Schreibst du schon oder recherchierst du noch?

Der Jugendroman, den ich geschrieben habe, war eine Menge Arbeit. Aber im Vergleich zu meinem aktuellen Buchprojekt war es wie Urlaub. Die Geschichte kam meistens direkt aus meinem Kopf aufs Papier (auch wenn ich damals bereits ein großer Plotter war). Nun schreibe ich einen Near Future Thriller – ich habe endlich herausgefunden, dass das die korrekte Genrebeschreibung für mein Buch ist. Dieser braucht jede Menge Recherche. Das ist der Grund, weshalb ich nach mehr als einem Jahr nur zwei Kapitel fertig habe.

Da die Geschichte zentrale wissenschaftliche und technische Aspekte beinhaltet, stand vor dem Schreiben erst einmal die Recherche und diese erwies und erweist sich immer noch als schier grenzenlos. Am Anfang stand eine ausführliche Google-Recherche zum groben Thema meines Buchs. Um mich dem Thema weiter zu nähern, habe ich bisher drei Sachbücher gelesen:

Das Buch der Zukunft von Andreas Eschbach

Dies war ein hervorragender Einstieg, weil das Buch der Zukunft einen Überblick über technische, gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Entwicklungen in der nahen Zukunft gibt. Das Buch habe ich bereits hier genauer vorgestellt.

Der geklonte Mensch von Alexander Kissler

Dieses Buch ist leider schon etwas älter, doch ich habe es ausgewählt, weil es das einzige Werk war, das ich finden konnte, das sich explizit mit dem Klonieren auseinandersetzt. Es war sehr hilfreich, um das Klonen und die gesellschaftlichen und moralischen Diskussionen darüber besser zu verstehen und hat mir vor allem viele Infos zur Geschichte des Klonens geliefert.

Hacking Darwin von Jaime Metzl

Hacking Darwin lese ich im Moment. Es handelt von Gentechnik und geht damit einen Schritt weiter als das Klonen. Das Tolle an dem Buch ist, dass es brandaktuell ist und neueste Entwicklungen miteinbezieht. Es erscheint mir völlig am Puls der Zeit zu sein. Außerdem bin ich ein Fan von Jaime Metzl (der selbst auch Science Fiction Autor ist), seit ich ihn in einem absolut faszinierenden Podcast-Interview gehört habe.

Außerdem lese ich Romane, die sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzen:

Der dritte Klon von Ken Follett

Auch wenn das Buch in eine völlig andere Richtung geht als meine Geschichte, war es total interessant zu sehen, wie man das Thema Klonieren in einen Thriller packen kann. Denn Der dritte Klon war vor allem superspannend und die Figuren waren sehr gut gezeichnet. Es war das erste Buch, das ich je von Ken Follett gelesen habe, und ich verstehe jetzt, wieso er so erfolgreich ist und möchte weitere seiner Thriller lesen.

Helix von Marc Elsberg

Marc Elsberg ist ja ohnehin einer meiner absoluten Lieblingsautoren und als ich gesehen habe, dass er ein Buch über Gentechnik geschrieben hat, habe ich sofort meine Mutter (die ein ebenso großer Elsberg-Fan ist und mich überhaupt erst auf seine Bücher aufmerksam gemacht hat) überredet, es zu kaufen. Das Buch hat mir gut gefallen, das Thema war gut aufgearbeitet und die Spannung war vor allem zum Ende hin super! Nur die Figuren sind mir irgendwie fremd geblieben. Mehr dazu könnt ihr in meiner Rezension erfahren.

Die Möglichkeit einer Insel von Michel Houellebecq

Dieses Buch steht noch auf meiner Wunschliste. Es wurde oft in Der geklonte Mensch erwähnt, bis ich schließlich beschloss, es auch einmal zu lesen. Außerdem interessiert mich Michel Houellebecq generell als Autor.

Auch wenn ich noch lange nicht am Ende meiner Recherchearbeit angekommen bin, habe ich bereits mit dem Schreiben begonnen. Das war auch wichtig, denn in den ersten zwei Kapiteln sind so viele weiter kleinere und größere Details aufgekommen, die auf meine Recherche-Liste gewandert sind. Nun ist es aber so, dass ich bereits in die Köpfe meiner Protagonisten eingetaucht bin und anfange, all diese Themen aus ihrer Sichtweise zu sehen. Deshalb lasse ich sie für mich recherchieren. Natürlich lese ich noch immer selbst Artikel etc. zu den entsprechenden Themen, doch dann erstelle ich Essays, geschrieben bereits in meiner Fiktion von einer Figur, die sich mit dem Thema besonders auskennt oder eine persönliche Verbindung dazu hat. Das können meine Protagonisten sein, aber auch Nebenfiguren, die in den ersten beiden Kapiteln noch gar nicht vorgekommen sind, jedoch bald eingeführt werden.

Diese Essays zu schreiben macht mir überraschend viel Spaß. Da sie recht kurz sind, kann ich sie sogar an Arbeitstagen abends oder morgens schreiben und komme so gut voran. Das hilft mir wiederum, dem Schreiben, das ich liebe, eine höhere Priorität in meinem Leben zu geben (trotz stressigem Arbeitsalltag) und das gibt mir das Gefühl, tatsächlich eine Schriftstellerin zu sein. Außerdem erledige ich auf diese Weise nicht nur die nötige und oft trockene Recherche, sondern bleibe gleichzeitig meinen Figuren nahe, sodass ich ihre Stimmen und Perspektiven, die ich mir hart erarbeitet habe, nicht verliere.

Es ist nicht leicht, einen Roman zu schreiben, der technisch und wissenschaftlich anspruchsvoll ist, in der nahen Zukunft spielt und meilenweit von meiner eigenen Lebenswelt entfernt ist. Aber es ist absolut faszinierend und es macht mir Spaß, mehr über diese spannenden Themen zu lernen und sie in meine Geschichte einzubauen.

Recherchiert ihr viel vor oder während dem Schreiben? Wie geht ihr dabei vor? Wie findet ihr die Balance von Recherchieren und Schreiben? Ich freue mich über Erfahrungsberichte, Tipps und Anregungen! Gerne könnt ihr mir auch Links zu spannenden Artikeln, Büchern, Dokus, etc. zu den Themen Klonieren und Gentechnik dalassen – oder so ziemlich alles über die nahe Zukunft.

 

 

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