Rezension: Mut von Ines Witka

Genre: Erotik | Erscheinungsjahr: 2019 | Taschenbuch: 284 Seiten | Verlag: Gatzanis |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3932855924

Kurzinhalt

Viktoria ist geschieden, arbeitslos und sehnt sich nach mehr Abenteuern in ihrem Leben. Aus diesem Grund antwortet sie auf eine Anzeige, in der Darstellerinnen für ein sinnliches Theater gesucht werden. Sie erhält die Chance mitzumachen und findet sich bald in einer extravaganten Welt aus Kunst, Sex und Grenzüberschreitungen wieder. Doch ihre inneren Dämonen folgen ihr auch in diesen neuen Lebensabschnitt, bis Viktoria sich nicht länger von ihnen kontrollieren lassen möchte.

Eigene Meinung

Zuerst möchte ich dem Gatzanis Verlag und Ines Witka für das Rezensionsexemplar danken. Ich kenne die Autorin schon seit einigen Jahren, seitdem ich während meines Verlagsvolontariats mit ihr bei ihrem letzten Roman zusammengearbeitet habe. Deshalb war ich total gespannt auf ihr neues Projekt, vor allem da die Idee des erotischen Theaters Aufregung verspricht! Und das liefert es definitiv auch!

Dann fange ich doch gleich mal mit diesem außergewöhnlichen Theater an. Bei den Aufführungen handelt es sich nämlich nicht um Faust und Co, sondern um sinnliche Stücke, die irgendwo auf der großen Bandbreite von sinnlicher, erregender, aber anspruchsvoller Kunst und vollwertigen Sex-Shows liegt. Es war wirklich Spaß so etwas mal mitzuerleben, wenn auch nur durch ein Buch.

Was ich an den Geschichten der Autorin immer mochte, ist wie glamourös die Welten sind, in die sie ihre Figuren setzt. Das Theater der Lust in Mut ist deshalb auch eher etwas für die Oberschicht und kein platter Swingerclub. Es gibt Champagner und wunderschöne, teure Kostüme. Ganz toll fand ich auch die beiden Betreiber des Theaters, ein wunderbar exzentrisches Paar, deren Leidenschaft es ist, anderen zu ermöglichen, ihre Leidenschaften auszuleben.

Viktoria, die Protagonistin, passt auf den ersten Blick nicht in diese Szene. Sie kommt gerade aus einer furchtbaren Ehe mit ihrem ehemaligen Professor und ist zu Beginn noch recht schüchtern. Doch das legt sich schnell, wenn Viktoria zurück zu ihrem extrovertierten Ich findet. Den Ex-Mann fand ich wirklich unerträglich, deshalb hat es mich umso mehr gefreut, dass Viktoria es geschafft hat, sich von ihm zu trennen.

Doch leider hat sie damit nicht ihre Probleme zurückgelassen, denn als Leser erfährt man bald, dass Viktoria ganz massive psychische Probleme hat. Sie hat (wirklich beinahe wortwörtlich) innere Dämonen und ist anscheinend ziemlich traumatisiert – ob von ihrer unangenehmen Ehe oder von etwas noch weiter Zurückliegenden erfahren wir in Mut noch nicht, vermutlich weil es erst der erste Teil einer Reihe ist. Sie beschließt also, sich ihren Ängsten zu stellen, indem sie sich in genau die Situationen begibt, vor denen sie sich fürchtet. Dabei geht sie wirklich sehr extrem vor. Das konnte ich manchmal nicht so ganz nachvollziehen, aber ich verstehe natürlich auch, dass Literatur gerne mal etwas extremer sein kann als das echte Leben.

Ich fand diese Mischung aus psychologischer Entwicklungsgeschichte und Erotikstory interessant. Aber dabei ist natürlich auch immer die Frage, wozu man Erotikliteratur liest. Wenn man von Menschen erfahren will, die Tabus brechen und sich selbst suchen und (hoffentlich) finden durch ihre Sexualität, ist Mut das perfekte Buch. Aber wenn das vorrangige Ziel ist, erregt zu werden, könnte es etwas zu Psychologie und Kunst lastig sein. Die allererste Sexszene in dem Buch war absolut köstlich. Sie war supersexy und anstößig und außergewöhnlich und einfach aufregend. Die restlichen Sexszenen konnten mich danach aber leider nicht mehr so fesseln. Vielleicht war die erste einfach zu extrem, danach erschien alles andere fast ein bisschen langweilig. Aber es kann auch sein, dass ich einfach nicht auf die Dinge stehe, die später im Buch zum Thema wurden. Das ist Geschmackssache. Schade fand ich auch, dass die einzige Sexszene, bei der es um ein privates, liebevolles Liebesspiel zwischen zwei Menschen ging, die einander tatsächlich respektieren und die ich auch als Leserin lieb gewonnen habe, ausgelassen wurde. Ein bisschen explizitere Zärtlichkeit hätte ich an der Stelle wirklich schön gefunden. Aber ich glaube, ihr müsst euch einfach euer eigenes Bild von diesem wirklich außergewöhnlichen Erotikroman machen.

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

 

 

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Veröffentlicht von

Sunita

Homo sapiens. weiblich. Studentin. Politikinteressiert. Schriftstellerin. Weltsüchtig. Partyphilosoph. Fotografin. Hobbytänzerin. Kommunistin. Musikbesessen. Deutsch-Indisch. Drop Out.

4 Gedanken zu „Rezension: Mut von Ines Witka“

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