Rezension: The Long Way to a Small, Angry Planet von Becky Chambers

Genre: Science Fiction | Deutsche Ausgabe: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten | Erscheinungsjahr: 2016 | Taschenbuch: 544 Seiten | Verlag: Fischer TOR  | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3596035687

Kurzinhalt

Rosemary ist das neueste Mitglied der Crew des Wayfarer Raumschiffes. Die Aufgabe des Wayfarer und seines Teams ist es, Wurmlöcher im Weltraum zu schaffen und so die verschiedenen Spezies des Universums miteinander zu verbinden. Nun soll eine neue Spezies, die Toremi, in die universelle Gemeinschaft aufgenommen werden, weshalb die Wayfarer Crew den Auftrag erhält, in ein weit entferntes und sehr gefährliches Gebiet zu reisen. Unterwegs müssen sie allerdings viele Hindernisse und Umwege in Kauf nehmen.

Ich habe gerade herausgefunden, dass es zwei weitere Bücher gibt, die in demselben Universum spielen: A Closed and Common Orbit verfolgt die weitere Reise der künstlichen Intelligenz Lovey und Record of a Spaceborn Few wirft einen Blick auf diejenigen Menschen, die unser Sonnensystem verlassen haben. The Long Way to a Small, Angry Planet funktioniert aber auch hervorragend als Stand-Alone.

Eigene Meinung

Durch Der Marsianer bin ich auf den Geschmack von Science Fiction Literatur gekommen, sodass ich gleich in dem Genre weitergelesen habe. The Long Way to a Small, Angry Planet ist allerdings erheblich SciFi-lastiger als die Bücher von Andy Weir. Die Handlung setzt viele Jahrhunderte, nachdem die Menschen die Erde verlassen haben, ein. Mittlerweile gibt es eine universelle Weltengemeinschaft. Die Crew der Wayfarer besteht aus verschiedenen Spezies, darunter Menschen, aber auch Lebewesen, die sich in ihrem Aussehen, ihren Körperfunktionen und ihrer Lebensweise deutlich von uns unterscheiden.

The Long Way to a Small, Angry Planet ist das erste Weltraumepos, das ich je gelesen habe und ich muss zugeben, dass es mir oft etwas zu viel war. Es ist mir schwergefallen, mir die nichtmenschlichen Figuren vorzustellen und ich konnte mich deshalb nur bedingt in sie hineinversetzen. Ich denke aber, dass das ein Problem ist, dass umso kleiner wird, desto mehr Science Fiction Bücher ich lese.

Die Dynamik des Teams hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren haben unterschiedlich intensive und auch intime Beziehungen miteinander, doch auch wenn es manche gibt, die nicht wirklich miteinander klarkommen, empfinden sie alle ihre Crew als ihre Familie. Das Konzept der erwählten Familie aus Freunden und Liebhabern finde ich immer sehr schön und auch hier hat es mir ab und zu ein paar Tränen der Rührung in die Augen getrieben.

Der Plot selbst konnte mich leider weniger überzeugen. Der Hauptplot (die Reise zu dem Weltraumgebiet der kriegerischen Toremi und die Durchführung des Auftrags) wird nach einer langen Exposition begonnen, dann aber sehr lange wieder beiseitegelegt, bis er schließlich in den letzten drei Kapiteln etwas überhastet abgeschlossen wird.

Zwischen dem Start- und Endpunkt der Haupthandlung finden sich sehr viele Nebenhandlungen, die in den meisten Fällen wenig mit der Hauptstory zu tun haben. Ich habe versucht mitzuzählen und dabei mehr als zehn untergeordnete Handlungsstränge gefunden. Von diesen werden zwei am Ende des Buchs zufriedenstellend abgeschlossen, alle anderen werden bloß angerissen und spielen während der restlichen Handlung keine Rolle mehr. Manche dieser Wendungen sind für die Figuren vollkommen lebensverändernd, weshalb ich es kaum nachvollziehen kann, dass sie so plötzlich wieder fallengelassen werden. Die meisten der Nebenplots fand ich wirklich spannend, doch leider gehen sie im Gewusel der nebeneinander stattfindenden Geschichten unter.

Trotzdem möchte ich die Struktur des Buchs nicht verteufeln. Ich verstehe durchaus, was die Autorin hier erreichen wollte: Es ging ihr weniger darum, eine zusammenhängende, dramatisch zugespitzte Geschichte zu erzählen, sondern mehr darum, so viele verschiedene Lebewesen und Gesellschaften mit ihren Probleme und Besonderheiten vorzustellen wie möglich, um aufzuzeigen, wie eine hoch entwickelte und eng vernetzte Weltengemeinschaft aussehen könnte. Obwohl ich das interessant fand, hätte mir das Buch mehr Spaß bereitet, wenn es sich auf wenige Plots konzentriert und diese richtig ausgearbeitet und weitergedacht hätte. Auch finde ich, dass sich manche der Nebenhandlungen eher als Hauptplot geeignet hätten als der eigentliche Haupthandlungsstrang.

Ich möchte nichts spoilern, aber falls ihr das Buch bereits gelesen habt, würde ich mich freuen, mich mit euch über die besten Handlungsstränge in The Long Way to a Small, Angry Planet auszutauschen.
Was war eure Lieblingsgeschichte in dem Buch und wie fandet ihr es insgesamt?
Könnt ihr mir andere Science Fiction Bücher empfehlen?
Ich freue mich über Meinungen und Anregungen in den Kommentaren!

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

 

ACHTUNG! INFOS ZU DEN KOMMENTAREN, UM DER DSGVO GERECHT ZU WERDEN: Durch das Abschicken eines Kommentars erklärt ihr euch mit der Speicherung eurer Daten einverstanden. Um Missbrauch zu vermeiden sowie den Überblick über Kommentare zu behalten, werden Name, E-Mail, IP-Adresse, Zeitstempel und Inhalt des Kommentars gespeichert. Weitere Informationen findet ihr in der Datenschutzerklärung.

Advertisements

Neuzugänge

In letzter Zeit sind ein paar neue Bücher bei mir eingezogen, was mich besonders freut, da ich schon seit Monaten keine Bücher mehr gekauft, sondern nur meinen SuB abgearbeitet habe. Damit möchte ich auch bald weitermachen, doch erst einmal stehen mir einige schöne Lesestunden mit meinen neuen Lieblingen bevor, denn ich möchte sie gerne alle in nächster Zeit lesen (am liebsten würde ich natürlich alle sofort lesen ;)).

The long way to a small angry planet von Becky Chambers (Science Fiction)

Dies ist das erste von zwei Büchern von meiner Wunschliste, das ich mir geleistet habe und es ist auch das einzige Buch auf dieser Liste, das ich bereits durchgelesen habe. The long way to a small angry planet ist ein klassischer Weltraumepos mit Raumfahrt, Aliens und allem Drum und Dran. Es unterscheidet sich wirklich total von den Büchern, die ich sonst so lese. Nächste Woche kommt die Rezension, in der ihr erfahren werdet, wie es mir mit dem Buch ergangen ist.

One Fifth Avenue von Candace Bushnell (Chick Lit)

Das zweite Buch, das ich mir von der Wunschliste geholt habe, ist eines der Bücher der echten Carrie Bradshaw: Candace Bushnell. Auf ihrem Leben und ihren Büchern basiert die Serie Sex and the City und der Titel von diesem Buch klingt schon schön nach New York City Life. Nach dem ganzen Sci Fi in letzter Zeit freue ich mich wirklich auf etwas seichtere Unterhaltung.

Juliettes geheimes Tagebuch von Cat Monroe (Erotik)

Juliettes geheimes Tagebuch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten und ich lese es gerade. Es handelt von einer Frau, die in einer lieblosen und sexlosen Ehe feststeckt und beschließt, ihre Sexualität zu reanimieren. Ich bin sowieso auf der Suche nach guter Erotikliteratur, deshalb kommt mir dieses Buch sehr gelegen. Die Rezension dazu gibt es Ende Mai.

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs (Jugendliteratur)

Dieses Buch habe ich (genau wie das nächste Buch) in einem Korb voller Mängelexemplare bei Thalia entdeckt und musste es einfach haben. Dieser Roman hat vor ein paar Jahren den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen und da ich selbst an einem Jugendbuch arbeite, kann ich bestimmt etwas davon lernen. Es geht wohl um eine Art Survival Camp für Jugendliche. Ich bin gespannt!

Dark Zero von Douglas Preston (Thriller)

Thriller sind normalerweise nicht so meins, doch seit meine Mutter mich überredet hat Zero von Marc Elsberg zu lesen, das mich ziemlich begeistert hat, bin ich dem Genre offener gegenüber. Außerdem geht es in Dark Zero anscheinend um eine Künstliche Intelligenz, die aus einem Nasa Gebäude entkommt und nun im Internet Unheil stiftet. Das klingt schon wieder nach Sci Fi und damit nach meiner Art von Buch.

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher? Wie fandet ihr sie?

Ich freue mich über Kommentare!

 

ACHTUNG! INFOS ZU DEN KOMMENTAREN, UM DER DSGVO GERECHT ZU WERDEN: Durch das Abschicken eines Kommentars erklärt ihr euch mit der Speicherung eurer Daten einverstanden. Um Missbrauch zu vermeiden sowie den Überblick über Kommentare zu behalten, werden Name, E-Mail, IP-Adresse, Zeitstempel und Inhalt des Kommentars gespeichert. Weitere Informationen findet ihr in der Datenschutzerklärung.

Rezension: Der Marsianer von Andy Weir

Genre: Science Fiction  | Erscheinungsjahr: 2015 | Taschenbuch: 512 Seiten | Verlag: Heyne Verlag  |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3453316911

Kurzinhalt

Der Astronaut Mark Watney ist auf einer Marsexpedition. Als ein Sandsturm ausbricht, wird er weggeschleudert und verletzt. Da seine Crewmitglieder ihn für tot halten, verlassen sie den Planeten ohne ihn. Mark Watney ist nun der einzige Mensch auf dem Mars. Er muss einen Weg finden, um zu überleben.

Eigene Meinung

Ich habe ein Interview mit Andy Weir gelesen, in dem er sagte, dass er nie wieder ein so gutes Buch wie Der Marsianer schreiben wird. Das fand ich ein bisschen übertrieben, aber jetzt da ich das Buch endlich gelesen habe (zuvor habe ich von dem Autor bereits Artemis gelesen), glaube ich es ihm aufs Wort. Denn das Buch ist wirklich verdammt gut. So gut, dass es für mich fraglich ist, ob überhaupt irgendjemand jemals wieder etwas schreiben wird, was damit mithalten kann.

Für Leute wie mich, die relativ neu im Science Fiction Genre sind, ist Der Marsianer perfekt, denn es erzählt eine sensationelle Geschichte auf eine Art und Weise, die sie völlig realistisch erscheinen lässt. Ein Teil des Reizes liegt wohl auch darin, dass Marsexpeditionen tatsächlich schon in Planung sind und die Handlung deshalb plausibel ist.

Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich bereits den Film gesehen, ich wusste also, wie es ausgeht. Trotzdem konnte mich Der Marsianer vollkommen fesseln, mitreißen und begeistern. Was mich am meisten überrascht hat, waren die vielen verschiedenen Perspektiven und Medien, die benutzt werden. Nach fünf Kapiteln in Form des Logbuchs von Mark Watney hatte ich mich bereits darauf eingestellt, dass das komplette Buch so aufgebaut sein wird. Doch dann gab es plötzlich jede Menge Perspektivwechsel und viele verschiedene Stile. Neben den Logeinträgen und den Berichten mit herkömmlicher Perspektivierung in der dritten Person kamen auch Chats und Emails vor sowie sogar ein Abschnitt, der aus der Sicht einer Raumsonde geschrieben wurde. So etwas habe ich wirklich noch nie gelesen. Dabei haben diese vielen Erzählweisen die Spannung gesteigert, denn oft hatte ich beim Lesen eine dunkle Vorahnung, weil durch die Perspektivwechsel Dinge angedeutet wurden, von denen der Protagonist noch nichts wusste.

Ich denke, all diese kreativen Erzähltechniken kommen bei Der Marsianer so gut zur Geltung, weil das Konzept der Geschichte simpel ist: Ein Mann ist alleine auf einem Planeten gestrandet und muss überleben. Faszinierend finde ich, dass es in dem Buch keine Bösewichte gibt. Es gibt nur den Protagonisten sowie ein paar sekundäre Figuren, die ihm alle helfen wollen. Das klingt wie ein langweiliger Ausgangspunkt, aber es funktioniert hervorragend, woran sicher nicht zuletzt die Perspektiv- und Medienwechsel schuld sind.

Trotzdem geht es in Der Marsianer letztlich das ganze Buch lang nur um einen einzigen Mann auf einem einsamen Planeten. Dass ich das Buch als Leserin trotzdem kaum zur Seite legen konnte (es hat mich wortwörtlich um den Schlaf gebracht, weil es so spannend war), lag sicherlich auch an seinem Protagonisten. Mark Watney schafft es, selbst die komplexesten Sachverhalte so zu beschreiben, dass es Spaß macht, mehr darüber zu erfahren. Außerdem ist sein Humor einfach unübertrefflich. Ich habe so oft beim Lesen laut aufgelacht.

Mark Watney ist der ultimative Held. Er ist in einer schrecklichen Situation, doch er verliert kein einziges Mal die Hoffnung. Selbst wenn wieder und wieder etwas schiefgeht, gibt er nicht auf, sondern beißt die Zähne zusammen und beginnt von vorne. Er löst ein Problem nach dem anderen und verliert dabei nie seinen Humor. Nun mag man meinen, dass so eine perfekte Figur unrealistisch ist. Aber erstens werden Astronauten tatsächlich nicht nur nach ihren fachlichen Kenntnissen ausgewählt, sondern zu einem großen Teil auch nach ihrer Persönlichkeit, sodass jemand, der so unerschütterlich ist wie Mark Watney, eher einen solchen Job innehaben würde. Zweitens gibt es genug zwielichtige Leute im wahren Leben sowie mittlerweile in den meisten Büchern, Filmen und Serien. Da fand ich es erfrischend und inspirierend, mal über einen echten Helden zu lesen.

Der Marsianer ist das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe und ich möchte es jedem ans Herz legen. Ein bisschen Interesse an der Raumfahrt und dem Mars muss man wohl schon mitbringen, doch das Buch macht auch Leuten Spaß, die so wie ich wenig Ahnung davon haben. Deshalb: Bitte lest dieses Buch! Falls nicht, dann schaut zumindest den Film, der ist nämlich auch ziemlich gut.

Bewertung

+++++ – Fünf von fünf Punkten

 

ACHTUNG! INFOS ZU DEN KOMMENTAREN, UM DER DSGVO GERECHT ZU WERDEN: Durch das Abschicken eines Kommentars erklärt ihr euch mit der Speicherung eurer Daten einverstanden. Um Missbrauch zu vermeiden sowie den Überblick über Kommentare zu behalten, werden Name, E-Mail, IP-Adresse, Zeitstempel und Inhalt des Kommentars gespeichert. Weitere Informationen findet ihr in der Datenschutzerklärung.

Wie ich meinen Roman überarbeite

Wie ich bereits berichtet habe, habe ich Anfang des Jahres die erste Version meines ersten Romans fertig geschrieben. Hurra! Leider bedeutete das, dass ich nun in der Phase des Überarbeitens angekommen bin. Beim Überarbeiten meines Romans kombiniere ich Methoden, von denen ich gelesen oder gehört habe, mit dem, was für mich persönlich am besten funktioniert. Dabei bin ich weit davon entfernt, die perfekte Überarbeitungs-Strategie gefunden zu haben. Ich stolpere viel eher irgendwie vorwärts und hoffe, dass dieser langwierige Prozess mein Buch eines Tages so weit bringen wird, dass es veröffentlicht und gelesen wird.

Überarbeiten während dem Schreiben

Für mich beginnt das Überarbeiten während dem Schreiben. Ich kann nicht – wie das manche Autoren tuen – das komplette erste Manuskript fertig schreiben, ohne bereits immer wieder über das Geschriebene zu lesen und es zu überarbeiten. Das liegt einerseits daran, dass der Gedanke, dass da ein paar nicht korrigierte Kapitel auf meinem PC liegen, mich um den Schlaf bringt, andererseits daran, dass ich Pausen vom Schreiben brauche. Ich finde Schreiben furchtbar anstrengend. Die Freude liegt darin, das Geschriebene zu lesen und daran herumzubasteln.

Mein Schreibprozess sah deshalb folgendermaßen aus: Ein Kapitel plotten, das Kapitel schreien, das Kapitel korrigieren, das Kapitel an meine Kritikpartnerin schicken, ihre Korrekturen und Anmerkungen übernehmen, noch einmal Korrekturlesen, schwierige Szenen in meiner Schreibgruppe vorlesen, die Kritik der Mitglieder der Schreibgruppe umsetzen, noch einmal Korrekturlesen. Und so ging das Kapitel um Kapitel. Das bedeutet, dass ich den Roman, noch bevor ich ihn fertig geschrieben hatte, im Prinzip schon mehrere Mal überarbeitet hatte.

Überarbeiten nach dem Schreiben

Das habe ich nun glücklicherweise hinter mir. Trotzdem haben ich und mein Roman noch immer einen langen Weg vor uns. Denn nun geht es ans Eingemachte. Angeregt von den Kommentaren der Kritikpartnerin und den Mitgliedern der Schreibgruppe sowie von meinen eigenen Überlegungen habe ich während dem Schreibprozess eine Liste von nötigen Änderungen angelegt. Diese umfasst Kleinigkeiten, wie die Verwendung von Markennamen oder Ticks der Figuren zu begrenzen oder erweitern, aber auch größere Aktionen, wie Backstorys zu erfinden, logische Lücken zu schließen, Figuren sympathischer zu machen, etc. Die Liste ist überwältigend und muss nun abgearbeitet werden.

Dafür habe ich den Roman in Abschnitte eingeteilt, die ich einen nach dem anderen überarbeite. Diese Abschnitte gehören thematisch zusammen und können eins bis drei Kapitel umfassen. Gerade habe ich die Überarbeitung am zweiten Abschnitt (Kapitel 2-4) beendet, was ungefähr einen Monat gedauert hat. Als erstes lese ich den Abschnitt und erstelle eine Liste der Szenen. Hinter jede Szene schreibe ich Änderungsideen. Als Nächstes geht es daran, die geplanten Änderungen umzusetzen. Das ist eine langwierige und mühselige Arbeit. Währenddessen notiere ich mir außerdem einige Dinge: Inhalt (Hauptplot und Nebenplot), gute Formulierungen, Beschreibungen der Figuren und mehr. Das hilft mir, Ungereimtheiten oder Wiederholungen zu finden. Außerdem wird es mir später beim Verfassen des Exposés hoffentlich nützlich sein. Wenn ich dann (endlich) alles umgesetzt habe, lese ich den Abschnitt noch einmal, um sicher zu gehen, dass ich nicht irgendetwas total verdreht habe.

Damit werde ich wohl noch eine ganze Weile beschäftigt sein. Nach dieser Überarbeitungsphase habe ich vor, den kompletten Roman noch einmal Korrektur zu lesen und noch einmal einfach so zu lesen, um zu sehen, ob er überhaupt noch Spaß macht. Außerdem möchte ich den ersten drei Kapiteln noch mehr Aufmerksamkeit widmen, da diese die Leseprobe werden sollen. Zusätzlich hoffe ich, dass entweder das ganze Buch oder aber zumindest die ersten drei Kapitel noch einmal sowohl von einer Person gelesen werden, die Ahnung von Literatur hat (also eventuell eine professionelle Lektorin), als auch von ein paar Menschen aus meiner Zielgruppe (Jugendliche). Dies wird natürlich weitere Korrekturen und Änderungen nach sich ziehen.

Wenn ich auf meinen Überarbeitungs-Prozess schaue, dann kommt es mir oft vor, als würde er nie ein Ende finden. Doch ich dachte dasselbe über meinen Schreibprozess, als ich begonnen habe. Ich schreibe sporadisch und mit Pausen seit meiner Kindheit, doch ich habe noch nie einen Roman veröffentlicht. Es ist mein größter Traum. Ich bin froh über meine Liebe zum Schreiben, auch wenn sie mich manchmal verzweifeln lässt. Trotzdem glaube ich nicht wirklich an Talent und Genialität. Ich glaube an harte Arbeit und Disziplin.

Wie überarbeitet ihr eure Buchprojekte, Kurzgeschichten, Lyrik etc.? Ich freue mich über Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

 

ACHTUNG! INFOS ZU DEN KOMMENTAREN, UM DER DSGVO GERECHT ZU WERDEN: Durch das Abschicken eines Kommentars erklärt ihr euch mit der Speicherung eurer Daten einverstanden. Um Missbrauch zu vermeiden sowie den Überblick über Kommentare zu behalten, werden Name, E-Mail, IP-Adresse, Zeitstempel und Inhalt des Kommentars gespeichert. Weitere Informationen findet ihr in der Datenschutzerklärung.

Leserückblick: Gelesene Bücher Januar bis März

Auf den meisten Buchblogs finden sich Monatsrückblicke der gelesenen Bücher. Für mich ist ein monatlicher Rückblick allerdings unnötig, denn erstens poste ich nur einmal pro Woche und möchte nicht aus jedem vierten Post einen Lesemonat-Beitrag machen und zweitens lese ich nicht so viel, dass es sich wirklich lohnt, alle vier Wochen darauf zurückzublicken. Deshalb habe ich mich entschieden, pro Quartal einen Leserückblick zu posten. Hier kommt also mein erster Leserückblick überhaupt – zu den Monaten Januar bis März, in denen sich doch einige gelesene Bücher angesammelt haben.

Gelesen für die DasSuBabc Challenge

Für die SuBventur-Challenge von KeJas BlogBuch habe ich nur Bücher von meinem SuB gelesen. Meine Leseliste umfasste 15 Bücher für 14 der Aufgaben der Challenge. Davon habe ich sieben Bücher gelesen. Dass ich es in den zwei Monaten (ich hatte die Challenge etwas spät begonnen) nicht schaffe, alle Bücher zu lesen, war mir klar, deshalb bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ohne die Challenge hätte ich mit Sicherheit weniger von meinem SuB gelesen!

Nichts von Janne Teller

Aufgabe: B – Nur was für „Babys“? Lies ein Buch aus dem Bereich Kinder- und Jugendbücher

Das erste gelesene Buch für die Challenge war leider gleich mein Monatsflop. In dem Jugendbuch Nichts macht sich eine Schulklasse daran, den Sinn des Lebens zu finden, nachdem ihr Schulkamerad sagt, dass es diesen nicht gibt. Deshalb bauen die Kinder einen Berg der Bedeutung. An sich finde ich die Idee und das Konzept des Buchs super. Mein Problem war, dass ich absolut nicht auf das vorbereitet war, was dann in der Handlung geschieht. Ich hatte mich auf eine inspirierende Geschichte über den Sinn des Lebens gefreut und war umso geschockter, als der Plot in eine komplett andere Richtung ging. Die Dinge, die die Kinder dem Berg der Bedeutung opfern müssen, werden immer extremer und das Buch wird nach einer Weile richtig düster und verstörend. Es wird als Jugendbuch vermarktet, was ich für unangebracht halte. Ich möchte nicht spoilern, aber ich sollte doch erwähnen, dass in Nichts Vergewaltigung, Gewalt, Leichen und Schändung religiöser Symbole vorkommen und dass ich allen, die mit diesen Themen Probleme haben, davon abrate, es zu lesen.

Bewertung: Zwei von fünf Punkten ++

She von Thomas Karsten

Aufgabe: W – Lies ein Buch mit weniger als 500 Seiten (aber mind. 100!)

Für diese Aufgabe habe ich das Fotobuch She gelesen. Es beinhaltet Aktfotografien der Ex-Freundin von Thomas Karsten sowie Interviews mit Fotograf und Model über die Entwicklung ihrer Beziehung. Das Zusammenspiel von Bildern und Text hat mir sehr gut gefallen. Meine Rezension zu She findet ihr hier.

To Kill A Mockingbird von Harper Lee

Aufgabe: U – Lies ein Buch eines dir unbekannten Autors oder Verlags

To Kill A Mockingbird ist ein amerikanischer Klassiker über den Rassismus der 30er Jahre in den Südstaaten der USA. Ich war begeistert von diesem Buch und dachte lange, dass es mein Quartalsfavorit wird, doch dann wurde es doch noch vom letzten Buch, das ich gelesen habe, in den Schatten gestellt. Trotzdem ist To Kill A Mockingbird ein wundervoller Roman, den ich jedem ans Herz legen möchte. Meine Rezension findet ihr hier.

Bewertung: Vier von fünf Punkten ++++

Die Nacht der Masken von Ines Witka

Aufgabe: Q – Quatsch machen, lies etwas total Verrücktes bzw. Fantasievolles:

Ich war mir erst nicht sicher, ob Die Nacht der Masken zu dieser Aufgabe passt, doch das tat sie perfekt, denn dieses Buch war definitiv das Verrückteste (im Sinne von das Ausgefallenste), das ich in diesem Quartal gelesen habe. Es handelt sich um eine Reportage über die exklusivste Erotikparty der Welt. Es beginnt relativ harmlos mit dem Erlebnisbericht der Autorin und einem Interview mit dem Pianisten des Events, doch wenn es dann an die Interviews mit den Gästen geht, werden die Storys bald sehr verrucht und sexy. Es hat mich absolut fasziniert, einen Ausflug in diese Welt der Sexpartys zu machen.  Viele der Gespräche drehen sich entweder um das Thema Swingen oder um BDSM, doch man muss diese Vorlieben nicht persönlich teilen, um sich von diesem Buch inspirieren zu lassen. Die Nacht der Masken hebt sich dadurch hervor, dass sie sehr teuer ist, weshalb die Gäste und das komplette Ambiente eine Atmosphäre von Luxus und Eleganz umgibt, was ich als reizvoll empfand. Die Nacht der Masken ist definitiv alles andere als erotische Schundliteratur, schon allein weil es eine Reportage über ein Event ist, dass tatsächlich so stattfindet. Allen, die auch gerne mal etwas heißere Literatur lesen, kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Außerdem ist es rein optisch wunderschön gestaltet mit einem hübschen Einband, vielen edlen Goldtönen, professionellen Fotografien und einem tollen Layout.

Bewertung: Vier von fünf Punkten ++++

Geld von Sigrun Casper (Hg.)

Aufgabe: K – Kaum Worte – lies ein Buch mit nur einem Wort als Titel (ohne Untertitel!)

Geld ist eine Anthologie, die Sachtexte, Prosatexte und Lyrik rund um das Thema Geld sammelt. Ich habe Politische Theorie, Soziologie und auch ein bisschen Volkswirtschaft studiert, also bin nicht gerade Anfänger in Sachen Geldwirtschaft, doch das Buch ist für Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet, da es eine große Vielfalt an Texten bietet. Wie das bei einer Anthologie so ist, haben mir manche Texte besser gefallen als andere. Dabei habe ich aber auch einige Lieblinge entdeckt. Zu meinen Highlights in Geld gehörten u.a. einige der Gedichte, ein Interview über Superreiche, ein Text über die Freiheit des Nicht-Kaufens, ein dystopischer Blick in eine Zukunft voller Armut, eine Erzählung über Flötenspielerinnen im alten Athen, ein Gespräch über die Macht des Geldes und ihre Grenzen sowie ein Zitat, das mich zum Nachdenken angeregt hat: „Doch längst leben wir nicht mehr in einer Bedarfsdeckungsgesellschaft, sondern in einer Bedarfsweckungsgesellschaft“ (Adrian Lobe).

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Der Marsianer von Andy Weir

Aufgabe: E – Lies ein eBook

Nun komme ich zu meinem absoluten Quartalsfavorit! Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war auch mit Abstand das Beste. Ich hatte eigentlich nicht vor, Der Marsianer zu rezensieren, da das dann schon mein dritte Post zu demselben Autor wäre und ich bin ja nicht der Andy Weir Blog, aber jetzt bin ich so begeistert, dass ich doch eine Rezension posten werde. Deshalb will ich hier noch gar nicht so viel über dieses Buch sagen, außer dass es phänomenal ist!

Bewertung: Fünf von fünf Punkten +++++

Abgebrochen

Die Zeit vor der Zeit von Heinz R. Pagels

Aufgabe: I – Lies ein informatives Buch (Sachbuch)

Eines der Bücher, die ich für die DasSuBabac Challenge gelesen habe, musste ich leider abbrechen, weil es mir gar nichts gebracht hat. Die Zeit vor der Zeit ist nicht, wie ich erwartet hatte, ein Sachbuch über die Zeit, sondern ein Lehrbuch über die Entstehung der Sonnensysteme und Galaxien, wie es schon viele gibt. Ich kenne mich bereits ein bisschen aus mit Astrophysik, weshalb mich dieses Buch nicht reizen konnte und ich es nach ein paar Kapiteln zur Seite gelegt habe. Ich finde auch den Titel falsch gewählt, denn die beschriebenen Entwicklungen fanden eben nicht vor der Zeit statt, sondern bereits in und mit der Zeit.

Weitere gelesene Bücher

Bevor ich die Challenge begonnen habe, hatte ich im Januar bereits zwei Bücher gelesen: eines welches ich mir brandneu als E-Book gekauft habe und ein weiteres von meinem SuB.

My Salinger Year von Joanna Rakoff

My Salinger Year erzählt von der Arbeit in der Literaturagentur, die J. D. Salinger vertritt. Die Protagonistin arbeitet als Assistentin von Salingers Agentin, ohne je eines seiner Bücher gelesen zu haben. Sie beschreibt den Arbeitsalltag und den Hype um den Autor. My Salinger Year ist ein autobiografischer Roman und nicht gerade das aufregendste Buch aller Zeiten, denn die Handlung ist recht alltäglich. Trotzdem war es für mich, die Erfahrung in der Literaturbranche hat und sich für diese interessiert, spannend zu lesen. Ich konnte mich mit der Protagonistin identifizieren und habe mir einige schöne Zitate herausgeschrieben. Für Literaturfreunde könnte dieses Buch auf jeden Fall etwas sein, allerdings sollte man doch ein bisschen Vorwissen zu J. D. Salinger mitbringen und zumindest mal seinen berühmten Roman Der Fänger im Roggen gelesen habe.

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Artemis von Andy Weir

Das neue Buch von Andy Weir erzählt von der ersten Stadt auf dem Mond, Artemis, und von der Schmugglerin Jazz, die einen Auftrag erhält, der sich als gefährlicher entpuppt, als erwartet. Zu Artemis habe gemischte Gefühle. Einerseits war es oft spannend, andererseits haben mir die Darstellung der Beziehungen sowie vor allem die Flashbacks nicht zugesagt. Meine Rezension findet ihr hier.

Bewertung: Drei von fünf Punkten +++

Im Lesequartal Januar bis März habe ich mehr gelesen, als für mich üblich, was sicher an der Challenge liegt, aber auch an der Inspiration, die mir mein Blog und das Lesen andere Buchblogs schenkt. Insgesamt habe ich neun Bücher gelesen. So kann es weitergehen!

 

ACHTUNG! INFOS ZU DEN KOMMENTAREN, UM DER DSGVO GERECHT ZU WERDEN: Durch das Abschicken eines Kommentars erklärt ihr euch mit der Speicherung eurer Daten einverstanden. Um Missbrauch zu vermeiden sowie den Überblick über Kommentare zu behalten, werden Name, E-Mail, IP-Adresse, Zeitstempel und Inhalt des Kommentars gespeichert. Weitere Informationen findet ihr in der Datenschutzerklärung.