Rezension: Helix von Marc Elsberg

Genre: Thriller | Erscheinungsjahr: 2016 | Taschenbuch: 672 Seiten | Verlag: Blanvalet |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3734105579

Kurzinhalt

Der US-Außenminister stirbt und wie sich bald herausstellt, ist der Grund nicht etwa ein einfaches Herzproblem. Ein Ehepaar erhält im Laufe ihres Kampfes darum, ein Kind zu bekommen, ein außergewöhnliches Angebot. Eine überintelligente Teenagerin verschwindet und in Afrika gedeiht ein Maisfeld plötzlich wesentlich besser als alle anderen. So beginnen vier spannende Geschichten, die miteinander zusammenhängen und bald die komplette Welt auf den Kopf stellen.

Eigene Meinung

Ich bin schon länger Marc Elsberg Fan und spätestens nach meinem euphorischen Post zu Gier müsste euch das klar sein. Und auch wenn das hier kein Marc Elsberg Blog ist, möchte ich jetzt schon wieder eine Rezension zu einem seiner Bücher teilen. Wie immer behandelt er auch hier ein superspannendes Thema, nämlich die Gentechnik, dass mich persönlich aus Recherchegründen ganz besonders interessiert und das im Moment auch brandaktuell ist. Während ich Helix gelesen habe, habe ich in der Stuttgarter Zeitung einen Artikel entdeckt, der genau die Fragen behandelt, die Helix überdeutlich veranschaulicht. Ich liebe es, wenn Bücher und Realität ineinandergreifen, denn das zeigt, das Literatur einerseits ganz maßgeblich von unserer Welt beeinflusst wird, und andererseits, dass sie wiederum (wenn es gut läuft) tatsächlich die Realität verändern kann. Helix (wie auch die anderen Bücher von Marc Elsberg) ist ein Werk, das wir brauchen, ganz besonders jetzt, da wir auf der Schwelle zu so vielen technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen stehen, ohne die Konsequenzen dieser zu verstehen. Mein Traum ist, auch einmal so ein brisantes und wichtiges Buch zu schreiben.

Aber genug herumphilosophiert, kommen wir zu der konkreten Story: In Helix gibt es vier Handlungsstränge, nämlich die Ermittlungen nach dem Tod des Außenministers, die Zeugung eines Kindes, die die werdenden Eltern vor unerwartete Entscheidungen stellt, das Verschwinden einer Jugendlichen, die bereits auf die Uni geht, und das Geheimnis um ein Maisfeld in Afrika, das sich grundlegend von den anderen Feldern unterscheidet. Marc Elsberg macht hier ein gigantisches Fass auf, doch er schafft es irgendwie, dass all die Handlungsstränge funktionieren und zueinander finden. Dabei geht die Story viel weiter, als ich es erwartet hatte. Teilweise kommt sie mir vor wie Science Fiction, aber gleichzeitig halte ich sie für relativ realistisch, was das Ganze noch spannender macht.

Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse eines Ehepaars, die zu einer geheimen Location eingeladen werden, wo sie erfahren, dass sie ihrem Kind nicht nur das Leben, sondern noch viel mehr schenken können. Für mich waren diese Geschehnisse das Herz der Story, denn was sie dort vorfinden, ist wirklich der faszinierendste und aufregendste Aspekt des Buchs. Die anderen Teile gehören dazu und finden ihren Weg zu der Hauptstory, doch ich muss zugeben, dass ich sie teilweise etwas überflüssig fand.

Außerdem muss ich bemängeln, dass ich (im Gegensatz zu Gier oder Zero) keine echte Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Sie waren alle interessante Persönlichkeiten, aber irgendwie blieben sie für mich etwas distanziert, sodass es mir letztlich egal war, ob sie überleben oder nicht. Ich denke, das ist oft ein Problem bei plotlastigen Büchern über sehr anspruchsvolle Themen: Die Geschichten sind so faszinierend, dass der menschliche Aspekt auf der Strecke bleibt. Schade fand ich das zwar schon, aber letztlich hat es mich nicht wirklich gestört. Ich habe Helix nicht für die Emotionen und Beziehungen der Figuren gelesen, sondern weil ich auf ein spannendes Buch über Gentechnik gehofft habe und genau das habe ich erhalten. Damit hat Helix alle meine Erwartungen erfüllt, aber eben nicht übertroffen. Während Zero meiner Meinung nach das spannendste der drei Marc Elsberg Bücher, die ich bisher gelesen habe, ist, sind in Gier die Figuren ganz wunderbar. Helix ist vom Thema her eventuell sogar der interessanteste der drei Thriller, kann aber in den anderen Aspekten nicht mithalten. Es ist trotzdem ein verdammt gutes Buch, weshalb es von mir immer noch vier Punkte erhält.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Habt ihr bereits etwas von Marc Elsberg gelesen? Welches seiner Bücher mögt ihr am liebsten? Ich kenne jetzt alles von ihm außer Blackout.

 

 

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Meine Sommer Leseliste

Ich stelle selten Leselisten auf und wenn, dann halte ich mich nicht dran. Aber da sich bei mir im Moment zu viele ungelesene Bücher stapeln und es einige darunter gibt, auf die ich total Lust habe, habe ich mir nun doch für die nächsten Sommerwochen mal eine Leseliste zusammengestellt. Ich hoffe, dass ich die sieben Bücher auf dieser Liste bis Ende September durchhaben werde.

1. Der Store von Rob Hart

Dieses Buch lese ich gerade und nähere mich auch schon langsam dem Ende. Es ist eine Herbstneuerscheinung, doch da ich eventuell eine Katalogempfehlung dafür schreiben wollte, habe ich es als erstes Buch auf meine Liste gepackt. Aus der Empfehlung wird wohl aus organisatorischen Gründen nichts werden, aber trotzdem bin ich froh, dass ich das Buch lese, denn es gefällt mir ausgesprochen gut. Der Store handelt von einem riesigen Online-Versandhandel, der schnell alle Einzelhandel auffrisst bzw. in den Ruin treibt, sodass nun alle bei dem Store arbeiten müssen, wo allerdings miserable Arbeitsbedingungen herrschen. Na, erinnert euch dieser Laden an irgendein echtes Unternehmen? Die Geschichte wird aus drei Sichtweisen erzählt und regt definitiv zum Nachdenken an. Auch die Action kommt nicht zu kurz, denn so richtig zufrieden ist eigentlich kaum einer mit der Situation. Mehr will euch jetzt noch nicht verraten, aber sobald das Buch erschienen ist, werde ich es hier gerne rezensieren.

2. Obisidio von Amie Kaufmann und Jay Kristoff

Hurra! Es ist endlich bei mir angekommen: der dritte Teil der Illuminae-Akten, auf den ich mich schon lange freue. Ich liebe die Illuminae Reihe, weil sie eine superspannende Handlung (Flucht, Krieg und Chaos auf einer Raumschiffflotte) mit einem total originellen Stil und Layout verbindet (es handelt sich um gesammelte Akten, also Chats, Mails, Kameraberichte, etc.). Diese Bücher machen einfach Spaß zu lesen und ich freue mich riesig, mich bald in das Finale der Trilogie zu stürzen.

3. Der dritte Zwilling von Ken Follett

Hierbei handelt es sich um einen uralten Roman von einem Autor, von dem ich noch nie etwas gelesen habe und dessen Bücher mich eigentlich auch nicht sonderlich interessieren. Doch dieses sticht heraus und fasziniert mich vom Thema her, denn es geht (hoffentlich) um Klone. Diese Lektüre zähle ich außerdem zur Recherche für mein eigenes Schreibprojekt.

4. Sonne und Beton von Felix Lobrecht

Ich muss zugeben, dass ich nur auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, weil es so gehypt wird. Der Autor ist wohl ein Poetryslammer (oder YouTuber?) und ich denke, Sonne und Beton handelt vom Großstadtleben. Ich habe mal ein bisschen hereingelesen und der lockere Stil spricht mich gleich an. Ich habe als Leseexemplar überraschenderweise sogar eine signierte Ausgabe zugeschickt bekommen und bin gespannt, wie es mir gefallen wird.

5. Origin von Dan Brown

Ich bezeichne mich als Fan von Dan Brown, auch wenn ich von ihm bisher nur zwei Bücher gelesen habe. Die fand ich jetzt auch nicht überragend, aber definitiv super unterhaltend und das ist, was ich bei diesem Autor suche. Deshalb hoffe ich, dass mir auch Origin ein paar spannende Stunden bescheren kann. In meinem Regal tummelt sich noch ein weiteres von den Robert Langdon Büchern, also wenn ich Lust habe, kann ich damit gleich weitermachen.

6. Das Herz der Zeit von Monika Peetz

Dieses Jugend-Fantasy Buch liegt jetzt einfach schon zu lange bei mir rum. Ich weiß nicht so genau, worum es geht (ich hoffe doch mal um Zeitreisen oder etwas in der Art), aber ich habe Lust, mich mal wieder an ein Fantasy-Buch zu wagen, denn in letzter Zeit habe ich um das Genre eher einen Bogen gemacht.

7. Spaceman of Bohemia von Jaroslav Kalfar

Ach ja, da war doch mal meine Science Fiction Challenge 2019, die ich irgendwie aus den Augen verloren habe. Deshalb muss ich da dringend mal weiterlesen! In letzter Zeit sind einfach so viele Nicht-Sci-Fi-Leseexemplare bei mir eingezogen, weshalb ich dem Genre eher ferngeblieben bin. Aber ich vermisse mein Science Fiction! Obsidio werde ich auch schon zu der Challenge zählen und mit Spaceman of Bohemia geht es weiter. Das habe ich mir schon vor einer Weile als eBook geholt und hoffe, dass es mir gefallen wird. Der Titel klingt schon mal vielversprechend.

Habt ihr eines oder mehrere dieser Bücher gelesen? Was habt ihr euch in nächster Zeit so vorgenommen? Oder glaubt ihr nicht an Leselisten?

 

 

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Autorin zu werden ist nicht einfach

Ich habe einen Job, den ich gerne mache, doch trotzdem frage ich mich immer wieder, wo das alles eigentlich hinläuft, was ich denn nun wirklich mit meinem Leben machen soll. Immerhin werde ich diesen Monat 28 Jahre alt und langsam müsste ich wissen, was ich will vom Leben. Ich glaube, dass vieles, was unserem Leben Sinn gibt, nicht unbedingt in unserem Beruf liegt (und auch nicht dort liegen muss), sondern viel eher in unseren Beziehungen, unseren Hobbies und unserer Einstellung. Trotzdem müssen wir arbeiten, um zu überleben, und da wir einen wirklich großen Teil unserer Zeit mit Arbeiten verbringen, sollte unser Job optimalerweise unsere Leidenschaft sein, unser Lebenstraum, das, was wir sowieso gerne machen, denn dann fühlt es sich nicht nach Arbeit an.

Doch das ist gar nicht so einfach. Einerseits kann es sein, dass man noch gar nicht weiß, was denn der eigene Lebenstraum ist. Andererseits erreicht man so einen Traum nun mal nicht von heute auf morgen. Einer meiner Lebensträume ist es definitiv, ein Buch zu veröffentlichen. Und egal, wie ich es drehe und wende, ich komme immer wieder zu der Erkenntnis, dass man Traumjob ist, hauptberufliche Autorin zu sein. Doch leider bin ich davon noch weit entfernt.

Ich schreibe leidenschaftlich gerne und regelmäßig, doch im Moment finde ich höchstens mal an Sonntagen Zeit dafür. Trotzdem arbeite ich, wie ihr wisst, an einem Science Fiction Roman und die Arbeit daran macht Spaß und gibt mir das Gefühl, meinem Traum näher zu kommen, auch wenn es sich dabei um Arbeit handelt, die (noch) nicht bezahlt wird.

Bevor ich mit diesem Buch begonnen habe, habe ich bereits ein erstes Buch beendet: einen Jugendroman. Vom Dezember 2015 bis August 2018 habe ich daran gearbeitet – fast drei Jahre lang. Danach habe ich das fertige Manuskript (bzw. die Leseprobe und das Exposé) an ausgewählte Agenturen geschickt und nur Absagen kassiert. Meistens habe ich überhaupt keine Antwort zurückerhalten. Nur einmal habe ich über eine Bekanntschaft auf der Frankfurter Buchmesse tatsächlich eine Rückmeldung von einer Lektorin bekommen mit einer freundlichen Absage und einem Kritikpunkt, der verständlich ist, aber schwer zu verändern, weil ich dann eine komplett andere Geschichte erzählen müsste.

Ich würde gerne sagen, dass mir das alles gar nichts ausmacht und ich weiterkämpfe, bis das Buch veröffentlich wird. Denn natürlich habe ich erwartet, dass ich erst einmal Absagen erhalte, immerhin ist das so bei den meisten Autoren, selbst denjenigen, die später extrem erfolgreich werden (wie z.B. J. K. Rowling). Und ich habe einen Plan B und C und sogar D. Doch es ist trotzdem extrem entmutigend. Außerdem muss ich zugeben, dass ich selbst nicht mehr wirklich an meinen Jugendroman glaube. Ich glaube an die Figuren und den Witz und die Realitätsnähe und den Unterhaltungsfaktor, aber nicht an die Story. Und was ist schon ein Buch ohne eine Story, die einen vom Hocker reißt?

Deshalb pausiere ich meine Bemühungen, das Jugendbuch zu veröffentlichen, erst einmal. Eventuell werde ich irgendwann doch noch einmal alles umschreiben, sodass der Kritikpunkt der Lektorin verbessert wird. Oder aber ich stelle das Buch häppchenweise hier auf meinem Blog zur Verfügung, digital kostenlos und gedruckt über Print on Demand.

Ich bin enttäuscht, aber nicht resigniert. Vielleicht hatte ich nur Pech oder schlechtes Timing bisher. Es gibt Millionen von Autoren, die es nicht schaffen, ihr Buch zu verlegen oder mit ihrem selbstverlegten Buch Menschen zu begeistern. Aber es gibt auch ein paar, die es schaffen. Die ihre Bücher herausbringen und damit die Leben ihrer Leser verändern. Natürlich spielen da Glück und gute Bekanntschaften eine Rolle. Doch ich glaube auch, dass diejenigen, die es schaffen, in einem gewissen Sinne einfach besser sind. Sie haben das bessere, oder zumindest besser verkäufliche, Buch geschrieben. Mein erster Versuch, mein Jugendroman, war einfach nicht gut genug. Es ist hart, sich so etwas einzugestehen, aber es ist wichtig. Und letztlich gar nicht so schlimm. Erste Versuche gehen doch meistens daneben. Dann probiere ich es eben noch einmal, diesmal mit einem echten Plot. Vielleicht werde ich beim zweiten Versuch besser und dann noch ein bisschen besser und dann noch besser und irgendwann werde ich meinen Traum verwirklichen und mich mit vollem Recht „hauptberufliche Autorin“ nennen dürfen.

Wie geht ihr mit Absagen um? Habt ihr bereits etwas veröffentlicht? Wie seid ihr dabei vorgegangen? Was ist euer Traumjob? Lasst mir eure Gedanken, Erfahrungsberichte und Anregungen in den Kommentaren da!

 

 

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Leserückblick: Gelesene Bücher April bis Juni 2019

Es ist schon wieder an der Zeit für den nächsten Quartalsrückblick, denn die erste Hälfte von 2019 ist bereits vorbei – unglaublich! Da ich durch meinen (mittlerweile nicht mehr ganz so) neuen Job in den Genuss von Leseexemplaren komme, sind einige Bücher zusammengekommen. Insgesamt habe ich in den letzten drei Monaten wieder 9 Bücher gelesen, die ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

Gier von Marc Elsberg (Thriller)

Das erste Buch, das ich in diesem Quartal beendet habe, war auch direkt mein Favorit. Ich bin Marc Elsberg Fan seit Zero, das mich damals total begeistert hat. Ich denke immer noch, dass Zero sein bestes Buch ist von den Aspekten der Spannung und Action her, doch Gier finde ich beinahe noch wichtiger für unsere Zeit. Denn in Gier geht es um unsere Wirtschaftswelt und die angebliche Alternativlosigkeit unseres Wirtschaftssystems, die in dem Buch spektakulär in Frage gesellt wird. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, schau gerne mal bei meinem Wirtschaftsspecial vorbei, in dem ich die Theorie aus Gier sowie Ideen aus zwei anderen Büchern genauer betrachte. Mit Gier schafft es Marc Elsberg mal wieder, ein extrem komplexes und (in diesem Fall) auch staubtrockenes Thema in einen aufregenden Thriller mitsamt Verfolgungsjagden und allem drum und dran zu verpacken. Außerdem waren mir sowohl der Protagonist Jan als auch sein Verbündeter Fitz extrem sympathisch und ich bin ihnen als Leserin gerne durch die Verstrickungen der Geschichte gefolgt. Gier hat mich gefesselt und inspiriert und wachgerüttelt und ich kann es vollkommen empfehlen! Zur Rezension gelangt ihr hier.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Offline ist es nass, wenn’s regnet von Jessi Kirby (Jugendroman)

Dieses Buch war eine positive Überraschung. Ich habe es bei einem Gewinnspiel auf Weltenwanderer gewonnen und mir ein bisschen seichte Unterhaltung versprochen. Dass mich Offline ist es nass, wenn’s regnet so mitreißen würde, hätte ich nicht gedacht. Es erzählt von einer jungen Instagram-Influencerin, die nach ihrem 18. Geburtstag kurz entschlossen alles zurücklässt und sich alleine zum John Muir Trail aufmacht. Tagelang wandert sie vollkommen ohne Erfahrung und Kontakt zur Außenwelt durch die Natur. Sie gerät in brenzlige Situationen, muss sich ihr eigenes Fake-Instagram-Leben eingestehen, trauert um ihre verstorbene Cousine und trifft auf dem Wanderweg bald neue Freunde. Es ist eine total inspirierende Geschichte, die einen daran erinnert, dass es so viel Wichtigeres gibt als Likes und Shares. Zur Rezension geht es hier.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Mut von Ines Witka (Erotikroman)

Als nächstes habe ich mich an einen erotischen Roman von einer Bekannten von mir gewagt. Es hat mir Spaß gemacht, mal wieder etwas Verruchtes zu lesen und zumindest eine der Sexszenen war wirklich superheiß. Auch die Idee von einer Protagonistin, die in ihrem Leben etwas verlorengegangen ist und versucht, mithilfe ihrer Sexualität zurück zu sich selbst zu finden, fand ich faszinierend. Manche der Wege, die sie dabei geht, fand ich dann aber etwas zu extrem und schwer nachzuvollziehen. Trotzdem bin ich gespannt, wie ihre Geschichte in Teil 2 weitergeht. Zur Rezension gelangt ihr hier.

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

Das Buch der Zukunft von Andreas Eschbach (Sachbuch)

Als Recherche für mein aktuelles Schreibprojekt habe ich das Buch der Zukunft gelesen, in dem Andreas Eschbach einige wichtige gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen durchgeht und überlegt, wie diese sich in der Zukunft weiterentwickeln werden. Da das Buch bereits vor mehr als 10 Jahren erschienen ist, war es spannend zu sehen, wo er bisher richtiglag und wo komplett daneben. Auch hat das Buch mir einige Ideen und Gedankenanstöße mit auf den Weg gegeben. Ich bespreche es genauer hier.

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

Die verborgenen Stimmen der Bücher von Bridget Collins (Roman)

Diesen Roman habe ich spontan mitgenommen und gelesen, ohne zu wissen, worauf ich mich da einlasse. Es beginnt als Geschichte in einer altertümlichen Zeit, in der Bücher magisch sind und die Erinnerungen von Menschen binden können, sodass diese sie dabei verlieren. Aus diesem Grund ist der Beruf des Buchbinders verpönt. Aber gleichzeitig ist er auch wichtig, denn gerade bei Traumata kann das Binden von Erinnerungen eine große Hilfe sein. Inmitten dieser ungewöhnlichen Welt lebt Emmett, ein eher introvertierter und psychisch verwirrter Junge, der als Buchbinder in Lehre geht. Ich will nicht zu viel verraten, doch von dort geht die Geschichte in eine komplett unerwartete Richtung weiter. Sie ist in drei Teile aufgeteilt: Teil 1 erzählt von ebenjener Situation, die euch gerade geschildert habe. Teil 2 geht dann wieder zeitlich zurück und erzählt von einem komplett anderen Emmett und einer Liebesgeschichte, die teilweise klischeehaft und teilweise zuckersüß war. Und in Teil 3 wechselt die Perspektive weg von Emmett und verschiedene Handlungsstränge finden zusammen. Ich habe gemischte Gefühle zu dem Buch. Einerseits war ich mehrmals kurz davor, es abzubrechen, weil es mich einfach nicht genug interessiert hat, aber dann ist immer wieder etwas passiert, was mich zum Weiterlesen gebracht hat. Andererseits gab es auch Stellen, an denen ich gar nicht aufhören konnte zu lesen und richtig mit den beiden Hauptfiguren mitgefiebert habe. Ich denke, ihr müsst euch euer eigenes Bild zu diesem Buch machen. Ich bin auf jeden Fall alles in allem froh, dass ich es gelesen habe, denn von so einer Geschichte habe ich wirklich vorher noch nie gehört.

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

GRM von Sibylle Berg (Brainfuck)

Brainfuck ist tatsächlich die offizielle Genreangabe dieses Buchs und es trifft absolut zu. GRM erzählt von ein paar Kindern, die am Rande der Gesellschaft in Großbritannien aufwachen. Es erzählt von Gewalt und Gegengewalt, von Hoffnungslosigkeit und Ungerechtigkeit. Es ist ein verdammt hartes Buch. Es beinhaltet auch sehr grafische Gewaltszenen, insbesondere eine Massenvergewaltigung, die ich ganz furchtbar fand. Gleichzeitig sorgt der Schreibstil dafür, dass alles recht distanziert wirkt. Denn die Perspektiven wechseln sehr schnell und teils mitten im Satz, sodass das Buch weniger an einen Roman und mehr an Musik, nämlich Grime, die Musikrichtung, nach der es benannt wurde, erinnert. Ich glaube schon, dass GRM ein wichtiges Buch ist und den Hype, der um es existierte, verdient hat. Ich glaube auch, dass Sibylle Berg etwas mit dem Buch sagen und erreichen wollte, nämlich dass wir aufwachen und uns erheben. Aber es zeichnet nichtdestotrotz ein viel zu schlechtes Bild von unserer Welt, wie ich finde. Es war ein Kampf zu lesen und einfach nur frustrierend. Ich hatte immer gehofft, dass irgendwann noch etwas kommt, so etwas wie eine Pointe (die nicht nur lautet: Alles ist schlecht), aber da wurde ich enttäuscht. Mehr zu GRM erfahrt ihr auch in meinem Wirtschaftsspecial.

Bewertung

++ – Zwei von fünf Punkten

Circe von Madeline Miller (Roman)

Circe war auch eine spontane Leseentscheidung und ich bereue es nicht! Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Da es erst im August erscheint, darf ich noch nicht so viel dazu verraten, aber es wird im Sommer dann noch eine Rezension zu dem Buch geben. Das Buch handelt von Circe, der griechischen Göttin und Leute wie ich, die sich ein bisschen mit der griechischen Mythologie auskennen, werden mit Sicherheit ihre Freude daran haben, denn in dem Buch kommen viele berühmte Helden und Götter vor. Es ist ein bisschen wie Percy Jackson für Erwachsene.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Helix von Marc Elsberg (Thriller)

Diesen Monat habe ich gleich zwei Marc Elsberg Bücher gelesen und auch Helix enttäuscht nicht. In dem Buch geht es um Gentechnik, sowohl genetisch veränderte Pflanzen (wie z.B. Mais) als auch Menschen. Die Thematik ist absolut faszinierend und das Buch zählt für mich auch zur Recherche für mein eigenes Schreibprojekt. Wie alle Marc Elsberg Bücher verbindet auch Helix komplizierte Theorien mit einer actionreichen Thriller-Handlung. Die erste Hälfte des Buchs ist noch relativ ruhig, doch in der zweiten Hälfte wird der Plot schnell ziemlich rasant, was mir Spaß gemacht hat. Das einzige, was ich bemängeln würde, ist, dass ich keine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufgebaut habe, wie es bei Gier der Fall war. Für meinen Geschmack gibt es zu viele Perspektiven und zu schnelle Perspektivwechsel und dadurch bleiben die Figuren etwas fremd.

Bewertung

++++ – Vier von fünf Punkten

Kiss me once von Sarah Tack (Jugendroman)

Gleichzeitig zu Helix habe ich Kiss me once gelesen und hatte damit den seichten Jugendroman, den ich schon bei Offline ist es nass, wenn’s regnet erwartet hatte. In dem Buch geht es um eine superreiche Achtzehnjährige, die mit der Uni beginnt, und dort von einem Bodyguard rund um die Uhr bewacht werden soll. Letzterer ist natürlich supersexy: jung, muskulös, viele Tattoos und Piercings, der klassische Bad Boy eben. Ich glaube, wir wissen alle, wo diese Geschichte hingeht. Kiss me once ist wirklich ziemlich klischeehaft, aber es macht trotzdem Spaß zu lesen, weil die Erzählstimme recht lustig ist.

 

 

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher und habt sie vielleicht auch schon gelesen? Lasst mir gerne eure Meinung in den Kommentaren da! Was habt ihr so in letzter Zeit gelesen?

 

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Neue Medien: Religiöse Ressourcen

Willkommen zu einem etwas ungewöhnlichen Post! Immerhin ist das hier ein Schreib- und Buchblog. Doch auch wenn ich Bücher liebe, bin ich trotzdem ein Fan von Neuen Medien, also all den wunderbaren Formaten, die das Internet hervorbringt. Außerdem interessiere ich mich für die christliche Religion, weshalb ich euch im Folgenden ein paar christliche Ressourcen vorstellen möchte, die keine Bücher sind.

Die Bibel App: Wenn man sich für die christliche Religion interessiert, ist es sinnvoll, mit der Bibel zu beginnen. Doch die Bibel zu lesen, kann manchmal etwas anstrengend sein und außerdem fehlt oft die Zeit, um sich zu Hause in Ruhe mit diesem Buch zurückzuziehen. Deshalb ist die Bibel App eine großartige Erfindung für alle, die sich unterwegs mit der Bibel beschäftigen wollen. In der App findet sich, wie der Name schon sagt, die Bibel und zwar in verschiedenen Übersetzungen, sodass man diese vergleichen kann. Man kann vollkommen kostenlos die Bibel lesen und (noch besser, wie ich finde) sogar hören.

Auf meinem Handy habe ich außerdem noch zwei weitere religiöse Apps: Eine Daily Devotion App, die jeden Tag eine kleine Anregung zum Nachdenken liefert, und die App iDisciple, in der man Videos, Texte, Musik und mehr zum Christentum findet. Diese Apps sind allerdings beide auf Englisch, während die Bibel App auf Deutsch ist.

ERF Medien: Ich weiß gar nicht mehr, wie ich ERF ursprünglich entdeckt habe (ich glaube, jemand hat mir mal ein Video geschickt), doch ich mag dieses Medienunternehmen total. Am besten gefällt mir der YouTube Kanal ERF Mensch Gott. Dort gibt es Interviews mit Menschen aus allen erdenklichen Lebenslagen, die ihre Geschichten erzählen, wie sie zu Gott gefunden haben. Diese Interviews sind immer wieder total inspirierend! Außerdem erhalte ich die ERF Zeitung Antenne und höre über die App den Radiosender ERF Pop.

Der Relevant Podcast: Relevant ist eigentlich ein Magazin, doch da ich das noch nie gelesen habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Ich höre nur den Podcast. Es handelt sich um einen christlichen Podcast, doch was mir besonders gefällt, ist dass die Moderatoren wirklich über alles Mögliche reden und auch umstrittene Meinungen und vor allem jede Menge Humor haben. Das Relevant Team steht deshalb permanent in der Kritik von ultrastrengen Christen, doch mir macht der Podcast, in dem es viel um Pop Kultur geht, einfach Spaß.

Christliche Musik: Ein weiterer spaßiger Weg, um ein religiöseres Leben zu führen, ist die Musik. Ich mag zum Beispiel die christliche Rockband Newsboys, die die erste Band in dieser Richtung war, die ich gehört habe. Mittlerweile höre ich auch Jordan Feliz, der etwas chilliger ist, und Andy Grammer, dessen superfröhliche Songs sich nur ab und zu um Religion drehen und dann auch eher um die Suche nach Gott (z.B. die Songs Sinner und Civil War). Außerdem gibt es viele populäre Musiker, die den ein oder anderen religiösen Song veröffentlicht haben, selbst wenn sie selbst nicht religiös sind. Drei meiner Lieblingslieder dieser Art sind Hallelujah von Panic! at the Disco, Praying von Kesha und Jesus Walks von Kanye West.

 

 

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Wirtschaftsspecial: Gier von Marc Elsberg, GRM von Sibylle Berg und Alles könnte anders sein von Harald Welzer

Ich weiß, ich weiß: Wirtschaft ist ein trockenes Thema. Glaubt mir, ich kann mir auch Spannenderes vorstellen, als über Wirtschaftstheorien zu brüten. Aber es ist nun mal auch ein extrem wichtiges Thema, immerhin bestimmt die Wirtschaft unsere Welt und beeinflusst unser Leben durch und durch. In letzter Zeit ist mir durch meine alltäglichen Beobachtungen, die Nachrichten, Podcasts und Bücher immer wieder bewusst geworden, dass die Wirtschaftswelt einen erheblichen Einfluss auf unser Leben hat und zwar nicht immer den besten. Deshalb möchte ich euch im Folgenden drei Bücher vorstellen, die sich mit der Wirtschaft beschäftigen und analysieren, was wir von ihnen lernen können.

SPOILER WARNUNG: Komplett ohne Spoiler geht dieser Post einfach nicht, immerhin muss ich euch verraten, worum es in diesen Büchern geht, auch wenn dies teilweise erst nach vielen hundert Seiten offenbart wird. Deshalb seid ihr hiermit gewarnt: Dieser Post wird Spoiler für alle drei Bücher (Gier, GRM und Alles könnte anders sein) enthalten. Ich werde die Spoiler im Text kennzeichnen, sodass ihr die entsprechenden Stellen überspringen könnt, wenn ihr wollt.

Gier von Marc Elsberg

Die Ungleichheit war schon immer ein Thema, das mich beschäftigt hat, doch in den letzten Jahren war ich so damit beschäftigt, mein eigenes, halbwegs angenehmes Erwachsenenleben aufzubauen, dass ich es aus den Augen verloren habe. Gier war das Buch, dass mich wachgerüttelt hat und mir wieder die Augen geöffnet hat für die Ungleichheit in unserer Gesellschaft. In Gier gerät der Pfleger in Ausbildung Jan in ein Verbrechen, wodurch er in die Welt der superreichen Wirtschaftsbosse stolpert und erkennen muss, zu was die Reichen und Mächtigen der Welt alles bereit sind, wenn ihre Macht bedroht ist.

Jan ist ein einfacher Pfleger. Er verdient nicht viel Geld, doch immerhin weiß er, was er mit seinem Leben machen will. Er hat ein gutes Herz und ist zu Beginn völlig unwissend über die Machenschaften, die die Wirtschaft lenken. Wie ich als Leser weiß er herzlich wenig über Wirtschaftstheorien, weshalb die Leser all dies gemeinsam mit Jan lernen. Ich konnte mich voll und ganz mit Jan identifizieren. Als einfacherer Arbeiter ist es schwer, den Überblick in der Wirtschaft zu bewahren und teilweise ist es für uns unverstellbar, was da so alles abgeht.

Im Laufe des Buchs wird klar, dass das Verbrechen, mit dem die Geschichte beginnt, etwas mit einer neuen Wirtschaftstheorie zu tun hat, die die Reichen um jeden Preis verheimlichen wollen. Und diese Theorie lautet folgendermaßen:

[ACHTUNG SPOILER]

Wettbewerb verspricht nicht den größten Nutzen im Kapitalismus, wie bisher immer angenommen wurde. Kooperation verspricht einen größeren Nutzen. Das klingt vielleicht erst einmal banal, ist aber eine absolut revolutionäre Theorie. Und Marc Elsberg hat sie sich nicht einfach aus den Fingern gesogen, sondern stützt sich dabei auf eine Studie des London Mathematical Laboratory. Er erklärt die Theorie mit der sogenannten Bauernfabel, die sie so weit herunterbricht, dass sogar Jan und ich sie verstehen können. Auf der Homepage zum Buch gibt es Hintergrundinfos zu der Theorie sowie Links zu der Studie und einer Seite, auf der man die Bauernfabel sogar selbst ausprobieren kann. Das beweist, dass es sich bei Gier nicht nur um einen Thriller handelt, sondern um einen Vorschlag für ein alternatives Wirtschaftssystem, das wir dringend brauchen.

[SPOILER ENDE]

GRM von Sibylle Berg

GRM oder „Grime“, wie man es ausspricht, ist ja ein ziemliches Phänomen. Überall höre ich von dem Buch und es ist permanent vergriffen. Das zeigt, dass es eine Nachfrage nach Büchern gibt, die unsere Welt ehrlich in all ihrer Hässlichkeit zeigen. Denn genau das tut GRM. Es erzähl von Groß Britannien, welches von Gewalt, Hass, Verbrechen und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet ist. Darin leben vier Kinder in Rochester, einer Stadt für arme Sozialhilfeempfänger, und müssen unaussprechliche Grausamkeiten durchleben. GRM ist wirklich ein hartes Buch und ich finde, dass unsere Welt darin zu schlecht wegkommt. Es gibt auch Gutes! Trotzdem macht das Buch überdeutlich auf die Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam, vor allem die Ungleichheit.

GRM erzählt von den Verlierern in der westlichen Welt. Von den Kindern, die am Rande der Gesellschaft geboren werden und bereits absolut chancenlos auf die Welt kommen. Das ist ja die große Ungerechtigkeit: Das manche Leute einfach keine Chance haben, um ihr Leben zu verbessern. Die Protagonisten in GRM erleben von Anfang an nichts als Gewalt und Notstand. Das ist alles, was sie kennen und die einzige Sprache, die sie sprechen. Die „bessere Hälfte“ der Gesellschaft könnte sich nicht weniger um diese Verlierer kümmern und selbst das Sozialsystem versagt immer wieder. Hass erzeugt Hass, Gewalt erzeugt Gewalt. Der Mensch ist das Produkt seiner Umstände und Opfer werden zu Tätern. Das ist das Bild, das Sibylle Berg zeichnet. Es ist nicht schön, aber ein Funken Wahrheit steckt vielleicht trotzdem darin. GRM zeigt deutlich, dass selbst in unserer westlichen Welt, in der es uns doch eigentlich gut geht, Menschen leben, die nichts davon abbekommen. Auch hier gibt es Armut und Gewaltspiralen. Wie viel schlimmer das in der Dritten Welt aussehen muss, wir nicht einmal erwähnt.

Im Gegensatz zu Gier, das sich vom Anfang bis zum Ende um das Versprechen einer alternativen, besseren Welt dreht, gibt es in GRM keine Gegenvorschläge, zumindest keine, die funktionieren. Eine Idee wird immerhin angerissen und auch weitergedacht:

[ACHTUNG SPOILER]

Nach ein paar hundert Seiten voller Hoffnungslosigkeit kommt es schließlich zu einer Veränderung in der Welt von GRM: Das Grundeinkommen wird eingeführt. Die Bedingung ist allerdings, dass die Menschen sich dafür registrieren lassen müssen, einen Chip eingepflanzt bekommen und permanent überwacht werden. Weil sie sich jetzt nicht mehr durch ihre Arbeit definieren müssen, gibt es ein neues Punktesystem, das „gutes“ Verhalten belohnt und „Fehlverhalten“ bestraft. So entsteht eine neue Ungleichheit, denn diejenigen, die nicht mitspielen, rutschen schnell wieder in die Armut ab. Trotzdem macht die große Mehrheit mit, denn immerhin lockt das Grundeinkommen, also Geld, dass sie angeblich für Nichts bekommen, und was wollen Menschen schon mehr als Geld? So zumindest stellt es Sibylle Berg dar. Die Menschheit in GRM (oder zumindest der größte Teil davon) ist absolut stumpf und antriebslos, sie lässt alles geschehen und kommt nicht einmal auf die Idee, sich zu beschweren. Ich denke, die Autorin will uns Leser damit aufrütteln, aufzuwachen und uns zu engagieren. Und obwohl ich das Buch nicht wirklich mochte, hat sie das bei mir zumindest in einem gewissen Sinne geschafft. Sie zeigt, wie auch eigentlich gute Ideen alles nur noch schlechter machen können. Was sie allerdings nicht liefert, ist ein wahrer Weg aus der Krise.

[SPOILER ENDE]

Alles könnte anders sein von Harald Welzer

Zum Schluss möchte ich euch noch ein Sachbuch vorstellen, denn dieses verspricht eben diesen Weg aus der Krise. Harald Welzer geht in seinem Buch alle unsere Probleme durch und bietet zumindest Ansatzpunkte für Lösungen. Sein Ausgangspunkt ist der Optimismus, dass eine alternative, bessere Welt möglich ist, und dass wir sie erreichen können – immerhin haben wir als Menschen schon so viel Großartiges erreicht. Alles könnte anders sein habe ich noch nicht durchgelesen, deshalb möchte ich euch im Folgenden nur ein paar Stellen vorstellen, die euch vielleicht zum Nachdenken und Recherchieren anregen werden:

[ACHTUNG SPOILER]

„Das Problem ist, alles was die unglaublichen zivilisatorischen Fortschritte möglich gemacht hat, […] basiert auf der Vorstellung, dass die Naturressourcen, aus denen wir Autos, Häuser, Nahrungsmittel, Smartphones, Kleider, Alexanderplätze und Raketen machen, unbegrenzt vorhanden sind.“ (S. 24)

„Zukunft soll sein wie jetzt, nur mehr und kontrollierter. Oder schlimmer noch: „Zukunft ist das, was nicht passieren darf.““ (S. 43)

„Und deshalb ist [die] Geschäftsgrundlage [der Wachstumswirtschaft] die Produktion von Unglücklichsein.“ (S. 61)

„Doch bis heute ist es nicht gelungen, der Ästhetik des Konsums eine andere, attraktivere entgegenzusetzen. Zum Beispiel eine Ästhetik des zwanglos Gemeinsamen, des guten Zusammenlebens, einer sozialen Welt, die sich so angenehm anfühlt, dass nicht unablässig emotionale Defizite mit Konsum kompensiert werden müssen.“ (S. 96)

„weil die reichen Länder sich in Überflussgesellschaften verwandelt haben, die auf ihre Weise nicht den Bedürfnissen gerecht werden, die Menschen für sich selbst formulieren würden – wenn sie denn die Chance dazu bekämen. Man kann in solchen Gesellschaften abbauen, um die Lebensqualität zu erhöhen.“ (S. 101)

[SPOILER ENDE]

Was denkt ihr zu diesen Themen? Lest ihr Bücher über Wirtschaft, egal ob Romane oder Sachbücher? Gerne könnt ihr Gedanken, Anregungen und Tipps in den Kommentaren dalassen!

 

 

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Neuzugänge April – Mai 2019

Ich habe schon lange keinen Neuzugänge Post mehr verfasst, dabei ziehen ständig neue Bücher bei mir ein. Deshalb möchte ich euch hier meine Neuzugänge im April und Mai vorstellen.

Künstliche Intelligenz und Robotik in 30 Sekunden von Luis de Miranda

Dieses Buch habe ich bei den Mängelexemplaren entdeckt und es nach einigem Überlegen mitgenommen. Wieso ich es gekauft habe? Ich interessiere mich brennend für das Thema KI und denke, es ist eins der bedeutendsten Themen überhaupt im Moment. Außerdem habe ich schon mal ein Buch dieser Reihe gelesen (Wissenschaftliche Theorien in 30 Sekunden) und fand es total praktisch. Wieso ich erst überlegen musste? Ich habe schon so viel über KI gelesen, dass ich zuerst dachte, dieses Buch könnte mir nichts neues bieten. Doch das Thema ist so komplex, dass eine übersichtliche Einführung definitiv nicht schaden kann.

Helix von Marc Elsberg

Wie ihr vielleicht wisst, ist Marc Elsberg einer meiner Lieblingsautoren. Wie er komplexe Themen in spannende Plots verpackt, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Sowohl Zero als auch Gier konnten mich absolut begeistern. Da meine Mutter auch ein Elsberg Fan ist und ich seine Bücher nur durch sie kennengelernt habe, habe ich sie während einer Fahrtpause auf dem Autobahnrasthof überredet, Helix zu kaufen. Sie hat es bereits gelesen und sagt, dass es so gut wie eh und je ist, weshalb ich jetzt an der Reihe bin, es zu lesen. Ich freue mich riesig auf einen weiteren Elsberg Thriller, vor allem da mich die Gentechnik, worum es in Helix geht, sowieso brennend interessiert.

Limit von Frank Schätzing

Noch ein Autor zu dem mich meine Mutter gebracht hat: Frank Schätzing. Sie ist seit Der Schwarm, das ich nie gelesen habe, ein Fan von ihm. Ich kenne bisher nur Die Tyrannei des Schmetterlings, was mich tief beeindruckt hat. Limit habe ich meiner Mutter vor Jahren mal geschenkt und es mir nun zum Selberlesen im Rahmen meiner Science Fiction Challenge 2019 ausgeliehen. Das Buch ist definitiv Sci Fi lastig, auch wenn es wie alle Schätzing Bücher als Roman verkauft wird.

It’s a Nerd’s World von Tobias Schrödel

Dieses Buch stand in unserem Leseexemplare-Regal an der Arbeit. Ich habe es erst einmal ein paar Wochen lang ignoriert, doch nachdem die Lektorin des Arena Verlags ein bisschen davon erzählt hat, habe ich es mir doch mitgenommen. Es stellt die Menschen hinter den großen Tech-Firmen vor, darunter auch Frauen, und beschreibt sie einfach und verständlich für Jugendliche. Ich bin gespannt, wen ich durch dieses Buch alles kennenlernen werde.

Am Tag davor von Sorj Chalandon

Dieses Buch habe ich ehrlich gesagt noch nie überhaupt gesehen, bis mir ein Vertreter von dtv etwas dazu erzählt hat. An sich glaube ich nicht, dass es meine Art von Buch ist, doch als er meinte, das Buch könne dabei helfen, die Entstehung der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich zu verstehen, was mein Interesse geweckt. Außerdem versuche ich immer, auch Bücher zu lesen, die eigentlich außerhalb meines Jagdreviers liegen.

GRM von Sybille Berg

Seit ich das erste Mal von „Grime“ gehört habe, musste ich das Buch einfach haben, also habe ich es mir als Leseexemplar bestellt. Es spielt in Großbritannien und beginnt in der Gegenwart, entwickelt sich dann aber hin zu einer dystopischen Zukunft. Sowohl diese Idee als auch der abgehackte Stil, der wohl die Musikrichtung Grime imitieren soll, haben mich sofort fasziniert. Doch dann war GRM wirklich hart zu lesen. Es zeichnet eine durch und durch schreckliche Welt und gibt keinen Moment zum Aufatmen. Es spricht wichtige Themen an und vielleicht rüttelt es ja die Menschen dazu auf, sich zu engagieren, aber es hat mich auch wirklich deprimiert und ich musste mich regelrecht durchkämpfen. Es startet grausam und wird von dort immer nur schlimmer. Meine Leseeindrücke zu GRM muss ich erst einmal verarbeiten, doch spätestens bei meinem nächsten Leserückblick werde ich ein Fazit ziehen.

It’s all good von Lars Amend

Dieses Buch habe ich erst vor ein paar Tagen als Leseexemplar mitgenommen und sofort begonnen zu lesen. Ich bin ja alles andere als ein Ratgeber-Fan, doch das Thema des Buchs ist wirklich meins. Ich bin ein großer Verfechter der Theorie, dass unsere Einstellung unsere Lebensqualität bestimmt. Deshalb ist es für mich so wichtig, ein positiver Mensch zu sein. Genau darum geht es in It’s all good, wobei der Autor berichtet, wie er diese Einsicht selbst gefunden hat. Nach GRM brauchte ich wirklich ein aufbauendes Buch wie dieses.

Alles könnte anders sein von Harald Wetzler

Hierbei handelt es sich auch um ein Leseexemplar, dass ich extra bestellt habe, denn das Versprechen des Buchs hat mich sofort angesprochen: eine wahre Alternative zu unserer problembelasteten Gesellschaft zu finden. Wir wissen alle, dass der Klimawandel uns existenziell bedroht und dass unsere Welt alles andere als gerecht ist. Was wir nicht wissen, ist, wie wir das ändern können. Genau da setzt Harald Wetzler an und das Buch inspiriert mich enorm, zu überlegen, wie ich selbst meinen Teil dazu beitragen kann, eine andere, bessere Welt zu erschaffen.

Die verborgenen Stimmen der Bücher von Brigit Collins

Dieses Buch habe ich schon vor einer Weile spontan mitgenommen und gelesen. Es handelt von einer Welt, in der Bücher magisch sind: Sie können die Erinnerungen von Menschen binden und damit aus ihren Köpfen entfernen. Aus diesem Grund sind sie verpönt. Trotzdem beginnt der Protagonist eine Lehre als Buchbinder. So beginnt das Buch, aber nach und nach lernen wir den Protagonisten Emmett besser kennen und schlittern als Leser damit in eine komplett andere Geschichte, die ich nie erwartet hätte. So richtig, weiß ich immer noch nicht, was ich von diesem Buch halten soll, aber ich bin froh, es gelesen zu haben. Hättet ihr Interesse an einer Rezension zu Die verborgenen Stimmen der Bücher?

Ich bin Circe von Madeline Miller

Im Moment lese ich Ich bin Circe, das erst im August auf Deutsch erscheint. Deshalb darf ich auch noch gar nicht so viel darüber verraten. Ich hatte das englische Buch immer wieder mal auf Instagram gesehen und es hat mich irgendwie angesprochen, weshalb ich das Leseexemplar sofort beginnen musste, als es bei uns eintrudelte. Ursprünglich dachte ich, dass es sich hierbei um YA Fantasy handelt, aber das stimmt nicht: Ich bin Circe ist ein Roman über griechische Mythologie. Bisher gefällt es mir wirklich sehr gut!

Das Herz der Zeit von Monika Peetz

Auch dieses Buch habe ich mir als Leseexemplar mitgenommen, weil es schon so viele Wochen lang bei uns herumstand und eigentlich ganz interessant klang. Das Herz der Zeit ist jetzt aber glaube ich wirklich YA Fantasy. Worum genau es geht, habe ich schon wieder vergessen, aber ich freue mich darauf, mal wieder einem Fantasy Buch eine Chance zu geben, da ich mich von diesem Genre in letzter Zeit eher ferngehalten habe.

Kennt ihr eines oder mehrere der Bücher? Wie haben sie euch gefallen? Was ist bei euch in letzter Zeit neu eingezogen?

 

 

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Recherche für meinen Roman: Das Buch der Zukunft von Andreas Eschbach

Ich habe es hin und wieder ja schon angedeutet: Ich schreibe einen Science Fiction Roman. Doch da habe ich mir nicht gerade das einfachste Genre ausgesucht, denn damit solch ein Roman der Zukunft funktioniert, braucht es jede Menge Recherche. Technik und Naturwissenschaften sind alles andere als meine Stärken. In der Schule war ich miserabel in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ich begann erst viel später, mich für diese Themen zu interessieren, aber dann merkte ich, dass mir all die Grundlagen fehlten, bei denen ich in der Schule nie aufgepasst hatte oder die ich nie gelernt hatte, weil ich diese Fächer so schnell wie möglich abgewählt habe.

Mein Interesse für naturwissenschaftliche Themen begann mit der Astrophysik, eine Disziplin, die mich einfach faszinierte. Ich belegte sogar mal eine Einführungsvorlesung dazu. Andy Weirs Der Marsianer war der Grund, weshalb ich überhaupt anfing, Science Fiction zu lesen. Nach und nach habe ich meine Hobby-Studien auf andere Themen ausgeweitet. Im Moment faszinieren mich vor allem all die Bereiche, die gerade dabei sind, unsere Welt grundlegend zu revolutionieren: Künstliche Intelligenz und Gentechnik. Ich höre Podcasts, lese Artikel und Bücher und schaue YouTube Videos zu technischen und naturwissenschaftlichen Themen. Ich bin ein großer Fan von Tesla und Space X und verfolge alles, was Elon Musk macht.

Doch wo soll ich beginnen, für meinen Roman zur recherchieren? Da er 20 Jahre in der Zukunft spielt, dachte ich mir, dass Andreas Brandhorsts Buch der Zukunft ein perfekter Einstieg ist, weshalb ich es als allererstes gelesen habe. Andreas Eschbach ist ja selbst ein erfolgreicher (unter anderem Science Fiction) Autor, auch wenn ich zugeben muss, dass ich noch nie etwas von ihm gelesen habe. Das Buch der Zukunft hat er bereits 2007 veröffentlicht, es ist also mehr als 10 Jahre alt, doch ich fand es gerade spannend zu sehen, welche seiner Prognosen eingetroffen sind und wo er komplett falsch lag.

In dem Buch geht Eschbach alle wichtigen Themen durch und überlegt, wohin wir uns in diesen Bereichen in der Zukunft bewegen werden. Er beginnt mit einer Erläuterung darüber, dass Prognosen immer gefährlich sind, und betont immer wieder, dass er nur Vermutungen anstellt. Themen, die zuvor gar nicht so auf meinem Radar waren, die Eschbach aber anspricht, waren zum Beispiel Nanomedizin (absolut faszinierend!) und die Patentierung von Genen.

Womit der Autor absolut richtig lag, war, dass die Frage der Energiegewinnung zentral sein wird. Heute wissen wir, dass wir unbedingt Alternativen zur Kohleenergie finden müssen und dass unser Überleben davon abhängt, ob wir das schaffen oder nicht. Interessant fand ich auch Eschbachs Erläuterungen darüber, wie die Bevölkerung sich verändern wird und wie wir darauf reagieren können, wenn es plötzlich viel zu viele alte Menschen geben wird.

Insgesamt fand ich es wirklich ein bisschen ernüchternd, festzustellen, wie wenig sich in 12 Jahren doch verändert hat. Doch jetzt wird das anders. Wir leben in einer Zeit, in der sich sehr viel sehr schnell verändern wird. Anders geht es nicht, wenn unsere Erde und wir mit ihr überleben sollen. Deshalb sind diese Themen und auch die Verarbeitung von ihnen in Büchern so aktuell. Science Fiction Literatur ist wichtiger denn je, was auch der Grund für meine Science Fiction Challenge 2019 ist.

Zumindest ist das meine Meinung. Was denkt ihr? Und wie recherchiert ihr für Bücher? Könnt ihr mir Bücher, Artikel, Filme, etc. zu Zukunftsthemen empfehlen? Ich freue mich wie immer auf Anregungen, Kommentare und Ideen!

 

 

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Skoutz Fragebogen an den Leser II

Vor einer Weile habe ich an der Skoutz Leserbefragung teilgenommen, aber damals kam ich nur dazu, die erste Hälfte des Fragebogens zu beantworten. Weil ich solche Posts zum Leseverhalten immer total spannend finde, will ich es mir nicht nehmen lassen, jetzt auch noch meine Antworten zur zweiten Fragebogenhälfte mit euch zu teilen. Auch dieses Mal werde ich wohl ein paar Fragen überspringen, zu denen mir einfach nichts einfällt. Habt ihr auch mitgemacht? Lasst mir gerne eure Antworten in den Kommentaren da!

Skoutz Fragebogen an den Leser II weiterlesen

Rezension: Mut von Ines Witka

Genre: Erotik | Erscheinungsjahr: 2019 | Taschenbuch: 284 Seiten | Verlag: Gatzanis |Originalsprache: Deutsch | ISBN: 978-3932855924

Kurzinhalt

Viktoria ist geschieden, arbeitslos und sehnt sich nach mehr Abenteuern in ihrem Leben. Aus diesem Grund antwortet sie auf eine Anzeige, in der Darstellerinnen für ein sinnliches Theater gesucht werden. Sie erhält die Chance mitzumachen und findet sich bald in einer extravaganten Welt aus Kunst, Sex und Grenzüberschreitungen wieder. Doch ihre inneren Dämonen folgen ihr auch in diesen neuen Lebensabschnitt, bis Viktoria sich nicht länger von ihnen kontrollieren lassen möchte.

Eigene Meinung

Zuerst möchte ich dem Gatzanis Verlag und Ines Witka für das Rezensionsexemplar danken. Ich kenne die Autorin schon seit einigen Jahren, seitdem ich während meines Verlagsvolontariats mit ihr bei ihrem letzten Roman zusammengearbeitet habe. Deshalb war ich total gespannt auf ihr neues Projekt, vor allem da die Idee des erotischen Theaters Aufregung verspricht! Und das liefert es definitiv auch!

Dann fange ich doch gleich mal mit diesem außergewöhnlichen Theater an. Bei den Aufführungen handelt es sich nämlich nicht um Faust und Co, sondern um sinnliche Stücke, die irgendwo auf der großen Bandbreite von sinnlicher, erregender, aber anspruchsvoller Kunst und vollwertigen Sex-Shows liegt. Es war wirklich Spaß so etwas mal mitzuerleben, wenn auch nur durch ein Buch.

Was ich an den Geschichten der Autorin immer mochte, ist wie glamourös die Welten sind, in die sie ihre Figuren setzt. Das Theater der Lust in Mut ist deshalb auch eher etwas für die Oberschicht und kein platter Swingerclub. Es gibt Champagner und wunderschöne, teure Kostüme. Ganz toll fand ich auch die beiden Betreiber des Theaters, ein wunderbar exzentrisches Paar, deren Leidenschaft es ist, anderen zu ermöglichen, ihre Leidenschaften auszuleben.

Viktoria, die Protagonistin, passt auf den ersten Blick nicht in diese Szene. Sie kommt gerade aus einer furchtbaren Ehe mit ihrem ehemaligen Professor und ist zu Beginn noch recht schüchtern. Doch das legt sich schnell, wenn Viktoria zurück zu ihrem extrovertierten Ich findet. Den Ex-Mann fand ich wirklich unerträglich, deshalb hat es mich umso mehr gefreut, dass Viktoria es geschafft hat, sich von ihm zu trennen.

Doch leider hat sie damit nicht ihre Probleme zurückgelassen, denn als Leser erfährt man bald, dass Viktoria ganz massive psychische Probleme hat. Sie hat (wirklich beinahe wortwörtlich) innere Dämonen und ist anscheinend ziemlich traumatisiert – ob von ihrer unangenehmen Ehe oder von etwas noch weiter Zurückliegenden erfahren wir in Mut noch nicht, vermutlich weil es erst der erste Teil einer Reihe ist. Sie beschließt also, sich ihren Ängsten zu stellen, indem sie sich in genau die Situationen begibt, vor denen sie sich fürchtet. Dabei geht sie wirklich sehr extrem vor. Das konnte ich manchmal nicht so ganz nachvollziehen, aber ich verstehe natürlich auch, dass Literatur gerne mal etwas extremer sein kann als das echte Leben.

Ich fand diese Mischung aus psychologischer Entwicklungsgeschichte und Erotikstory interessant. Aber dabei ist natürlich auch immer die Frage, wozu man Erotikliteratur liest. Wenn man von Menschen erfahren will, die Tabus brechen und sich selbst suchen und (hoffentlich) finden durch ihre Sexualität, ist Mut das perfekte Buch. Aber wenn das vorrangige Ziel ist, erregt zu werden, könnte es etwas zu Psychologie und Kunst lastig sein. Die allererste Sexszene in dem Buch war absolut köstlich. Sie war supersexy und anstößig und außergewöhnlich und einfach aufregend. Die restlichen Sexszenen konnten mich danach aber leider nicht mehr so fesseln. Vielleicht war die erste einfach zu extrem, danach erschien alles andere fast ein bisschen langweilig. Aber es kann auch sein, dass ich einfach nicht auf die Dinge stehe, die später im Buch zum Thema wurden. Das ist Geschmackssache. Schade fand ich auch, dass die einzige Sexszene, bei der es um ein privates, liebevolles Liebesspiel zwischen zwei Menschen ging, die einander tatsächlich respektieren und die ich auch als Leserin lieb gewonnen habe, ausgelassen wurde. Ein bisschen explizitere Zärtlichkeit hätte ich an der Stelle wirklich schön gefunden. Aber ich glaube, ihr müsst euch einfach euer eigenes Bild von diesem wirklich außergewöhnlichen Erotikroman machen.

Bewertung

+++ – Drei von fünf Punkten

 

 

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