Schreiben, um Geschichten zu erzählen

Ich finde, es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Es gibt Schriftsteller, die Schreiben, um zu schreiben. Schreiben ist ihre Passion, ihr Leben, es ist Zweck an sich. Sie achten ganz besonders auf ihre Worte und Formulierungen. Es sind diese Schriftsteller, deren Texte mich verzaubern und bei denen ich mir ständig Sätze herausschreibe, weil sie so wunderschön formuliert sind. Der Plot spielt hier eine untergeordnete Rolle. Wenn sie es gut machen, ist mir oft egal, worum es in dem Buch eigentlich geht. Die Hauptsache ist, dass sie nicht aufhören, solch wunderbare Wörter niederzuschreiben.

Dann gibt es Schriftsteller, die schreiben, um Geschichten zu erzählen. Schreiben ist hier Mittel zum Zweck. Natürlich machen sie sich trotzdem Gedanken um Stil und Wortwahl, doch all dies hat die Funktion, dem Plot zu dienen. Auf Englisch nennt man das auch „plot driven books“. Die Geschichte steht im Zentrum, sie muss erzählt werden, die Sprache ist bloß der Weg, auf dem dies geschieht. Im besten Fall fesselt die Geschichte so sehr, dass sie mich als Leser komplett gefangen nimmt und mich alles um mich herum vergessen lässt. Solche Bücher lese ich schnell, beinahe süchtig. Dabei merke ich mir selten einzelne Formulierungen und Sätze, all das ist nebensächlich. Die Hauptsache ist, dass ich herausfinde, wie die Geschichte weitergeht.

Natürlich streben die allermeisten Schriftsteller beides an: tolle Sprache und toller Plot. Manche bekommen auch beides hin. Trotzdem finde ich, dass Schriftsteller meistens eine Tendenz zu dem einen oder dem anderen haben. Mein langjähriger Lieblingsautor Jack Keroauc zum Beispiel ist definitiv einer der ersten Sorte. On the Road liebe ich, weil Jack Kerouac sich so originell ausdrückt und damit seine Figuren zeichnet, wie nur er es kann. Der Plot macht Spaß, aber eine echte Geschichte mit Wendepunkt und Höhepunkt kann man hier lange suchen. Meine aktuellen Lieblingsautoren auf der anderen Seite gehören zur zweiten Sorte. Marc Elsberg, Frank Schätzing, Andreas Brandhorst, Andy Weir, Hank Green – sie alle erzählen vor allem Geschichten. Natürlich ist da mal der ein oder andere schöne Satz dabei, doch die Sprache ist nicht der Grund, wieso ich immer wieder zu diesen Autoren zurückkomme. Es sind die Geschichten, der Plot. Eine gute Geschichte zu erzählen hat erst einmal wenig mit der Sprache zu tun. Die Sprache kann der Geschichte sogar im Weg stehen.

Zu Beginn dieses Jahres habe ich nacheinander Bücher der zweiten Sorte und dann der ersten Sorte gelesen. Ich habe das Jahr mit der wunderbaren Magnus Chase Trilogie von Rick Riordan begonnen und ich habe sie so genossen. Die Bücher sind rasant und spannend und unterhaltsam und haben eine tolle Message. Sie fesseln mich und ich konnte sie kaum zu Seite legen. Sie erzählen einfach wunderbare Geschichten. An einen einzelnen, besonders gut formulierten Satz kann ich mich allerdings nicht erinnern.

Danach habe ich Sasa Stanisics Herkunft gelesen, was das krasse Gegenteil ist. Ja, es erzählt auch etwas, nämlich von einer Flucht aus Bosnien und einem Ankommen in Deutschland, von Zugehörigkeit und Heimat. Aber es erzählt keine Geschichte, nicht wirklich. Einen logischen, strukturierten Plot konnte ich hier nicht finden. Das ist mir allerdings erst ganz am Ende aufgefallen. Stanisic wählt einen kreativen Abschluss für sein Buch und als ich mich gefragt habe, wieso, dachte ich kurz, vielleicht möchte er über das Fehlen eines echten Plots (mit logischem Ende) hinwegtäuschen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und der Grund war die Sprache. Stanisic schreibt sympathisch und immer wieder musste ich pausieren, um über Sätze nachzudenken oder seine einmalige Wortwahl zu bewundern. Herkunft war kein Buch, bei dem ich unbedingt weiterlesen wollte, doch wenn ich weitergelesen habe, war ich fasziniert. Hier kann jemand wirklich schreiben und er legt es darauf an, es auch zu zeigen. Der Kontrast zu Magnus Chase, das als Jugendbuch natürlich viel simpler formuliert ist, war gigantisch.

Beide Bücher waren gut. Beide Bücher haben mir gefallen. Persönlich mochte ich Magnus Chase mehr, doch ich sehe durchaus den Reiz an beiden Arten von Literatur. Bei meinem Leseverhalten versuche ich eine Balance zwischen ihnen zu finden, auch wenn wahrscheinlich die plotzentrierten Bücher mittlerweile überwiegen. Früher war es andersherum. Geschmack ändert sich nun einmal.

Ich selbst schreibe gerne. Ich mag Worte und Sprache und ich mag, diese zu arrangieren, sodass etwas Schönes entsteht. Aber noch lieber mag ich es, Geschichten zu erzählen. Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht, solange ich denken kann. Ich war so eine Träumerin als Kind, mit dem Kopf stets in irgendwelchen fiktionalen Welten, dass es meinen Opa oft in den Wahnsinn getrieben hat. Seit bestimmt 15 Jahren erzähle ich mir selbst gedanklich vorm Schlafengehen eine Endlosgeschichte von zwei Freunden, die durch die Welt reisen und alles Mögliche erleben.

Mein aktuelles Buch schreibe ich, weil ich die Geschichte klasse finde. Diese Geschichte würde ich selbst gerne lesen, doch da sie bisher niemand kennt außer mir, muss ich sie wohl aufschreiben. Der Plot steht hier definitiv im Mittelpunkt, obwohl ich natürlich auch auf die Sprache achte. Plotten macht mir noch mehr Spaß als das Schreiben an sich. Deshalb würde ich mich selbst (im Moment) zur zweiten Kategorie zählen: Ich schreibe, um Geschichten zu erzählen.

Wie ist das bei euch? Ist euch beim Lesen und Schreiben der Plot wichtiger oder die Sprache? Schreibt ihr, um Geschichten zu erzählen, oder schreibt ihr, um zu schreiben? Das würde mich wirklich mal interessieren! Lasst mir eure Gedanken in den Kommentaren da!

 

 

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Rezension: Magnus Chase von Rick Riordan

Genre: Fantasy | Erscheinungsjahr: 2016 | Hardcover: 560 Seiten | Verlag: Carlsen | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3551556684

Kurzinhalt

Magnus Chase ist seit dem Tod seiner Mutter obdachlos. Doch an seinem 16. Geburtstag ändert sich erneut alles, denn er gerät in fantastische Umstände, die zu seinem Tod führen. Dieser ist aber erst der Anfang. Magnus kommt nach Walhalla und tritt damit ein in die Welt der nordischen Mythologie, mit der er verwandt ist.

Eigene Meinung

Ich habe alle drei Magnus Chase Teile am Stück gelesen und werde sie deshalb auch zusammen besprechen, denn glaubt mit, wenn ihr einmal angefangen habt, könnt ihr nicht mehr aufhören zu lesen. Die Bücher sind phänomenal! Ich habe sie so genossen und vermisse sie bereits. Ich habe damals auch die Percy Jackson Reihe sehr gemocht, doch ich denke, Magnus Chase ist sogar noch besser, denn es fühlt sich einfach viel aktueller und positiver an. Und das obwohl ich kein großer Fan der nordischen Mythologie bin. Mir war diese immer zu kalt und hart und fatalistisch. Doch Rick Riordan zeichnet ein ganz anderes Bild. Er verwendet bekannte und weniger bekannte Götter und Mythen und verstrickt sie zu einer herzerwärmenden und ganz und gar nicht kalten und harten Geschichte. Ich bin einfach ein großer Fan! Die Bücher sind voller Action und Abenteuern, sodass es nie langweilig wird und sie bringen die besten Seiten der Fantasy ans Licht.

Was ich an Magnus Chase aber am allermeisten geliebt habe, waren die großartigen Figuren. Ohne zu spoilern möchte ich euch diese im Folgenden vorstellen:

Magnus Chase

Schon bei Percy Jackson hat Rick Riordan bewiesen, dass er weiß, wie man einen tollen Protagonisten schreibt, doch im Vergleich zu Magnus kommt Percy fast wie ein Arschloch rüber. Magnus ist nämlich ein durch und durch positiver und guter Mensch und ein wahres Licht in einer düsteren Welt. Er ist ein Held, auch wenn nicht im herkömmlichen Sinne. Denn Magnus ist kein Kämpfer, sondern ein Heiler. Er ist weich und nett und manchmal ängstlich, aber trotzdem stets bereit alles zu tun, um denen zu helfen, die er liebt. Gleichzeitig hat er einen tollen Humor und ist einfach supercool und das obwohl er so viel durchmachen musste in seinem kurzen Leben. Ich blicke zu Magnus auf. Auch wenn er nur ein 16-jähriger Teenager ist, wäre ich gerne etwas mehr wie er.

Samirah Al’Abbas

Magnus beste Freundin wird schnell die Walküre Sam. Sie ist gläubige Muslimin und schwankt nicht ein einziges Mal in ihrem Glauben, obwohl sie täglich von nordischen Göttern und übernatürlichen Wesen umgeben ist. Ihre Religion, die ihr Leben komplett durchdringt und leitet, spielt vor allem im zweiten und dritten Teil eine große Rolle. Dabei wird der Islam hier nie kritisiert, sondern als die Quelle von Sams Kraft dargestellt. Denn Sam ist auch eine starke Kämpferin und eine mutige Frau, die sich so leicht nichts gefallen lässt. Sie ist die coolste Muslimin, die mir in einem Buch je begegnet ist.

Hearthstone

Hearth ist ein Freund aus Magnus Tagen auf der Straße und so viel mehr, wie sich später herausstellt. Wie Magnus ist er eine sehr weiche, empfindliche Person, doch er hat seine eigenen Stärken, die nicht unbedingt in körperlicher Kraft liegen. Er ist außerdem taubstumm, wodurch die Zeichensprache in Magnus Chase eine zentrale Rolle spielt und auch oft detailliert beschrieben wird. Magnus und über die Bücher hinweg fast alle anderen Figuren lernen für Hearth Zeichensprache, was eine der Gründe ist, weshalb ich mich dieses Jahr auch daran wagen möchte.

Blitzen

Auch Blitz ist ein Freund von der Straße und ein Teilnehmer der nordischen Mythologie. Er wirkt zu Beginn einfach energisch auf eine witzige Art und Weise, doch später treten immer mehr seine für Männer nicht als Norm betrachteten Vorlieben und Hobbies ins Zentrum. Er steht zu diesen und wird von seinen Freunden angenommen wie er ist, was eine wunderbare Message ist.

Alex Fierro

Es gibt noch viel mehr tolle Figuren in Magnus Chase (zum Beispiel T.J., doch seine Story kommt erst wirklich in Teil 3 vor und ich will ja nicht spoilern), doch ich möchte meine Vorstellung enden mit meiner absoluten Lieblingsfigur: Alex Fierro. Alex wird in Teil 2 eingeführt und ist der einzige Grund, wieso Teil 2 und 3 von mir besser bewertet werden als Teil 1. Auch er kommt nach Walhalla als ein Kind eines nordischen Gottes, doch wie er bald verkündet, ist er gar kein er – zumindest nicht nur. Alex ist genderfluid, manchmal ein Mädchen und manchmal ein Junge. Veränderung und Verwandlung ist Alex Ding in jeder Hinsicht und sie wird schnell zur interessantesten Figur der Trilogie. Alex ist unabhängig und selbstbewusst und selbstreflektiert und lustig und inspirierend und sie hat Magnus Chase (sowohl die Buchreihe als auch die Figur) noch viel besser gemacht.

Die Figuren machen Magnus Chase aus, doch auch der Plot ist spannend und stimmig und macht einfach Spaß. Außerdem werden die Bücher immer besser, wobei Teil 1 schon super war, aber Teil 3 der Beste ist. Das Ende war auch wunderbar. Es hat mir alles gegeben, was ich mir gewünscht habe, und noch mehr und es hat mich in eine gute Stimmung für den ganzen Tag versetzt. Ich kann die Magnus Chase Bücher nur jeden empfehlen, egal ob Jugendlicher oder Erwachsener, denn sie sind Fantasy vom Feinsten und sie preisen eine Welt voller Toleranz und Verständnis und Liebe und schenken mir Hoffnung für die Zukunft.

Bewertung

Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers (gelesen in Englisch: Magnus Chase and the Sword of Summer): ++++ – Vier von fünf Punkten

Magnus Chase 2: Der Hammer des Thor (gelesen in Englisch: Magnus Chase and the Hammer of Thor): +++++ – Fünf von fünf Punkten

Magnus Chase 3: Das Schiff der Toten (gelesen auf Englisch: Magnus Chase and the Ship of the Dead): +++++ – Fünf von fünf Punkten

 

Kennt ihr die Magnus Chase Bücher und liebt ihr sie auch so wie ich? Was habt ihr sonst von Rick Riordan gelesen? In meinem Regal wartet auch noch der erste Teil von Helden des Olymp auf mich.

 

 

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Leserückblick: Gelesene Bücher Oktober bis Dezember 2019

Es ist bereits Zeit für meinen letzten Quartalsrückblick des Jahres. In den letzten drei Monaten habe ich nicht ganz so viele Bücher gelesen wie zuvor, was verschiedene Gründe hatte: Ich war im Urlaub und habe dort mal wieder etwas in meinem Lieblingsbuch On the Road gelesen, das ich hier nicht aufführe, ich hatte ein paar Bücher, mit denen ich kämpfen musste und die ich teils sogar abgebrochen habe, und eines meiner gelesenen Bücher war superdick. Trotzdem sind ein paar zusammengekommen und deshalb präsentiere ich euch hier meinen Quartalsrückblick für Oktober bis Dezember.

Walkaway von Cory Doctorow (Science Fiction)

Fangen wir gleich mit dem fettesten Buch an, nämlich die Sci Fi Utopie Walkaway. Allein wegen der Dicke des Buchs und weil meine Lektüre durch meinen Urlaub unterbrochen wurde, habe ich ziemlich lange dafür gebraucht, doch es hat sich gelohnt! Walkaway hat mir sehr gut gefallen und es ist mittlerweile eines meiner liebsten Sci Fi Bücher. Denn es verbindet die hochentwickelte Technik der Zukunft mit kommunistisch angehauchten Gesellschaftsideen, die die Protagonisten in ihren unabhängigen Gesellschaften, den sogenannten Walkways, leben. Meine Rezension findet ihr hier.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

OMG von Emer McLysaght (Roman)

Nach diesem Schmöker wollte ich mir etwas Leichtes gönnen und habe OMG gelesen, in dem es um ein Dorfmädel Mitte Zwanzig geht, die ihren langjährigen Freund verlässt und in die Großstadt Dublin zieht. Das klingt erst einmal vielversprechend nach Unterhaltung pur und zwischenzeitig gab es auch einige wirklich spaßige, lustige Kapitel. Doch sowohl der Anfang als auch das Ende haben mir nicht gefallen. Es dauert ganze sieben Kapitel, bis die eigentliche Handlung startet, und auch das Ende war enttäuschend.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Armageddon von Wolfgang Hohlbein (Fantasy)

Ich wollte dieses Buch schon seit Jahren lesen, weil es verspricht, die biblische Apokalypse in einen Fantasyroman verpackt zu erzählen. Tatsächlich hat mir der erste Teil dann auch noch ganz gut gefallen. Gleich zu Beginn des Buchs steht die Welt regelrecht in Flammen und die (teils grausamen) Actionszenen werden supergut beschrieben. Eines muss man Wolfgang Hohlbein lassen: Er weiß wirklich, wie man Krieg schreibt, denn davon gibt es in Armageddon jede Menge. Auch wenn ich etwas enttäuscht war, dass ich als Leser nicht den Start der Apokalypse erzählt bekomme, sondern bloß wie es sieben Jahre später aussieht, mochte ich das Endzeitfeeling des Buchs, die Symbolik, die Wanderungen und Kämpfe der Protagonisten und generell die Atmosphäre.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Happy End für 2 von Rachel Winters (Liebeskomödie)

Nachdem ich mit Armageddon 2 nicht so viel Glück hatte wie mit Band 1 (mehr dazu bei meinen abgebrochenen Büchern weiter unten), war ich in der Stimmung für etwas komplett anderes und habe es mit Happy End für 2 versucht. Darin muss eine Agentin magische Momente aus Filmen im echten Leben nachstellen, um ihrem Stardrehbuchautor zu beweisen, dass es die Liebe wirklich gibt. Ich weiß, das klingt superkitschig, aber was es eigentlich war, war superlustig. Denn all die magischen Momente laufen komplett anders als geplant und der Roman entpuppt sich eher als Parodie auf romantische Komödien anstatt als Schnulze. Die Protagonistin und ihre Freundesgruppe sind wirklich sympathisch und unkonventionell und ich habe ihnen sehr gerne gefolgt. Happy End für 2 war einfach ein Buch, das Spaß macht!

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Magnus Chase von Rick Riordan (Fantasy)

Danach habe ich es noch einmal mit einer Fantasy-Reihe versucht und dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Nachdem ich damals Percy Jackson verschlungen habe, kann mich jetzt auch Magnus Chase begeistern. Den ersten Teil Sword of Summer habe ich bereits durch und obwohl nordische Mythologie ehrlich gesagt nicht so meins ist, konnte es mich mitreisen und fesseln mit all der Action, den Abenteuern und den teils abstrusen Fantasyaspekten. Was Rick Riordan wirklich gut kann, sind Protagonisten schreiben. Damals mochte ich Percy Jackson als Figur total und nun ist mir auch Magnus Chase extrem sympathisch. Er ist lustig und realistisch und supercool und einfach ein guter Mensch, so wie es bei Helden sein sollte. Auch finde ich die Wahl des Gottes, von dem Magnus abstammt (ohne dass ich hier verraten will, wer es ist), sehr überraschend, aber auch total faszinierend. Nun beginne ich bereits mit dem zweiten Teil Hammer of Thor und mich würde es nicht wundern, wenn ich auch den dieses Jahr noch durchkriege und danach natürlich gleich mit dem Finale weitermache.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Abgebrochen

Armageddon 2 von Wolfgang Hohlbein (Fantasy)

Ich wollte diese Buchreihe so gerne mögen, wirklich! Aber Band 2 hat mich schlicht in den Wahnsinn getrieben. Die Location, die eine der besten Aspekte von Teil 1 war, wechselt hier und der Plot wird immer absurder. Damit wäre ich ja vielleicht noch zurechtgekommen, wenn die Protagonistin nicht so unerträglich wäre. Mal davon abgesehen, dass sie Dinge nicht versteht, die offensichtlich scheinen, ist sie einfach extrem passiv. Sie wird die ganze Zeit lang herumgeschubst und zwar metaphorisch als auch wörtlich. Das hat mich irgendwann so genervt, vor allem weil sie es mit sich machen lässt. Außerdem weiß sie Dinge immer fast. Alle paar Seiten gibt es teils identische Sätze, in denen es heißt, dass die Protagonisten irgendetwas fast wusste, es ihr dann aber wieder entglitt. Möglicherweise hat das plottechnische Gründe (Gedankenmanipulation – noch so ein extrem unangenehmer Aspekt von Armageddon), aber letzten Endes war es dieses Beinahe-Wissen, was mir den letzten Nerv geraubt hat und mich dazu gebracht hat, Armageddon 2 nach immerhin 400 Seiten doch noch abzubrechen. Ich finde es einfach immer schade, wenn (Fantasy-)Autoren keine anständigen, realistischen und in irgendeiner Art und Weise vorbildhaften weiblichen Protagonisten schreiben können.

Begonnen

Außerdem habe ich ein paar Bücher im letzten Quartal begonnen zu lesen, aber noch nicht beendet, nämlich Die großen Neun von Amy Webb, Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben von Klaus Brinkbäumer, Mere Christianity von C.S. Lewis und Vater unser in der Hölle von Ulla Fröhling.

Was habt ihr in den letzten Monaten gelesen? Welches Buch hat euch am besten gefallen? Seid ihr auch so ein Fan der Rick Riordan Bücher?

 

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Worum es an Weihnachten wirklich geht – Lesetipps für die Feiertage

Weihnachten steht vor der Tür und die Feiertagshysterie hat mal wieder ihren Höhepunkt erreicht. Die Weihnachtsmärkte sind überfüllt, überall leuchtet und blinkt es, die Süßigkeiten nehmen den halben Supermarkt ein, Weihnachtslieder laufen rauf und runter und die Leute rennen die Geschäfte ein, um Geschenke zu kaufen. Die Vorweihnachtszeit ist meine liebste Zeit im Jahr. Auch wenn meine eigene Deko eher minimalistisch ist, liebe ich den ganzen Kitsch im Dezember. Doch dieses Jahr mache ich einen Schritt zurück von dem ganzen Trubel und möchte mich auf das besinnen, worum es an Weihnachten eigentlich geht: Jesus Christus.

So beliebt wie Weihnachten ist, so unangenehm wird sofort die Stimmung, wenn es mal jemand wagt, denjenigen zu erwähnen, den wir am 24. oder 25. Dezember eigentlich feiern. Nicht jeder glaubt an den christlichen Gott und an Jesus, das weiß ich. Aber vielleicht wollt ihr euch ja trotzdem dieses Jahr etwas näher damit auseinandersetzen, immerhin feiern wir diesen Jesus seit Jahrhunderten und haben sogar unseren Kalender an sein Leben angepasst.

Vor zwei Jahren habe ich begonnen, die Bibel zu lesen. Obwohl ich immer noch lange nicht durch bin und mich gerade mit Mühe, Not und vielen Pausen durch das Alte Testament kämpfe, habe ich mittlerweile zumindest das Neue Testament komplett gelesen. Und ich muss sagen, da ist was dran. Es ist schwer zu erklären, aber als ich es gelesen habe, hat es sich einfach irgendwie richtig angefühlt.

Mit dem Eintreten des neuen Protagonisten in der Bibel (Jesus) ändert sich einfach alles. Die Message ist jetzt nicht mehr die strikte Gebotsbefolgung und Rache und Wut und Stärke, sondern Schwäche und Vergebung und Liebe. Jesus wird geboren (vermutlich nicht am 25. Dezember, aber irgendeinen Tag müssen wir ja wählen) und er zieht durchs Land, heilt die Kranken, befreundet Außenseiter, einfache Leute, Steuereintreiber und sogar Heiden, er verspricht den Sündern Vergebung, egal was sie getan haben. Das ist wirklich eine krasse Botschaft, die schwer anzunehmen ist. So wie Gott den Menschen vergibt, so wie er sie liebt trotz all ihren Makeln, so sollen wir auch einander vergeben und lieben. Wenn das nicht mal eine schöne Anregung für die Weihnachtszeit ist. Deshalb hoffe ich, dass wir uns dieses Jahr inmitten all der Geschenke und Festlichkeiten und Lichterketten und Lebkuchen auf diese wunderbaren Werte besinnen können, die Jesus Christus gepriesen, gelebt und versprochen hat: Vergebung und Liebe.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte von ihnen.“

– 1. Korinther, Neues Testament, Luther Übersetzung

Deshalb habe ich heute mal eine ungewöhnliche Leseempfehlung für euch: die Bibel. Vielleicht möchtet ihr über Weihnachten einmal hereinlesen. Beginnen könnt ihr mit diesen Kapiteln:

  • Das Johannesevangelium
  • Der Römerbrief des Paulus
  • Der erste Korintherbrief des Paulus
  • Die Apostelgeschichte

Ich wünsche euch wunderbare, liebevolle Weihnachten!

 

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Meine Top 10 2019

Auch wenn das Jahr noch nicht ganz vorbei ist, möchte ich bereits meine Top 10 2019 mit euch teilen. Ich habe dieses Jahr bisher 28 Bücher gelesen, worauf ich ziemlich stolz bin. Darunter waren vier Sachbücher, acht Science Fiction Bücher, vier Thriller, acht Romane, drei Liebe/Erotik-Bücher und ein Fantasybuch. Außerdem habe ich fünf Bücher abgebrochen und 6 Bücher begonnen zu lesen. Von letzteren werde ich wahrscheinlich noch mindestens eines vor Silvester beenden und so gut, wie es mir bisher gefällt, werde ich es auch schon in meine Top 10 miteinbeziehen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieses Jahr kein so gutes Lesejahr war, einfach weil ich keine Bücher gelesen habe, die meine absoluten Lieblinge wurden, sowie es 2018 mit An Absolutely Remarkable Thing und Der Marsianer war. Aber als ich nun meine Liste durchstöbert habe, musste ich feststellen, dass da doch einige wirklich gute Bücher dabei waren, wenn auch vielleicht nicht der totale Hammer. Deshalb werde ich hier auch noch die Plätze 11 bis 15 vergeben. Außerdem möchte ich anmerken, dass das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, dasselbe war wie letztes Jahr: An Absolutely Remarkable Thing von Hank Green. Ich habe es bereits im Februar zum zweiten Mal gelesen und es hat mir fast noch besser gefallen als beim ersten Durchgang. Trotzdem lasse ich es jetzt aus meiner Top 10 Liste raus und führe hier nur Bücher auf, die ich 2019 zum ersten Mal gelesen habe.

1. Obsidio von Amie Kaufmann und Jay Kristoff (Science Fiction)

Obsidio ist der dritte und letzte Teil der Illuminae-Akten und (von An Absolutely Remarkable Thing abgesehen) das einzige Buch, was von mir dieses Jahr fünf Punkte erhalten hat. 2018 hatte mir bereits der erste Teil extrem gut gefallen, sodass ich große Hoffnungen in die Folgebände gelegt hatte. Während Teil 2 Gemina zwar gut war, aber für mich nicht an seinen Vorgänger heranreichen konnte, hat mich Obsidio dann wieder völlig überzeugt. Plot, Format, Action, Figuren – alles war stimmig und besonders die letzten 200 Seiten haben mich so mitgerissen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Trilogie erzählt von einer Verfolgungsjagd quer durchs Weltall und ich kann sie allen Science Fiction Fans nur ans Herz legen.

2. Gier von Marc Elsberg (Thriller)

Gier ist ein Buch, was ich mittlerweile wirklich genug hier auf dem Blog, auf Social Media und im echten Leben gefeiert habe. Ich bin ein Fan von Marc Elsberg seit Zero und obwohl ich dieses Jahr auch Helix von ihm gelesen habe, das mich vom Thema her absolut fasziniert hat, ist es Gier, das ich einfach nicht mehr aus dem Kopf kriege. In Gier stolpert ein einfacher und supersympathischer Pfleger in die Welt der superreichen Wirtschaftsbosse und gerät in einen Plot um eine alternative Wirtschaftstheorie, die unser System komplett auf den Kopf stellt. Das Buch ist spannend, die Figuren sind gut gezeichnet, aber vor allen ist diese ominöse Wirtschaftstheorie einfach wunderbar und schenkt Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt. Das Thema des Buchs ist so wichtig, deshalb freue ich mich über jede einzelne Person, die Gier liest!

3. Happy End für 2 von Rachel Winters (Liebeskomödie)

Ich hätte nie gedacht, dass eine „Schmonzette“ – wie es meine ahnungslose Kollegin nannte – es bei mir auf Platz drei schaffen würde, aber die Wahrheit ist einfach, dass ich schon sehr lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen hatte wie mit Happy End für 2. Was vor allem daran liegt, dass das Buch urkomisch ist. Es handelt von einer Agentin, die einen Drehbuchautor vertritt, der eine romantische Komödie schreiben soll, aber selbst nicht an die Liebe glaubt. Deshalb stellt die Protagonistin Magische Momente wie in den Filmen im echten Leben nach, die natürlich immer sowas von schief gehen. Ich musste permanent beim Lesen in der Bahn laut loslachen. Happy End für 2 ist einfach ein wunderbares Gute Laune Buch mit einer cleveren Protagonistin, einer herzerwärmenden Freundesgruppe, einer interessanten Filmwelt als Location und einem herrlich übertrieben arroganten Typ. Man muss wirklich keine Liebesliteratur mögen, um an Happy End für 2 Gefallen zu finden.

4. Das Café am Rande der Welt von John Strelecky (Ratgeber)

Auch dass ein Ratgeber mal auf meiner Top 10 Liste landet, hätte ich nicht erwartet, doch bei dem Café am Rande der Welt handelt es sich ja eher um eine metaphorische Geschichte über den Sinn des Lebens. Ich habe sie an zwei Tagen durchgehört und geliebt. Sie hat mich inspiriert, mich mehr nach dem Sinn meines Lebens zu richten. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich dann sogar John Strelecky persönlich erlebt, was für mich ein tolles Ereignis war. Jeder sollte das Café am Rande der Welt lesen. Es ist ganz kurz, aber bedeutet so unglaublich viel.

5. Magnus Chase and the Sword of Summer von Rick Riordan (Fantasy)

Zugegebenermaßen bin ich noch nicht durch mit diesem Buch, aber es gefällt mir bisher schon so gut, dass ich es hier einfach aufführen muss. Die Percy Jackson Reihe habe ich damals verschlungen und auch mit Magnus Chase kann mich Rick Riordan wieder begeistern.

6. Das Erwachen von Andreas Brandhorst (Science Fiction)

In Das Erwachen geht es um das Erwachen einer Superintelligenz, die die Welt ins Chaos stürzt. Das Buch ist einfach absolut rasant und fesselnd, denn schon nach ein paar Seiten steht die Welt in Flammen. Mich hat das komplett mitgerissen. Außerdem habe ich schon viele Bücher über Künstliche Intelligenz gelesen, aber ich denke Das Erwachen behandelt das Thema bisher am besten. Es ist einfach in jeder Hinsicht (bei der Aufarbeitung des Themas, bei der Figurenkonstruktion, beim Spannungsaufbau) wirklich gut geplottet.

7. Origin von Dan Brown (Thriller)

Dan Brown ist ja so ein Hate-Or-Love-Autor und bei mir ist es definitiv das Lieben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mit Origin streckenweise wirklich gehadert habe, weil er jede kleinste Wendung viel zu lange ausdehnt. 200 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Trotzdem macht das alles das brillante Ende wieder wett. Das Buch dreht sich um eine große Entdeckung die Menschheit betreffend, die der Zukunftsforscher Edmond Kirsch (der so eine grandios gezeichnete Figur ist, dass ich ihn nach Monaten noch vor Augen habe, obwohl er nur ein paar Kapitel lang existiert) gemacht hat, die er aber der Welt nicht mitteilen kann, weil er kurz vorher ermordet wird. Unter meinen Kolleginnen gab es geteilte Meinungen zu der großen Entdeckung, aber persönlich fand ich, dass sie all den Hype, der im Buch darum gemacht wird, sowas von wert war.

8. Walkaway von Cory Doctorow (Science Fiction)

Walkaway ist eine Utopie von Menschen, die die herkömmliche Gesellschaft verlassen und an ausgestorbenen Orten eine neue, bessere Gemeinschaft aufbauen. Das Buch hat so viele wunderbare Ideen, die dazu anregen, zu hoffen, dass wir Menschen doch in der Lage sein werden, diese Welt zu retten. Es verbindet kommunistische Gesellschaftsstrukturen mit hochentwickelter Technik und ist damit der reinste Traum für alle nach links tendierenden Science Fiction Fans. Aber natürlich herrscht in Walkaway nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern Krieg – und zwar sehr viel und plastisch beschriebener Krieg -, was das Buch sehr actionreich und spannend macht.

9. Gespräche mit Freunden von Sally Rooney (Roman)

Es folgt mal wieder ein Buch außerhalb meines üblichen Leseverhaltens, nämlich ein Roman über Beziehungen und Intrigen und philosophische Gedanken. Wenn man wie ich an Thriller gewöhnt ist, ist Gespräche mit Freunden ein ziemlich ruhiges Buch, doch trotzdem ist es mir unter die Haut gegangen. Die Figuren haben mich absolut fasziniert, auch wenn ich sie nicht besonders mochte. Gespräche mit Freunden konnte mich komplett in seinen Bann ziehen, obwohl ich bis heute nicht weiß, wieso.

10. Alles könnte anders sein von Harald Welzer (Sachbuch)

Als letztes möchte ich hier noch ein gesellschaftliches Sachbuch preisen, denn dieses hat mir enorm geholfen, eine Übersicht über die Krisen unserer Zeit zu erhalten. Von der Klimakrise, über unser veraltetes Arbeitssystem bis hin zu Massenkonsum und Überproduktion analysiert Welzer die wichtigsten Probleme der Gegenwart und zeigt, wie sie zusammenhängen. Außerdem – und das hat mich noch mehr beeindruckt – bringt er wahre Alternativen und Ideen und Wege, wie wir unsere Zukunft doch noch zum Guten wenden können.

11. Offline ist es nass wenn’s regnet von Jessi Kirby (Jugendroman)

12. Circe von Madeleine Miller (Roman)

13. Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing (Science Fiction)

14. Sleeping Giants von Silvain Neuvel (Science Fiction)

15. Der Store von Rob Hart (Roman)

Kennt ihr die genannten Bücher und gehören sie vielleicht auch zu euren Lieblingen? Welche Bücher haben euch dieses Jahr am besten gefallen? Ich freue mich über Kommentare!

 

 

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Science Fiction Challenge 2019 Wrap Up

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit auch meine Science Fiction Challenge 2019. Mit ein paar Tricks und viel Energie habe ich es tatsächlich noch geschafft, die Challenge zu bestehen und habe dieses Jahr 8 Science Fiction Bücher gelesen, wenn auch manche davon eher an der Genregrenze liegen. Von den Unteraufgaben habe ich alle erfüllt außer diejenige, bei der wir mindestens drei Bücher von Frauen lesen sollten. Daran bin ich leider kläglich gescheitert. Doch im Großen und Ganzen habe ich die Challenge trotzdem gemeistert und präsentiere euch nun meine 8 gelesenen Sci Fi Bücher vom Besten bis zum Schlechtesten. Wenn ihr auf die Titel klickt gelangt ihr zu den entsprechenden Rezensionen.

1. An Absolutely Remarkable Thing von Hank Green. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Erstkontaktgeschichte. +++++ – Fünf von fünf Punkten

2. Obsidio von Amie Kaufmann und Jay Kristoff. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Space Opera, Young Adult, spielt auf einer Raumstation. +++++ – Fünf von fünf Punkten

3. Walkaway von Cory Doctorow. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Utopie. ++++ – Vier von fünf Punkten

4. Das Erwachen von Andreas Brandhorst. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Künstliche Intelligenz. ++++ – Vier von fünf Punkten

5. Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Küstliche Intelligenz. ++++ – Vier von fünf Punkten

6. Sleeping Giants von Sylvain Neuvel. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Erstkontaktgeschichte. ++++ – Vier von fünf Punkten

7, Gemina von Amie Kaufmann und Jay Kristoff. Aufgaben: 2015 oder neuer, Subgenre Space Opera, Young Adult, spielt auf einem fremden Planeten. ++++ – Vier von fünf Punkten

8. Helix von Marc Elsberg. Aufgaben: 2015 oder neuer. Subgenre Gentechnik. ++++ – Vier von fünf Punkten

Wie ihr seht, haben mir alle Bücher extrem gut gefallen! Das ist bei meinen gelesenen Büchern aus anderen Genre definitiv nicht so, was mal wieder davon zeugt, wie sehr ich die Science Fiction liebe! Deshalb möchte ich auch in Zukunft viele Sci Fi Bücher lesen. Es warten noch zwei in meinem Regal auf mich und zusätzlich möchte ich die Sleeping Giants Trilogie unbedingt weiterlesen. Außerdem muss ich es doch irgendwann endlich schaffen, Sci Fi Bücher von Frauen zu lesen. Deshalb freue ich mich nach wie vor riesig über Buchtipps aus dem Genre!

Wie lief es bei euch? Habt ihr die Challenge durchgezogen, wie viele Bücher habt ihr dafür gelesen und welche? Lasst mir gerne eure Ergebnisse oder auch Links zu euren Challenge-Beiträgen in den Kommentaren. Ich freue mich darauf, durch eure gelesenen Sci Fi Bücher zu stöbern!

 

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Von der Kunst nicht aufzugeben

Ich schreibe jetzt schon seit einigen Jahren Geschichten und Romane. Einen Jugendroman habe ich bereits beendet und erfolglos an Agenturen geschickt. Nun arbeite ich an meinem zweiten Buchprojekt, das, wie ich finde, wesentlich vielversprechender ist. Doch trotzdem liegt noch ein steiniger Weg vor mir. Das Buch verlangt sehr viel Recherche, Plotten und natürlich Schreiben. Doch es fällt mir schwer, in meinem arbeitsreichen Alltag Zeit zum Schreiben zu finden. Wenn man sechs Tage die Woche von morgens bis abends arbeitet, wann soll man da bitte schreiben? Bei mir lautet die Antwort: an dem siebten Tag, den Sonntag. Doch mit nur diesem einen Tag in der Woche komme ich leider bloß langsam und schleppend voran.

Dabei liebe ich das Schreiben. Und das Recherchieren und Plotten. Letzteres vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als Ersteres. Seit ich denken kann, denke ich mir Geschichten aus. Ich war immer die Träumerin. Meine Fantasie ist mein wertvollster Besitz. Wie gerne würde ich viel mehr Zeit in meinen Roman investieren. In einer idealen Welt wäre die Arbeit an dem Roman meine Arbeit. Doch im Moment muss ich leider meine Rechnungen noch mit anderen Arbeiten bezahlen.

Als ich im Fernbus nach Hause nach der diesjährigen Frankfurter Buchmesse saß, war mein Kopf voller Inspiration und Motivation. Ich dachte an etwas, das John Strelecky gesagt hat: Man muss aufhören, sich zu fragen, wie man etwas machen soll, und es einfach machen. Ich dachte mir: Vielleicht es an der Zeit, es einfach zu machen. Also habe ich noch dort im Bus ein ehrliches und persönliches Anschreiben an Verlage verfasst. Nun habe ich dieses (als handgeschriebene Brief) an meine zwei Lieblingsverlage geschickt, gemeinsam mit meinem ersten Kapitel und meinem Exposé.

Ich weiß, dass es sehr schwer ist, bei einem Verlag genommen zu werden, vor allem so, durch ein direktes Anschreiben und ohne eine Agentur. Aber ich dachte mir: Was soll’s? Manchmal muss man es einfach versuchen. Und wer weiß, was daraus werden wird.

Es ist schwer, Schriftstellerin zu werden. Doch egal wie oft ich meinen Job wechsele und zu Messen gehe und mit Leuten über Karrieren spreche und über meine eigene Zukunft nachdenke, ich komme jedes einzelne mal zu demselben Ergebnis: Ich will Bücher schreiben. Das ist das Einzige, was ich wirklich will. Und diese Klarheit ist es, die mich weitermachen lässt. Diese Erkenntnis braucht man einfach, um nicht aufzugeben.

 

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Neuzugänge

Es ist mal wieder Zeit für einen Neuzugänge Post, denn in den letzten Monaten sind wieder einige Bücher bei mir eingezogen.

Die großen Neun von Amy Webb

Dieses Sachbuch habe ich mir sofort als Leseexemplar bestellt, als ich es bei uns im Laden entdeckt habe. Es geht um die neuesten Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und vor allem darum, wer diese lenkt und wie wir damit umgehen sollen. Ich denke, es könnte ein Problem sein, wenn die künstliche Intelligenz (die der Dreh- und Angelpunkt unserer Zukunft sein wird) in den Händen weniger großer Firmen liegt und ich interessiere mich sehr dafür, wie eine Alternative dazu aussehen könnte und ob so etwas wie eine demokratische KI möglich wäre. Das Buch betrachtet die neun größten Firmen in dem Bereich, in den USA wie in China. Ich habe bisher nur die Einleitung gelesen, aber die war schon sehr spannend. Vor allem die Infos über die chinesischen Entwicklungen finde ich faszinierend, denn davon wusste ich vorher fast nichts.

Kleine Iris Teil 1 und 2 von David Grund

Der Autor dieser Fantasy Reihe war bei uns im Geschäft und hat uns gebeten, die Bücher auszulegen. Er hat mir zwei Leseexemplare dagelassen. Er ordnet die Bücher der Jugendliteratur zu, aber vom Sprachstil her würde ich sie eher zur Fantasy für Erwachsene zählen. Ich tue mir ja oft schwer mit Fantasy, aber ich möchte den Büchern auf jeden Fall eine Chance geben.

Magnus Chase Teil 1 und 3 von Rick Riordan

Ich habe damals die Percy Jackson Reihe regelrecht verschlungen und will schon seit Ewigkeiten mal etwas anderes von ihm lesen. Als ich dann im Indienurlaub in einem 50%-Buchladen diese Bücher entdeckt habe, mussten sie natürlich mit. Ich habe den ganzen Laden nach Teil 2 abgesucht, aber der war leider unauffindbar, deshalb muss ich mir den noch von woanders beschaffen. Magnus Chase ist eine Reihe über die nordische Mythologie und ich bin sehr gespannt, ob sie mir genauso gefallen wird wie Percy Jackson.

Helden des Olymp von Rick Riordan

Außerdem habe ich in demselben Geschäft noch den ersten Teil von Helden des Olymp vom selben Autor mitgenommen. Diese Reihe spielt in derselben Welt wie Percy Jackson, dreht sich aber vermutlich nicht mehr um den namensgebenden Protagonisten. Jetzt habe ich also zwei unvollständige Rick Riordan Reihen, aber was soll‘s? Ich freue mich trotzdem über die Bücher!

Wir sind das Klima von Jonathan Foer

Dies ist das zweite Sachbuch, das bei mir einziehen durfte. Ich bin wie alle erschüttert über die Klimakrise und will, dass sich was ändert. Doch oft finde ich es schwer zu wissen, was ich selbst fürs Klima tun kann. Ich hoffe, dass dieses Buch mir da weiterhilft.

Das Ting von Artur Dziuk

Diesen Thriller habe ich mir aus dem Leseexemplare-Regal gefischt, weil er ganz nach meinem Geschmack zu sein scheint: eine zukunftsträchtige App, eine Challenge und jede Menge Action. Ich bin gespannt!

Finde mich. Jetzt von Kathinka Engel

Ich bin eigentlich nicht so der Liebesromane-Leser. Ich habe dieses Jahr Kiss me Once gelesen und es war besser als erwartet, wenn auch immer noch ziemlich kitschig. Aber ich dachte mir, für die kalte Jahreszeit ist eine sexy Schnulze vielleicht nicht falsch.

Der Ursprung der Welt von Ulrich Turkur

Ich stehe eigentlich gar nicht auf historische Romane, aber ich weiß nicht so genau, ob dieses Buch einer ist. Einerseits beginnt die Geschichte sogar in der Zukunft, andererseits geht es dann um Geheimnisse, die bei Ausgrabungen zu Lichte kommen. Ich versuche einfach mal etwas Neues mit diese Buch. In letzter Zeit habe ich ein großes Interesse für alte (gerne sogar uralte) Zivilisationen entwickelt und vielleicht geht das Buch ja in diese Richtung.

We are not numbers von Junge Stimmen aus Gaza

Dieses Buch war ein Spontankauf auf der Frankfurter Buchmesse. Ich wollte mir nur einen Kaffee beim taz-Stand holen und habe, während ich in der Schlange gewartet habe, einer Lyriklesung bei der Bühne nebenan zugehört. Und wow! Die Lesung war der hammer! Zwei Dichter aus Gaza haben ihre Werke vorgelesen (in Originalsprache Arabisch oder Englisch, übersetzt von einer deutschen Verlagsmitarbeiterin). Es hat mich so berührt. Einerseits ist das Leben in Gaza für mich unvorstellbar, andererseits habe ich sowieso gerade erst sowas wie einen Sinn für Lyrik entwickelt (auch wenn ich sie trotzdem noch kaum verstehe).

Armageddon Teil 1 und 2 von Wolfgang Hohlbein

Außerdem habe ich auf der Messe gesehen, dass schon der zweite Teil von Hohlbeins Armageddon-Trilogie erschienen ist. Ich habe den Autor vor zwei Jahren bei einer Lesung mit Andreas Brandhorst (für den ich eigentlich gekommen war) gesehen und das Buch hat mich gleich begeistert, weil es die biblische Apokalypse in eine Geschichte packt. Jetzt habe ich endlich die Chance genutzt und mir gleich beide Teile als Leseexemplare bestellt. Ich habe mich so gefreut, als ich am Dienstag mein Schließfach geöffnet habe, wo mir meine Kollegin die Bücher schön drapiert hat. Natürlich habe ich sofortmit Teil 1 begonnen und bin schon gefesselt.

Welche Bücher sind bei euch in letzter Zeit eingezogen? Kennt ihr schon eines oder mehrere meiner Neuzugänge?

 

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Rezension: Walkaway von Cory Doctorow

Genre: Science Fiction | Erscheinungsjahr: 2018 | Broschiert: 736 Seiten | Verlag: Heyne | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3453317932

Kurzinhalt

Etcetera, Natalie und Seth beschließen die herkömmliche Gesellschaft zu verlassen und in den Walkaway zu gehen, eine rasant wachsende Gemeinschaft, die im Abseits und mit ihren eigenen Gesellschaftsformen lebt. Sie finden Aufgaben im Walkaway, gehen Beziehungen ein und geraten in Konflikte und Kriege.

Eigene Meinung

Ich habe Walkaway vor mehr als einem Jahr in einer Buchhandlung entdeckt und war sofort begeistert von der Idee: Kommunismus + hochentwickelte Technik und Wissenschaft – das klingt ganz nach meinem Geschmack! Doch erst viel später habe ich mir dann das eBook geholt, als es gerade heruntergesetzt war.

Das Buch ist lang, sehr lang. Doch dafür steckt auch so viel darin, dass ich schon jetzt denke, ich muss es eines Tages noch einmal lesen und mir Notizen machen. Im Zentrum stehen drei jungen Menschen. Etcetera und Seth sind alte Freunde, Natalie lernen sie auf einer sogenannten Kommunistenparty, auf der leerstehende Fabriken besetzt und wieder in Betrieb genommen werden, kennen. Schon am nächsten Morgen beschließen sie, gemeinsam in den Walkaway zu gehen.

In der Geschichte ist der Walkaway ein etabliertes Konzept mit eigenen Regeln, einer eigenen Geschichte, eigenen Umgangsformen und einer eigenen Terminologie. Die Leser andererseits werden ins kalte Wasser geschmissen. Es ist klar, dass der Walkaway für Menschen steht, die abseits der herkömmlichen Gesellschaft in selbstverwalteten Kommunen leben. Klingt ziemlich nach Kommunismus, doch der Unterschied zu den Arbeiterkommunen der Vergangenheit und Gegenwart ist, dass dieses Buch in der Zukunft spielt und die Technik viel weiter entwickelt ist. Im Prinzip kann alles 3D-gedruckt werden, Mangel ist nicht mehr nötig. Es gibt ihn nur noch, weil die Reichen besessen an ihrer Macht festhalten und den Rest der Gesellschaft kontrollieren wollen. Das sind immer mehr Leute satt, weshalb sie in den Walkaway gehen. Dort kann jeder machen was er will, arbeiten, helfen, experimentieren, faulenzen. Was gebraucht wird, wird so einfach wie möglich von Freiwilligen hergestellt. Es gibt kein Geld, keinen Lohn, keine Jobs. Die Walkaways bauen Häuser und Siedlungen auf und wenn es Probleme gibt, dann gehen sie einfach weg und beginnen woanders von vorne. Das ist der Kern ihrer Philosophie: Wieso sollte man kämpfen, wenn man einfach weggehen kann? Immerhin sind sie Walkways. Genug leeres Ödland gibt es, auch wenn es teilweise so verseucht ist, dass man nur mit Raumanzügen rausgehen kann. Doch auch das nehmen die Walkaways in Kauf, die Hauptsache ist, dass sie nie wieder zurück ins Default müssen, wie sie die herkömmliche Gesellschaft nennen.

Das Konzept ist simpel und kompliziert zugleich. Es ist auf jeden Fall extrem verführerisch. Wie oft habe ich mir nicht selbst gewünscht, aus dieser vorgegebenen Spirale aus Lohnarbeit und Konsum austreten zu können und woanders eine bessere Welt aufzubauen? Die Gesellschaftskritik in dem Buch ist aktuell und meistens ziemlich zutreffend. Hier ein paar Ausschnitte, die mich definitiv zum Nachdenken angeregt haben:

Ein großer Teil des Buchs besteht aus Gewalt und Krieg. Der Walkaway wird nämlich von den Mächtigen der Welt nicht akzeptiert, sondern massiv verfolgt und angegriffen. Vor allem als absehbar wird, dass die Walkaways den Menschen im Default in der Wissenschaft um einiges Voraus sind (denn sie haben Universitäten, in denen sie bahnbrechende Entdeckungen machen), haben sie keinen Frieden mehr. Obwohl sie all ihr Wissen öffentlich zur Verfügung stellen und niemandem etwas tun, wollen die Reichen sie vernichten. Ihre Lösung ist es natürlich stets wegzugehen, sodass die zweite Hälfte des Buchs zu einer einzigen Flucht wird. Dadurch nimmt das Buch an Spannung und Action zu.

Doch obwohl Cory Doctorow hier eine brutale Handlung aufgebaut hat und eine grausame Welt beschreibt, zeigt er auch eine Alternative, die zum Nachdenken, Träumen und Planen anregt. Denn letzten Endes ist Walkaway ein durch und durch positives Buch. Es zeigt, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte, was für Hindernissen sie sich stellen muss und wie diese überwunden werden können. Es schenkt den Lesern Hoffnung für die Zukunft und ist damit meine allerliebste Art von Science Fiction Roman.

Das Buch umfasst einen sehr großen zeitlichen Rahmen und kann somit die Dinge im Ganzen betrachten. Das hat mir sehr gut gefallen. Trotzdem bleibt die Menschlichkeit nicht auf der Strecke. Die Leser lernen viele interessante Figuren kennen, mit denen mitgefiebert werden kann. Die drei Protagonisten sind das Herz des Romans. Obwohl nie aus Seths Sicht berichtet wird, ist er die Figur, die mir am meisten ans Herz gewachsen ist, und das obwohl er zu Beginn ziemlich platt herüberkam. So eine Figurenentwicklung finde ich immer beeindruckend.

Walkway ist ein Wälzer. Aber ich kann trotzdem empfehlen, sich durchzukämpfen, denn es macht Spaß und ganz nebenbei lernt man eine Menge über die Welt, in der wir leben, und diejenige, auf die wir uns zubewegen.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Kennt ihr Walkaway oder etwas anderes von dem Autor? Was sind andere Science Fiction Bücher, die euch Hoffnung für die Zukunft machen? Ich freue mich über Tipps!

 

 

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Inspiration für Schreiberlinge: Die Erfolgsstory von John Strelecky

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, John Strelecky bei einem Interview am Stand von Kindle Publishing live zu erleben, und gerne möchte ich euch hier von der inspirierenden Story berichten, wie John Strelecky Autor wurde, obwohl er das eigentlich nie wollte.

Doch erst einmal einen kurzen Rückblick, wie ich das Werk dieses Autors kennengelernt habe. Es war mein allererster Tag als Buchhändlerin. Ich hatte noch nie zuvor in einer Buchhandlung gearbeitet und war völlig überfordert mit all den vielen neuen Büchern, die ich plötzlich kennen sollte. Meine Warengruppe ist die Belletristik, deshalb konzentriere ich mich auf Bücher aus diesem Genre. Doch dann stand eine Kundin vor mir und fragte nach dem Hörbuch von Das Café am Rande der Welt. Ich hatte keine Ahnung von Lebensratgebern, worunter das Buch bei uns läuft, und ehrlich gesagt auch kein Interesse daran. Ich hatte noch nie überhaupt von diesem Buch gehört und das sah man mir anscheinend an. Die Kundin sagte: „Sie wissen gar nicht, was das ist, oder? Das ist eine Bildungslücke!“

Am nächsten Tag war ich krank und lag mit der Grippe im Bett. Ich dachte an diese Kundin und suchte nach dem Buch. An dem Tag hörte ich mir in einem Schwung das Hörbuch von Das Café am Ende der Welt an und es hat tatsächlich meine Weltsicht verändert. Die Kundin, die danach gefragt hatte, habe ich nie wiedergesehen.

Ein halbes Jahr später saß ich jetzt also auf dem Boden der Halle 3.0. auf der Buchmesse, nur einen Meter von John Strelecky entfernt, der das gleich kommentierte mit: „Wow, it’s so cozy here, like in a living room“. Ich schreibe keine Lebensratgeber und ich habe es auch nicht vor. Trotzdem faszinieren mich die Geschichten von Bestsellerautoren, egal aus welchem Genre.

John Strelecky wollte Pilot werden. Er war gut. Er wurde an einem extrem renommierten Programm einer großen Airline genommen und absolvierte seine Ausbildung und die Prüfungen meisterhaft. Doch dann, kurz bevor er ein echter Pilot werden sollte, fiel er durch die medizinische Prüfung. Anscheinend hatte er eine Herzunregelmäßigkeit, die weiter keinen Einfluss auf sein Leben haben würde, außer dass er damit kein Pilot werden durfte. Sein Traum war zerplatzt. All die Arbeit war umsonst gewesen.

Plan B war, Business Consultant zu werden. Er erschlich sich einen Studienplatz an einer guten Hochschule, machte seinen Abschluss und arbeitete tatsächlich ein paar Jahre lang als Business Consultant. Bis er alles wieder aufgab und ein Jahr lang eine Rucksackreise quer durch die Welt machte. Als er zurückkam, setzte er sich hin und – ohne dass er jemals vorgehabt hätte, ein Buch zu schreiben – schrieb in 21 Tagen Das Café am Rande der Welt nieder. Das Buch wurde in 41 Sprachen übersetzt und ist in Deutschland schon seit 4 Jahren auf der Bestsellerliste. Weitere Bücher folgten und sein Erfolg wuchs und wuchs.

Leben kann man nicht planen. Man kann es versuchen, aber letztlich kommt es doch immer anders. Ich habe auch oft das Gefühl, dass ich durchs Leben stolpere, ohne wirklich meine Richtung zu kennen. Doch – im Gegensatz zu John Strelecky – weiß ich, dass ich Bücher schreiben will. Und das werde ich tun.

 

 

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