchern geben, denn in den Blogpost ging es ja vorrangig um die feministischen Aspekte der Bücher, nicht die Bücher im Allgemeinen.

Die Teetrinkerin:

Okay, ich glaube, dieses Buch hatte ich auch schon auf Instagram kurzrezensiert, aber ich kann es nicht oft genug sagen: Ich liebe dieses Buch. Die Teetrinkerin erzählt von einer Menschenrechtsanwältin in Indien, deren Mann eine Teeplantage betreibt, was sie in ein moralisches Dilemma führt. Aber es steckt noch so viel mehr darin: Arbeitsrechte, Kapitalismus, aber auch Religion und die Liebe zu den kleinen Freuden im Leben. Als jemand, die oft ihre Familie in Indien besucht, fand ich es auch gut, dass das Land und seine Kulturen und Menschen immer mit Respekt beschrieben werden, selbst wenn die sozialen Umstände kritisiert werden. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, der oder die sich für Indien interessiert oder für den globalen Kapitalismus oder auch nur für Tee. Bisher erging es allen, denen ich das Buch empfohlen habe, genauso wie mir, dass es sie absolut verzaubert und gleichzeitig zum Nachdenken angeregt hat. Das ist keine einfach Aufgabe, diese zwei Effekte zusammenzubringen, aber Die Teetrinkerin meistert es einwandfrei.

Sprache und Sein:

Sprache und Sein ist ein Sachbuch, dass sich mit dem Zusammenspiel von Sprache und Realität beschäftigt. Der Titel sagt alles, aber gleichzeitig irgendwie nichts, denn er klingt recht abstrakt. Tatsächlich ist das Buch auch ziemlich theoretisch. Es geht darum, wie unsere Sprache Menschen eingliedern oder ausgrenzen kann, woher unsere Sprache kommt, welche Weltbilder da mitschwingen und was wir tun können, um eine gerechtere Welt auch in der Sprache wiederzuspiegeln. Aufgelockert wird das Buch durch viele Anekdoten aus dem Leben der Autorin und anderen Menschen, mit denen sie gesprochen hat und ich denke, gerade diese persönlichen Beispiele machen deutlich, was sie ausdrücken möchte. Dass manche Menschen automatisch mitgedacht werden – andere aber eben nicht. Und es ist an der Zeit, das zu ändern. Mich konnte das Buch überzeugen und ich habe viel bei der Lektüre gelernt.

Wasteland:

Wasteland war vermutlich das spaßigste Buch, das ich im letzten Quartal gelesen habe. Es ist eine actionreiche Post-Apokalypse-Geschichte in einer Zukunft, in der die Menschen den Großteil der Umwelt völlig zerstört haben. Die Überlebenden machen es entweder noch schlimmer und verbrassen auch noch die letzten Ressourcen, um Herrschaft an sich zu reißen, denn die Welt ist ja sowieso schon kaputt. Oder aber sie haben noch Hoffnung und versuchen etwas Neues, Besseres aufzubauen, ein Leben mit der Natur, aber auch neue, gerechtere Gesellschaftsformen. Gerade letztere Gruppe hat mich fasziniert. Was das Buch aber für mich ausgemacht hat, sind die beiden extrem sympathischen ProtagonistInnen und der humorvolle, flapsige Erzählstil, der mir das Gefühl gibt, meine beste Freundin erzählt mir eine Geschichte. Ich fand es unterhaltsam und habe mich dank der Sprache direkt in dem Roman zu Hause gefühlt, auch wenn unsere Welt zum Glück noch nicht so kaputt ist. Nur zum Ende hin, ist die Aufklärung extrem überstürzt und manche Dinge werden auch einfach offen gelassen, das hat mich dann etwas enttäuscht.

Soulless:

Wasteland und Soulless habe ich in einem Buddyread gelesen, sonst hätte ich sicher nie zu Soulless gegriffen. Denn es ist eine Geschichte im 19. Jahrhundert mit Vampiren und Werwölfen und anderen übernatürlichen Wesen. Das ist eigentlich nicht so meins, aber ich habe mich drauf eingelassen und fand das Buch dann auch ganz unterhaltsam. Der Humor der Protagonistin hat mich öfters mal zum Lachen gebracht. Allerdings fand ich die zentrale Liebesgeschichte ganz schön klischeehaft und konnte ihn – den typischen starken Eroberer – nicht besonders leiden. Ich verstehe schon, dass die Geschlechterrollen früher etwas strenger waren, aber trotzdem hat es mich ziemlich genervt. Das Ende hat mir dann aber wieder gut gefallen, denn es gab noch viel Action und auch eine spannende Story jenseits der Lovestory.

Ich bin Gideon:

Ich bin Gideon ist eine Nekromanten-Saga mit viel düsterer Magie und noch düsterem Humor. Der Humor konnte mich durchaus unterhalten und auch die beiden Protagonistinnen fand ich in ihren harten, roughen Arten irgendwie ganz cool, auch wenn ich nicht weiß, wie mensch auf Hass und Brutalität eine Beziehung aufbauen kann. Der Plot an sich ging irgendwie völlig an mir vorbei. Die meiste Zeit lang dachte ich nur: Was zur Hölle lese ich da eigentlich? Ich fand es einfach alles ziemlich abstrus. Aber die Action und der kleine Mystery-Plot hat mich dann doch genug gefesselt, dass ich es bis zum Ende gelesen habe.

Ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Monaten wieder mehr lesen werde, aber ich denke, die Chancen stehen gut, denn meine Winter-Leseliste ist reich an Science Fiction und ich bin so froh, mich wieder in mein Lieblingsgenre stürzen zu können.

Meine Winter-Leseliste:

Meine Sachbuch-Leseauswahl für Herbst/Winter 2021:

Zuletzt möchte ich noch ankündigen, dass ich die nächsten zwei Monate eine Blog-Pause einlege und dann im Dezember mit neuen Beiträgen zurück bin.

Wie erging es euch lesetechnisch in letzter Zeit? Seid ihr zufrieden mit der Menge, die ihr gelesen habt und waren genug Bücher dabei, die euch überzeugen konnten? Kennt ihr meine gelesenen Bücher und wie fandet ihr sie? Lasst mir gerne eure Gedanken, Tipps und Rückmeldungen in den Kommentaren!

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2 Kommentare

  1. Mai Quynh sagt:

    Die Teetrinkerin habe ich mal mitgenommen auf meine Liste und bin schon gespannt, wenn ich es dann mal lesen werde.
    Eine schöne Blog-Pause und bis Dezember :)

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  2. autorenanna sagt:

    „Ich bin Gideon“ war gleichzeitig das genialste und das bizarrste Buch, das ich seit einer langen Zeit gelesen habe… Die Hälfte der Zeit ging es mir wie dir und ich habe mich gefragt, was genau das eigentlich ist, aber nachdem ich dann so ein bisschen herausgefunden hatte, um was es geht, sind die Seiten nur so geflogen <3 Übrigens ist der zweite Teil, "Ich bin Harrow", noch einen Zacken abstruser ;-)

    Genieß deine Blog-Pause!

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