Leserückblick: Gelesene Bücher Juli bis September 2020

Das dritte Quartal ist nun auch schon rum und obwohl ich dank meinem Jobwechsel viel zu tun hatte (und lesen nicht mehr direkt zu meiner Arbeit gehört), habe ich doch recht viel gelesen und meine Sommer-Leseliste ganz gut abgearbeitet. Insgesamt habe ich 10 Bücher fertiggelesen, 2 Bücher begonnen und ein Buch abgebrochen.

Fertiggelesen

Coronomics von Daniel Stelter (Sachbuch)

In meinem letzten Rückblick habe ich dieses Buch bereits als begonnen angeführt und ich habe es dann auch ziemlich am Anfang vom Juli fertiggelesen. Daniel Stelter betrachtet, wie sich unsere Wirtschaft während und nach der Coronakrise entwickeln wird. Seine Vorhersagen waren hervorragend, die meisten sind mittlerweile eingetroffen. Leider haben die Politiker wohl sein Buch nicht gelesen (siehe mein Post zu Pflichtlektüre für die Mächtigen) und alles, wovor der Autor und Wirtschaftswissenschaftler gewarnt hat, ist eingetroffen. Das Buch hilft auf jeden Fall, die Lage unserer Wirtschaft besser zu verstehen.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Frankly in Love von David Yoon (Jugendbuch)

Frankly in Love hat vielversprechend gestartet und ich habe zu Beginn von dem Buch geschwärmt, weil es das schwierige Thema Rassismus sympathisch und nahbar behandelt. Es geht um Frank Li, dessen Eltern nur eine koreanische Freundin für ihn akzeptieren, weshalb er seine wahre Beziehung versteckt und stattdessen so tut, als sei er mit einem koreanischen Mädchen zusammen. Leider wird dann nach der Hälfte des Buchs diese Storyline komplett aufgegeben und es geht um ganz andere Dinge. Das fand ich etwas enttäuschend.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

A beautifully foolish endeavor von Hank Green (Science Fiction)

Dann kam endlich das von mir langersehnte Buch A beautifully foolish endeavor bei mir an und ich habe mich sofort hineingestürzt. Nachdem ich den ersten Teil An absolutely remarkable thing geliebt habe, habe ich zwei Jahre lang auf den Folgeband gewartet. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch dieses Mal nimmt sich Hank Green – verpackt in eine rasante Sci Fi Story – die ganze Gesellschaft vor und entwirft so viele faszinierende Konzepte, dass ich das Buch unbedingt noch mal lesen und länger über alles nachdenken muss. A beautfifully foolish endeavor ist meiner Meinung nach mindestens so gut wie Teil 1. Meine Rezension findet ihr HIER.

Bewertung: +++++ – Fünf von fünf Punkten

Heavy von Kiese Laymon (Memoir)

Danach habe ich mit spontan Heavy bestellt, weil ich den Autor in einem Podcast gehört habe und ich gerne ein Buch über Rassismus, das an People of Color gerichtet ist, lesen wollte. Es ging absolut unter die Haut und war erschütternd und faszinierend zu gleich. Während ich mochte, wie der Autor beschreibt, dass das Schreiben ihm durch traumatische Erfahrungen geholfen hat, wurde ich mit seinem Schreibstil an sich nie so richtig warm, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich viele Wörter und Redewendungen einfach nicht richtig verstehe.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Royal Blue von Casey McQuiston (New Adult)

Als nächstes habe ich Royal Blue gelesen und sowas von genossen! Die Story scheint erstmal ziemlich kitschig: Der Sohn der amerikanischen Präsidentin hat was mit dem britischen Prinzen. Aber es war einfach zu köstlich! Vor allem da der Protagonist Alex eine der sympathischsten Figuren aller Zeiten ist und zusätzlich auch noch supersexy. Das Buch ist wie eine queere Utopie. Es spielt mitten im diesjährigen Wahlkampf und oft kam es mir vor wie das 2020, das wir uns wünschen, statt dem Jahr, das wir tatsächlich erleben. Eine wunderschöne Flucht-Möglichkeit.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Trans Gedichte Alexa von Alexandra Boisen (Lyrik)

Diesen kleinen Gedichtband hat mir meine Schreibbekanntschaft Alexa zugeschickt und ich habe es an einem Abend gelesen. Es erzählt die Geschichte ihres Lebens im falschen Körper, ihrer Depressionen, aber schließlich auch ihrer Geschlechtsangleichung. Es hat mich total berührt und mir wieder Lust auf Lyrik gemacht. Meine Rezension gibt es HIER.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Verschwörungsmythen von Holm Gero Hümmler (Sachbuch)

Okay, genaugenommen habe ich nicht das komplette Buch gelesen, sondern nur die Kapitel zu den Mythen, die mich besonders interessieren. Der Autor (ein Physiker) geht hier nämlich einige bekannte Verschwörungstheorien durch, analysiert und überprüft sie. Außerdem gibt er generelle Tipps, wie man mit Verschwörungstheoretikern umgehen kann und erklärt, wo solch ein Verschwörungsglauben eigentlich herkommt. Ich fand das Buch extrem hilfreich, denn heutzutage sind die Verschwörungstheoretiker ja gefühlt überall. Schade nur, dass das Buch etwas älter ist und die aktuellen Theorien wie die der Corona-Leugner und QAnon-Anhänger nicht drin sind.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Finde mich. Jetzt von Kathinka Engel (Romance)

Die Grundidee von Finde mich. Jetzt war total spannend: Ein junger Mann saß sechs Jahre unschuldig im Gefängnis. Jetzt wird er entlassen und verliebt sich in eine Studentin. Die Behandlung vom amerikanischen Strafsystem in dem Buch fand ich auch wirklich interessant und total wichtig. Nur leider konnte ich der Lovestory nichts abgewinnen, was vor allem daran lag, dass mir beide Protagonisten zutiefst unsympathisch waren. Er war mürrisch und aggressiv, sie einfach nur seltsam und ergab keine stimmige Persönlichkeit. Beide gingen mir auf den Geist, was schade war, denn mit der Backstory hätte man so viel mehr machen können.

Bewertung: +++ – Drei von fünf Punkten

Stoppt den Judenhass! von Sigmund Gottlieb (Sachbuch)

Dieses kurze Büchlein habe ich an ein paar Tagen im Zug durchgelesen und ich fand es fantastisch! Mich hat es total schockiert, wie viel Antisemitismus es heutzutage wieder gibt – auf der Straße und im Netz. Und der Autor hat mich wachgerüttelt, dass wir das als stille Mehrheit nicht mehr einfach hinnehmen sollten, sondern uns laut und deutlich dagegen positionieren. Ich kann nur jedem empfehlen, das Buch zu lesen, die Augen zu öffnen und unsere jüdischen Mitbürger zu schützen und unterstützen. Eventuell schreibe ich nächsten Monat noch eine Rezension zu dem Buch, denn ich finde das Thema wirklich wichtig.

Bewertung: ++++ – Vier von fünf Punkten

Der wunde Himmel von Jeanette Oertel (Roman)

Dieses Buch lese ich im Moment noch, werde es aber bestimmt vor Monatsende durchhaben. Es wurde mir von der Verlegerin angepriesen als „erotischer Liebesroman mit Polit-Thriller-Elementen“ und das trifft es gut. Von diesen beiden Aspekten gefällt mir einer sehr gut und der andere weniger. Das Buch spielt in der Botschaft eines fiktiven arabischen Staates und die ganze Story um die Intrigen der Mächtigen und die gefährliche Arbeit der Diplomaten finde ich extrem spannend und faszinierend! Auch all die Politik, die da mitschwingt, ist sowas von brisant und fühlt sich total aktuell an. Was mich bisher nicht überzeugen kann, ist die „Liebesgeschichte“, aber ich denke, es kommt darauf an, wie diese sich auf den letzten Seiten entwickeln wird, denn ich bin mir noch gar nicht sicher, ob es sich wirklich um eine Liebesgeschichte oder nicht doch eher um ein weiteres gefährliches Thriller-Element handelt. Bei Letzterem wäre ich Bord. Eine Rezension folgt.

Begonnen

We are not numbers (Lyrik)

Weil ich nach den Trans Gedichten Alexa Lust auf mehr Gedichte hatte, habe ich auch noch den Lyrikband We are not numbers begonnen. Hierbei handelt es sich um Gedichte aus Gaza. Ich bin auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr zufällig über eine Lesung des Buchs gestolpert und war so begeistert, dass ich das Buch sofort gekauft habe. Die AutorInnen beschreiben ihr gefährliches und anstrengendes Leben in Gaza, das wirklich ziemlich schrecklich ist. Die Gedichte gehen unter die Haut.

Nachts ist jeder ein Feind von Bruno Schrep (Kurzgeschichten)

„Kurzgeschichten“ trifft Nachts ist jeder ein Feind gar nicht so richtig, aber ich weiß auch nicht, wie ich das Buch sonst beschreiben soll. Es sammelt wahre Geschichten, die teilweise traurig und brutal sind, teilweise einfach nur faszinierend, von menschlichen Schicksalen. Es fesselt und erweitert den Horizont. Ich bin sehr gespannt, was für abgefahrene, aber wahre Stories da noch auf mich zukommen werden.

Abgebrochen

Wir sind das Klima von Jonathan Safran Foer (Sachbuch)

Obwohl das Thema natürlich superwichtig ist und der Autor bestimmt irgendwann auch noch ein paar gute Tipps anführt, konnte ich mich einfach nicht weiter durch dieses Buch kämpfen. Ich fand den Schreibstil furchtbar elitär und er macht ständig Referenzen zu Dingen, die die breite Bevölkerung meiner Meinung nach nicht nachvollziehen kann (ich zumindest nicht).

Das ist also, womit ich in den letzten drei Monaten meine Lesestunden verbracht habe. Was habt ihr in letzter Zeit gelesen und was davon hat euch besonders begeistert?

 

 

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Top Ten Thursday 486: 10 Autoren, von denen du die meisten Bücher im Regal hast

Ich habe mal wieder seit Ewigkeiten nicht beim Top Ten Thursday mitgemacht aus Zeitgründen, aber auch weil mir zu vielen Themen einfach keine zehn Bücher einfallen. Aber dieses Thema sollte doch machbar sein. Ich bin echt gespannt, welche Autoren in den Bücherregalen von anderen stark vertreten sind. Ein bisschen schummeln musste ich trotzdem bei dieser Aufgabe, weil ich viele E-Books lese oder auch Bücher nach dem Lesen weggebe, diese also nicht mehr wirklich in meinem Regal stehen, aber ich finde, das zählt trotzdem. Hier kommen nun also eher die 10 Autoren, von denen ich die meisten Bücher gelesen habe.

1. Cecily von Ziegesar

Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, wie viele Bücher von Cecily von Ziegesar es tatsächlich gibt – kam mir damals gar nicht so viel vor. Als Teenager war ich ein Riesenfan der Gossip Girl Buchreihe. Ich habe den ersten Teil aus der Bibliothek ausgeliehen (wie so ziemlich alle Bücher damals, deshalb kann es definitiv sein, dass ich hier Autoren vergesse) und mir dann den zweiten Teil von meiner damaligen besten Freundin zum Geburtstag gewünscht. Sie hat mir das Buch gekauft, bevor sie es mir gegeben hat, aber selbst durchgelesen und war ebenso begeistert wie ich. So haben wir immer abwechselnd die Folgebände gekauft, was immerhin ganze 12 Teile waren. Hinzukamen dann noch mindestens ein Band der Folgeserie – die auch Gossip Girl hieß, sich aber um andere Figuren drehte – und mindestens 3 Teile der Spin Off-Reihe It-Girl. Jetzt wird mir erst klar, wie sehr Cecily von Ziegesar meine Jugend geprägt hat.

2. Rick Riordan

Obwohl ich nur vier seiner Bücher (die Magnus Chase Trilogie und den ersten Teil der Helden des Olymp) physisch besitze, habe ich viel mehr von ihm als E-Books, nämlich insgesamt 13, darunter die komplette Percy Jackson und Helden des Olymp Reihen. Und es werden sicher nicht die einzigen Bücher von Rick Riordan bleiben, die ich lesen werde.

3. J.K. Rowling

Es ist nicht gerade ungewöhnlich für jemanden aus meiner Generation, dass ich alle sieben Harry Potter Teile besitze und verschlungen habe (teils mehrmals). Zusätzlich habe ich auch als E-Book The Cursed Child und ausgeliehen ihre Harvard-Rede. Komplizierter wird es, wenn man zusammenzählen will, welche Harry Potter Teile ich in welcher Sprache besitze. Wenn ich mich richtig erinnere (denn sie stehen größtenteils bei meinen Eltern) würde ich sagen, ich habe 1-3 in Englisch (nie gelesen, denn die Deutschen habe ich damals aus der Bücherei ausgeliehen), 4-6 in Deutsch und Englisch und 7 wieder nur in Englisch (und auch nie auf Deutsch gelesen). Also, ich würde sagen, wir können zusammenfassen: Ich habe eine Menge J.K. Rowling Bücher.

4. Dan Brown

Von Dan Brown habe ich bisher drei Bücher gelesen (Sakrileg, Digital Fortress und Origin) und drei weitere warten im SuB auf mich (Meteor, Illuminati und Das Symbol). Wenn man bedenkt, dass ich den Autor erst 2015 über ein Uniseminar zum Thema Okkultismus kennengelernt habe, ist das schon ganz schön beachtlich.

5. Jack Kerouac

Dass Jack Kerouac es auf diese Liste schafft, überrascht mich nicht. Ich hätte ihn sogar weiter oben erwartet, immerhin ist er mein Lieblingsautor. Sein Meisterwerk On the Road habe ich mittlerweile bestimmt fünf oder sechs Mal gelesen. Ich besitze auch noch einige andere Bücher von ihm, die mich aber alle nicht so begeistern konnten wie On the Road. Wenn ich nichts vergesse (denn die stehen auch bei meinen Eltern), sind das: Tristessa, The Dharma Bums, The Sea is my Brother und Piers of a homeless night.

6. Kiera Cass

Obwohl ich von dieser Autorin auch nicht gerade wenige Bücher gelesen habe, musste ich erstmal googlen, wie sie heißt: Kiera Cass. Ich habe (außer Teil 1 alle als E-Books) fünf Bücher von ihr gelesen: die originale Selection Trilogie und die beiden Folgebände.

7. Dave Eggers

Dave Eggers ist ein weiterer Autor, den ich erst relativ spät entdeckt habe, nämlich als mir meine Mutter vor ein paar Jahren Der Circle in die Hand gedrückt habe und es mich komplett umgehauen hat. Danach habe ich seine Autobiografie Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität gelesen, die ihrem Titel wirklich gerecht wird. Vor kurzem habe ich von Dave Eggers außerdem Die Parade gelesen und es wartet noch Der größte Kapitän aller Zeiten auf mich. Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren!

8. Nick Hornby

Früher einer meiner absoluten Lieblingsautoren, auch wenn ich heute nicht mehr viel von ihm lese, ist Nick Hornby. Nachdem ich A long way down gelesen habe, war ich absolut begeistert von seinem Humor. Ich habe dann noch Slam und Funny Girl gelesen und besitze außerdem High Fidelity, habe es aber glaube ich nie zu Ende gelesen.

9. Andreas Brandhorst

Okay, jetzt kommen wir zu den Autoren, von denen ich drei Bücher habe, was nicht besonders viel ist. Da gibt es außerdem jede Menge. Ich führe hier Andreas Brandhorst an, weil ich von ihm immerhin drei unabhängige Bücher besitze und gelesen habe, nämlich Das Erwachen, Ewiges Leben und Seelenfänger.

10. Lev Grossman

Dann gibt es noch eine Menge Trilogien, die ich gelesen habe, da könnte ich wirklich alles Mögliche nennen. Als letzten Autor auf dieser Liste wähle ich jetzt mal Lev Grossman, weil ich seine Magicians Trilogie absolut liebe und unbedingt noch einmal lesen möchte! Für mich sind die Bücher immer noch die beste Fantasy für Erwachsene. Ich habe sie bisher nur als E-Books, aber träume schon lange von der hübschen Sammelausgabe im Schuber.

Jetzt bin ich gespannt: Von welchen Autoren habt ihr die meisten Bücher? Sind vielleicht auch ein paar der Autoren von meiner Liste mit dabei? Gerne könnt ihr mir auch die Links zu euren TTT-Posts in den Kommentaren dalassen, ich schaue bestimmt vorbei!

 

 

 

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Meine Herbst-Leseliste

Nachdem meine Sommer-Liste ziemlich gut funktioniert hat (ich habe 5 von 12 Büchern gelesen und 2 begonnen, eins möchte ich bald noch lesen – das nenne ich trotzdem einen Erfolg) möchte ich mich auch im Herbst lose an eine Leseliste halten. Früher habe ich eigentlich nie mit Leselisten gearbeitet, aber mein SuB nimmt einfach übertriebene Maße an und eine Leseliste hilft mir, mich da strukturierter durchzulesen. Außerdem lese ich gerne thematisch gebündelt und möchte nicht so viel zwischen Genres hin und her hüpfen, deshalb stehen meine Leselisten meist unter einem Motto. Während die Sommer-Liste überwiegend der Liebe gewidmet war und viel New Adult Literatur enthalten hat, geht es für mich jetzt in den Thriller-Herbst. Es war ganz nett, mich in ein paar Love Stories zu verlieren, aber ich vermisse meine Genres: Thriller und Science Fiction. Deshalb sollen diese – mit ein bisschen dazwischen gestreutem Fantasy – im Fokus meiner Herbst-Leseliste stehen.

1. Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Okay, das ist eigentlich noch das letzte Buch der Sommer-Leseliste, aber da es thematisch zum Herbst passt, nehme ich das jetzt als fließenden Übergang. Ich habe mir, als das E-Book mal heruntergesetzt war, den ersten Teil der Reihe geholt, weil so viele von den Büchern schwärmen und mir erzählt wurde, der Protagonist sei einfach köstlich. Ich bin gespannt, ob es mir gefällt, erwarte aber ehrlich gesagt nicht zu viel davon, weil ich mir mit Fantasy meist sowieso schwertue.

2. Das neunte Haus von Leigh Bardugo

Auch beim nächsten Buch handelt es sich um ein Fantasy-Werk von einer sehr erfolgreichen Autorin, von der ich aber bisher noch nie etwas gehört habe. Die ganze Idee mit der intriganten Studentenverbindung in Das neunte Haus reizt mich, deshalb habe ich mir das Buch als Leseexemplar bestellt. Wenn ich was damit anfangen kann, bin ich auch offen, mehr von der Autorin zu lesen.

3. The Invincible von Stanislaw Lem

Das nächste Buch ist vom Lieblingsautor meines Mannes – was etwas zu bedeuten hat, denn bevor er mit den Büchern von Stanislaw Lem begonnen hat, hat er eigentlich gar nicht gelesen. Deshalb muss ich jetzt auch mal was von dem Autor lesen und wenn nur, damit wir miteinander darüber reden können. Da es Science Fiction ist, fällt es sowieso in mein Wohlfühlgenre. Allerdings sollen seine Bücher ziemlich philosophisch sein, was mir etwas Angst macht. Mein Mann meinte The Invincible wäre das weniger philosophische der beiden Stanislaw Lem Bücher, die bei uns Zuhause rumstehen, also beginne ich damit.

4. Transfusion von Jens Lubbadeh

Um im Sci Fi Genre zu bleiben, möchte ich danach mit Transfusion weitermachen, das auch zu meinen 10 Büchern von meinem SuB, die ich 2020 endlich lesen will, gehört. Ehrlich gesagt, steht es schon so lange in meinem Regal, dass ich vergessen habe, worum es geht, aber ich stürze mich einfach mal unvoreingenommen herein.

5. Neuromancer von William Gibson

Die nächsten zwei E-Books habe ich hoffnungsvoll in den Warenkorb vom Hugendubel-Account meiner Mutter gelegt und mittlerweile hat sie sie tatsächlich gekauft. Vor ein paar Wochen bin ich über die Philosophie des Transhumanismus gestolpert und habe etwas dazu recherchiert. Ich fand es absolut faszinierend. Dieses Buch wurde in dem Zusammenhang erwähnt, deshalb möchte ich es lesen.

6. Die Möglichkeit einer Insel von Michel Houellebecq

Die Möglichkeit einer Insel möchte ich schon ewig als Recherche für mein Buchprojekt lesen. In dem Sachbuch Der geklonte Mensch, das ich Anfang dieses Jahres gelesen habe, wird es ständig erwähnt, deshalb muss ich es mir doch auch mal antun. Außerdem habe ich noch nie was von Houellebecq gelesen, weiß aber, dass er oft sehr interessante Bücher schreibt.

7. Ein Dan Brown Buch

Ich habe auf meinem SuB noch drei Dan Brown Bücher, nämlich Illuminati, Meteor und Das Symbol. Mindestens eines davon möchte ich dieses Jahr noch lesen, denn bei Dan Brown kann ich mich einfach darauf verlassen, dass er mich fesselt und bestens unterhält. Ich habe bisher Sakrileg, Digital Fortress und Origin von ihm gelesen und wurde nie enttäuscht. Falls ihr meine drei SuB-Bücher kennt, könnt ihr mir gerne mitteilen, welches ihr mir am meisten empfehlen würdet.

8. Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach

Dieses Buch war ursprünglich auf der Sommer-Leseliste, aber weil es so gar nicht zu all den Liebesbüchern gepasst hat, habe ich es dann doch in den Herbst bzw. wahrscheinlich eher Winter verschoben. Andreas Eschbach wurde mir als Autor empfohlen, der Ungleichheit thematisiert, deshalb wollte ich schon lange einen seiner Thriller lesen. Ich kenne bisher nur Das Buch der Zukunft von ihm. Eine Billion Dollar klingt schon allein vom Titel her nach einem Wirtschaftsthriller und damit genau nach meinem Geschmack.

9. Limit von Frank Schätzing

Beenden möchte ich das Jahr mit einem Wälzer. Mich kostet es immer etwas Überwindung, mich an ein Schätzing Buch zu wagen, weil sie so fett und auch ziemlich kompliziert und teils langatmig sind. Während der Jahreswende 2018/2019 habe ich Die Tyrannei des Schmetterlings gelesen und es war die vielen Lesestunden definitiv wert, denn es war absolut fantastisch! Meiner Mutter hatte ich mal Limit geschenkt, aber selbst nie gelesen, doch ich hoffe, dass ich das zur Jahreswende 2020/2021 endlich schaffen werde.

Auf meiner Sommer-Leseliste waren auch Sachbücher. Diese habe ich dieses Mal nicht nicht mit aufgeführt, doch ich lese sie natürlich trotzdem. Gerade habe ich Verschwörungsmythen von Holm Gero Hümmler beendet und beginne nun Stoppt den Judenhass! von Sigmund Gottlieb. Ich bin gerade dabei, Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt von James Frey zu lesen. Außerdem möchte ich irgendwann zwischendurch noch Nathan der Weise von Lessing lesen. Zusätzlich lese ich im Moment We are not Numbers, ein Lyrikband aus Gaza. Diese Bücher lese ich alle so nebenher und deshalb stehen sie nicht in der Leseliste.

Insgesamt habe ich mir eine Menge vorgenommen und bezweifle stark, dass ich tatsächlich alle Bücher bis zum Jahresende schaffen werde. Außerdem kann es immer sein, dass ich wie in der Vergangenheit ein Buch wieder aus der Liste rausschmeiße oder noch etwas anders dazwischenschiebe. Grob möchte ich mich aber auf jeden Fall an meine Leseliste halten.

Macht ihr Leselisten und haltet ihr euch dann auch daran? Welche Bücher möchtet ihr in nächster Zeit lesen? Kennt ihr Bücher von meiner Liste? Dann lasst mir gerne eure Meinungen dazu in den Kommentaren!

 

 

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6 Gründe, wieso ich Sachbücher liebe

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habe, lese ich oft und gerne Sachbücher. Ich habe schon immer viele Sachbücher gekauft, doch ich muss zugeben, dass diese oft am längsten auf meinem SuB verblieben sind. Der Grund ist einfach, dass ich für ein Sachbuch meist doppelt oder dreimal so lange brauche als für einen Roman. Trotzdem lese ich sie noch immer regelmäßig, heute sogar noch mehr als früher. Vielleicht steht ihr Sachbüchern noch etwas verhalten gegenüber oder vielleicht teilt ihr auch meine Sachbuch-Liebe. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ihr meine 6 Gründe, wieso ich Sachbücher liebe, nachvollziehen könnt.

1. Sie helfen, die Welt besser zu verstehen

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Sachbücher bilden. Egal zu welchem Thema wir Sachbücher lesen – egal ob es gesellschaftliche Analysen sind, Ratgeber, Autobiografien oder irgendetwas anderes -, man kann doch immer etwas von ihnen lernen. Seit ich mit der Uni fertig bin, vermisse ich es, ständig etwas Neues zu lernen. Dabei liebe ich lernen. Natürlich lernt man im Alltag auch permanent Dinge einfach so nebenher, aber es ist doch etwas anderes, sich hinzusetzen und bewusst zu bilden. Deshalb ist Bildung als Erwachsene zu sowas wie meinem Hobby geworden. Ich nutze dafür auch gerne YouTube (z.B. Crash Course) oder Podcasts, aber eben auch Sachbücher. Sie helfen mir, aktuelle Nachrichten und Entwicklungen besser zu verstehen, indem sie mir vermitteln, was hinter den Schlagzeilen steckt. Denn meist sind die Dinge sehr viel mehrdeutiger, als sie uns auf den ersten Blick erscheinen. Und Sachbücher helfen, da besser durchzublicken.

2. Sie sind für alle da

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Sachbücher erklären komplexe Themen, sodass die meisten Menschen sie verstehen können. Die besten Sachbücher sprechen die große Mehrheit an. Im Gegensatz zu Fachliteratur, wie wir sie in der Uni lesen, die oft so kompliziert geschrieben ist, dass selbst Leute, die das Fach studieren, manchmal nicht durchblicken, sind Sachbücher so geschrieben, dass auch Leute, die totale Laien in dem Fach sind, nachvollziehen können, was da steht. Das schätze ich vor allem bei populärwissenschaftlichen Büchern. Ich interessiere mich zum Beispiel sehr für IT und Physik, habe sowas aber nie studiert oder auch nur in der Schule gut genug aufgepasst. Trotzdem möchte ich gerne mehr darüber erfahren. Deshalb bin ich dankbar, dass es Sachbücher für uns alle gibt.

3. Sie dienen zur Recherche

Persönlich lese ich viele Sachbücher als Recherche für mein eigenes Buchprojekt, denn gerade wenn man über so komplexe Themen schreibt wie ich, hilft ein Sachbuch enorm zum Einstieg in die Materie. Zusätzlich recherchiere ich natürlich auch online, aber so ein kompaktes Buch, in dem alles Grundwissen auf einem Blick ist, ist schon ganz nett. Doch auch ohne für ein eigenes Buch zu recherchieren, kann man sich besonders für ein Thema interessieren und beschließen, sich näher damit zu beschäftigen. Ich habe immer mal so Phasen, in denen mich bestimmte Themen (zuletzt zum Beispiel Rassismus und Künstliche Intelligenz – getrennt, aber auch im Zusammenhang) besonders interessieren und ich Sachbücher zur Recherche nutze.

4. Sie gehen in die Tiefe

Wozu braucht man überhaupt noch Sachbücher, wenn man doch alles auch über das Internet erfahren kann? Das stimmt natürlich: Man kann Wikipedia lesen, Magazine, YouTube schauen oder manchmal reicht es auch, einfach durch Social Media zu scrollen, um über ein Trend-Thema mehr zu erfahren. Und ich bin die Letzte, die das verteufeln würde, denn ich liebe das Internet und lerne auch dort extrem viel. Aber es ist eben doch etwas anderes, wenn man sich mit einem Buch hinsetzt und sich auf diesem Wege konzentriert mit einem Thema auseinandersetzt. Da wird man nicht so leicht abgelenkt wie im Internet. In Sachbücher muss man viel Zeit investieren, man kann das nicht mal so nebenbei lesen, wie man zwischendurch schnell durch Instagram scrollt. Man muss sich wirklich damit beschäftigen. Aber dadurch lernt man ein Thema sehr viel tiefergehend zu verstehen, als wenn man sich allein auf das Internet verlässt.

5. Sie regen Diskussionen an

Fast noch lieber, als ich Sachbücher lese, rede ich über sie. Deshalb empfehle ich sooft Sachbücher und verleihe meine eigenen Bücher nach dem Lesen meist meiner Mutter, Freundinnen oder Bekannten. (Das ist übrigens auch der Grund, wieso auf dem Bild oben die meisten meiner liebsten Sachbücher fehlen: Sie sind gerade bei irgendwem anderen – oder waren E-Books.) Alles könnte anders sein von Harald Welzer zum Beispiel habe ich nach dem Lesen einer Freundin geliehen, die es wiederum ihrem Vater geliehen hat und so bekomme ich ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Themen des Buchs zu hören. Gerade in letzter Zeit haben sich viele spannende Unterhaltungen angeregt von Sachbüchern entwickelt, egal ob in meiner Familie und meinem Freundeskreis, bei der Arbeit als Buchhändlerin mit Kunden oder auf Social Media bzw. in Online-Foren. Solche Diskussionen sind wichtig und machen auch echt Spaß.

6. Sie können die Welt verändern

Nennt mich ruhig naiv, aber ich glaube tatsächlich, dass Bücher die Welt verändern können. Natürlich reicht ein Buch dafür nicht – es braucht eine Bewegung und Politik und meistens eine Menge Geld -, aber ein Buch kann den Ausschlag geben oder eine Debatte noch mehr anfeuern. Und da Sachbücher meist aktuelle brisante Themen aufgreifen und auch oft hochpolitisch sind, eignen sie sich dafür besonders gut. Der Hexenhammer hat z.B. im Mittelalter die Hexenverfolgung und Folterpraxis mit ausgelöst. Okay, das ist ein negatives Beispiel. Ein positives Beispiel wäre Exit Racism von Tupoka Ogette, das so vielen Menschen die Augen geöffnet hat und die Anti-Rassismus-Proteste in Deutschland verstärkt hat und dafür gesorgt hat, dass angeblich festgefahrene rassistische Elemente unseres Systems plötzlich hinterfragt werden. Wie ihr seht, kann es in alle Richtungen ausschlagen, deshalb ist es so wichtig, was wir lesen und was wir kaufen. Denn durch unsere Käufe, die wiederum die Bestsellerlisten bestimmen, entscheiden wir auch, worüber in unserer Gesellschaft gesprochen wird. Lesen ist also schon irgendwie politisch.

Lest ihr Sachbücher und was glaubt ihr, ist der Wert von diesen? Was sind eure liebsten Sachbücher? Ich freue mich immer riesig über Lesetipps! Welche Bücher haben euch die Augen geöffnet?

 

 

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Rezension: Trans Gedichte Alexa von Alexandra Boisen

Genre: Lyrik | Erscheinungsjahr: 2020 | Books on Demand | Originalsprache: Deutsch | ISBN 9783751994286

Kurzinhalt

Dieser Lyrikband umfasst Gedichte, in denen Alexa ihre Erfahrungen als Transfrau festhält, den langen Prozess der Geschlechtsanpassung, die Stigmatisierung und auch die psychische Belastung.

Eigene Meinung

Ich bespreche hier ja selten (oder genauer: nie) Lyrik, was aber nicht bedeutet, dass ich keine Gedichte mag. Ich habe ab und zu Phasen, in denen ich Lyrik entdecke, die mich mitten ins Herz trifft und ebendas war der Fall bei den Trans Gedichten von Alexa. Alexa ist eine Schreibbekanntschaft von mir, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar von ihrem Dichtband zugeschickt hat.

Ich habe es an einem Abend verschlungen, gehe aber seitdem immer wieder zurück und lese einige Gedichte nochmal, denn sie regen definitiv zum Nachdenken an. Alexa ist eine Transfrau, der das Schreiben hilft, ihre Erfahrungen festzuhalten. Ich muss zugeben, dass ich zuvor (außer über die Nachrichten oder Social Media) wenige Berührungspunkte mit Transmenschen hatte, deshalb wusste ich nicht, was für ein langer, schwieriger Weg es ist, als Transperson anerkannt zu werden und – wenn gewünscht – eine Geschlechtsanpassungs-OP zu erhalten. Alexas Gedichte haben mir da die Augen geöffnet. Sie erzählt zutiefst berührend, wie schwer und steinig ihr Weg war, doch auch wie viel es ihr bedeutet, heute öffentlich als Frau leben zu dürfen. Die Erfahrung, im falschen Körper festzustecken, beschreibt sie extrem eindringlich, sodass es direkt unter die Haut geht.

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen diesen Lyrikband lesen und dass Alexa mehr Aufmerksamkeit und damit auch mehr Verständnis erhält. Denn auch für Menschen, die selbst nicht Teil der Trans-Community sind, kann das Buch einiges bieten. Nicht nur erweitert es den eigenen Horizont und hilft, sich in andere Menschen einzufühlen, sondern es geht auch um universelle Erlebnisse wie das Nicht-Dazugehören, Depression, Außenseitertum, aber auch Hoffnung und Liebe. In einigen Gedichten konnte ich mich selbst wiederfinden. Letztlich sind wir doch alle Menschen und leben in derselben Welt, sodass es nicht so schwer sein dürfte, einander zu verstehen und zu unterstützen.

Ich freue mich, dass ich mit Erlaubnis der Autorin ein Gedicht, welches mich besonders berührt hat, hier veröffentlichen darf:

„Mein Dämon ist zurück gekommen
Ich habe ihn zuerst nicht wahr genommen

Mein Dämon ist zurück gekommen
Ich bin noch ganz benommen

Mein Dämon ist zurück gekommen
Ich dachte schon ich hätte gewonnen“

von Alexandra Boisen

Ich kann die Trans Gedichte Alexa nur jedem wärmstens ans Herz legen und möchte euch auch ermutigen, mal bei Alexas Autorinnenwebsite vorbeizuschauen.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Mögt ihr Lyrik? Habt ihr schon einmal ein Buch von einer Transfrau gelesen? Welche Bücher haben euch geholfen, die Welt durch andere Augen zu sehen? Ich freue mich über eure Anregungen!

 

 

 

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Pflichtlektüre für die Mächtigen

Ich liebe Bücher, die politische, technische, wissenschaftliche oder gesellschaftliche Themen behandeln. Bücher, in denen es um mehr geht als die Geschichte im Vordergrund und deren Lektüre uns etwas lehrt über die Welt, in der wir leben. Das können Sachbücher sein, aber auch Romane, Thriller, Science Fiction, Lyrik und mehr. Immer wenn ich so ein Buch lese, bin ich begeistert und freue mich über jede Person, mit der ich darüber sprechen kann.

Doch andererseits denke ich oft: Ich wünschte dieses Buch würde die richtigen Leute erreichen. Nicht dass ich denke, dass kein Wert darin liegt, wenn wir als einfache Leute solche Bücher lesen und uns dieser Themen bewusst werden, aber wie viel mehr könnten diese Bücher erreichen, wenn sie in die Hände derjenigen gelangen, die wirklich was zu entscheiden haben: die Mächtigen. Damit meine ich Wirtschaftsbosse, CEOs, Unternehmer, Lobbyisten, Politiker, Vermögensverwalter, Menschen in Aufsichtsräten und Patentbüros und an der Börse. Diejenigen, die unsere heutige Welt gestalten, ob wir es wollen oder nicht. Auch wenn ich wenig Hoffnung habe, dass mein kleiner Blog irgendeine dieser Personen erreichen wird, habe ich eine Liste von Büchern zusammengestellt, die meiner Meinung nach von allen Menschen in Führungs- und Entscheidungspositionen gelesen werden sollten: die Pflichtlektüre für die Mächtigen.

1. Alles könnte anders sein von Harald Welzer

Alles könnte anders sein war wahrscheinlich das erste zeitgenössische Buch, bei dem ich das Gefühl hatte, es könnte wirklich etwas verändern. Denn Harald Welzer geht hier die meisten wichtigen Themen unserer Zeit durch – Klimawandel, Ungleichheit, Arbeitswelt, u.v.m. – und zeigt überraschend revolutionäre Lösungsansätze. Mich hat das Buch dazu gebracht, viele Dinge, die ich zuvor als gegeben hingenommen habe (wie z.B. unser Arbeitssystem), zu hinterfragen. Es hat mir gezeigt, dass es absolut notwendig ist, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, denn viele werden aufgrund der Digitalisierung und Klimaerwärmung bald nicht mehr so funktionieren wie zuvor. Wir brauchen Lösungen und Harald Welzer stellt welche vor.

Weitere Beiträge: Buchvorstellung

Pflichtlektüre für: CEOs, Politiker

2. Die großen Neun von Amy Webb

Amy Webb betrachtet die größten neun Firmen, die an Künstlicher Intelligenz arbeiten und zeichnet drei Zukunftsszenarien, wie sich unsere Welt mit KI weiterentwickeln könnte. Sie ist knallhart beim Aufzeigen der möglichen (und bereits realen) Probleme und Gefahren von Künstlicher Intelligenz und zeigt vor allem, woher sie kommen. Etwas, das für mich vieles klarer erscheinen lässt, ist z.B. ihre Darstellung von KI-Stämmen: die Menschen, die an KI arbeiten, die alle aus derselben sozialen Schicht stammen, die im Großteil weiße Männer sind, an denselben Universitäten studiert haben und ein Weltbild teilen. Sie kreieren KI, die so denkt wie sie und die dadurch ebenso diskriminierend wird wie sie. Allein diversere Teams in den IT-Firmen würden wesentlich helfen. Und das ist nur einer von vielen wichtigen Punkten in Die großen Neun.

Weitere Beiträge: Buchvorstellung, Künstliche Intelligenz in der Literatur

Pflichtlektüre für: die großen Neun, d.h. Mitarbeiter von Amazon, Google, Facebook, Apple, Microsoft, IBM, Tencent, Alibaba, Baidu

3. Gier von Marc Elsberg

Das erste Nicht-Sachbuch auf dieser Liste ist auch das erste Buch, bei dem ich dachte: Literatur kann so viel mehr als unterhalten. Gier ist ein Thriller, in dem es um eine neue Wirtschaftstheorie geht, die von den Mächtigen um jeden Preis daran gehindert werden soll, bekannt zu werden. Im Zentrum steht ein einfacher Pfleger, der durch seine zufällige Verwicklung in einen Mord in die Welt der Superreichen gerät. Die Ungleichheit, wie sie hier gezeichnet wird, war teils brutal realistisch. Davon abgesehen hat auch die Wirtschaftstheorie im Zentrum der Geschichte viel Potential und sollte allen Wirtschaftsmenschen bekannt sein.

Weitere Beiträge: Rezension, Wirtschaftsspecial

Pflichtlektüre für: Wirtschaftsbosse

4. Exit Racism von Tupoka Ogette

Ich habe so viel Neues gelernt im Rahmen der Black Lives Matter Bewegung dieses Jahr. Allen voran: die vielen verschiedenen Arten von Rassismus, wie der Rassismus in unseren Systemen verankert ist, aber auch wie wenig Verständnis dafür herrscht bei der weißen Bevölkerung. Rassismus würde unsere Gesellschaft nicht so tief durchdringen, wenn einerseits mehr People of Color in Entscheidungspositionen säßen und andererseits wenn sich die weißen Mächtigen die Mühe machen würden, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und ihr Ego beiseitezuschieben. Tupoka Ogette gibt einen wunderbaren Einstieg in das Thema und richtet sich dabei explizit an weiße Menschen. Das ist nicht ihre Pflicht, sondern eine hilfsbereite Leistung, und das Mindeste, das wir tun können, ist  ihre Arbeit zu würdigen, indem wir sie lesen und uns damit beschäftigen.

Weitere Beiträge: Rezension

Pflichtlektüre für: Alle

5. Coronomics von Daniel Stelter

Bei diesem Buch habe ich leider das Gefühl, dass es schon fast zu spät ist. Daniel Stelter hat es zu Beginn der Coronakrise geschrieben und er prognostiziert so zutreffend, wie unsere Wirtschaft sich durch die Krise verändern wird, dass es beinahe gruselig ist. Er sah sogar die Entscheidungen der Politiker voraus und gab seine Meinung ab, wieso manche Maßnahmen sinnvoller sind als andere. Natürlich hat ihm niemand zugehört und es ist genau das eingetroffen, was er befürchtet hat. Ich denke, der Wert an dem Buch liegt darin, dass die Dinge, die Daniel Stelter hier beschreibt, so schnell passieren, dass man daran wirklich sehen kann, wie wichtig es ist, dass die Mächtigen sich rechtzeitig damit auseinandersetzen.

Pflichtlektüre für: Politiker

6. Walkaway von Cory Doctorow

Okay, dieses Buch fällt etwas aus der Reihe. Es ist ein Science Fiction Roman und im Kern so etwas wie eine kommunistische High-Tech Utopie. Als ich es gelesen habe, habe ich mich einfach auf abenteuerliche Sci Fi Unterhaltung gefreut (und diese auch erhalten), doch ich hätte nie erwartet, dass ich noch heute (mehr als ein Jahr später) ständig an dieses Buch denken musste. Walkaway erzählt von Menschen, die die herkömmliche Gesellschaft verlassen und in ihren eigenen Gemeinden leben, die auf Prinzipien der Besitzteilung und der freien Arbeitswahl basieren. Diese Gemeinden sind nur möglich, weil die Technik und Wissenschaft schon viel weiter entwickelt ist, aber das wiederum kommt daher, dass die Walkaway Wissenschaftler ihre Erkenntnisse offen teilen, was den Fortschritt enorm beschleunigt. Es zeigt eine Welt, wie wir sie gerne hätten: voller Gerechtigkeit und Freude und Freiheit dank der technischen Neuheiten. Aber es zeigt auch, dass die Mächtigen bereit sind über Leichen zu gehen, um diese Welt zu verhindern. Ich denke, dass dieses Buch so einige Horizonte erweitern kann.

Weitere Beiträge: Rezension

Pflichtlektüre für: Wissenschaftler, IT-Firmen, Politiker, Wirtschaftsmenschen

7. QualityLand von Marc-Uwe Kling

QualityLand ist wohl das freundlichste Buch auf dieser Liste, denn es ist (so wie sein Autor) zu großen Teilen einfach superlustig und unterhaltsam. Doch unter all dem zeigt das Buch, wie unsere Gesellschaft sich entwickeln wird, wenn wir weiterhin ausschließlich aufgrund von Profitinteressen handeln und all die technischen Möglichkeiten nutzen, um die Menschen dazu zu bringen, mehr zu konsumieren. Das ist leider heute so und das ist extrem schade, denn der Fortschritt könnte unsere Welt so viel besser machen, wenn er nicht der Wettbewerbslogik des Markts unterlegen wäre. Hinzu kommt, dass es Städte gibt, die bereits so sind, wie QualityLand sie satirisch zeichnet und dass so etwas wie ein Sozialkreditsystem schon an manchen Orten Realität ist.

Weitere Beiträge: Rezension zweier Bücher über Algorithmen

Pflichtlektüre für: ITler, die großen Neun, CEOs, Werbemachende, Politiker

8. Der designte Mensch von Jamie Metzl

Neben der Künstlichen Intelligenz halte ich die Gentechnik für die wichtigste Entwicklung der Zukunft. Die Gentechnik wird immer besser und schon bald wird sie unsere Gesellschaft und unser Leben komplett revolutionieren. Sie bietet unglaubliche Möglichkeiten, doch wir dürfen da nicht blind hineinstürzen, denn dann kann das katastrophal enden. Deshalb müssen wir jetzt entscheiden, in was für einer Welt wir leben wollen, welche Möglichkeiten wir wie nutzen können und was es in Zukunft bedeuten wird, ein Mensch zu sein. Jamie Metzl bietet einen faszinierenden und sympathischen Einblick in dieses Thema.

Weitere Beiträge: Buchvorstellung

Pflichtlektüre für: Politiker, Wissenschaftler

9. Der Circle von Dave Eggers

Der Circle ist für mich das Buch, mit dem alles begonnen hat. Als ich noch gar kein Verständnis hatte für die Gefahren der Digitalisierung und einfach fröhlich auf Social Media herumgescrollt habe, ohne mir groß Gedanken zu machen, hat mir meine Mutter dieses Buch gegeben. Es war das erste Buch dieser Art, das ich je gelesen habe, und es hat meine Weltsicht komplett auf den Kopf gestellt. Zum ersten Mal habe ich verstanden, dass meine Daten einen Wert haben und das es entscheidend ist, was ich damit tue. Der Circle ist in dem gleichnamigen Buch eine Social Media Plattform, die nach und nach alle Lebensbereiche einnimmt. Das Buch zeigt die Gefahren davon, ist aber erzählt aus der Sicht von einer Protagonistin, die an das Ganze ebenso naiv herangeht wie ich früher. Es geht völlig unter die Haut und überlässt schließlich (wie alle Dave Eggers Bücher) die Entscheidung darüber, was das nun bedeutet, den Lesern. Vielleicht ist das Buch mittlerweile überholt, weil sich die meisten Leute sowieso schon mit dem Thema Social Media kritisch auseinandersetzen, aber ich glaube, der ein oder andere kann immer noch davon profitieren.

Weitere Beiträge: Die Parade von Dave Eggers

Pflichtlektüre für: Social Media Unternehmen, IT-Firmen

10. Trans Gedichte Alexa von Alexandra Boisen

Als Letztes möchte ich einen Lyrikband von einem Mitglied meiner Schreibgruppe mit reinnehmen. Alexa beschreibt hier berührend ihre Erfahrungen als Transfrau. Ich denke, dass das ein wichtiges Thema ist und das es generell unserer Gesellschaft guttut, wenn wir uns mit den Perspektiven von Menschen beschäftigen, die vielleicht nicht so sind wie wir. Das würde unsere Gesellschaft schon um einiges gerechter machen, weil wir dadurch lernen, uns in andere hineinzuversetzen und unser eigenes diskriminierendes Verhalten zu hinterfragen.

Pflichtlektüre für: Politiker, CEOs, Journalisten

Generell finde ich es aber auch wichtig, dass wir „normale“ Menschen diese Bücher lesen und darüber sprechen, denn wenn viele Menschen zu einem Thema die Stimme erheben, erreicht das durchaus die Mächtigen und kann etwas verändern – so wie wir es bei Black Lives Matter erleben durften.

Das waren 10 Bücher, die ich zur Pflichtlektüre für Mächtige ernennen würde, aber natürlich gibt es noch viele mehr. Bei welchen Büchern wünscht ihr euch, sie würden in die Hände derer gelangen, die wirklich was verändern könnten?

 

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Neuzugänge Sommer 2020

Ich weiß, ich sage seit Ewigkeiten, dass ich mir nicht mehr so viele Bücher anschaffen, sondern erst einmal meinen überquellenden SuB abbauen möchte, aber irgendwie sind trotz diesem ehrhaften Vorhaben ganze 20 Bücher in den letzten Monaten bei mir eingezogen. Das liegt zum großen Teil daran, dass Juli mein letzter Monat als Buchhändlerin war und ich mir dachte, dass ich die Gelegenheit nutzen und nochmal bei den Leseexemplaren zuschlagen sollte. Deshalb ist schon wieder ein Neuzugänge Post nötig, in dem ich euch die Bücher vorstelle, die seit Mai bei mir einziehen durften.

Das neunte Haus von Leigh Bardugo

Die ersten beiden Neuzugänge hatte ich mir schon vor langem (vor dem Lockdown) als Leseexemplare bestellt, deshalb hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben, dass sie noch ankommen. Im Juni habe ich mich dann umso mehr gefreut, als sie mich doch noch erreicht haben. Ich habe noch nie was von Leigh Bardugo gelesen, doch kenne viele, die von der Autorin schwärmen. Das neunte Haus klingt nach meinem Geschmack und ich finde die Idee mit der Studentenverbindung ziemlich interessant.

Royal Blue von Casey McQuiston

Dieses Buch lese ich gerade und es macht extrem Spaß! Es geht um den Sohn der amerikanischen Präsidentin, der was mit dem britischen Prinzen hat. Ich weiß, das klingt irgendwie trashy, aber da steckt so viel drin, u.a. auch viele Einblicke in die amerikanische Politik, die gerade jetzt im Wahljahr brisant erscheinen. Außerdem ist der Protagonist sympathisch, lustig und supersexy!

 

Oprah Winfrey von Helen S. Garson

Auf die nächsten beiden Bücher bin ich in irgendeiner Linksammlung zum Thema Black Lives Matter gestoßen. Da gab es wirklich viele interessante Bücher. Oprah interessiert mich, weil ich es faszinierend finde, dass eine schwarze Frau so mächtig ist. Ich möchte gerne erfahren, wie das gekommen ist.

The American N* Revolution von Benjamin Muse

Ich weiß gar nicht, ob ich diesen Titel überhaupt so ausschreiben kann. Das Buch ist schon ein bisschen älter, doch da ich viel zu wenig weiß über die rassistische Geschichte der USA, möchte ich mich mithilfe dieses Buchs mehr bilden. In den letzten Monaten habe ich schon sehr viel gelesen, gehört und geschaut zum Thema Rassismus, aber das ist ein lebenslanger Lernprozess und ich denke, wir können alle mehr tun, um eine rassismuskritische Kultur zu verbreiten.

A beautifully foolish endeavor von Hank Green

Über dieses Buch habe ich schon jede Menge gepostet, deshalb will ich es hier kurzhalten. A beautifully foolish endeavor ist der zweite Teil von An absolutely remarkable thing (Ein wirklich erstaunliches Ding), das eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist. Teil 2 habe ich mir schon vor Monaten vorbestellt und es sofort verschlungen, als es bei mir ankam. Ich liebe es! Mehr dazu erfahrt ihr in meiner Rezension.

Heavy von Kiese Laymon

Wie gesagt, hatte ich schon einiges zum Thema Rassismus gelesen, doch das meiste davon war an weiße Menschen gerichtet. In einem Podcast habe ich dann Kiese Laymon kennengelernt und er meinte, dass er sein Buch ausdrücklich nicht für weiße Menschen geschrieben hat, sondern für „his people“. Das hat mich gereizt. Ich habe es mir kurzerhand gekauft und kurz darauf gelesen. Es war ein hartes Buch, aber auch sehr anregend.

Schwarzer Leopard Roter Wolf von Marlon James

Die nächsten vier Bücher stammen aus dem Leseexemplar-Regal meiner alten Arbeitsstelle und wurden von mir erst auf den zweiten Blick ausgewählt, nachdem sie monatelang nicht mitgenommen wurden. Tatsächlich hat meine Kollegin dieses Buch bereits mitgenommen, aber aus irgendeinem Grund haben wir ein zweites Exemplar erhalten. Ich war erst einmal skeptisch, denn ich lese eigentlich überhaupt kein High Fantasy. Aber ich möchte diverser lesen und ich habe das Buch hier und da in anderen Blogs auftauchen sehen, deshalb möchte ich ihm nun doch mal eine Chance geben.

Happiness is Homemade von Kerstin Bürk

Dieses Buch hat die Autorin mal selbst im Geschäft vorgestellt. Es ist wunderschön und wurde von ihr persönlich gestaltet und verlegt. Es ist so eine Art Mischung aus Reiseführer und Lebensratgeber und ich freue mich auf die Lektüre. Sollte es mir doch nicht gefallen, kann ich es immer noch meiner Mutter schenken.

Scherben Helden von Johannes Herwig

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung mehr, worum es in diesem Buch geht. Irgendwas daran schien mich zu interessieren, aber jetzt kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich mag es auch, wenn ich komplett ohne Vorwissen in die Lektüre springe.

Die Sommer von Ronya Othman

Auch von diesem Buch weiß ich nur noch wenig, außer dass es in Syrien spielt und ich sehr interessiert an dem Thema bin.

Meine Bücher in 100 Listen

Zu meinem Geburtstag haben mich zwei wunderbare Pakete von Freundinnen erreicht, die jeweils ein Buch darin hatten. Meine beste Freundin hat meinen Geschmack mit dem Bücherlisten Buch haargenau getroffen, denn ich liebe Bücher und ich liebe Listen. In dem Buch kann man seine Lieblingsbücher/-figuren/-autoren und vieles mehr festhalten. Es macht echt Spaß und gibt mir außerdem gute Blogideen.

Meine Schreibwerkstatt

Das zweite Buch hat mir eine alte Studienfreundin geschickt, die Grundschullehrerin ist. Sie hat das Buch eigentlich für ihre Schüler gekauft, aber musste dabei gleich an mich denken, weil ich schon immer gerne geschrieben habe. Es ist supersüß und selbst für erwachsene Schreiberlinge noch überraschend hilfreich.

   

Doppelte Spur von Ilija Trojanow

Jetzt kommen noch einige e-Leseexemplare, die mich in meiner letzten Zeit als Buchhändlerin erreicht haben. Das erste ist wohl ein Politthriller, der sicher gut in meinen geplanten Thrillerherbst passen wird, aber mehr weiß ich nicht mehr darüber.

Scythe von Neal Shusterman

Als außerdem die komplette Scythe Reihe als Mail kam, musste ich sie einfach herunterladen. Es gibt so viele, die diese Bücher lieben. Da ich nicht der größte Fantasy Fan bin, habe ich bisher gedacht, dass sie nichts für mich sind. Doch in letzter Zeit habe ich wieder mehr Lust auf Fantasy, deshalb kommen sie wie gerufen.

Empowerment Ost von Thomas Oberender

Bei diesem Sachbuch weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr so genau, worum es hier geht. Aber der Klappentext hat mich offensichtlich angesprochen und ich bin generell ein großer Liebhaber von gesellschaftlichen Sachbüchern.

Das Lebensmittel-Rettungsbuch von Alexander Glück

Als Letztes kommen nun drei Bücher von meinem neuen beruflichen Zuhause, die ich mir gerade heute Morgen aus der eLibrary heruntergeladen habe. Sie haben so viele spannende Bücher, ich habe mir einfach mal drei zum Beginn ausgesucht. Wie ich weniger Lebensmittel verschwenden kann, ist etwas, das ich unbedingt lernen möchte.

Verschwörungsmythen von Holm Gero Hümmler

Dieses Buch musste ich einfach haben, denn die Auseinandersetzung mit Verschwörungstheoretikern ist mittlerweile ein regelmäßiger Bestandteil meines Lebens. Dieses Buch bietet einen Mythencheck und hilft so zu lernen, wie man diese Diskussionen führen kann. In unserer heutigen Zeit ist das wirklich ein superwichtiges Thema!

Nachts ist jeder ein Feind von Bruno Schrep

Das letzte Buch hätte ich vielleicht nicht spontan ausgewählt, wenn mein Kollege nicht so davon geschwärmt hätte. Es beinhaltet wahre Geschichten über außergewöhnliche Begebenheiten. Ich bin extrem gespannt darauf!

Also, wie ihr seht, wird mir definitiv der Lesestoff nicht ausgehen. Ich denke, dass die Neuzugänge in Zukunft ohne den Luxus der Leseexemplare tatsächlich weniger werden und finde es auch gut, dass ich dann endlich mal dazu kommen kann, die vielen interessanten Bücher zu lesen.

Kennt ihr eines oder mehrere meiner Neuzugänge? Was hat euch besonders gefallen? Was ist bei euch in letzter Zeit eingezogen?

 

 

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Heldenserie: Die Protagonisten meiner Geschichte

Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Post „Ein Hoch auf Helden“, in dem es um meine Liebe zu klassischen Buchhelden ging. Seitdem habe ich viele anregende Unterhaltungen zu dem Thema Helden geführt und gemerkt, dass das Thema viel größer ist, als ich es je in einem einzigen Blogpost festhalten könnte. Deshalb habe ich beschlossen, daraus eine ganze Blogserie zu machen. Dies ist somit der zweite Post in der Heldenserie. Weitere Themen, denen ich mich widmen möchte, sind: der beste Freund des Helden, Superhelden, Anti-Helden, der sarkastische Held, unperfekte Protagonisten, Pet Peeves/No Gos bei Protagonisten, Lieblingsfiguren, der ultimative Held, sein eigener Held sein, etc. Wie ihr seht, mangelt es mir nicht an Ideen. Trotzdem könnt ihr euch gerne mit weiteren Vorschlägen oder auch Gastbeiträgen an mich wenden.

Ich bin selbst ein Plotliebhaber und mochte in den letzten 3-5 Jahren vor allem Bücher des Plots wegen. Deshalb habe ich die Figuren etwas aus den Augen verloren. Doch angeregt von Gesprächen mit anderen Schreiberlingen und Bücherfreunden ist mir klar geworden, dass die Figuren unheimlich wichtig sind. Ein mittelmäßiger Plot oder sogar eine holprige Sprache können vergeben werden, wenn die Figuren die Leser mitreißen. Ich denke, dass das vom Genre abhängt, aber grundsätzlich stimme ich zu. Eine Geschichte steht und fällt mit ihren Figuren, ganz besonders ihren Protagonisten.

Playlist und Pinterest Board meines Protagonisten 1

Deshalb möchte ich mich in diesem Beitrag meiner Heldenserie ein bisschen mit meinen eigenen Protagonisten beschäftigen. Wie ihr vermutlich wisst, arbeite ich selbst an einem Buchprojekt (einem Science Fiction Thriller). Im Zentrum von diesem stehen zwei Protagonisten, die die Story durch und durch bestimmen. Von Anfang an habe ich die Geschichte um diese beiden Protagonisten gebaut, weil sie nur so funktioniert. Ich habe bereits erzählt, wie ich sie erschaffen habe und nach ihrer Stimme gesucht habe, mit der das Buch erzählt wird.

Doch trotzdem haben mir die beiden einige Kopfschmerzen bereitet. Sie wollten einfach nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Sie haben sich gleich im zweiten Kapitel verstritten und es war ein wahrer Kampf, sie dazu zu bringen, sich wieder halbwegs zu vertragen. Sie sind grundverschieden, was die Ursache vieler Probleme ist. Meine Schreibpartnerin konnte außerdem mit meinem ersten Protagonisten, der den Beginn des Buchs erzählt, nicht viel anfangen.

Es wurde deutlich, dass ich noch mal wesentlich mehr Arbeit darein investieren muss, meine beiden Helden wirklich kennenzulernen. Ich habe also mit Protagonist 1 begonnen. Ich habe gebrainstormt, was die Probleme in seiner bisherigen Darstellung sind und Lösungen gefunden. Dann habe ich einiges recherchiert, z.B. mögliche Hobbies und Input zu seiner Lebenseinstellung. Ich habe außerdem sein Pinterest Board, dass er schon seit mehr als einem Jahr hat, deutlich erweitert und eine Playlist für ihn erstellt. Letztere höre ich mittlerweile selbst sehr gerne, obwohl sie an sich etwas zu hart für meinen Musikgeschmack ist. Ständig sehe ich Dinge, bei denen ich denke: Das würde ihm gefallen. Für mich ist er tatsächlich zu so etwas wie einem echten Mensch geworden, wie ein guter Freund oder auch ein Familienmitglied. Mit all dem im Hinterkopf habe ich das bisher Geschriebene überarbeitet und denke, dass ich mittlerweile ganz gut zu Papier bringen kann, wer er eigentlich ist und was ihn ausmacht.

Nun steht es mir bevor, auch noch Protagonist 2 besser kennenzulernen, der mir bisher leider noch recht fremd ist. Das ist der Plan für diesen Monat. Nachdem mich jemand gefragt hat, was für Superhelden meine Protagonisten wären und ich einen Onlinetest gemacht habe, um das herauszufinden, kam ich auf die Idee, dass solche Psychotests ein gutes Mittel sind, um meine Helden besser kennenzulernen. Ich habe für sie (sowie für mich selbst) den Myers Briggs Test gemacht und das hat mir tatsächlich sehr geholfen, sie zu verstehen und auch zu erkennen, inwiefern sie sich von mir unterscheiden und anders handeln würden.

Zuletzt möchte ich noch etwas zum Thema Helden sagen. Ja, ich mag die klassischen Helden wie Mark Watney aus Der Marsianer, die nie schwanken und immer mutig und clever und unerschütterlich sind. Aber meine beiden Protagonisten sind nicht so perfekt. Sie haben einige Makel und Probleme. Trotzdem würde ich sie als Helden bezeichnen. Für mich müssen Helden nicht perfekt sein. Im Gegenteil: Ich finde es umso schöner, wenn ganz und gar unperfekte Figuren in außergewöhnliche Situationen geworfen werden und so zu Helden werden. Helden können auch mal egoistisch oder feige oder einfach nur dämlich handeln. Das Entscheidende ist, dass sie trotz allem das Herz am rechten Fleck haben und letztlich aus den richtigen Gründen heraus handeln. Wenn sie dabei auch noch die Welt retten, umso besser!

Wie immer bin ich dankbar für Erfahrungsberichte und Tipps von euch in den Kommentaren: Wie kreiert ihr Figuren und wie lernt ihr sie besser kennen? Glaubt ihr, sowas wie Playlists, Psychotest, etc. helfen beim Schreiben? Außerdem: Wer ist euer liebster Protagonist und wieso?

 

 

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Rezension: A beautifully foolish endeavor von Hank Green

Genre: Science Fiction | Erscheinungsjahr: 2020 | Hardcover: 464 Seiten | Verlag: Trapeze |Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-1524743475

Kurzinhalt

A beautifully foolish endeavor ist die Fortsetzung von An Absolutely Remarkable Thing, welches im Deutschen unter dem Titel Ein wirklich erstaunliches Ding erschienen ist. In Teil 1 tauchen plötzlich transformerartig aussehende Gebilde in der ganzen Welt auf, was einen Sturm an Reaktionen aller Art auf diese fremde Erscheinung auslöst, in dessen Mitte die junge Erwachsene April May und ihre Freunde geraten. A beautifully foolish endeavor knüpft direkt an das Ende von Teil 1 an und ist der finale Teil der Duologie.

Eigene Meinung

Ich möchte gar nicht groß auf den Inhalt von A beautifully foolish endeavor eingehen, denn das würde nicht ohne Spoiler zu Teil 1 gehen und es kann ja sein, dass die ein oder andere Leserin hier An Absolutely Remarkable Thing noch lesen möchte. Wenn das so ist, kann ich nur sagen: Bitte tut es! Lest alle beiden Bücher, verschlingt sie so wie ich, oder lasst euch Zeit und denkt in Ruhe über alles nach, aber lest diese Bücher, denn sie sind so fantastisch! Hank Greens Duologie fühlt sich extrem wichtig an und passt perfekt in unsere Zeit. Es sind genau die Bücher, die wir jetzt brauchen – mitten in der Coronakrise, aber auch generell in dieser aufregenden, furchteinflößenden, außergewöhnlichen Zeit, in der wir leben.

Mir gefällt unglaublich viel an Hank Greens Büchern (siehe dazu auch meinen Post: 10 Gründe, weshalb ich An Absolutely Remarkable Thing liebe), aber wenn ich es auf das Hauptargument reduzieren müsste, dann ist es eben das: dass sie unsere Zeit und unsere Welt und das Lebensgefühl des 21. Jahrhundert auf den Punkt bringen, wie kein anderer Autor es kann. Bei beiden Büchern hatte ich das Gefühl, dass sie nur für mich geschrieben wurden, doch gleichzeitig, dass jeder etwas darin finden könnte. Sie sind einfach phänomenal.

Teil 2 kann locker mithalten mit Teil 1. Auch hier wimmelt es nur so von wunderbaren Messages, die Hank Green nicht einmal groß zu verstecken versucht. Seine politische und humanistische Meinung, die mir aus seinen YouTube Videos und Podcasts sehr vertraut ist, klingt hier lautstark durch. Das hat mir gut gefallen. Ich finde, Bücher können auch mal politisch werden – vor allem wenn die Politik trotzdem in eine spannende, actiongeladene Geschichte gepackt wird. Wie schon bei An Absolutely Remarkable Thing zeigt Hank Green viele Probleme und Gefahren unserer Welt auf, schafft letztlich aber ein Bild der Menschheit, dass voller Optimismus ist. Das hat mich sehr berührt.

Ich werde A beautifully foolish endeavor noch dieses Jahr ein zweites Mal lesen, um mehr auf die vielen kleinen Botschaften und Themen zu achten, die darin stecken. Denn egal ob Social Media, Korruption, Kapitalismus, Technik, Ruhm, Rassismus, Sexismus, u.v.m. – fast alle wichtigen gesellschaftlichen Themen spielen hier eine Rolle.

Als ich das Buch jetzt gelesen habe, habe ich es regelrecht verschlungen. Ich habe zwei Jahre darauf gewartet und habe mich riesig gefreut, als ich es endlich in den Händen halten konnte. Die Stunden, die ich damit verbringen durfte, waren pures Glück. Obwohl ich auch schon Teil 1 extrem gefeiert habe, ist mein erster Eindruck, dass mir Teil 2 sogar noch ein Stück besser gefällt. Es gab ein paar Kleinigkeiten, die nicht perfekt waren, aber generell mochte ich, dass in A beautifully foolish endeavor die Geschichte so richtig in Fahrt kommt und alles auf eine noch größerer Ebene gerät. Schon in Teil 1 gab es eine wunderbar originelle Erfindung, doch in Teil 2 haben sich die abgefahrenen Ideen nur so überschlagen. Hank Green hat hier so viele faszinierende Konzepte eingeführt, ich könnte für den Rest meines Lebens darüber reden. Absolut genial!

Davon abgesehen liegt meine Begeisterung von A beautifully foolish endeadvor vermutlich an zwei Dingen: Erstens ist es wesentlich Sci Fi lastiger als Teil 1 und hat mich wieder daran erinnert, wieso ich die Science Fiction so liebe. Ich denke, Sci Fi sollte uns begeistern, sie sollte uns Gefahren aufzeigen, aber vor allem Lust machen auf die Zukunft. Das schafft Hank Green. Ich hatte meinen Spaß an den teils skurrilen Sci Fi Handlungssträngen.

Zweitens: Während An Absolutely Remarkable Thing ausschließlich aus der Perspektive der Hauptfigur April May (die ich entgegen der üblichen Meinung mochte) erzählt wird, wechseln sich in Teil 2 fünf Perspektiven ab. Vier der originalen Hauptfiguren kommen zu Wort, wodurch sie mir als Leserin viel näher gekommen sind, sowie eine weitere Perspektive wird eingeführt, die das Ganze noch mal interessanter macht. Ich wollte eigentlich die Hauptfiguren hier vorstellen, aber ich glaube selbst das könnte schon ein Spoiler sein, deshalb lasse ich es lieber bleiben. Generell kann ich sagen, dass mir durch die neuen Perspektiven Figuren, die ich im ersten Buch geliebt habe, etwas fremd geworden sind, andere Figuren, für die ich in Teil 1 nicht viel übrig hatte, dafür aber komplett ans Herz gewachsen sind. Wie Hank Green (ein 40-jähriger weißer Mann) es schafft, ein super diverses Figurenensemble zu erschaffen, dass so gut geschrieben ist, dass ich mich mit so ziemlich allen identifizieren kann, ist mir ein Rätsel. Einfach richtig gut!

Wie ihr gemerkt habt, hat mir auch A beautifully foolish endeavor extrem gut gefallen und ist sofort zu einem meiner All Time Lieblingsbüchern geworden. Deshalb wird euch sicher auch die Bewertung nicht überraschen.

Bewertung

+++++ – Fünf von fünf Punkten

 

Habt ihr AART und/oder ABFE gelesen? Dann meldet euch gerne bei mir. Ich freue mich riesig, wenn wir über die Bücher quatschen können! Welches der beiden Bücher fandet ihr besser? Wer ist euere Lieblingsfigur? Welche Message hat euch besonders berührt? Seid ihr auch Fans von Hank und John Greens YouTube Kanalen und Podcasts? Seid ihr vielleicht sogar Nerdfighters? Dann würde ich mich supergerne mit euch verbinden!

 

 

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Buchvorstellung: Die großen Neun von Amy Webb

Genre: Sachbuch | Erscheinungsjahr: 2019 | Taschenbuch: 368 Seiten | Verlag: Plassen | Originalsprache: Englisch | ISBN: 978-3864706387

Kurzinhalt:

Das Buch Die großen Neun betrachtet die Geschichte und Zukunft der Künstlichen Intelligenz sowie die neun größten Firmen, die an KI arbeiten.

Buchvorstellung:

Anstatt der üblichen Vorstellung meiner eigenen Meinung, möchte ich euch in diesem Fall lieber den Inhalt des Buches vorstellen. Denn ja, ich fand das Buch sehr gut und kann es nur empfehlen, aber noch wichtiger ist es für mich, andere dazu anzuregen, über KI und ihre Folgen nachzudenken. Die großen Neun gibt einige spannende Denkanstöße, die ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

Die großen Neun

Zu den größten neun Firmen, die an Künstlicher Intelligenz arbeiten, zählt die Autorin Amy Webb Google, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, IBM, Baidu, Tencent und Alibaba.

Während mir die ersten sechs natürlich bekannt sind, muss ich zugeben, dass ich von den chinesischen drei Firmen zuvor noch nie oder nur am Rande etwas gehört hatte. Generell möchte ich bemerken, dass Amy Webb sehr chinakritisch ist. Sie begründet ihre Kritik ausgiebig und ich denke, sie ist auch legitim, aber man muss einfach wissen, dass sie eine negative Sicht auf China hat und dass das letztlich nur ihre Meinung ist.

Generell erklärt die Autorin, dass China den großen Vorteil hat, dass es Unmengen an menschlichen Daten sammeln kann und darf. Diese Daten werden auch staatlich verarbeitet, z.B. für das Sozialkreditsystem, bei dem Bürgern für ihr Verhalten Punkte vergeben oder abgezogen werden und diese Punktezahl bestimmt über Dinge, die sie erreichen können (Jobs, Wohnungen, Kredite, etc.). China ist somit der USA (und Europa sowieso) technisch weit überlegen.

Die KI-Stämme

Eine wichtige Analyse in Die großen Neun ist die der KI-Stämme. Hierunter versteht Amy Webb, die Menschen, die für die großen Neun arbeiten und die KIs unserer Zukunft entwickeln. Die Beschaffenheit dieser KI-Stämme ist Amy Webbs größter Kritikpunkt, der mich überzeugen konnte:

„An der Zukunft der KI basteln wenige, relativ gleichgesinnte Menschen innerhalb kleiner, isolierter Gruppen.“ – Amy Webb

Sie zeigt, dass diese KI-Stämme extrem homogen sind, dass darin größtenteils weiße (bzw. chinesische) Männer sind, die an denselben Unis studiert haben und dasselbe Weltbild haben. Folglich optimieren sie die KI auch nur für Menschen wie sie, was dazu führt, dass KI nicht selten rassistisch und sexistisch ist. Ein Beispiel ist die KI Tay.ai von Microsoft, die extrem rassistische Dinge getweetet hat, weshalb sie wieder lahmgelegt werden musste.

Die drei Zukunftsszenarien

Nachdem die erste Hälfte von Die großen Neun der Geschichte der KI und den KI-Stämmen gewidmet ist, beinhaltet die zweite Hälfte drei mögliche Zukunftsszenarien. Diesen Teil des Buchs fand ich am faszinierendsten. Denn Künstliche Intelligenz wird unsere Welt dominieren, daran lässt sich nichts mehr ändern. Sie birgt viel Potential für Gutes (das kommt in dem Buch meiner Meinung nach fast zu kurz), kann aber auch sehr gefährlich werden. Wie das ausgeht, können wir selbst bestimmen, indem wir in den kommenden Jahren die richtigen Entscheidungen treffen. Zu diesen zählt Amy Webb unter anderem die Schaffung einer globalen KI-Aufsichtsbehörde, den Fokus auf Diversität, aber auch auf Sicherheit statt Geschwindigkeit bei der Entwicklung von neuen Produkten, u.v.m.

Im optimistischen Szenario zeigt die Autorin, wie man KI nutzen kann, um die Welt besser und gerechter zu machen und wie man die Macht der KI begrenzen kann. Im pragmatischen Szenario betrachtet sie mögliche Probleme und wie KI missbraucht werden kann. Im Katastrophenszenario zeichnet sie schließlich eine Zukunft, die die Gesellschaft spaltet und letztlich die Menschheit auslöscht.

Künstliche Intelligenz ist so ein wichtiges Thema und es ist etwas, worüber viel zu viele Menschen viel zu wenig wissen. Wenn wir täglich unsere ganzen Apps benutzen, sollten wir mehr darauf achten, was mit unseren Daten geschieht und welche Zukunft wir unbewusst dabei helfen mitzugestalten. Als Anfang müssen wir uns zu dem Thema bilden, denn nur wenn wir es verstehen, können wir es bewusst mitbestimmen. Das Buch Die großen Neun ist ein guter Einstieg.

Bewertung:

++++ – Vier von fünf Punkten

 

Ich habe ein paar Ideen zu mehr Blogposts zu gesellschaftlichen und technischen Themen (u.a. zum Datenschutz). Würde euch das interessieren? Beschäftigt ihr euch mit dem Thema Künstliche Intelligenz? Kennt ihr Die großen Neun? Könnt ihr andere Bücher (Sachbücher und Romane) oder auch Videos, Podcasts, etc. über KI empfehlen?

 

Blogposts zu ähnlichen Themen:

Künstliche Intelligenz in der Literatur

Permanent Record von Ed Snowden

Exit Racism von Tupoka Ogette

Qualityland von Marc-Uwe Kling und Zero von Stephan Meier

Das Erwachen von Andreas Brandhorst

Alles könnte anders sein von Harald Welzer

Wirtschaftsspecial

 

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