Bücher, die Hoffnung machen

Ich habe ja letztens Bücher geteilt, die meine Weltsicht verändert haben, und da ich es nach wie vor wichtig finde, sich Gedanken darüber zu machen, was für eine Wirkung Bücher auf uns haben, möchte ich heute daran anknüpfen mit Büchern, die Hoffnung machen. Diese zähle ich nicht zu den Büchern, die meine Weltsicht verändert haben, denn ich glaube, ich bin grundsätzlich schon ein recht optimistischer Mensch, es sind also eher Bücher, die meine Weltsicht bestätigen.

Trotzdem möchte ich sie euch hier vorstellen, denn was gibt es Schöneres, als einen Funken Hoffnung zu spüren? Und wenn Bücher damit helfen können, ist meine Herangehensweise: Immer her damit! Dabei kommt es auch gar nichts aufs Genre oder auf die Art von Story an, denn Hoffnung gibt es in allen Settings und Umständen, doch es braucht schon etwas Talent, um sie sichtbar zu machen. Den Autor*innen der folgenden Bücher ist das meiner Meinung nach ziemlich gut gelungen.

Thriller: Gier von Marc Elsberg

Ja, auch ein Thriller kann hoffnungsvoll sein. Erst einmal ist Gier ein kritisches Buch, das sich mit unserem Wirtschaftssystem auseinandersetzt und die titelgebende Gier kritisiert. Aber – und das war einer der Gründe, wieso ich das Buch so sehr mochte – es bietet eine Alternative. Im Zentrum von Gier steht nämlich eine alternative Wirtschaftstheorie, die die Reichen der Welt unbedingt geheim halten möchten, weil sie ihrer Ausbeutung ein Ende setzen würde. Und das Beste: Das Ganze hat sich Marc Elsberg nicht aus den Fingern gezogen, sondern es basiert auf tatsächlichen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien. Ein Buch über Wirtschaft nicht nur unterhaltsam, sondern auch hoffnungsvoll zu machen ist echt eine Leistung – aber mit Gier hat Marc Elsberg genau das geschafft.

Fantasy: Magnus Chase von Rick Riordan

Diese Trilogie erwähne ich ja immer mal wieder, weil sie mir so gut gefallen hat, aber beim Thema Hoffnung darf sie einfach nicht fehlen, denn Magnus Chase ist ein gigantischer Appell für eine bessere, gerechtere Zukunft, in der wir einander akzeptieren und verstehen und lieben. Das beginnt beim Figurenensemble, das so divers ist, wie in keinem anderen Buch, das ich bisher gelesen habe, und innerhalb dem die Figuren füreinander nichts als Freundschaft und Toleranz aufbringen. Es zeichnet die Welt, wie sie sein sollte: Eine Welt, in der wir die Einzigartigkeit jeder Person anerkennen und niemanden diskriminieren. Der Protagonist Magnus Chase ist übrigens ein ziemlich untypischer Held, weil er sanft ist, kein Kämpfer, sondern ein Heiler. Und wer die Trilogie bis zum Ende gelesen hat, weiß, dass die Message zum Schluss laut und klar genannt wird und dass sie definitiv Hoffnung macht. Beim Lesen dachte ich oft: Wenn das die Art von Literatur ist, mit der die heutige Jugend aufwächst, dann gibt es tatsächlich Hoffnung für die Menschheit.

Fantasy: Harry Potter von J.K. Rowling

Auch wenn J. K. Rowlings aktuelle persönliche Aussagen alles andere als Hoffnung auf eine tolerante, liebevolle Welt machen, verbinde ich ihr Hauptwerk – die Harry Potter Reihe – noch immer mit einem durchdringenden Gefühl der Hoffnung. Denn letztlich ist Harry Potter eine klassische Geschichte von Gut gegen Böse, von Held*innen und von der Kraft von Freundschaft und Liebe. Es gibt böse Mächte in der Welt von Harry Potter, aber (Achtung Spoiler!) die Guten triumphieren doch am Ende immer. Ich bin froh, dass ich mit den Harry Potter Büchern aufgewachsen bin und glaube schon, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben, um mich zu einem optimistischen Menschen zu formen.

Science Fiction: Limit von Frank Schätzing

Einer der Hauptgründe, wieso ich Science Fiction so liebe, ist, dass es Lust auf die Zukunft macht. Deshalb bin ich ein großer Star Trek Fan, weil Star Trek von einer Zukunft erzählt, in der es keine Kriege mehr unter Menschen gibt, und in der alle Probleme mit Diplomatie und Wissenschaft gelöst werden können. Aber zurück zu Büchern: Anfang des Jahres habe ich Limit gelesen. Obwohl in der eigentlichen Story auch viele negative Dinge passieren, hat mich die Welt, die Frank Schätzing hier zeichnet, mit Hoffnung erfüllt. Das Buch spielt bloß wenige Jahre in der Zukunft, aber die Energiefrage ist bis dahin gelöst und damit auch der Klimawandel aufgehalten. Natürlich kommen neue Probleme damit, aber es macht doch Hoffnung, dass wir Menschen mit unserer Kreativität und unserem Optimismus eine Lösung auf das große Klimaproblem finden werden. Um noch einmal Star Trek zu zitieren:

„What you lack biologically, you make up in optimism.”

Dr. Pflox über die Menschheit in Star Trek Enterprise 01

Science Fiction: An absolutely remarkable thing von Hank Green

Diese Liste wäre niemals komplett ohne eines meiner Allzeit-Lieblingsbücher An absolutely remarkable thing. Die Dulogie erzählt von etwas Neuem und Fremden, das auf der Erde erscheint, und wie die Menschheit darauf reagiert. Es ist ziemlich realistisch und zeigt auch, wie viele Menschen sich vor dem Fremden fürchten, ihm böse Absichten unterstellen und es vernichten möchten. Aber Hank Green stellt ins Zentrum seiner Erzählung Figuren, die an das Gute glauben und eine friedliche, hoffnungsvolle Lösung herbeiführen. Trotz all dem Schlimmen, das in An absolutely remarkable thing passiert, ist die Message stets offensichtlich, dass die Menschheit im Großen und Ganzen gut ist und dass sie es wert ist, gerettet zu werden. Deshalb möchte ich auch mit einer meiner Lieblingsstellen aus dem Buch enden:

„But more than that I’m stuck on a planet with you. And honestly, I’m glad. I’ve been exposed to a lot of awful people in the last few months, but I’ve met so many more that are amazing, thoughtful, generous and kind. I honestly believe that is the human condition. […] If you pay attention, there is only one story that makes sense, and that is one in which humanity works together more and more since we took over this planet. Yeah, we fuck it up all the time, yeah, there have been some massive steps backward, but look at us! We are one species now more than we have ever been!”

April May in Absolutely Remarkable Thing

Welche Bücher machen euch Hoffnung auf die Zukunft? Ich bin immer auf der Suche nach neuen aufbauenden Büchern und freue mich deshalb riesig über Empfehlungen! Kennt ihr die Bücher auf meiner Liste und teilt ihr meine Einschätzung? Lest ihr überhaupt hoffnungsvolle Bücher oder sind die meisten Bücher, die ihr lest, doch irgendwie eher deprimierend? Teilt gerne eure Gedanken dazu in den Kommentaren  – ich freue mich auf den Austausch!

PS: Honorable Mentions: Weitere Bücher, die Hoffnung machen, die es aber nicht in die engere Auswahl geschafft haben sind On the Road von Jack Kerouac (Roman), Der Marsianer von Andy Weir (Science Fiction), Alles könnte anders sein von Harald Welzer (Sachbuch) und Walkaway von Cory Doctorow (Science Fiction).

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