Inspiration für Schreiberlinge: Die Erfolgsstory von Andy Weir

Schreiben ist schwer. Da sind sich angehende und bereits veröffentlichte Autoren einig. Aber wisst ihr, was noch schwerer ist? Das eigene Buch an den Mann zu bringen. Auch wenn heutzutage jeder ein selbstverlegter Autor werden kann, liegt die wahre Herausforderung darin, dass euer Buch gekauft und gelesen wird. Deshalb träumen viele Schriftsteller (ich eingeschlossen) davon, den herkömmlichen Weg zu gehen: Eine Agentur und einen Verlag zu finden, die sich um alles kümmern. Doch leider bleibt dieser Weg für viele ein Traum. Das kann enorm frustrieren und entmutigen. Deshalb bin ich ein Fan von Erfolgsgeschichten von Autoren, die es ebenso schwer hatten wie wir, bevor sie (mega-)erfolgreich wurden.

Eine meiner liebsten Erfolgsstorys ist die von Andy Weir. Da der Autor gerade sein neues Buch Artemis herausgebracht hat, nutze ich die Gelegenheit, seine unglaubliche und inspirierende Story zu teilen und dem einen oder anderem Schreiberling damit hoffentlich die Motivation zu schenken, trotz aller Zweifel und Ängste weiterzumachen

Zuerst muss ich festhalten, dass Andy Weir zwar als Kind davon geträumt hat, Autor zu werden, aber diesen brotlosen Beruf nie wirklich in Erwägung gezogen hat. Stattdessen wurde er Programmierer. Sein Lebensunterhalt hing also nicht vom Schreiben ab. Nebenbei schrieb er allerdings seit Jahren Geschichten, die er auf seiner Homepage teilte. Es gab eine Zeit in seinem Leben, in der er versuchte, seinen Traum zu verwirklichen. Er gab seinen Job auf und konzentrierte sich drei Jahre lang darauf, verlegt zu werden. Nachdem dieser Versuch kläglich scheiterte, nahm er seinen alten Beruf wieder auf und begann zu akzeptieren, dass das Schreiben für ihn nichts weiter als ein Hobby sein würde.

Eine seiner Geschichten war Der Marsianer. Drei Jahre lang schrieb Andy Weir an dem Roman und veröffentlichte in regelmäßigen Abständen Kapitel um Kapitel kostenlos auf seiner Homepage. Er hatte schon viele Geschichten geschrieben und online gestellt, doch bei Der Marsianer war plötzlich alles anders. Diese Geschichte fand schnell sehr viele Leser. Nach einer Weile waren die es leid, über die Homepage zu lesen und forderten, dass Der Marsianer als E-Book erhältlich sein sollte. Da man bei Amazon für ein E-Book mindestens 99 Cent verlangen musste (was exakt der Preis von Der Marsianer war), verdiente Andy Weir bald Geld mit seinem Hobby. Leute kauften das Buch massenhaft und es landete auf der Amazon Bestsellerliste.

Danach geschah alles ganz schnell: Als erstes kam der Hörbuchverlag, dann ein Agent und dann zeitgleich ein Vertrag mit Fox Studios über die Filmrechte für Der Marsianer und mit Random House über eine Printversion. Andy Weir, derselbe Autor, der jahrelang vergeblich versucht hatte, einen Agenten zu finden, war nun so gefragt, dass die Agenten, Verlage und selbst Filmstudios ihm hinterherliefen. Lange war Der Marsianer kostenlos auf der Homepage oder aber für 99 Cent auf Amazon verfügbar gewesen – jetzt wurde es nicht nur verlegt, sondern auch gleich in einen Hollywood Blockbuster verwandelt mit Ridley Scott als Regisseur und Matt Damon in der Hauptrolle. Wenn das mal keine Erfolgsstory ist!

Mich inspiriert diese Geschichte ungemein. Sie beweist, dass es letztlich immer noch die Leser sind, die wir als Schriftsteller überzeugen müssen und nicht die Agenturen und Verlage. Wie wir das schaffen? Wir schreiben das beste Buch, dass uns möglich ist. Der Marsianer wurde sehr schnell sehr erfolgreich, weil es etwas geliefert hat, was sich die Leser wünschten, auch wenn die Buchbranche es nicht erkennen konnte: technisch detailliertes Science Fiction. Auch wenn ihr in einem anderen Genre schreibt, solltet ihr euch darauf konzentrieren, etwas zu kreieren, das die Leser begeistert. Habt ihr das geschafft, dann könnt ihr euch immer noch Gedanken darüber machen, wie ihr das Buch nun veröffentlichen wollt – egal ob ihr eure Glück bei Agenturen und Verlagen versucht oder es selbst verlegt. Gebt nicht auf! Immerhin könntet ihr der nächste Andy Weir werden.

 

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Veröffentlicht von

Sunita

Homo sapiens. weiblich. Studentin. Politikinteressiert. Schriftstellerin. Weltsüchtig. Partyphilosoph. Fotografin. Hobbytänzerin. Kommunistin. Musikbesessen. Deutsch-Indisch. Drop Out.

6 Gedanken zu „Inspiration für Schreiberlinge: Die Erfolgsstory von Andy Weir“

  1. Der Marsianer hat es vermutlich auch geschafft, weil das ein faszinierendes Thema ist, das nicht total unwahrscheinlicht ist. Theoretisch könnte eine ähnliche Geschichte irgendwie wirklich passieren und viele können sich das beim Lesen vorstellen.

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