6 Gründe, wieso ich Sachbücher liebe

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habe, lese ich oft und gerne Sachbücher. Ich habe schon immer viele Sachbücher gekauft, doch ich muss zugeben, dass diese oft am längsten auf meinem SuB verblieben sind. Der Grund ist einfach, dass ich für ein Sachbuch meist doppelt oder dreimal so lange brauche als für einen Roman. Trotzdem lese ich sie noch immer regelmäßig, heute sogar noch mehr als früher. Vielleicht steht ihr Sachbüchern noch etwas verhalten gegenüber oder vielleicht teilt ihr auch meine Sachbuch-Liebe. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ihr meine 6 Gründe, wieso ich Sachbücher liebe, nachvollziehen könnt.

1. Sie helfen, die Welt besser zu verstehen

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Sachbücher bilden. Egal zu welchem Thema wir Sachbücher lesen – egal ob es gesellschaftliche Analysen sind, Ratgeber, Autobiografien oder irgendetwas anderes -, man kann doch immer etwas von ihnen lernen. Seit ich mit der Uni fertig bin, vermisse ich es, ständig etwas Neues zu lernen. Dabei liebe ich lernen. Natürlich lernt man im Alltag auch permanent Dinge einfach so nebenher, aber es ist doch etwas anderes, sich hinzusetzen und bewusst zu bilden. Deshalb ist Bildung als Erwachsene zu sowas wie meinem Hobby geworden. Ich nutze dafür auch gerne YouTube (z.B. Crash Course) oder Podcasts, aber eben auch Sachbücher. Sie helfen mir, aktuelle Nachrichten und Entwicklungen besser zu verstehen, indem sie mir vermitteln, was hinter den Schlagzeilen steckt. Denn meist sind die Dinge sehr viel mehrdeutiger, als sie uns auf den ersten Blick erscheinen. Und Sachbücher helfen, da besser durchzublicken.

2. Sie sind für alle da

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Sachbücher erklären komplexe Themen, sodass die meisten Menschen sie verstehen können. Die besten Sachbücher sprechen die große Mehrheit an. Im Gegensatz zu Fachliteratur, wie wir sie in der Uni lesen, die oft so kompliziert geschrieben ist, dass selbst Leute, die das Fach studieren, manchmal nicht durchblicken, sind Sachbücher so geschrieben, dass auch Leute, die totale Laien in dem Fach sind, nachvollziehen können, was da steht. Das schätze ich vor allem bei populärwissenschaftlichen Büchern. Ich interessiere mich zum Beispiel sehr für IT und Physik, habe sowas aber nie studiert oder auch nur in der Schule gut genug aufgepasst. Trotzdem möchte ich gerne mehr darüber erfahren. Deshalb bin ich dankbar, dass es Sachbücher für uns alle gibt.

3. Sie dienen zur Recherche

Persönlich lese ich viele Sachbücher als Recherche für mein eigenes Buchprojekt, denn gerade wenn man über so komplexe Themen schreibt wie ich, hilft ein Sachbuch enorm zum Einstieg in die Materie. Zusätzlich recherchiere ich natürlich auch online, aber so ein kompaktes Buch, in dem alles Grundwissen auf einem Blick ist, ist schon ganz nett. Doch auch ohne für ein eigenes Buch zu recherchieren, kann man sich besonders für ein Thema interessieren und beschließen, sich näher damit zu beschäftigen. Ich habe immer mal so Phasen, in denen mich bestimmte Themen (zuletzt zum Beispiel Rassismus und Künstliche Intelligenz – getrennt, aber auch im Zusammenhang) besonders interessieren und ich Sachbücher zur Recherche nutze.

4. Sie gehen in die Tiefe

Wozu braucht man überhaupt noch Sachbücher, wenn man doch alles auch über das Internet erfahren kann? Das stimmt natürlich: Man kann Wikipedia lesen, Magazine, YouTube schauen oder manchmal reicht es auch, einfach durch Social Media zu scrollen, um über ein Trend-Thema mehr zu erfahren. Und ich bin die Letzte, die das verteufeln würde, denn ich liebe das Internet und lerne auch dort extrem viel. Aber es ist eben doch etwas anderes, wenn man sich mit einem Buch hinsetzt und sich auf diesem Wege konzentriert mit einem Thema auseinandersetzt. Da wird man nicht so leicht abgelenkt wie im Internet. In Sachbücher muss man viel Zeit investieren, man kann das nicht mal so nebenbei lesen, wie man zwischendurch schnell durch Instagram scrollt. Man muss sich wirklich damit beschäftigen. Aber dadurch lernt man ein Thema sehr viel tiefergehend zu verstehen, als wenn man sich allein auf das Internet verlässt.

5. Sie regen Diskussionen an

Fast noch lieber, als ich Sachbücher lese, rede ich über sie. Deshalb empfehle ich sooft Sachbücher und verleihe meine eigenen Bücher nach dem Lesen meist meiner Mutter, Freundinnen oder Bekannten. (Das ist übrigens auch der Grund, wieso auf dem Bild oben die meisten meiner liebsten Sachbücher fehlen: Sie sind gerade bei irgendwem anderen – oder waren E-Books.) Alles könnte anders sein von Harald Welzer zum Beispiel habe ich nach dem Lesen einer Freundin geliehen, die es wiederum ihrem Vater geliehen hat und so bekomme ich ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Themen des Buchs zu hören. Gerade in letzter Zeit haben sich viele spannende Unterhaltungen angeregt von Sachbüchern entwickelt, egal ob in meiner Familie und meinem Freundeskreis, bei der Arbeit als Buchhändlerin mit Kunden oder auf Social Media bzw. in Online-Foren. Solche Diskussionen sind wichtig und machen auch echt Spaß.

6. Sie können die Welt verändern

Nennt mich ruhig naiv, aber ich glaube tatsächlich, dass Bücher die Welt verändern können. Natürlich reicht ein Buch dafür nicht – es braucht eine Bewegung und Politik und meistens eine Menge Geld -, aber ein Buch kann den Ausschlag geben oder eine Debatte noch mehr anfeuern. Und da Sachbücher meist aktuelle brisante Themen aufgreifen und auch oft hochpolitisch sind, eignen sie sich dafür besonders gut. Der Hexenhammer hat z.B. im Mittelalter die Hexenverfolgung und Folterpraxis mit ausgelöst. Okay, das ist ein negatives Beispiel. Ein positives Beispiel wäre Exit Racism von Tupoka Ogette, das so vielen Menschen die Augen geöffnet hat und die Anti-Rassismus-Proteste in Deutschland verstärkt hat und dafür gesorgt hat, dass angeblich festgefahrene rassistische Elemente unseres Systems plötzlich hinterfragt werden. Wie ihr seht, kann es in alle Richtungen ausschlagen, deshalb ist es so wichtig, was wir lesen und was wir kaufen. Denn durch unsere Käufe, die wiederum die Bestsellerlisten bestimmen, entscheiden wir auch, worüber in unserer Gesellschaft gesprochen wird. Lesen ist also schon irgendwie politisch.

Lest ihr Sachbücher und was glaubt ihr, ist der Wert von diesen? Was sind eure liebsten Sachbücher? Ich freue mich immer riesig über Lesetipps! Welche Bücher haben euch die Augen geöffnet?

 

 

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5 Kommentare

  1. Hi Sunita,
    das sind ausgezeichnete Gründe und ich finde es sehr vorbildlich, dass du darüber schreibst. ;) Was Sachbücher betrifft, bin ich ausgesprochen faul. Damit sich das ändert, habe ich dieses Jahr auf meine Leseliste („20 Bücher für 2020“, natürlich darf man mehr lesen, aber die sollen definitiv gelesen werden) mal drei Sachbücher gesetzt und war überrascht wie angenehm sie sich weggelesen haben. Von meinem Studium hatte ich ein staubigeres Bild von Sachbüchern. Hoffentlich bleibe ich jetzt dran …

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    1. Sunita sagt:

      3 Sachbücher dieses Jahr sind doch schon echt gut, ich brauche auch immer ewig für ein Sachbuch ;) Welche waren es denn?

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      1. Das waren „Philosophie in 30 Sekunden“, „Sex Machina“ (das ist vllt auch was für dich, es geht u.a. um KI – aber alles im Kontext Beziehungen) und „What makes great art“. Waren alle 3 auf ihre Art spannend!

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  2. Hey, das sind sehr gute Gründe!
    Ich selbst lese viel weniger Sachbücher als ich mir immer vornehme. Zwar ist es so, dass ich gerne mehr lernen möchte, aber trotzdem ist es manchmal etwas schwer, sich abends noch mal aktiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, wenn man eigentlich schon müde ist.
    Bücher finde ich gerade zum Einstieg immer toll. Das Internet weiß zwar eine Menge, aber oft weiß ich da gar nicht wo ich anfangen soll, mich zu informieren, weil viele Artikel ja quasi mittendrin einsteigen und einem dann vielleicht Grundlagen fehlen oder man immer zwischendurch Begriffe oder Konzepte nachschauen muss. Das hat zwar auch was, aber im Grunde finde ich es angenehmer, das alles in einem Buch bequem und in der richtigen Reihenfolge gesammelt zu haben.

    Liebe Grüße!

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    1. Sunita sagt:

      Kann ich schon nachvollziehen, dass es schwer ist, sich dazu abends zu motivieren. Sachbücher lese ich auch meistens nur am Wochenende eher nachmittags, wenn ich Zeit habe, oder aber in der Bahn auf dem Handy (denn dann kann ich gleich alles markieren und nachschlagen). Wenn man nach der Arbeit heimkommt und total erschöpft ist, ist ein Sachbuch echt too much – da lese ich dann lieber Romane. Deshalb brauche ich so ewig (meist ein halbes Jahr für ein Buch). Aber ich stimme dir zu, dass ein Sachbuch ein toller Einstieg in ein Thema ist :)

      Gefällt 1 Person

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