Leseliste Juli

Normalerweise mache ich keine Leselisten, sondern habe bloß einen Teil meines Regals, in dem ich die Bücher unterbringe, die ich in nächster Zeit lesen möchte. Doch inspiriert von einer Instagram-Challenge dachte ich mir, dass ich diesen Monat mal eine Ausnahme mache. Deswegen stelle ich euch hier die Bücher vor, die ich im Juli lesen möchte:

1. Bilderkrieger von Michael Kamber und Takis Würger

Dieses Buch gehört noch zu meiner #DasSuBAbc Liste und da es nun schon seit Jahren halb fertiggelesen auf meinem SuB verstaubt, obwohl es eigentlich ein spannendes Buch ist, möchte ich es nun endlich einmal zu Ende lesen. Das Buch umfasst Interviews von Kriegsfotografen. Kriegsfotografie ist ein Thema, das mich absolut fasziniert.

2. Quantentheorie von Wilfried Stascheit, J.P. McEVOY u.a.

Ähnlich verhält es sich mit Quantentheorie. Diesen Sachcomic über die Quantenphysik habe ich ebenfalls für die #DasSuBAbc Challenge begonnen zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich mir ziemlich schwer damit tue, denn das Thema ist trotz Comicgestaltung immer noch extrem anspruchsvoll. Trotzdem konnte ich mich nicht dazu durchringen, es abzubrechen, also werde ich versuchen, es durchzulesen.

3. Quality Land von Marc-Uwe Kling

Dieses Buch habe ich meiner Mutter empfohlen, obwohl ich es selbst noch nicht gelesen habe. Mein Plan war, dass sie es sich kauft und mir dann ausleiht, und der Plan ist hervorragend aufgegangen. Es geht um eine Gesellschaft, in der alles getrackt und bewertet wird – ein bisschen Sci Fi, ein bisschen Gesellschaftsstudie. Ich bin total gespannt auf das Buch, weil das absolut mein Thema ist und weil ich ganz unterschiedliche Meinungen dazu gehört habe.

4. The Bell Jar von Silvia Plath

Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich in meinem Neuzugänge Post erzählt habe, wie ich dieses Buch in einer Zu Verschenken Box auf der Straße gefunden habe. Ich fürchte mich nach wie vor ein bisschen davor und erlaube mir, es abzubrechen, falls es mir zu depressiv ist, aber das Buch reizt mich andererseits auch total. Außerdem war es bei meiner Top Ten Thursday Liste der 10 Bücher, die ich dieses Jahr noch lesen möchte mit dabei und da ich noch kein einziges dieser Bücher bisher gelesen habe, ist es mal Zeit, damit anzufangen.

5. Wunschbuch

Bei all meinen Plänen und Listen möchte ich mir Zwischendurch auch mal etwas gönnen. In letzter Zeit arbeite ich hauptsächlich meinen SuB ab. Dabei entdecke ich teilweise wundervolle, verborgene Bücherschätze, aber einige der Bücher auf meinem SuB sind mittelmäßig oder anstrengend. Zuletzt ging es mir so bei Der lange Weg nach Ägypten. Meine Gedanken sind ständig abgedriftet, bis mir klar wurde, dass mich die Geschichte schlicht und einfach nicht interessiert. Mittlerweile habe ich das Buch abgebrochen und mir erlaubt, mir ein eBook meiner Wahl zu kaufen (vorzugsweise etwas Unterhaltsames), aber ich habe mich noch nicht für ein Buch entschieden.

 

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Lieblingsbücher Special: Harry Potter von J. K. Rowling

Weiter geht es mit der Blogserie zu den Büchern aus meinem Lieblingsbücherregal. (Den ersten Beitrag zu meinem absoluten Lieblingsbuch findet ihr hier.) Dieses Jahr feiern die Harry Potter Bücher ihr 20-jähriges Jubiläum, weshalb zu meiner großen Freude viele Blogger in Posts ihre Liebe zu dieser Buchreihe bekunden. Solche Beiträge lese ich immer total gerne, denn ich teile die Harry Potter Nostalgie zu 100 Prozent!

Ich bin, wie die meisten meiner Generation (Y nennt man sie, glaube ich), mit Harry Potter aufgewachsen. Die ersten drei Bücher haben mir noch meine Mutter und Oma vorgelesen (im Fall meiner Oma, die absolut kein Englisch kann, mit den lustigsten Aussprachen der Namen und Häuser). Ab Der Feuerkelch habe ich die Bücher dann selbst gelesen, doch es blieb lange eine Tradition meiner Mutter und mir, uns im Urlaub gegenseitig Harry Potter vorzulesen. Ich habe schöne Erinnerungen an Lesestunde mit meiner Mutter an diversen Stränden oder in Hotelzimmern. Ab dem fünften Teil habe ich die Bücher auch auf Englisch gelesen, weil ich einfach nicht warten wollte, bis sie auf Deutsch erscheinen. Den siebten Teil habe ich tatsächlich bis heute noch nie auf Deutsch gelesen, auch wenn ich später gemerkt habe, dass mein Englisch wohl doch nicht gut genug war, um Missverständnisse zu vermeiden (z.B. dachte ich jahrelang, dass es sich bei dem Gegenstand von R.A.B., auf Englisch „locket“, um eine Locke handele xD).

Ich war stets ein paar Jahre jünger als Harry, doch trotzdem habe ich das Gefühl, als seien wir zusammen großgeworden. Harrys erste Freunde, erste Abenteuer, erste Niederlagen, seine erste Liebe – ich konnte mich stets in Harrys Erfahrungen wiederfinden, auch wenn ich natürlich nicht gegen einen dunklen Magier kämpfen musste. Vor allem im fünften Band habe ich mich stark mit Harry identifiziert, später vermutlich noch mehr als beim ersten Lesen. Ich habe mich mit Harry darüber aufgeregt, dass ihn die Erwachsenen wie ein Kind behandeln, obwohl er allen schon zum wiederholten Male das Leben gerettet hat. Habe mich geärgert, dass ihm die wichtigen Infos vorenthalten werden (Stichwort „Dumbledore“), obwohl er ein Recht darauf hatte, sie zu erfahren. Denn genau wie Harry habe ich mich oft missverstanden und nicht ernst genommen gefühlt. Harry Potter hat mir gezeigt, dass man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann, selbst wenn es so scheint, als sei alles schon vorbestimmt. Er hat mir gezeigt, dass man ein Held sein kann, auch wenn man noch ein Kind oder Teenager ist. Ich finde nach wie vor, dass Harry Potter selbst eine der unterschätztesten Figuren in den Harry Potter Büchern ist, die immerhin sogar nach ihm benannt wurden.

Doch meine Lieblingsfigur war immer Sirius Black. Seit er das erste Mal auftauchte und vor allem nachdem wir nach und nach mehr über seine Backstory erfahren haben, war ich absolut fasziniert von ihm. Er ist der ultimative tragische Held. Er verkörpert Mut, Risikoliebe, Leichtsinnigkeit, aber auch Loyalität, Freundschaft und Liebe. Ich war regelrecht verzaubert von der Gruppe der Marauders (auf Deutsch: Rumtreiber) und habe mir unzählige Male vorgestellt, was sie alles zusammen erlebt haben. Sirius Black ist immer noch meine liebste Buchfigur überhaupt.

Für Leute, die nicht mit Harry Potter aufgewachsen sind, ist es schwer zu verstehen, was diese Bücher mir und meinen Freunden bedeutet haben. So ziemlich jeder, den ich kannte, hat Harry Potter gelesen und ich konnte mit jedem darüber reden: im Unterricht, auf Ausflügen, in der Freizeit. Ich weiß noch, wie wir mit Leidenschaft gemeinsam spekuliert haben, was in den nächsten Büchern passieren wird. Wir haben unsere Meinungen zu Harry Potter Figuren verteidigt, als seien diese unsere besten Freunde, was nicht selten zu Streits geführt hat (Stichwort „Snape“). Doch trotz aller Unstimmigkeiten, hatten wir eins gemeinsam: unsere Liebe für Harry Potter. Harry Potter hat uns verbunden und ich muss zugeben: Das vermisse ich.

Hat Harry Potter eure Kindheit und Jugend geprägt wie meine? Könnt ihr meine Nostalgie nachvollziehen? Welche war/ist eure Lieblingsfigur? In welches Haus gehört ihr? (Ich bin wohl ein Gryffindor/Slytherin Hybrid. ;)) Welches ist euer Lieblingsteil? (Meiner definitiv Der Orden des Phönix.)
Ich freue mich, wenn ihr eure Harry Potter Liebe in den Kommentaren teilt!

 

 

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Top Ten Thursday 370

Heute bin ich mal wieder beim Top Ten Thursday dabei, denn das Thema der Woche spricht mich sofort an: Deine 10 liebsten Zitate aus Büchern. Ich liebe Zitate, sammele sie in einer Box und schreibe sie in mein Scrapbook, deshalb habe ich mich gleich auf die Suche nach meinen 10 liebsten Zitaten gemacht. Allerdings ist es mir schwerer gefallen, als erwartet, 10 passende Zitate zu finden, denn erstens stammen viele meiner Lieblingszitate aus Filmen, Serien, Songs oder von Blogs anstatt aus Büchern und zweitens wollte ich ja auch nicht immer wieder aus denselben zwei Büchern zitieren. Letztlich ist mir aber eine schöne Zusammenstellung meiner liebsten Zitate gelungen, wie ich finde.

1. „Because the only people for me are the mad ones, the ones who are mad to live, mad to talk, mad to be saved, desirous of everything at the same time, the ones who never yawn or say a commonplace thing, but burn, burn, burn like fabulous roman candles exploding like spiders across the stars and in the middle you see the blue centerlight pop and everybody goes ‚Aww‘.“ (Jack Kerouac – On the Road)

2. „Just for one second look at your life and see how perfect it is. Stop looking for the next secret door that is going to lead you to your real life. This is it: there’s nothing else. It’s here, and you better decide to enjoy it or you’re going to be miserable wherever you go, for the rest of your life, forever.“ (Lev Grossman – The Magicians)

3. “Letztlich geht es in der Literatur wie in der Liebe immer darum, Toastscheiben fallen zu lassen und festzustellen, ob sie endlich einmal mit der Marmeladenseite nach oben auf den Boden schlagen.” (Juli Zeh – Alles auf dem Rasen)

4. „But why think of that when all the golden land’s ahead of you and all kinds of unforeseen events wait lurking to surprise you and make you glad you’re alive to see.” (Jack Kerouac – On the Road)

5. “Und die Zeit geht vorwärts, denn das ist die einzige Richtung, die sie kennt.” (Lilly Lindner – Splitterfasernackt)

6. „He wished he could tell him that none of it was going to turn out anything like the way he hoped, but that everything was going to be alright anyway.“ (Lev Grossman – The Magician’s Land)

7. “It is impossible to live without failing at something unless you live so cautiously that you might as well not have lived at all. In which case you fail by default.” (J. K. Rowling – Very good lives)

8. “I think you’re right. I don’t understand it yet. But sometimes I see something, and I think maybe it’s beyond.” (Lois Lowry – The Giver)

9. “He’d known that adventures were supposed to be hard. He’d understood that he had to go a long way and solve difficult problems and fight foes and be brave and whatever else. But this was hard in a way he hadn’t counted on. You couldn’t kill it with a sword or fix it with a spell. You couldn’t fight it. You just had to endure it, and you didn’t look good or noble or heroic doing it.“ (Lev Grossman – The Magician’s King)

10. “And I swear in this moment I was infinite.” (Stephen Chbosky – Perks of being a wallflower)

 

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Lieblingsbücher Special: On the Road von Jack Kerouac

Sobald ich ein Buch fertiggelesen (oder abgebrochen) habe, werde ich es normalerweise so schnell wie möglich wieder los. Nur wenige Bücher haben mich bisher genug überzeugt, damit ich sie behalte. Deshalb ist es Zeit für eine Blogserie zu meinen Lieblingsbüchern. In dieser möchte ich euch nach und nach die Bücher vorstellen, die aus unterschiedlichen Gründen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und in meinem Bücherregal erhalten haben.

Ich beginne mit meinem absoluten Lieblingsbuch aller Zeiten: On the Road von Jack Kerouac. Ich weiß, dass viele Leser ein Problem damit haben, ein Lieblingsbuch zu benennen, weil es zu viele gute Bücher gibt, doch mir ist es nie so ergangen. Seit ich vor fast 10 Jahren zum ersten Mal On the Road gelesen habe, ist es mein absoluter Liebling und bisher konnte noch kein Buch an es heranreichen. Ich habe On the Road mittlerweile sicher fünf oder sechs Mal gelesen, was an sich schon ein Wunder ist, denn normalerweise verspüre ich wenig Lust, ein Buch noch einmal zu lesen, geschweige denn immer und immer wieder.

Aber On the Road ist nun mal etwas Besonderes für mich. Alles begann damit, dass mein Deutschlehrer in der Oberstufe uns auftrug, ein Buch unserer Wahl vorzustellen. Also plünderte ich das Bücherregal meiner Mutter und stieß dabei auf Unterwegs, die deutsche Übersetzung von On the Road. Ich begann, darin zu lesen, legte das Buch aber bald zur Seite, denn die 50er Jahre Straßensprache ging mir gehörig auf den Geist und erinnerte mich an meine Großeltern. Auf Deutsch konnte mich das Buch nicht fesseln. Außerdem wurde mein Lehrer krank und fiel für viele Monate aus, weshalb meine Buchpräsentation nie stattfand.

Vor meiner mündlichen Abiturprüfung fuhr ich für zwei Wochen in einen kleinen Ort namens Totnes in Südengland, um eine Sprachschule zu besuchen. Dort stieß ich in einem Buchladen auf On the Road von Jack Kerouac. Ich kaufte das Buch, verschlang es und war absolut begeistert. Das Lebensgefühl der Protagonisten sprach mir aus der Seele, vor allem da ich kurz vor dem Abitur stand und tatsächlich das Gefühl hatte, die Welt liege mir zu Füßen.

Doch worum geht es in On the Road eigentlich und was ist dieses Lebensgefühl, von dem ich so schwärme? On the Road berichtet von den Reisen, die der Autor Jack Kerouac mit seinem Freund Neal Cassidy quer über den amerikanischen Kontinent unternahm. Es ist die Geschichte einer Freundschaft und vor allem ein Porträt des außergewöhnlichen Freundes Neal Cassidy. Das Buch ist wohl so etwas wie Kerouacs Memoiren, allerdings fiktionalisiert. So wurden mehrere Reisen zusammengelegt, alle Namen wurden geändert und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Jack Kerouac mit dem Erzähler Sal Paradise etwas besser zeichnete, als er tatsächlich war.

On the Road ist das Programmbuch der Beat Generation, einer Gruppe von Intellektuellen in den 40er und 50er Jahren, die sich meist in San Francisco versammelten und Tabus brachen. Sie feierten den Jazz, die Kultur der Schwarzen, die Homosexualität, die freie Liebe, den Buddhismus und vieles mehr. Wichtige Mitglieder der Beat Generation waren neben Jack Kerouac auch Allen Ginsberg und William S. Burroughs, die alle in On the Road vorkommen. Mittlerweile bin ich ein Experte der Beat Generation. Ich habe Bücher gelesen, Dokus geschaut, bin nach San Francisco gegangen, habe das On the Road Museum besucht und habe weitere Bücher von Jack Kerouac und Allen Ginsberg gelesen.

Immer wenn ich verreise, ist On the Road mit im Gepäck und ich lese es. Auf dem Cover notiere ich all die Orte, an denen dieses Buch schon war und es sind mehr Orte, als manche Menschen in ihrem ganzen Leben besuchen. Außerdem habe ich das Buch bis zum Gehtnichtmehr unterstrichen und kommentiert, habe Zeichnungen und Gedichte eingefügt. Der gedruckte Text ist an manchen Stellen kaum noch lesbar. Bei jedem Lesedurchgang von On the Road fallen mir neue Dinge auf. Jedes Mal ziehe ich neue Botschaften aus der Geschichte und identifiziere mich mit anderen Figuren. Dieses Buch wird mir nie langweilig werden.

Außerdem liebe ich einfach Jack Kerouacs Schreibstil. Sein Stil unterscheidet sich grundlegend von meinem eigenen. Er schreibt oft sehr lange Sätze mit Unmengen von Adjektiven und Adverbien, mit Fragmenten und Verschachtelungen – all das, was ich persönlich um jeden Preis vermeide. Trotzdem gehen mir seine Sätze jedes Mal unter die Haut. Sie sind wirklich mehr Poesie als Belletristik. Auch wenn ich mittlerweile durch Biografien und Berichte erfahren habe, dass Jack Kerouac alles andere als ein guter Freund oder auch ein guter Mensch war, kann man einfach nicht verleugnen, dass er verdammt gut schreiben konnte.

Übrigens habe ich eine Ode auf mein On the Road Exemplar mit dem Titel „Ein Buch wie ein Leben“ für die Anthologie Über Bücher geschrieben, die gerade erschienen ist. Falls ihr euch dafür interessiert, findet ihr das Buch hier.

Habt ihr auch ein Lieblingsbuch, das euch schon seit Jahren begleitet, das ihr immer wieder lest und an das einfach kein anderes heranreicht? Welches ist es? Ich freue mich über Kommentare!

 

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Rezension: Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität von Dave Eggers

Genre: Autobiografischer Roman | Erscheinungsjahr: 2000 | Taschenbuch: 544 Seiten | Verlag: KiWi  | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3462036299

Kurzinhalt

Dave ist 21 Jahre alt, als seine Eltern kurz hintereinander an Krebs sterben. Sein Studium und seine Lebensplanung werden plötzlich über den Haufen geschmissen, als er zum Ersatzvater und Vormund seines siebenjährigen Bruders Toph wird. Die beiden ziehen von Chicago ins sonnige Kalifornien und meistern ihr ungewöhnliches Leben mit Witz und Spielereien.

Eigene Meinung

Ich habe dieses Buch vor Jahren von jemandem auf Lovely Books zugeschickt bekommen, da ich Dave Eggers Roman Der Circle hochgelobt habe. Seitdem lag es in der hintersten Ecke meines Bücherregals, bis ich es einer spontanen Eingebung folgend für die #DasSuBAbc Challenge hervorgegraben habe. Ich bin absolut unvorbereitet in die Lektüre gegangen und dann hat mich dieses Buch völlig unerwartet von der ersten Seite an begeistert.

Es beginnt mit einem 49 Seiten langen Vorwort. Normalerweise hasse ich Vorworte und lese diese nie, aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Vorwort zur Geschichte dazugehört. Also habe ich es mit Vergnügen gelesen: Es erzählt von den Themen sowie all den Fehlern des Buchs, es nennt die echten Namen der Figuren und führt die gestrichenen Szenen auf – all das mit einer Ironie, bei der ich nicht wusste, ob ich lachen oder beeindruckt sein soll.

Genau das zeichnet das komplette Buch aus. Das merkt man bereits bei dem Genre: ein autobiografischer Roman. Der Untertitel lautet sogar: „Eine wahre Geschichte“. Doch wie wahr ist diese Geschichte wirklich? Laut Wikipedia stimmen zumindest die groben Ereignisse in Dave Eggers Leben, doch die Szenen und Dialoge scheinen meistens vollkommen fiktionalisiert zu sein, was der Erzähler auch immer wieder thematisiert. Figuren, wie der kleine Toph, fallen plötzlich völlig aus der Rolle und beginnen, über die moralische Verfassung des Erzählers zu philosophieren, bis dieser sogar zugibt, dass diese Figur (z.B. Toph mit dem Wortschatz eines Kindes) so etwas nie gesagt hat und nie sagen würde.

Ich fand das absolut faszinierend. Dave Eggers geht so kreativ mit seiner eigenen Biografie um, dass er den Lesern vor Augen führt, wie fragil diese ist, wie sehr wir uns unsere Lebensgeschichten selbst erschaffen. Der Titel sagt ja schon alles: Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität. Natürlich schwingt schon hier eine gehörige Portion Ironie mit, aber andererseits ist der Titel zutreffend. Das Buch ist wirklich herzzerreißend und genial. Und ich denke, der Autor weiß das.

Der Erzähler, eine inszenierte Version des Autors Dave Eggers, hat es mir wirklich angetan. Er ist nicht gerade sympathisch. Er ist selbstverliebt, größenwahnsinnig und selbstmitleidig. Doch er ist all das mit einer Leichtigkeit, die mich an das Buch gefesselt hat. Ich wollte einfach, dass er nie aufhört zu erzählen, denn seine Stimme war so unterhaltend.

Ich habe oft laut aufgelacht. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob es okay ist, darüber zu lachen, denn die Themen, die das Buch behandelt, könnten nicht trauriger sein: Krebs, der Tod der Eltern, der Tod im Allgemeinen, häusliche Gewalt, Selbstmord. Zwischen all den Witzen und lustigen Anekdoten tauchen plötzlich grausame Lebensweisheiten auf. So hat mir das Buch auch ab und zu Tränen in die Augen getrieben.

Es fällt mir schwer, diesen autobiografischen Roman von Dave Eggers zu beschreiben. Es handelt sich um sein Debüt, das zu einem Bestseller wurde. Dieses Buch ist meilenweit von Der Circle entfernt. Für mich war das Lesen von Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität ein absolutes Erlebnis und Lesehighlight! Der Plot ist chaotisch, der Stil wirr, die Erzählart wechselt ständig, die Figuren fallen aus ihren Rollen. Aber trotzdem liebe ich das Buch, denn all das funktioniert letztlich irgendwie hervorragend. Zumindest habe ich das so empfunden.

Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich denke, entweder man kann sich darauf einlassen und wird total mitgerissen (so wie es mir erging) oder aber man kann gar nichts damit anfangen. Außerdem muss ich erwähnen, dass schwierige Themen sehr unsensibel behandelt werden. Vor allem bei dem Thema Selbstmord kann ich mir vorstellen, dass sich Menschen, die Berührungspunkte damit in ihre Leben haben, angegriffen fühlen. Doch mich hat das Buch begeistert, wie schon lange kein Buch mehr, und ich werde mit Sicherheit noch mehr Bücher von Dave Eggers lesen (zum Beispiel jedes einzelne Buch, das er je veröffentlicht hat ;)).

Bewertung

++++ – Vier von Fünf Punkten

Kennt ihr Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität? Wie hat es euch gefallen? Könnt ihr mir andere Bücher von Dave Eggers empfehlen?

 

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Vom Traum, Schriftsteller zu werden

Ich habe einen Traum und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die diesen Traum hat: Schriftstellerin werden.

Schriftsteller zu werden ist nicht einfach und es macht es auch nicht einfacher, dass so viele Menschen davon träumen. Obwohl heute im Prinzip jeder als Selfpublisher ein Buch veröffentlichen kann, möchte ich den traditionellen Weg über Agenturen und Verlage gehen. Doch selbst wenn man von all den Hürden einer Veröffentlichung absieht, ist es bereits verdammt schwer, überhaupt ein Buch zu schreiben. Ein komplettes Buch zu schreiben ist an sich schon ungeheuer anstrengend, aber wenn es dann auch noch gut sein soll, werden die Erfolgschancen noch geringer.

Auch wenn ich erst vor ein paar Jahren wirklich begonnen habe, literarisch zu schreiben, träume ich bereits mein ganzes Leben lang davon, Schriftstellerin zu werden. Freunde, die mich schon mein halbes Leben lang kennen, bestätigen mir, dass das Schreiben das ist, was mich auszeichnet. Doch irgendwie habe ich das lange aus den Augen verloren. Jetzt, da ich meinen Uniabschluss in der Tasche habe und ernsthaft darüber nachdenken muss, was ich mit meinem Leben anstellen will, komme ich immer wieder an diesen einen Punkt: Ich will Bücher schreiben. Das ist das Einzige, was ich wirklich machen will.

Aber dann kommen wieder die Zweifel und Sorgen: Verschwende ich mein Leben, wenn ich diesem Traum hinterherrenne? Einem Traum, den Millionen von Menschen haben und den nur wenige je erreichen. Wieso sollte ich es schaffen? Vermutlich kennt jeder, der davon träumt, mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen, solche Sorgen. Wir wissen, dass wir es nicht alle schaffen werden. Wir wissen, wie schlecht unsere Chancen stehen. Und trotzdem hoffen wir, dass wir es sind, die es schaffen.

Es gehört viel dazu, erfolgreich als Schriftsteller zu werden. Das kann man an den Erfolgsstories von Autoren erkennen. In ihren Biografien spielt ein gutes Timing, die Fähigkeit, den Nerv der Zeit zu treffen, die Bekanntschaft mit den richtigen Leuten und eine große Portion Glück meistens eine nicht unerhebliche Rolle. Das sind alles Dinge, die wir nur bedingt kontrollieren können. Was mir aber noch mehr Sorgen bereitet, ist, dass ich auch bei dem einen Punkt versagen könnte, den ich tatsächlich kontrollieren kann: ein gutes Buch zu schreiben. Denn letztlich nutzt alles Glück der Welt nichts, wenn man nicht sein Handwerk beherrscht.

Irgendwann kommen wir Hobbyautoren an einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen: Wollen wir es bei unserer fröhlichen Freizeit-Schreiberei belassen oder wollen wir alles daransetzen, dass unser Werk auch gelesen wird? In den letzten Wochen ist mir klipp und klar geworden, dass ich Letzteres möchte. Auch wenn ich weiß, dass diese Entscheidung viele unangenehme Erfahrungen nach sich ziehen wird: erbitterte Kämpfe, schlaflose Nächte, Absagen, Niederlagen. Aber wenn ich wirklich meinen Traum verfolgen will, dann muss ich das alles in den Kauf nehmen. Und ich bin bereit dafür. In den letzten Wochen habe ich mich von ganzem Herzen dafür entschieden, Schriftstellerin zu werden. Seitdem schreibe ich in jeder freien Minute. Ich nähere mich dem Ende der Grobüberarbeitungen meines Romans und ich weiß, dass ich mein Manuskript, an dem ich jahrelang gearbeitet habe, in nicht allzu ferner Zukunft raus in die Welt schicken muss, auch wenn ich mich davor fürchte.

Wie ergeht es euch beim Schreiben? Träumt ihr davon, veröffentlicht zu werden? Teilt ihr meine Sorgen und Ängste? Und wieso macht ihr trotzdem weiter? Das würde mich wirklich interessieren!

 

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